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:er!" lachte sie, er-

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brtthl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,

aus wie

sah sich ihr eilte

den Fichtenwald auf Wodenquell zu.

Im Vestibül des Kurhauses stand der junge Graf trnd be­grüßte sie ehrerbietig.

Hatten Sie sich verlaufen, mein gnädiges Fräulein?" fragte er, ihr die Hand küssend.

an seinen Oberförster. r .

Veranlassen Sie das Nötige!" befahl er kurz und nickte

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Und trotzdem haben Sie sich unterstanden, sie mttzu- schleifen? O, Nostitz, Sie sind ein Mastodon! Aber allererster

Und der Adjunkt, der keine Ahnung hatte von der Tertiär- Periode, lächelte geschmeichelt über die Anerkennung seines Dienst- eifert. . ,

Margret von Liesenau aber fand ein paar Tage später rn ihrem Vorzimmer einen richtigen Berg von frischen Haselnüssen heimlich aufgestapelt. ... ,.

Die alten Weiblem von Wodenquell waren für sie aus Dankbarkeit in aller Herrgottsfrühe Nüsse pflücken gegangen . . -

dann erleichtert zu. , v .

Ich danke Ihnen, Herr Graf!" flüsterte sie beglückt und : davon, um schnell Toilette zu machen. , Der Oberförster hatte sich kurz entschlossen einen Platz für das Konzert genommen, obwohl er sonst den Wodeuqueller Fest­lichkeiten mit Absicht fern blieb. ,

Herrgott, kann die Hexe singen!" brummte er gerührt tu den Bart und wischte sich die Augen heimlich aus. Hatte er sich nicht vor einem Korbe gefürchtet, er wäre, weiß Gott, in den nächsten Tagen auf Freiersfüßen umhergelaufen. . .

Singen hab' ich sie auch gehört!" erklärte ihm am andern Morgen stolz Nostitz.Eine ganze Weile lang, beim Nüsse-

Sie blickte schalkhaft zum Oberförster, der in dienstliche« Haltung zur Seite getreten war.

Das gnädige Fräulein war beim Nüssepflücken ohne E» laubnisschein betroffen worden . . ." erklärte er gepreßt.

Unglaublich!" entfuhr es dem jungen Herrn.

Daß einem so etwas in Ihrem Walde Passieren kann! Nicht wahr, Herr Graf?" fragte sie nicht ohne Ironie, Allerdings!" rief er empört.

Das ist auch meine Meinung!" bekräftigte sie darauf seinen

Ausruf.Und darum erbitte ich mir als eine Art Ehrenhonorar in Ihren Forsten volle Waldfreiheit für künftige Zeiten!" Aber das ist doch selbstverständlich, meine Gnädigste!" Nicht so ganz, Herr Graf! Ich möchte sie nämlich nicht nur für mich, sondern für alle andern Leute mit, so wie es früher war, als Ihr Herr Vater noch lebte!" sagte sie und ' ' ihn mit einem feinen Lächeln dabei an.

Nur einen Herzschlag lang zögerte er. Dann wandte et

"Ach Uuftnn^Dft^ paar^Nüsse machen Ihren Grasen doch e".ffnw». e.ewwr . ... , .

In einer ärgerlichen Aufwallung nahm sie ihren unpra- visierten Korb vom Arm und schüttete den so lustig gesammelten Raub hastig auf den Waldboden.

Da' . Sind Sie nun zufrieden?" erkundigte fie sich.

Er schüttelte den grauen Dickkopf.

Sie müssen mit!" brummte er lakonisch.

Nun zog sie die Uhr ans dem Gürtel und zuckte die Achseln.

Es geht nicht, lieber Freund. Ich komme zu spat ms Kurhaus!" sagte sie.Es ist ein Konzert dort heute Abend!

Das wird wohl auch sein, wenn Sie nicht dabei sind! höhnte der Barbar. Da glitt ein schalkhaftes Lächeln über ihr hübsches Gesicht. Sie nickte ihrem Bedränger lustig zu und

Gut also, wenn Sie meinen, geh' ich mit! Ist es sehr weit?" Eine halbe Stunde!" orientierte er sie gnädig und mar­schierte nun mit ihr auf Richtwegen zur Oberförsterei ... ,

Sie hatten es alle beide scharf auf die Stadter, ine tn Bad Wodenquell bis in den Herbst hinein dem lieben Gott die Tage stahlen und ihnen den Wald durchlärmten, er und der Herr Oberförster! Und wenn die armen Leute in den Wald­dörfern für ihre Pilz- und Beerenzettel zahlen mußten, sollten solche Nichtstuer und Zeitvergeuder nicht für umsonst davon kommen! Das war nur in der Ordnung!

Der Oberförster war noch nicht daheim. Aber der Abendtlsch stand schon für ihn gerüstet. Es konnte also nicht lange mehr dauern.

