Samsrag, 8. September

1923 Nr. 36

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Dürfen wir verzagen?

Von Ernst Moritz Arndt.

toJ^ toerben bie Watten and Feigen kommen, die ohne Arbeit Mcklich und ohne Blut frei fern wollen, diese werden sprechens

" 1 s ^5 putschen Landes genug, das andere kostet zuvrel Gefayr und Blut, darum mögen wir es den Franzosen lassen. Diesen sollst du nicht glauben; denn wenn du nicht wieder- Mwumst was des deutsHeri Landes jenseits des A Heines liegt so yast du diesen großen Krieg umsonst begonnen und geführt.

Zug von zwei, manchmal drei Wagen, die durch ein unterirdisches Kabel getrieben wurden; das Publikum in diesem Stadtteil war vornehm, und ich mußte meine Fünfer in Handschuhen einsam-

Zum Ersatz fehlte hier alle Spannung, und man wurde es '?ude, diese Villenmenschen anzusehen und anzuhören.

, 7tn Hetncä Erlebnis war mir dann doch Vorbehalten für Weih- nagten 1887.

2lm ^eUigen Abend fuhr ich am Vormittag meinen Wagen zur Stadt hinein; ich hatte damals Tagesdienst. Ein Herr steigt auf und fangt ein kleines Gespräch mit mir an,; mutzte ich in dis Wagen Hinern, so wartete er, bis ich auf die hinterste Plattform, wo mmn Platz war, zurückkam, und nahm dann das Gespräch wieder auf Er war um die dreißig herum, blaß, trug «einen Schnurr- b-art und war sehr vornehm gekleidet.

Ich bin von Hause fortgefahren, wie ich ging und stand." fagte er.Jet) wollte meiner Frau zuvorkommen."

Weihnachtsgeschenke," bemerkte ich.

Ganz recht!" antwortete er und lächelte

Es war aber ein seltsames Lächeln, eine Grimasse mit dem Munde, em nervöses Feixen.

Wieviel verdienen Sie?" fragte er.

Es ist das keine ungewöhnlich: Frage im Bankeelande, und ich gab also an, wieviel ich verdiente.

Wollen Sie zehn Dollar extra verdienen?" fragte er

Ich sagten3a.

, ^5 nahm sein Taschenbuch heraus und reichte mir ohne wei-

reifes bie -Banfnote. (§r 6-emerfte, er h<ide Vertrauen au mir.

Was soll ich tun?" fragte ich.

Er verlangte meinen Zeitplan zu sehen, !,nd sagte:Sie fahren heute acht Stunden?

3a." .

»Auf einer 3Hrer Touren sollen Sie mir einen Dienst leisten. Hier an der Ecke der Monroestraße kommen wir über ein Bassin, das zu dem unterirdischen Kabel hinunterführt. Es ist ein Deckel über dem Bassin; diesen Deckel hebe ich ab und steige hinunter."

Sie wollen sich das Leben nehmen?"

Vicht ganz. Aber so tun will ich

Aha!"

, »Sie sollen Ihren Wagen anhalten und mich aus dem Loch herausschaffen, auch wenn ich Widerstand leiste"

Das soll geschehen."

»?ch danke Ihnen. Ich bin übrigens nichts geisteskrank, wi« ??te vielleicht annehmen. Ich tu das alles meiner Frau wegen, sie soll sehen, daß ich mir habe das Leben nehmen wollen."

Ihre Arau wird dann also in meinem Zuge sitzen?"

3a. Sie wird in The grip sitzen."

. Och stutzte. The grip war der Wagen des Führers, der dor! stand und lenkte; er war offen und ohne Wände, es war kalt darin wahrend des Winters, und niemand setzte sich dann hinein

Sie wird in The grip fahren," wiederholte der Mann. St« hat es m einem Brief an ihren Liebhaber versprochen, heute" da- rtn z^/^hren und ihm ein Zeichen zu geben, wenn sie kommt."

