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dient itttot sich einer Puddingform. Der Pudding muß eine gute Stunde tmi fiebeitbeu Wasserbade kochen. Damit das einkochende Wasser beim Nachfüllen von neuem niemals aus dem Kochen kommt, was dem Aufgehen und Gelingen des Puddings schaden würde, so ist darauf Ku achten, daß kochendes Wasser junt Nachfüllen stets zur Hand rst.
Tie grünen Kräuter, deren Zahl mtin in alter Zeit auf neun greimal die heilige Dreizahl) annahm, werden zur märzlichen stersuppe oder Frühlingssuppe wohl noch kaunt zu haben sein, denn Wiese und Garten bieten kaum die wirklich echten Kräuter dar, nämlich: Scharfgarbe, Spitzwegerich, Libernelle, Erdbeerblätter, Schafgarbe, Gundermann, Gänseblümchen, Löwenzahn, Brenn- oder Stmidenncssel. Ta werden denn die Ersatzkväuter zu Hilfe genommen: Kerbel, Wiesenkümmel, Spinat, Sauerampfer, Portulak, Kopfsalat, Piinzinelle, wenn man will auch Petersilie und Schnittlauch. Diese Kräuter werden gewaschen, abgetropst ober noch besser zwischen zwei sauberen Tüchern trocken gepreßt, in etwas guter, zerlassener Butter durchgedünstet und in die fertige, klare Brühe gegeben. Außerdem gibt man gern verlorene Eier hinein, um! sie recht zu einer Ostersuppe zu stempeln. Tas Spinatgentüse, das man vielleicht weniger am Oster- tag als am Grünen Donnerstag serviert, wird meist auf einfach- bürgerliche Art zubereitet und mit hartgekochten, in Hälften.geschnittenen Eiern belegt. Man kann ihn aber auch in der Form' backen. Dazu wird er verlesen, oft gewaschen, abgetropft, in siedendem' Wasser gewellt, ausgedrückt, gehackt rurd mit Butter, etwas Mehl, Salz und Muskatnuß zu bidltd^r Masse gekocht. Inzwischen Ijat man eine Anzahl Milchbrötchen abgerieben, in Milch geweicht und ausgedrückt, mischt den Spinat mit dem Semmelbrei, gibt vier Eidotter dazu, verrührt Sie Masse behutsam' über gelindem Feuer, fügt, toeun sie etwas verkühlt ist, den steifgeschlagenen Schnee von 4—6 Eiweißen dazu, füllt die Masse in eine mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel aus» gestreute Form) läßt die Speise 50—55 Minuten in mäßiger Hiße backen und reicht dicke Besmachelsauce dazu.
Ter März ist der Monat des Lammfleisches, das zum Osterfest, als Lammbraten seine Hochsaison erreicht. Tas österliche Opferlamm ist aus der Küche beS' israelitischen Volkes mit in Sie Osterspeiscm des christlichen Festes anfgenommen worden und wurde in katholischen Häusern niemals aufgegeben, während es in evangelischen eine lange Reihe von Jahren unbeachtet blieb. Im alten Berlin war es das gastliche Haus des Fürsten Radziwill, welches alljährlich am Osterfeste hohe Beamte, Offiziere usw. zum traditionellen Osterlamm einlud. Seit ungefähr zehn Jahren kommt das Osterlamm wieder sehr in Aufnahme. Ter Preis für gutes Lammfleisch pflegt dem des Hammelfleisches gleich zu sein, ist demnach in diesem Jahre nicht wohlfeil. Seine Bereitung als Braten, mit Zugabe von saurer Sahne ober mit der Zugabe von seinen Schalotten (ä la Soubise) ist ebenfalls bem des Harnrncl- bratens gleich. Dagegen dürfte es nicht allgemein bekannt fein, daß man das Lammfleisch backen kann und damit ein vorzügliches, eigenartiges Gericht für den festtäglichen Tisch gewinnt. Man zerlegt das Fleisch in gleichmäßige Teile, klopft es, bestreut es vorsichtig Mit Salz und sehr wenig Pfeffer, hüllt es in Mehl, bann Wird es in verquirltem' Ei, in geriebener, gesiebter Semmel ■grivenbct und, in siedendem Fett (halb Schmalz, halb Butter) schwimmend, goldbraun gebacken. Man reicht Zitronenviertel nebenher, Kopfsalat und, formt Man will, durchgerührte Kartoffeln. Manche Hausfrauen sollen das Lammfleisch, ruie Backhähnchen, denen cs ja in der Bereitung gleich ist, in reinem' Schweineschmalz ausbacken, und es' imrd behauptet, daß das Schmalz dem Geschmack des zarten Fleisches' besonders vorteilhaft ift> unb seine Saftigkeit -erhöht. Nebrigens schmeckt zu Hammel- oder Lammbrateit, ober gekochtem Hammel- unb Lamm fl eisch auch eine Sauerantpfersauce sehr gut. Der Sauerantpser wird wie Spinat behandelt, und. Wenn er gehackt ist, mit Butter, Pfeffer iutb einer Spur Zucker heiß, gerührt, dann mit einer gelblichen Mehl entbrenne zu dickflüssiger Sauce verkocht und zuletzt mit 1—2 in etwas Weißwein verrührten Eidottern abgequirlt. Eine Hauptrolle spielen im Fest nicht nur die süßen Ostereier oder die Geschenkeier, die als Wirkliche Ostereier jetzt so zurückgesetzten Hühnereier kommen als Willkommene Speisen, auch namentlich für den Wend tisch zu -Ehren.
