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DerZägerkaspar".

'Erlebnisse eines Dorfjagers aus dem Kögelsberg.

Kon Hermann S t r a ck.

(Schluß.) '

' VIII, Eine Rebhühnerjagtz.

,^"?" fragt Hannkasper seinen Schwager, -ich hu tzehott, off Kerlsberg war a fürchterlich grüß Kerre Reab^ Hühner. Do will ich amol nochgih."-

_" erwiderte ihm Baltin,ich komme fpärer

?50t) mx Hannkasper war schon eine gute Weile fort, da kommt krn Mann zu Valtin und sagt:Mach dich on Keilsberg! pöer Hannkasper fchäißt alles z'sonrme. Der Kerle bombt, mr mahnt^ eas wär Manöver."

wann er ach auf krihe dät!" lächelt "Baltin. Nun hangt Kalten die Flinte um den Ranzen und eilt Hannkasper nach. Auf dem Berge trifft er Hannkasper mit der Verfolgung krncr Rebhühnerkette beschäftigt.

Woas hoste tritt?" fragt "ihn Valtin.

_ . "Die Leackfötz," entgegnet ärgerlich Hannkasper, mit dem Taschentuch sich den Schweif von der Stirne trocknend. Es war ein warmer Septenrbertag.

st. bombst d' "joa doach on aner Reih!" sagt Valtin.

s Unglock woaß, entgegnete Hannkasper,se wäi ich schäiße Mil/ klmmt Mersch vor, als wann immer inner d'm Reabhuh Mach a Schauwe (Schatten) Heng."

,,D' fchäißt oawer auch immer off d' Schauwe," sagt Valtin.

, >'y°a, spricht Hannkasper weiter,ean dobei eas schwer- vcrnlS1?6' r .rttn-erschare, woas Rebhühner oawer woas Woachten (Wachteln) sei! s släiht alles dorchenaner, grüß ean klah."'

Was Hannkasper für Wachteln hielt, waren spät ausgegangene. Noch ganz kleine Rebhühner, die sich zu einer bereits ausgewachsenen Kette geschlagen hatten.

"facht ffch Kaltin an die Verfolgung der Hühner, deren ^agd allerdings in den Bergen eine fchwierigere ist als in der stiegen toe^ ""f den Bergen die Hühner meist bogenförmig

Auch Valtin hatte Pech; er traf keins der Hühner. Zornig fuhr er nun Hannkasper an, der seit Valtin anwesend poch kernen Schuß getan:Warüm fchäißt d' bann nitt?"

"Weils doach kan Wert hott mir wässert d's ane Aag f ean do kann ich nitt geziele ean naut getreaffe."

Mit diesen Worten machte Hannkasper Kehrt und ging heim, wahrend Valtin noch weiter der Jagd oblag und auch nicht ohne Erfolg.

IX. Der Jäger ohne Flinte und der Dachs.

Wieder stand der Winter vor der Türe. Um diese Zeit ge­schehen in den Dörfern die Hausschlachtungen. Auch Hannkasper, ma!l im Dorfe nunmehrJägerkasper" nannte, hatte Schlachttag Beim Schlachten muß neben dem Metzger auch der Hauscherr den Wurstteig der einzelnen Sorten versuchen, damit die Wurst das richtige Maß von Gewürz erhält. Da versteht es sich denn von selbst, daß jedesmal das Versuchen einer Teig­sorte mit etwas Flüssigem hinabgespült wird, um den Geschmack für eine andere Sorte rein zu präparieren. Was eignet sich hierzu bester als derSchnaps"?. So wurde denn tagsüber von Hannkasper nicht schlechtgeläppelt", so daß er es spürte.

Obwohl es' an einem Schlachttag vielerlei im Haufe zu tun gibt, vermochte es Hannkasper doch nicht übers Herz zu bringen, einmal vom Anstand wegzubleiben. Ja, er dachte, für einen Schlachttag müsse man erst recht durch einen Jagdgang Aus­gleichung suchen.

