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wirkungslos gedauert hatte. Würde Prinz Hrver iirgerluN. Er sandte einen Adjutanten in die Batterie; dieser Walt dre Kano­niere wegen schlechten Zielens, richtete selbst ein Geschütz aus einen Offizier, der jenseits auf einem Schimmel hielt und lieh abfeuern. !Ter Schuß traf: Roß mid Reiter stürzten iens«ts nieder Prinz Xaver beobachtete die Wirkung des Schusses durch sein Fernglas; er bemerkte aber auch, daß sich der Offizier unter dem Schimmel heworarbeitete, daß er ein anderes Pferd bestieg jund gleich darauf wieder ruhig auf seinem Platze hielt, als wenn nichts vorgefallen w&te.

Anr Abend erschien ein sächsischer Reiter vom Prinzen Xaver gesaiidt. 'Der Reiter führte, außer seinem Gaul, ein prachtvolles Pferd, das er demjenigen Offizier übergeben sollte, dem sein Schinimel heute totgeschossen worden war. Riedesel irahm das fürstliche Geschenk dankend an; dem Ueberbringer gab er einige Dukaten Trinkgeld und ein Dankschreiben an den Prinzen Xaver Mit. Das Merkwürdigste dabei war, daß der Adjutant des Prinzen, der die Kanone gerichtet hatte, ein leiblicher Bruder Riedesels war. Keiner ahnte, daß er seinem Bruder gegenübersdand,

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

Badeanlagen im alten AethioPien. Die Aus­grabungen int Sudan an der Stätte der alten Hauptstadt Aethio- piens sind von Prof. G a r st a n d in den letzten Monaten fort­geführt worden und habett zu einer bedeutsamen Entdeckung ge­führt : es gelang dem Forscher, die ausgedehnten alten Badeanlagen von Meroö aufzufinden Und freizulegen. Diese räumlich ausge­dehnten Badehäuser waren mit dem größten Luxus ausgestattet und bestätigen vollauf die alten abesinischen Aufzeichnungen, die schon früher aufgefunden worden waren und von diesen Badeanlagen ein interessantes Bild entwarfen. Die Bäder wur­den durch Wasserströme genährt, die zuerst eine ganze Reihe von Leitungen durchliefen, um schließlich in prächtigen Kaskaden in die Baderäume zu laufen. Diese künstlichen Wasserfälle zeigten einen reichen, figürlichen Schmuck, hauptsächlich Tierge­stalten, Löwen, Ochsen und andere Tierarten. Die Wände waren mit Reihen gefärbter Kacheln geschmückt, die als Ornamente Relief- muster und Medailkons zeigen. Der Wandschmuck befindet sich noch heute an seiner alten Stelle. Um die großen Badebassins ragen auch noch die Statuen von Musikern und..andere Gestalten aus. während andere Bildwerke beschädigt am Boden liegen. Zn dem .Hauptbassin führte eine breite Treppe von zwölf Stufen hinab.

