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Aufbewahrung auf den Inhaber im Altertum zurückgehr, ob die Fundstelle feine Wohnstätte gewesen ist, läßt sich nicht entscheiden, doch unterliegt die Einheitlichkeit des Fundes keinem Zweifel. Eino Anzahl von Mvdellierstecken, Grabsticheln und Federzangen, zum Teil sichtlich abgebrauchtes Gerät, weisen auf den Beruf des ur­sprünglichen Eigentümers hin. Dieser Künstler aber war kein Aegypter. Denn die mitgefundenen Dronzegüsse kleiner Figuren, Figurenteile und Reliefs, im ganzen 106 Stück und offenbar Werke einer Hand, zeigen einen rein griechischen Stil aus der Zeit der Ptolemäerherrschaft. Fast alle stellen Götter dar; unter diesen be­gegnen neben denen des Heimatlandes wie Dionysos mit seinem Thirsos, Artemis, Aphrodite, Herakles, begreiflicherweise auch Serapis. Der Matzstab ist durchweg sehr klein. Kein Figürchen er­reicht 10 Zentimeter Höhe, ein Glanzstück, die Gruppe eines Zen­tauren mit einem Kind im Arine, ist sogar nur 1,5 Zentimeter hoch. Die Ausführung entzückt stellenweise durch minutiöse Feinheit, geht im allgemeinen aber nicht über eine flotte Skizzenhastigkeck hinaus, wenn sie auch meist von einer geradezu sprühenden Le­bendigkeit bleibt. Auffallenderweise beschränkt sich nun aber-an manchen Werken die Ausführung auf einzelne Teile. Sv sitzen vorzügliche Köpfe auf formlosen Leibern; man sieht, tote rn Wachs Teilmodelle hergestellt und provisorisch miteinander verbunden worden sind/ An einigen Medaillvnbüsten erscheint an Stelle des Gesichtes eine tiefe Mulde, das Antlitz sollte also nachträglich be­sonders gearbeitet werden. Auch freie Wiederholungen desselben Gegenstandes kom>nen vor, an denen man das Ringen des Bild­ners um dih endgültige Fassung spürt. Es handelt sich nach alle­dem um B r v n z e g ü s s e b o n W a ch s m v d e l l e n deren je- weiliger Zustand festgehalten wurde, weil der weiche Arbeitsstvff in dem heitzen Klima des Laiides seine Form bald verlor, um eine Anzahl von plastischen Mustern, die verschiede« verwandt werden sollten. Diese Muster waren bestimmt, in Gold oder Silber aus­geführt zu werden. Der Künstler erweist sich als ein Juwelier, der Radeln Armbänder und Schmuckplatten mit figürllcheni Zierrat herstellte; mit Hilfe feiner fertigen Dronzemodelle war er imstande, ! das Bedürfnis des Publikums nacf) Abwechselung zu befriedigen. I So erfahren wir aus der kostbaren Reuerwerbung des Hildesheimer i Museums nicht nur allerlei Ateliergowohnheiten eines griechischen | Kunstgewerblers, nicht nur belauscheii wir ihn fei seiner Arbeit, sondern auch seine Einstellung auf Käufer oder Käuferinnen wird uns lebendig.

In der Heide beim FunAenturm.

Bon H. W i s l i c e n h.

Irgendwo in, Heidemoor ragt er auf, der spitze, luftige Eisens türm. Reugierig streckt er seine äußerste Spitze bis in das Bereich der Wolken hinauf. In solcher luftigen Hohe ist er Mlemherrscher über ein weites Gebiet; sein Horizont ist werter gesteckt als der unzähliger kleiner Menschenkinder.

Schon diele Meilen weit sieht man den Radio rm von Eilvese. Man erblickt ihn vom Steinhuder Meer her und zahl­lose Wanderer der Weserberge, des Süntels und Deisters freuen fick des Anblicks der feinen Linie, wenn ihnen eine freie Hohe over ein Aussichtsturm einen klaren Fernblick gestattet. ^"dieser weiten Entfernung sieht man allerdings nur den ck-urrn selbst, noch, euer seine kleineren und noch feineren Begleiter mit besten zusammen der Hauptturm eckst das funkentelegraphische System auhersich tragt. Uin so mehr lockt aber die Ferne, den Turm und seine nächste Am- gebvng einmal in nächster Rähr zu schauen.