Tie Bereitung aller Eierspeisen ist den Hausfrauen so geläufig, daß es fast vermessen erscheinen könnte, eine zu wieder- Holcn, aber Setzeier in saurer Sauce dürften vielleicht doch noch -neu. feilt. Man 'bereitet dies Gericht am besten in der feuerfesten, nicht tiefen Eierp'faunc, in der sie auch gleich serviert werden, im Notfall in einer flachen AUflaufform. Man läßt dann Mehl in Kutter gelb und gar werden, verkocht diese Einbrenne recht glatt Unb dicklich mit einigen Löffeln dicker saurer Sahne, fügt Salz dazu, schlägt die Eier vorsichttg nebeneinander hinein, damit sie Wnz bleiben und läßt sic fest werden. Man kann die Pfanne dazu in den. Brat- oder Backofen stellen. '8kuch ToMaten-Setzeier sind Noch nicht sehr ausgebreitet. Tie vorsichtig etwas ausgehöhlten Tomaten werden nebeneinander in eine mit Butter bestrichene feuerfeste Auflaufform gestellt und auf gelindes Feuer gesetzt. IN JCbc Tomate gibt man etwas heiße, zerlassene Butter und schlägt ein Ei hinein. Tie Form wirb in den Ofen gestellt, wo die mit Äwas Salz bestreuten Eier fest werden Müssen, was ziemlich rasch geschieht, da die Sauce der Tomaten das Stocken der Eier unter» AM
:hen sie trafikmtm" Palmarum werden
Daß Mitte des Monats die von Vielen besonders geschätzte Waldschnepfe emtrifft, ist bekannt. Da in diesem Jahr das Osterfest so gar früh ist, so kommt der bekannte Schnepsenvers: „Okuli — da kommen sie — Sätare — das ist das Wahre — Judika — sie sind auch noch da — Palmarum — gel " "
mcht zu seinem Recht, denn vor Judika oder ' bte ersten kaum hier sein.
Für die Festmahlzeiten der Allen Woche spielen in vielen Hausern, bte Fische eine große Rolle. Wenn das Wetter nicht allzu mtlde, so . sind noch alle Seefische vollwerttg. Namentlich beliebt ftnb Sternbutt, See- und Rotzungen und Schollen. Neben bem großen Lachs tritt die kleinste Lachsart, bie Forelle, in Erscheinung Austern und Kaviar sind noch zu Ausgang des Winters sehr begehrte Delikatessen. Beginn der Frühlingszeit künden die ersten kleinen Sendungen französischer Erdbeeren, die in der be- kannten Verpackung in Holzkästchen aus Frankreich kommen. Solist müssen, wtr ums an die Reste des Winterobstes halten und an sehr schone Eexmplare von Aepfeln unb Birnen, bie Frankreich, Kalifornien unb Australien senden.
„„Daß zu Ostern, selbst wenn bas Fest in den Monat Märzi fallt, gern Maibowle getrunken wird, ist bekannt. Der Vorliebe für Pranumerando-Genüsse ist ja auch bie Gärtnerkunst sehr ent» gegengetonwuen und hat hocharomatischen Walbmcister künstlich gezogen. Bis die Frühlings'sonne iM deutschen Walde das echte „Kräutlein Herzfreude" hervorlockt, ist das künstlich gezogene ein guter Notbehelf für eine Frühlingsbowle.