Die junge Dame setzte sich auf eine Bank, aus Birken­stämmchen gezimmert, die vor dem Hause stand, und sah be­lustigt in den sinkenden Abend hinaus. , m t

Jetzt ungefähr sollte das Konzert beginnen tn Wodenquell, für das Graf Lattmannsdorf sie geworben, obgleich sie ihre Ferien ohne jede öffentliche Betätigung hatte verbringen wollen. Aber dem guten Zweck der Veranstaltung hatte sie nicht wider­stehen können. Die alte Gräfin war Patronefse emes Herms für unbemittelte Beamtentöchter. Da durfte man sich nicht lange bitten lassen und mußte antreten. Durch eine Verhaftung, ge­wissermaßen im Aufttage der Veranstalter, brauchte man sich nicht auch noch verärgern zu lassen! .

Und das tat sie denn auch nicht. Sie lachte plötzlich m ganz herrlichen Silbertönen hinaus, so daß Nostitz erstaunt den Kopf hob. Er saß nämlich nicht allzuweit von ihr und hielt Wache.

Endlich kam der Oberförster.

Wen haben Sie denn da aufgegabelt, Nostitz?" erkundigte er sich wohlwollend. Man merkte ihm an, wie ihn der Elser seines Adjunkten befriedigte.

Nostitz erstatte Rapport. Y cm »

Hm ... Da werden Sie wohl Ihre Börse um zehn Mark leichter machen müssen, mein Fräulein!" wandte er sich von dem Waldschratt fort zu dessen lächelndem Opfer.

Und wenn ich so viel nicht bei mir habe? Oder mich ans anderen Gründen weigere zu zahlen?" forschte sie gelassen.

Können Sie sich denn legitimieren?"

Nein!"

Ja, dann..." . .

Sie unterbrach ihn nut einem nachdenklichen Blick.

Pardon, Herr Oberförster: geht das Geld in die Armen­kasse'?"

Prost Mahlzeit! Auch noch! Wir haben mit der Armen­kasse nichts zu tun!" . ,

Aber Sie nehmen doch von den Armen das viele Geld für die Erlaubnisscheine?"

Na, selbstverständlich!"

War das früher nicht anders?"

Unter dem alten Herrn allerdings. Der !var eben zu güt-

So, so! Na, bann zahl' ich also nicht!" erklärte die Sünderin.

Der Oberförster überlegte noch, was nun geschehen könne. Da schrillte das Telephon in seinem Amtszimmer auf. Ev sprang hinein und kehrte nach einer Weile sichtlich aufgeregt zurück.

Verzeihen Sie," sagte er hastig.Man vermißt in Woden­quell eine Dame. Eine große Sängerin. Fräulein von Liesenau. Sind Sie das vielleicht?"

Liesenau heiße ich!" erklärte sie gelassen^

Herr des Himmels, welch' unglückliches Zusammentreffen! Unser Herr Graf ist außer sich. Ich lasse sofort anspanueu und bringe Sie selbst ins Kurhaus, mein gnädiges Fräulein!"

Das ist nett von Ihnen, Herr Oberförster!" lachte sie, er­weitert durch seinen plötzlichen Eifer.

Fünf Minuten später jagte sie mit ihm durch den dunkeln-

Vüchertisch.

Geschichte des Feldzuges in Rußland int Jahre 1812. Nach dem Werke von Friedrich Sieger auf Grund der neuesten geschichtlichen und militärischen Forschungen bearbeitet von Ernst Moraht Kgl. Preuß. Maror a D- Mit 100 Bildern (25 Porträts, 30 Vollbildern und 45 Ein­schaltbildern) sowie 6 Karten und Plänen. Preis 4 Mark. Ver­lag von Richard Hermes, Hamburg. Es war eine verdienstvolle Aufgabe des Majors a. D. E. Moraht, das vorzügliche @e- schichtSwerk von Friedrich Sieger über den Feldzug von 1812 auf Grund des neuen Quellenmaterials einer Neubearbeitung zu unterwerfen. Die Neubearbeitung des Buches enthalt etne spannende und großzügige Darstellung der Schicksale der Großen Armee Die fließende Form der Sprache wird unterstützt durch ein ausgezeichnetes Kartenmaterial und über 100 Bilder nach Werken zeitgenössischer und moderner Künstler. In dem Jahr­hundert, das unsere Zeit von der des Korsen trennt, so schreibt Major E Moraht in seinem Vorwort zur Darstellung des Feld­zuges, hat oft der Zauber der Persönlichkeit Napoleons gelockt, mit Feder und Stift seinen Spuren zu folgen Gelehrte, Stra­tegen, Künstler und Erzähler haben der Nachwelt ihre For­schungen und Darstellungen überliefert Neben hochbedeutenden Quellenwerken stand manche der Vergessenheit verfallene Arbeit. So auch Stegers Geschichte des Feldzuges 1812 Und doch ver­diente sie als unparteiische und schlichte Darstellung fortzuleben, weil sie im guten Sinne volkstümlich ist und mit dazu beizu­tragen vermag, daß unser Volk den Geist jener gewaltigen Zeit sich wirken lasse, die unfern Vätern dasErwache!" zurief ein Frühlingssturm.

Gleichllang-RStsel.

Manchem nur komm' ich gelegen,

Vielen mache ich Verdruß.

Spend' ich dem einen reichen Segen, Biet' ich dem andern keinen Gruß.

Deut' mich anders, muß ich nennen

Einen Fluß im Bauerland.

Willst du noch die Mündung kennen,

Wandre nach der Donau Strand.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer;

Nudelsuppe m i t Rindileisch.