Kann es dazu eine pasiendere Zelt als die fetzige geben, als die j eckige Zeit der Heideblüte? Spät kam sie in diesem Jahre, tote alles Manzen Wachstum, hingehalten durch den langenultenund nassen Frühsommer. Run aber, m der zwei en Augusthalf.e, holt sie das Bersäumte nach, und bis in den September hinein ^irb ißre diesmalige Dlütenpeinvde reichen. Im Moore rührt sich dieHeife zuerst; da röten sich die dichten Büsche schneller «ls auf sandigem Heideboden. Rie erlangt der Strauch hier eine solche Hofe und Äeppigkeit als int feuchten Moore. Hier wird das Heidekraut zum Heifebusch und Heidestrauch; der hochragenfe, oft fetomiiniu bot) Stenael ist stark verholzt und kräftig, die richtige Besenheide, und überreich ist das Moorrevier an Beeren aller Art:Hmdelbeerblstche, DrÄtzelfee en ' Moosfeere.i, Rauschbeeren, alle die DacciNium- Arten wackfen hier in üppigster Fülle. Änd das S°ch"i7diewm beberilcken vorwiegend Wollgras und Torfmoos. Aber in diesem Wa^ifereich wech sich doch vor allem bas Heidekraut Geltung zti vm-schaffen. allerlei Kräutern urwüchsigen

Moorbirken und^Mvvrkiefern erhebt sich der Funkenturm von Eilnese einige Kilometer nördlich vom Steinhuder -tiiet. Ore näckstaelegene Stadt ist Reustadt am Rüfenferge. In wunderbarer Einsamke^ steht das sonderbare Gebilde aus Menschenhand da. Es summt in der Luft.' Woher der Ton? Es kommt aus dem Ma- sckinenhause und stimmt in seiner langen Monotonie so prächtig in diese Landschaft. Höchstens das) ihm im Heidekraut summende Immen die jetzt ihre feste Erntezeit haben, Konkurrenz machen.

Das Moor es hat mancherlei Ramen in seinen einzelnen Teilen: Totes Moor, Weißes Moor ufto.* dehnt sich in unheim­liche Weiten. Ein rechtes, echtes Torfmoor mit dem üblichen Birken- und Kiefeimanflug. Reben tiefbraunen Kolken, in denen das Waster scheinbar pechschwarz wie eine feste Masse liegt, stehen Tvrfhaufen