Aus dem Inüianerleben Südamerikas.
Von H. Singer.
Die Rothäute gehören zu den sterbenden Rassen; die Berührung mit den Weißen hat ihre Lebenskraft gebrochen, unb die Versuche im Norden des Erdteils Amerika, jenen Gang zum Völkertode durch Schutzmaßregcln auszuhalten, haben feinen sonderlichen Erfolg mehr. In der Südhälfte des Erdteils allerdings bewahrt den Indianer noch vielfach die Wgeschlossenheit feiner Wohnsitze vor schnellem Verschwinden; aber auch hier bringt der Weiße, vom „Schwarzen Golde", dem Kautschnk- reichtum, gelockt, immer weiter in die Urwälder vor, und die Arbeit, die ihm dort der Indianer mehr gezwrmgen als freiwillig leistet, ist nun einmal für den roten Mann verderblich, zumal sie ihm häufig in der Hauptsache mit Branntwein bezahlt wird. Unter solchen Umständen müssen die Bemühungen europäischer Reisender, noch möglichst genaue Nachrichten über Kultur und Denken der dem Untergang geweihten Völker zu erlangen« als höchst verdienstvoll gelten.
Zu den erfolgreichsten Forschern auf diesem Gebiete gehört der schwedische Ethnograph Erland Freiherr v. Nordenski öl d. Er hat in seinem in deutscher llebersetzung erschienenen Buche „Jndianerlebcn" einige interessante Indianer- stümme des Chaogebietes von Argentinien und Bolivia geschildert. Sie ihm auf seiner letzten Reise, 1908—1909, genau bekannt geworden sind, darunter die Aschluslay und Choroti am Pilco- mahoflusse. Es sind Halbuomaden mit Jagd und Fischfang als Hauptbeschäftigung, während die Frauen durch Sammeln von allerlei eßbaren Dingen in Wald und Steppe zum Lebensunterhalte beitragen. Sie besitzen aber auch einiges Bich, wie Schafe, Esel und Pferde. Fehden mit Nachbarstämmen, bei denen freilich Vorsicht als der .bessere Teil der Tapferkeit gilt, sind nicht selten, unb man huldigt dann der Sitte des Skalpierens, die sonst in Südamerika nur sehr wenig verbreitet ist. Die Gcivalt der Häuptlinge — cs gibt nur Dorfhäuptlinge — ist gering, und ihr Einfluß richtet sich allein nach ihren persönlichen Eigenschaften. Sie müssen mit ihren Frauen genau so arbeiten, wie die anderen Dorfbewohner, unb selbst im Kriege gehorcht ihnen jeder nur soweit, wie cs ihm paßt.
Manches ist in einem solchen Aschluslay- oder Chorotidorf anders, wie bei uns, was auf dem stark ausgeprägten Kommunismus, auf beim Fehlen von sozialen unb Vermögens- Unterschieden beruht. Es gibt weder Arme noch Reiche; ist der Magen voll, fo ist man reich, ist er teer, so ist man arm. Wird ein Indianer mit zwei Hemden beschenkt, so verschenkt er sicher das eine, damit es für alle reicht. Seine Pfeife raucht niemand allein; sie muß von Mund zu Mund gehen. Wer viel Fische gefangen hat, teilt sie mit dem, der weniger vom Glück begünstigt wurde. So gebietet das Herkommen. Immerhin gibt es persönliches Eigentum, und das ist unantastbar. So würde kein Mann etwas, was feiner Frau ober seinem Kinde gehört^ fortgeben, ohne sie zu fragen. Die Hausttere haben Besitzmarken, die Schafe z. B. auf verschiedene Art geschorene Ohren.- Im allgemeinen aber besitzt keine Familie mehr, als was sie beim Wechsel des Dorfplatzes bequem mit sich führen kann..
Diebstahl unter Stammesvntgliedern ist Unbekannt; es herrscht eben so großer Gemeinsinn, daß niemand zu stehlen braucht.: Anscheinend belügt man einander auch nicht. Anders verhält man sich bem Weißen gegenüber; den betrügt unb belügt matt mit aller Seelenruhe, wenn es dem Stamm keinen Nachteit bringt. Sicht sich ber Indianer dabei ertappt, so lacht er deitz Weißen aus, Ivie wir es tun, wenn jemand auf einen; Aprilscherz hereinfMt-, ZMKe sich der. Weiße, dann ärgern,, fo würde


