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3»m Pfingstfest.

Pfingsten naht! Non Winters Leide Ist nun" ganz befreit die Welt, Und in neuem Festtagskleide Prangen Wiese, Wald und Feld.

Wiese ist mit Blütensternen Ueberstreut so wunderschön, Wie sonst nur aus Himmelsfernen Auf uns Sternlein niedersehn.

Schon mit leisem Wellenschläge Wogt das Kornfeld lieblich grün, Zwar noch fern dem Erntetage, Doch hindeutend schon auf ihn. Aus des Winters bangem Schweigen Wieder ist erwacht der Wald, Wo von neubegrünten Zweigen Kleiner Vöglein Sang erschallt.

Was für süße Stimmen schallen, Was für Töne werden laut, Wo im Busch die Nachtigallen Haben sich ein Nest gebaut!

Blumenhäuptlein zu umkosen Kommt der Wind mit lindem Hauch.' Seht, schon sind die ersten Rosen Aufgeblüht an dorn'gem Strauch.

Gänzlich nun hinweggenommcn Ist, was Sorg' uns schuf und Qual, Holdes Pfingstfest sei willkommen Lluf den Bergen und im Tal.

Nach des Winters Not und Schmerzen Sei willkommen, holdes Fest!

Bring' uns, was betrübte Herzen Hoffend wieder schlagen läßt.

________ Johannes Trojan.

Die von Gründingm.

Foman von Freiherr von Schlichs/

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Erst fünfunddreißig?" fragte der Graf erstaunt Und fuhr dann fort:So alt war ich damals, als ich erbte. Welleicht haben auch Sie irgendwo einen Onkel?"

Sogar eine Tante, Herr Graf. Das ist eben mein Unglück."

Verwundert sah ihn der Graf an:Das verstehe ich nicht."

So will ich es Ihnen erzählen. Ich habe da drüben in Kuba einen kinderlosen, reichen Onkel, der mich leiben*

schaftlich liebt."

Na also, Herr Baron, da sind Sie ja fein heraus! Mancher stirbt spät, aber einmal stirbt er doch."

Gewiß aber trotzdem. Mein Onkel hat nämlich ein sehr großesAber" in Gestalt seiner Fran, die mich haßt, weil sie mich nicht kennt. Ich weiß nicht, Herr Graf, ob Sie einmal in einem unserer Journale jene ameri­kanische Reklame-Notiz gelesen haben, die mit den Worten beginnt:Wenn ich Sie nur einen Augenblick sprechen könnte'"

Gewiß," stimmte der Graf ihm bei,mein Hans er­gänzt die Worte immer dahin: ich würde Sie dann sofort anborgen."

Auch nicht schlecht," meinte der Baron.Aber ich denke bei jener Notiz immer an meine Tante. Wenn ich die nur einmal sprechen könnte, würde ich sie sofort von meinen hervorragend guten Eigenschaften überzeugen! Daß man ein großer Windhund war, ist doch kein Beweis da* für, daß man es immer bleibt. Kurz und gut: die Tante will mich enterben, weil sie auch einen Neffen hat. Nun haben sich die beiden guten Leute dahin geeinigt, daß ich erbe, wenn mein Onkel die Tante überlebt, und daß der andere Neffe erbt, wenn der Onkel zuerst stirbt."

Und wie alt ist Ihr Onkel?"

Bald siebzig und die Tante erst achtundfünfzig." Umgekehrt wär's besser."

Der Baron stimmte ihm lebhaft bei, dann meinte er: Trotzdem ich meine Tante nie sah, bin ich doch ein viel zu guter Christ, um ihr etwas Böses zu wünschen. Als junger Leutnant habe ich es wohl manchmal getan, beson­ders nach leichtsinnigen Spielabenden, denn der Onkel rückt unter dem Einfluß seiner Frau auch bei Lebzeiten nichts heraus. Inzwischen habe ich es ja aber gelernt, auf eigenen Füßen zu stehen, und wenn ich auch ein armer Teufel bin, so kann ich doch ganz anständig leben und dem Staate stets pünktlich meine Steuern bezahlen"

Das ist die Hauptsache wenigstens für den Staat," meinte der Graf etwas ironisch.Sie müssen nämlich wissen, Herr Baron: ich bin gar nicht so furchtbar kon­servativ, wie es den Anschein hat"

Aber Sie lesen doch die Kreuz-Zeitung, Herr Grafi sogar nur die Kreuz-Zeitung?"

Der stöhnte auf.Gott sei es geklagt ja! Aber glauben Sie mir, ich tue es nicht freiwillig, dazu bin ich testamentarisch verpflichtet! Ja, lachen Sie nur, aber wahr ist es doch. Mein guter Onkel war etwas Sonder­ling. An seinem Testament mitp er monatelang gearbeitet haben, denn da war jede Kleinigkeit genau festgesetzt: wie viel wir alljährlich für die Vermehrung des Familien­silbers und des Familienschmucks ausgeben müssen, wie