kf. Die Feuerprobe des Fakirs. Ein indischer Richter, Babu Prankumar Ghose, gibt in einer indischen Zeit­schrift eine anschauliche Schilderung eines Fakirwunders. In den Boden wurde von den Schülern des ..Heiligen" .ein etwa 20 Zentimeter tiefes und 4 Meter langes Loch gegraben, dort Brennmaterial hineingetan und dieses angezündet. ^Nachdem das Feuer anderthalb Stunden gebrannt hatte, waren die Brenn­stoffe in voller Glnt; die Hitze war so stark, daß man sich dem Feuer kam bis auf ö Meter nähern konnte. Plötzlich erschien der Fakir auf der Bildfläche. Kurze Zeit stand er vor dem Feuer, den Blick unverwandt ans die Flammen gerichtet. Dann schritt er unter eigentümlichem Gesänge in den Scheiterhaufen hinein. Die Flammen schlugen sofort bis zur Hüfte an ihm empor. Die ganze Versammlung war von diesem gespenstischen Bilde tief ergriffen. Vier Mal kreuzte er das Feuer in jeder .Himmels­richtung ; zuletzt schritt er würdevoll und unverletzt heraus, seine Schüler reinigten seine Füße, und dann vollführten sie dasselbe Schauspiel wie der Meister. Der Heilige lud dann alle An­wesenden ein, die Feuerprobe ebenfalls zu versuchen und Ghose und einige Freunde traten vor und erklärten sich dazu bereit; Der Fakir schritt auf sie zu, berührte das Haupt jedes einzelnen mit der Hand.Wir fühlten," so berichtet Ghose,wie ein Schaudern uns durchlief; ein Gefühl unaussprechlicher Freude drang in uns, und zwang Uns unbewußt in den Scheiterhaufen hinein zu schreiten. Wir kreuzten zwei oder drei Mal das Feuer. Es !var wunderbar. Es schien als ob das Feuer seine Kraft Verloren hätte. Wir standen mitten in derselben Glut, die in einer Entfernung von 5 Metern unerträglich für uns gewesen war. Und die Brennkraft des Feuers war keineswegs ver­nichtet? Mein Freund warf einen Papierfetzen in die Flammen, und im Nu war er verbrannt.

kf. Rassenpolitik bei den Chamacocvs. Spar­tanische Sitten hat der Graf von Niemira bei den Chamacooos auf« gefunden, einem wilden Völkerstamme in Paraguay. Die Chama- ooeos lassen nämlich schwächliche Kinder nicht am Leben, sondern töten sie kurzerhand, damit die Rasse nicht verschlechtert werde. Und ebenso töten sie alle Männer, die Has 70. Jahr überschritten haben, wobei der Grund angeblich der gleiche ist. Der Graf von Niemira will, wie derStandard" berichtet, die Zeremonie einer Greisentötung aus eigener Anschauung kennen und beschreibt sie etwa folgendermaßen: Wer wegen vorgeschrittenen Alters (oder wegen Krankheit und Schwächlichkeit auch schon vorm 70. Lebens­wahre) getötet werden soll, wiedersetzt sich dem durchaus nicht, sondern nimmt es als Schicksalsfügung hin. In Gegenwart der

gesamten Familie setzt sich dev Todeskandidat hin und beUgt den Kopf, dann tritt fein ältester Sohn hinter ihn, eine große, nur diesem Zweck dienende Keule in den Händen, richtet sich zu voller Hohe auf, erhebt die Keule mit beiden Händen über den Kopf und zerschmettert seinem Vater den Schädel; alles ist mit einem einzigen Schlage erledigt. Hochbetagte Frauen sollen bei den Chamacocos übrigens nicht nur am Leben gelassen, sondern mit höchster Achtung behandelt werden.

kf. Lister u n d L i s p e r d o n. Eine hübsche Geschichte über den großen Chirurgen Lister hat Ernst v. Bergmann in seinen Tagebüchern ausgezeichnet. Im russisch-türkischen Kriege (1877) wurde der deutsche Chirurge in der rumänischen Stadt Plojeschti dem Führer der Donauarmee, dem Großsürsten Nikolai Niko- lajemitich, vorgestellt. Das Gespräch kam bald aus die Kriegs­chirurgie, und der Großsürst meinte, Bergmann würde mehr Arbeit finden, als ihm lieb sei.Ich mochte nicht in Ihre Hände sollen", sagte er bann zu Bergmann. Hieraus sagte Dr. Obermüller, der Leibarzt des Großsürsten:Wenn aber das Unglück es sordert, daß Kaiserliche Hoheit einen Arzt brauchen, so können Sie keinen besseren Chirurgen finden."Also dann flicken Sie mich rasch und ohne viel Schmerzen aus. Wie heißt denn Ihre Methode? Tie offene Wundbehandlung wird doch nach einem Engländer be­nannt ? Wie heißt er denn? Ich glaube Lisperdon?"Nein, Lister, Kaiserliche Hoheit I Blamieren Sie mich doch nicht, Kaiser­liche Hoheit", setzte Obermüller hinzu,ich habe Ihnen so ost schon von Lister gesprochen!"