So schickte Hannkasper zu Baltin, und ließ ihm sagen, daß er zum Anstand komme. An einem Wegpünkte, der an einem Walde gelegen, wollten sie sich treffen. Valtin war bereits auf der Stelle, als er Hannkasper den Fußpfad "heraufschreiten sah. Mit ernem prüfenden Blick musterte er den inzwischen Heran- gekommenen.

No, wuhi?"

Woas vör a Frog?" entgegnet ärgerlich Hannkasper.

Witte dann d's Wöld tuthaage?"

Schwermut!" fährt Hannkasper ärgerlich herum und sieht nach ferner Seite, an der nur der Ranzen hängt,etz hu ich jo woaß d'r Himmel die Flente d'haam g'losse! Dorch den Dorchenaner mett d'm Schloachte hu ich. se," er schlug sich dabei an den Kopf vergeasse. Ham gihn ich oawer nitt, ich geawe mol off's Weald oacht."

Als die Nacht sich herniedersenkt, so daß der Anstand am Walde beendigt war, kam Hannkasper angewalzt. Baltin hörte ihn schon von weitem murmeln und ärgerlich mit sich selbst leben, fo baß er ihm entgegen rief:No, woas eas?"

Kreuz, Krenk, woas ärger ich mich, beaß ich ka Fleute halt'. ^chHu a jDeng (Ding) geseh, ich woas nitt, woas Wo ar. Ich woar a ü"nk eangedusselt/ erzählt Hannkasper,do hier ich off amol eabbes uwer die Wisse wusseln. Ich schnappe off ean gläwe, 's las a Sau daher. Wäi ich oawer genaer gucke, sehn ich, deaß doch fa Sarr woar."

"Doas woar ean Dachs!" ruft Baltin überzeugt aus.

Kreuz Krenk!" sagt Karmkasper/waanS Brei rahnt (regnet)

nüS?Ä?rÖffif CalVCr Timm^r :mr wirrer!" Der Dachs kam aM

X. Ein eigenartiger Feldhase. '

In den Gebirgsgegenden kommt der Hase nicht so zablreicki vor wie in der Ebene. Wenn in ersteren Gegenden die -sainilie Samye in ihrer Entwicklung durch ungünstige Witterung gehemmt w-rd, dann ist der Hase im Herbste dort oft selten in?Felde anzu- ttesfen. Der erfahrene ^ager schont deshalb die späten Sätze der Mutter Lampe und laßt die Nachzügler erst auswachsen.

r s Maltin batte am benachbarten Berge in der Nähe des Dor- rückständige Hasensamilie gefunden. Bei einem Jagd-- gange Hannkaspers den dieser ohne Baltin antrat, schärfte er ihm . kleinen Hasen zu schonen Und nicht zu schießen. Haun- brauchst b mir nitt erscht z' sage, E vo sealwer." Kaum aber ist Hannkasper einige Mi-

"ulen weggegangen, so daß er bie ersten Aecker am Dorfe er« laicht, da kracht auch schon ein Schuß.

xf" seiner Gaststube ben Schuß gehört, knurrt argettichR hott off a Häsi geschosse! Raut banne gih geloste."

Hannkasper zurück, mit itiumphis- render Miene einen Hasen hochhaltend und rufenb:

Glaich eam erschte Deackworzacker Huhn ich den erwöscht."

Baltin betrachtete schmunzelnd beit eigenartigen Felbhasen".

Doas eas io," - ruft er aus, -'n Stallhoas!"

nitt //Woas? entgegnet gedehnt Hannkasper,doas gläwe ich

Ei betroacht doach sei Läf, wäi korz däi sein!" spricht Kaltm."

, ^;Ach hn 'n eam Feld geschosse ean do eas a Fcalb- hoas ,- erklärt bestimmt Hannkasper.

Am Abend kam,betröppelt" der Junge, dem der Stallhas gehörte, zu Hannkasper unb bat Um bie Herausgabe seines, ihm entlaufenen Stallhasen.

