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WM 1 n!

Glückslasten.

Komm von Hanns von Zobeltif.

(NaMruck Verboten,,}

(Fortsetzung.)

Dann Ende Januar kam die Vorstellung bei Hofe, tarnen die ersten .Hofbälle, und der unmittelbare Verkehr mit beut Braunsteinschen Hause schlief ein. Mutter Ivar das sehr recht. Sie konnte auf die Darter doch kein richtiges Verhältnis zu Friedels Schwiegermama finden uttb hatte auch an der neuen Tochter mancherlei auSzu- setzen, denn sie hatte bereits bemerkt, daß hinter Ernas scheinbarer Schmiegsamkeit ein gut Teil recht bewußten Eigenwillens steckte, daß sie vor allemunseren Friedel ganz- für sich haben" wollte. Außerdenr aber ivar Frau Ida in dieser Periode der Vorbereitungen für die Hof­feste ganz in ihrem Element. Sie schwelgte in Toiletten­sorgen und hatte endlose Besprechungen mit Schneider und Modistin.

Signe trug bei der Vorstellung ihre Courschle-ppe wie -etwas Selbstverständliches. Dvdo stöhnte zwischen Weine,t und Lachen über das schwere, drei Meter langeUntier" und behauptete, daß sie nie lernen würde, sich, mit demDing" zu bewegen. Sie bebte bei der letzten Toilette vor Auf­regung, so daß Vater immer wieder beruhigend sagte:Na na! Na na!" undzur Stärkung" persönlich eine halbe Flasche Sekt aus dem Keller holte. Dann war sie doch beseligt, als alles vorüber, und schwor dem Kaiserpaar Mit komischer Emphaseewige Treue".

Wer das Zagen kehrte für Dodo am Tage des ersten Hofballs wieder. Sie war empört über die Ruhe der Schwester:Signe, wenn ich nun grabe vor den Majestäten hinpurzele! Ausgerechnet vor der Thronestrade. Ich kenn mein Pech. Signe, ich sterbe vor Angst."

Wenn du fällst, stehst du wieder auf."

Das sagst du so. Steh du mal auf, wenn dich der! Schlag gerührt hat. Und der rührt mich ganz gewiß. In der Blüte meiner Jugend sterbe ich 51t den Füßen der Kaiserin."

Du kannst ja schon wieder scherzen."

'Das nennst du scherzen? 'Bitterster Ernst ist es. Aber nein nein: es wird noch viel schrecklicher kommen. 'Schim­meln werde ich gleich den allerältesten Jungfrauen. Die Wände werde ich verunzieren. 'Denk doch nur Eber­denklich aus, wenn man nicht vorher engagiert wäre." Hard hat erst neulich gesagt, mit dem Tanzen sähe es be­im voraus zu sichern. Für die Damen ist schon gesorgt."

Da meinte er die Herren. Die tun allerdings gut, sich Ach, du goldene Signe wörtlich, deine Löwen­mähne strahlt wieder wie Gold also du goldene Signe, wenn das wahr wäre, wenn ich wirklich nicht schimmelte! Du natürlich. . . na, bei dir kann das ja gar nicht Vor­

kommen. Aber ich unbedeutendes Aeffchen. Neulich schon bei der Tanzprobe im Weißen Saal überlief mich das' Grauen. Wie ein Spatz kam ich mir vor unter lauter Gold­fasanen, Paradiesvögeln, Turteltäubchen. Ja und nun sag doch nur, seh ich denn wenigstens erträglich «*»3?"

Ausgezeichnet siehst dn aus, du Kindskopf."

Da kam grade Mutter hereingerauscht zur letzten In­spektion. Sie warim allgemeinen" zufrieden. Signes Ausschnitt hätte nochein wenig tiefer sein können. Wer solche Schultern hat wie du, darf sie schon zeigen. Und gar bei Hofe." Dodos schwarzer Puoelkopf, der sich im­mer nur unwillig unter der Hand des Friseurs beugte, fand weniger Beifall. Sie zupfte noch hier nnd zupfte noch dort'und lächelte dann doch:du siehst auch recht gut aus, Kleine. Ich hätte nicht gedacht, daß das helle Rosa dir so gut stehen würde."--

Als die Schwestern in der Garderobe ablegten, barmte Dodo aufs neue.Signe, mir steht das Herz still. Und! dann schlägt es wieder, rein, als ob es zerspringen wollte. Wär ich doch bloß zu Hause geblieben."

Und das Mädchenherz schlug und schlug immer angst­voller auf dem Weg durch die Korridore zu den Säleiu unter den gaffenden, den neugierigen, den gleichgültigen Micken der Umherstehenden, der Mitgehenden. Es schlug beim Eintreten in die strahlende Saalhelle, es schlug bei dem Hindurchschieben durch die erste Gästewelle:Wenn ich nur ein Mauselöchelchen wüßte"

Ms bann mit einem Male ein junger Offizier vor Dodo stand nnd um einen Tanz bat. Und dann ein zweiter und ein dritter, und sie plötzlich mit dem und mit jenem in ein kurzes Plaudern kam, und sie mit einem Male fand: es ist ja auch nur ein Ball, wenn es auch ein Hofhahl ist

Hofball im Zollernschlosse

Das Mädel die Signe!" dachte Gudarczä ivieder nnd wieder, wenn er seine Aelteste sah.Als ob sie ihr Lebtag bei Hofe ansgegaiigen wäre. So ruhig fast zu ruhig. Brillaut sieht sie aus, aber fast. . . na wie denn? . . . fast statuarisch. Ueberall ragt sie über die anderen hinweg, und nicht nur, weil sie größer ist, Merkwürdig . . . merkwürdig . . ."

Es war heut wieder einmal ein Tag, an dem er auf seine ©jgite stolz war, an dem all die zärtliche Liebe für sie und all die Eitelkeit aus sie, die in den letzten Monaten ein wenig eingeschlafen waren, ivieber erwachten. Immer aufs neue wurde er ihretwegen angesprochen. Eberhards Divisionskommandeur, den er im Kasino der Dragoner kennen gelernt hatte, kam auf ihn zu, klopfte ihm auf die Schulter und sagte:Das ist Ihr Fräulein Tochter dort bis Goldblonde in Mau! Ist ja pompös, einfach pompös!" Herr von Friedberg kam, der Adjutant des Reichskanzlers:Darf ich Ihnen gratulieren, Herr von Gudarcza. Ich weiß, so etwas erfreut ein Vaterherz . . . eben hörte ich, wie der Kronprinz sagte:Die schönste