Gut. Aber ich muß Sie daran erinnern, daß Sie den Deckel möglichst rasch von dem Bassin abnehmen und ohne Aufenthalt m das Loch hinuntersteigen. Sonst wird uns ein neuer Zug ein- Men. ^tr fahren in Zwischenräumen von drei Minuten"

. .»Och weih das alles," entgegnete der Mann.Der Deckel blick Köst »E'"' t<6 ®r ist schon jetzt in diesem Augen- benutz??"^ ei,'6; CS5e fönnen Sie wissen, welchen Zug Ihre Frau

Frauensieg.

Vovelle von K n u t H a m s u n").

Ich war Straßenbahnschaffner in Chicago. Zuerst war ick auf der Halsted-Linie angestellt, einer Pferdebahn zwischen Stadt- u"b Vlehmarkt. Wir vom Vachtdienst waren alles andre eher als geschützt auf dieser Linie wegen aller der fragwürdigen Leute, diedea Weg zur Vachtzeit passierten. Wir durften auf niemand schießen und niemand töten, weil die Straßenbahngesell- schaft gegebenenfacks ersatzpflichtig war; ich meinesteils hatte auch reinen Aevolver und mußte darum meinem Stern vertrauen Uebri- gens ganz wehrlos ist man selten: So hatte ich den Schwengel s'^tm ?iu abnehmen ließ und ein treffliches nich^bedurf^^"^ 5)06 heißt, mehr als einmal hab ich seiner

Im Hahre 1886 stand ich alle Weihnachtsnächte hinterein- ander auf meinem Straßenbahnwagen, ohne daß etwas vorge- ®am em Stoßer Trupp Irländer vom Diehmarkt her und befrachete meinen Wagen ganz und gar, sie waren be- i^.und harten Flaschen bei sich gröhlten nach Voten und woll- heran, trotzdem wir schon angefangen ,$u jähren. Sie hatten der Gesellschaft nun wieder ein ganzes Jahr lang, abends und morgens, fünf Cent gezahlt, sagten sie und nun sei Weihnachten, und da wollten sie einmal nickst zahlen.' üxir gar nicht so unsinnig, diese Auffassung; aber sie frei hnlXruU r« ens tea§ie nicht, aus Furcht vor denSpionen", die m Dienste der Gesellschaft standen und über die Ehrlichkeit der ff/riTT wachen hatten. Ein Konstabler stieg auf den Wagen

ets $aar^muten 6a- sagte ein paar Worte über Weih- fr? un£ Wetter und sprang dann wieder ab, weil wir w schwer belaMi waren. Ich wußte recht wohl, daß auf ein S°x ^°?ltabler alle Passagiere ihre fünf Cent hätten nw L aber nichts.Warum haben Sie uns

tz.K,.^Sezeigt? fragte einer.Ich hielt das für überflüssig," er- tot&ette ichich habe es ja mit Gentlemen zu tun." Darauf fin- baac an, mich herzlich auszulachen; ein paar aber hielten mit mir und landen einen Ausweg, indem sie für alle zahlten komrE^ Ochsten Weihnacht war ich auf die Cottage-Linie ge- Minen. Das war ein großartiger Wechsel. Ich hatte jetzt einen

hm2rÄnUt Hnmsun, der norwegische Dichter und geniale Welten- bem ?tr hier eine Probe seiner feinsinnigen Vo- bringen ist m Deutschland schon seit langem kein Aln=

in nrr»te n,5r- einer abenteuerlichen Fahrt um die Welt diert^baren Berufen" hat er Welt und Menschen stu-

Erlebnisse in oft faszinierend packender, fein £ aufgebauter Weise vor uns hinzustellen. Der Mün- wie r'n 72/ 9 2ff.bert Langen hat sich das Verdienst erworben, Uebersehungen°zu!^mNm' in 'Esterlichen