Ich därf d'rn eigentlich nitt geawe, ich hu ean eam Feald seschosse, ean do gehirtr zour Jähb; oawer weil dous beast, will ich drn geawe." '

Mit biefen Worten überreicht er dem Jungen den bereits abgezogenen Hasen, unb Hannkasper war um einen Sonntags- braten ärmer.

XI. Die Feldkatze n. 1

Wehe ber Katze, ber Hannkasper auf "feinen Jagdgängen im Selbe begegnete! Sie war verloren. Recht hatte er damit. Der­artige Katzen sind nicht ifur schlimme Bögelfeinde, sondern auch Wildschädiger. Deshalb ist eine Schrotlabung für solche Felb- katzen die beste Nahrung. Hannkasper war wohl einerseits aus biesem Grunbe ein geschworener Feinb ber Felbkatzen, andererseitA ntaUte er aber auch aus purer Jagblust gerne auf sie, weil sie ein besseres Zieh, d. h. leichtes boten als Hühner unb Hasen, Hatte Hannkaspers "Jagdhund eine Feldkatze gestellt, bann eilte Hannkasper schnell herzu unbstach" ihr eine, wie er zu sagen pflegte.

Ans einem Heimwege vom Anstand, auf dem ber Jägerkaspar mit Baltin gewesen war, wurde der Jagdhund plötzlich gn einem Zwetschenbaume standlaut, ber sich am Raube ber Straße befand.

Eil dich!" sagt Baltin zu Hannkasper,mr woaß immer nitt, woas 's eas." Er wußte aber Wohl, was das sein konnte. Hannkasper eilte voran und war bald beim "Hunde, der am Baumstämme hinaufsprang. So scharf auch Hannkasper ach Stamme hiilaufspähte, er konnte wegen der Dunkelheit nicht er­kennen, was auf dem Baume sich befand.

Ich seh naut wäi ean dunkle Botz," bemerkte er zu dem inzwischen herangekommenen Baltin. Dabei hatte er bie Flinte bereits im Anschlag.

Bums"! krachte der Schuß. Der dunkle Gegenstand auf dem Zwetschenbaume rührte sich nicht".

Hannkasper tritt nun dicht zum Baumstämme hin und "sieht an ihm scharf hinauf. Da gibt das unbekannte Wesen oben seine Visitenkarte ab direkt in Hannkaspers Gesicht in Gestalt einer Flüssigkeit.

Saukatz, verdammte!" ruft entrüstet Hannkasper,etz steach ich d'r a extra!" Dabei bornierte bie zweite Labung auf 'bie Katze, bie nunmehr in einem Bogen zur Erbe flog.

Valtin lachte unb zündete ein Streichholz an, um bie tote Katze zu beleuchten.

Donnerwearer!" ruft er Betroffen aus,'s eas jo dem Balser sei vierfoarwig Katz! Wann der 'sch erführt, kimmt b on dich!" Der Balser war ein .Stammgast in Baltins Gastwirtschaft. Sah naut ean schweih stöll, bann erführtr, woas dr Sicher Tambur hat!' getromnit!" mahnt Hannkasper.

Nachdem aber int Hause Balsers bie wertvolle Katze einige Tage gefehlt hatte, sagte er am Abend "zu Hannkasper:Ich woaß nitt, mei Katz fehlt schn drei Toag; ich gläwe, Hannkasper, boit boft, d'r b _ Tud ongeton. Wann ich's ausmache, nooch sollst d seh! Läiwer härr ich ean Do al er verlorn, wäi bäi Katz!" Hannkasper aber beteuerte hoch und fest, baß er von dieser Katze nichts 'wisse. Doch Balser sprach noch lange von seiner .Katze, so daß Hannkasper ärgerlich ausrief:Loß mr amol mei Rouh mett betet Katz! Ich fei doas Katzegefchwätz mend ean foat (satt)."-