* Die kleine Betty und ihre Mutter faßen beim Frühstück. Einer der Leckerbissen waren Sardinen, und die Mutter hielt es für weise, einige nützliche Belehrungen daran zu knüpfen.Diese kleinen Fische, mein Kind," begann sie mit freundlicher Stimme;werden manchmal von größeren Fischen verfolgt." Betty blickte die Sar­dinen einen Augenblick in stummem Staunen an, und die Mutter dachte, sie verdaue diese Weisheit. Dann platzte die liebe Kleine los:Aber Mutter, wie bekommen die größeren Fische die Dosen auf?" ----*--

Sprachecke der Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

* Spitzbuben. Der Ausdruck Spitzbube ist jung erst seit dem 16. Jahrhundert ist er nachweisbar. Im Sinne von Dieb ist er noch jünger. Was bedeutete er zu Anfang, und wie hat sich daraus die spätere Bedeutung entwickelt ? Das Eigenschasts- wortspitz" hatte in alter Zeit auch die Bedeutungfein, spitz­findig, ausgeklügelt". So redet Hugo von Trimberg im Renner von spitzen künsten, die den alten, einfältigen Glauben verdrängt und allerhand spitzfindige Deuteleien an seine Stelle gesetzt haben. Von hier aus ging das Wort sehr bald in die naheliegenden Be­deutungenverschmitzt, betrügerisch" über, und spitzen werden nun­mehr bezeichnenderweise mit Falschheiten (valschen) zusammen­gestellt. Ein spitz buobe ist also nunmehrein verschmitzter, be­trügerischer, schlechter Mensch", und ist es um so mehr, als auch der Bube schon in früher Zeit in dem schlimmen Sinne erscheint, den er heute vorwiegend nur noch im Norddeutschen hat. Und wenn es nun in einem alten Liede heißt: der würfel machet buoben vil, und wenn mit diesen Buben solche gemeint sind, die mit ihren spitzen (Betrügereien, Gaunereien) den Gegner im Spiele zu über­listen, zu Übervorteilen suchten, so stellen sich uns hier die Spitz­buben in der Bedeutung dar, in der sie in des AlbernsDiktio- narium" vom Jahre 1540 zum ersten Male gebucht sind: in der Bedeutungfalsche Spieler". An einen spitzbub verliert Klas Schellendaus imVerspielten Reiter" des Haus Sachs sein Hab und Gut; Spielbrüder und Spitzbuben stehen von nun au treulich nebeneinander. Da vom Betrügen zutu Stehlen nur ein sehr kleiner Schritt ist, so konnte der Spitzbube aus einem Falschspieler ohne weiteres zum Diebe werden, der er uns heute zumeist ist. Zu­meist, durchaus noch nicht immer. Wenn Schiller inKabale und Liebe" den alten Miller zu sich selbst sprechen läßt:Du bist ein Spitzbube, der sein Kind ruiniert", wenn er in denRäubern" von spitzbübischen Künsten redet, so tritt uns hier das Wort noch immer in der älteren, allgemeineren Bedeutungschlechter Mensch" entgegen, die es vor seiner Begriffsverengung hatte. Wenn ferner der Vater jein Kind scherzend einenkleinen Spitzbuben" nennt, klingt bann nicht immer noch etwas von ber alten Schlauheit und Verschmitztheit durch, wie sie der Grundbedeutung des Wortes eigen war? Und was spitz betrifft, hat nicht unseretwas nicht spitz- triegen können" immer noch den Sinn:etwas (durch Ausklügeltt) nicht erfassen können" ? Söhns (Hannover).

versteckrätses.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgende» Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Schlesien Schlachthaus Bergmann Erbschleicher Räderwerk Frühltngslied Leberivurst Schweizerei Fahnenträger Möckelwitz Rattengift.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz.

1. De 7g 7 f T g 1 n. g 5

2. T f 1h 1 i T e 1 n. h 1.

3. T a 1 n h 1 f und Malt.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag ber Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, (Sieben.