die uralten Slratzennamen ermöglichen es dem Kenner, die i ganze Geschichte dieser Stadt aus ihnen abzulesen. Wenn wir | jetzt so viel Trauriges von den Zerstörungen in Tokio hören, | fo schwirren auch viele merkwürdige Ramen an unser Ohr, und I w wird es getoih interessieren, im Spiegel dieser merkwürdigen I Straßennamen sich ein Bild der Entwicklung der Hauptstadt auf- | zubauen. Tokio, das heihtHauptstadt des Ostens" erhielt diesen Ramen und diese Bedeutung erst 1868, als der Kaiser Mutsuhtto | feine Residenz von Kyoto hierher verlegte und die Dörfer j der ehemaligen f Fischerstadt B-do zu einer Riesenstadt ver­schmolz die heute fast drei Millionen Einwohner zahlt, afer m ihrer Ausdehnung noch sehr viel größer ist als andere Groß­städte, da sich die einstöckigen Häuser von Rordost nach Sudwest 15 Kilometer und 10 Kilometer in der gar zu senkrechten Richtung ! ausdehnen. Schon einmal war Mdo Hauptstadt des japanischen Reiches gewesen, nämlich am Ende des 16. Jahrhunderts unter I her Schogundhna stie der Tokugawa. Damals stand von dem | heutigen Tokio nicht viel mehr als die Burg, hie dann spater I zu dem jetzt ebenfalls zerstörten kaiserlichen Palast umgebaut | wurde; an der sumpfigen Ebene der Bucht, die heute nach der Hauptstadt genannt ist, dehnten sich einsame Fischerdörfer. Bon I diesen mittelalterlichen Zuständen erzählen noch heute die I Straßennamen. So führt eine ganze Reihe der Tokioter Straßen 1 den Ramen alter japanischer Provinzen wie fee Surugastraße^ die Mikawastraße, die Isestraße u. a. Andere Straßen sind nach | Städten genannt oder auch nach Personen da viele Familien- i namen in Japan auf Ortsnamen zuruckgehen. Einige Straßen heißen nach berühmten Tempeln der Götter, so fee Hamman- I praße nach dem Kriegsgott des Shintoglaubens, fee Denten- straße nach der buddhistischen Göttui der Liebe und Schönheit. Rameii von Bügeln und Tieren erinnern daran, daß auf dem Grunde des heutigen Tokio vor noch nicht allzu langer Zeit Wäder standen und Jäger dem Weidwerk oblagen, z. B. fee Fasanenstraße, die Affenstraße, die Dachshohle u-. a., fee Fatt-n- straße erinnert an die hohe Blüte, die die Jagd mit Falken im ganzen japanischen Mittelalter genoß. Die alte Zunftemtellung nach der bestimmte Handwerke in einzelnen Straßen vereinigt waren, spiegelt sich in den Straßen, die Ramen von mittel- alterlichen Waffen führen, wie der Dogenstraße, Panzerstraße, I Helmstraße, Speerstraße. Bon friedlicheren Handwerken erzählen fee Porzellan-, Färber-, Holzhauer-Straße. Erneu eigenartigen Stand enthüllt fee Kleiderauffewahrer-Straße, fee öon fern niedrigen Samurai bewohnt wurde, die fee Sorge für fee Gcafe-- rvbe ihrer Herren trugen. Biele Straßen Hetzen nach Kucyen- geräten tote die Pfannen- oder die Rapfstraße. Mehrere Dutzend der Tokioter Gassen führen den Ramen Fust-schau-Straßen weil man von ihnen aus den berühmten heiligen Berg Japans sehen kann. Einer der wichtigsten Stadtteile, der ganz zerstört zu sein scheint und in dem viele Gesandtschaften untergebracht waren hat seinen Ramen nach der Hefestraße, die früher der Sih der Sakebrauerei war, bei der tote bet unserem Bier fee SsJe eine große Rolle spielt. Das Auswärtige Amt siegt in der Straße Kasitmigaseki, d. h. Refeltorstratze Dort stand früher «ns der großen Tore,, die der Fremde beim Emtritt tn fee Festung atefe passieren mußte. Die Japaner, sprechen von ihrem Ais- wärtiaen Amt wie wir von derWilhelmstraße als von dem

Rebeltor" womit natürlich auch manch spöttische Bemerkung verknüpft ist. Der vielgenannte Hibijapark führt fernen 2iaineit Don dem alten Dorf, an dessen Stelle er liegt; der Hügel Kudan- iaki d h Reunstockhügel, auf dem das Kriegsmuseum um der Ätwel für die Seelen der Kriegsgefallenen lagen, fuhrt seine Benemrung nach einer neunstöckigen Pagode du- da Kandew Die Achtiändbänkestraße, eine der wichtigsten Geschäftsstraßen ^M»s mit glänzenden Geschäftspalästen, erzählt von fei Zeit, viertel, die Stätte der Geishas und der Lustfetrkeiten, beißt nach der Schilfwiese", die hier einst lag. Die Hauptstraßeokros, öle Ginzct d h. Silbersitz, heißt nach der Silbermunze der Schogune, die 1612 nach Pedo verlegt wurde.

Modells eines griechischen Goldschmiedes.

Bon Dr. Karl Anton Reugebauer, Kustos an den Staatlichen Museen zu Berlin.

Bon jeher sind unter den Werken der bildenden Künstler auch ihre Entwürfe, und zwar von den raschen Aufzeichnungen des ersten Einfalles an, einem besonderen Interesse begegnet. Dich! nur wird die unmittelbare Frisch- einer Sfl^ ^0{|^t^'3^13^er den, sondern wir verlangen auch, je bedeutender sönlichkeiten oder Epochen sind, umso ungestümer nach^Er^en rn die Borgänge ihres Schaffens Rur selten kann der Ansikenfreund diesen Wunsch erfüllt sehen, denn zetchnettsch. Sktzgen tote, bild baneritcke Modelle des klassischen Altertums sind uns nur IN ge- ein ganz einzigartiger Brvnzefund, ver kürzlich tn das Beit zaeus-Museum zu Hildesheim gekommen und tn einer vorsiefflichen Arbeit von A lbert Appel, von Galjub", bekannt gemacht wirb. Wieder Einmal ist es der Boden des Wunderlandes am Ril der uns Schatz bescher. hack In einem Dörflein nördlich von Kairo soll eine Hausrmne den einfachen Topf enthalten haben, der fee Bronzen barg. Ob diese