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Mit dem Polizisten überein, daß mir suchen müßten, der Frau habhaft zu werden, ehe sie Zeit hätte, fach der, Papiere zu entledigen — vorausgesetzt, daß diese überhaupt rn ihrem Besitz waren. ,, . , „ , ,,r. ,
„Inzwischen hatte mit das Polrzeramt Leuachrtchtrgt Md Forbes, der Geheimpolizist fand sich sofort ein, übernahm den Fall und entwickelte die größte Tatkraft. Wir bestiegen eine Droschke, sagten dem Kutscher die Adresse und eine halbe Stunde später hielten wir vor Frau Tangeys Wohnung. Ein junges Mädchen, ihre älteste Tochter, wie wir später erfuhren, öffnete uns. Die Mutter war noch nicht zurück und wir mußten im Wohnzimmer warten«
(Fortsetzung folgt.)
Theophil Gautiers Beziehungen zu Deutschland.
Zu seinem 100. Geburtstage: 31. August.
Won Theophil Gautier, dem „von Theo", dessen 100. Geburtstag die Franzosen am 31. August begehen, wird erzählt, daß ihm eines Tages einer seiner Freunde sagte, wenn ferne Zeitgenossen einsichtig genug wären, so müßten sie ihm den Beinamen eines „Goethe franyais" zuerkennen. GautiLr antwortete hierauf lächelnd: „Ach, es hat mir immer mindestens eins gefehlt, Um dem großen Deutschen ganz zu gleichen". „Was denn?" — „Der Herzog von Weimar." — Wenn so Gautier auch in kluger Bescheidenheit jenen ehrenvollen Beinamen ablehnte, so zeigt diese Geschichte doch, daß man in Frankreich schon früh erkannt hat, in wie engen Beziehungen der 'Dichter, der gleich Hervorragendes als Erzähler, Kritiker und Lyriker geleistet hat, zur deutschen Literatur stand. Er gehörte der französischen Tichtergeueration an, die so sehr, wie keine zweite vorher oder nachher, unter dem Einflüsse des deutschen Geistes stand. Und unter diesen 'Dichtern von 1830 ist Theophil Gautier derjenige, der sich am willigsten dem deutschen Einstuß hingab. Während für die meisten seiner Landsleute Goethe lediglich „l'auteur de Weither et de Faust" war.
Gautiers intimer Freund Görard de Nerval veröffentlichte 1828 eine französische Faustübersetzung, über die sich Goethe selbst höchst befriedigt aussprach. Die köstlichen Gaben des „West- östlichen Diwans" hat Gautier mit freudiger Dankbarkeit ausgenommen. So starken Eindruck haben sie aus ihn gemacht, daß in zahlreichen seiner eigenen Gedichte ihre Nachwirkung spürbar ist.
Neben Goethe war es besonders E. D. A. Hoffmann, dessen phantastische Erzählungen ihn, wie so viele der anderen französischen Romantiker, entzückten; und längst hat man gesehen, daß unter Gautiers Werken besonders sein „Roman de la momie" den Einfluß Hoffmannscher Erzählungskunst bekundet. Während Heinrich Heine, der seit 1831 in Paris lebte, den meisten Franzosen nur als der geistreiche Journalist, der satirifche Schriftsteller und Verfasser von Schriften wie der „Romantischen Schule" und der „Reisebilder" bekannt war, vertiefte BGautier, auch diesem Deutschen gegenüber stütz ein selb-
>iges, inneres Verhältnis suchend, fast als einziger seiner zösischen Zeitgenossen in Heines Lyrik, die zu allgemeinem Ansehen in Frankreich erst zur Zeit der „Parnassiens" gelangte. Gautier mag auch die Veranlassung dazu gegeben haben, daß Gerard de Nerval 1848 Heines „Intermezzo" in stanzösische Prosa übertrug. Heine war auch der deutsche Dichter, zu dem Gautier in enge persönliche Beziehungen trat. Nicht bloß in Paris trafen sie einander häufig im Privatkreise wie in den Kaffehäusern, sondern Jahre lang verbrachten sie gemeinsam mit Alphonse Royer als Dritten im Bunde, jeden Sommer in Montmorency, wo sie sich, außer an der schönen Natur, an ihren von schöner Hand bereiteten Lieblingsgerichten erquickten. Noch als Heine in der „Matratzengruft" unter qualvollen Leiden dem frühen Tode entgegensah, war Gautier häufiger Gast bei ihm.
Wie intim ihr Verkehr war, davon erzählt Emile Bergerat, Gautiers Schwiegersohn, der in mehreren Büchern Gautiers Leben And Dichten beschrieben hat, in seinen „Erinnerungen" ein rührendes Beispiel. Heines alte Mutter hatte durch deutsche Zeitungen erfahren, wie krank ihr ferner Sohn sei, und sich sehr darüber gegrämt. Sobald Heine diese Nachricht emMng, bat er seinen Freund, ihn zu besuchen; und als dieser sofort kam, mußte er auf Heines Verlangen, der selbst nicht mehr zu schreiben imstande war, an die Mutter des Dichters, um sie zu beruhigen, einen Brief schreiben, in dem er ein Festmahl schilderte, das Heine zu Ehren des Geburtstages seiner Mutter im Freundeskreis veranstaltet habe und an dem er (Gautier) und außerdem George Sand, Chopin und andere bekannte Leute teilgenommen hätten. Das letzte, was wir von den Beziehungen der beiden Dichter wissen, ist die Bemühung Heines um eine Vorrede, die Gautier zu seinen „Reisebildern" zu liefern versprochen hatte; in Heines letztem Briefe, den er sechs Tage vor seinem Tode diktiert hatte, ist von !khr die Rede.
Mer Über diese „Vorrede" hinaus hat Gautier noch auf ändere Werse der deutschen Literatur gleichsam den Dank ab- ftatten können Mr alles das, was er von ihr empfangen hat. Er
hatte in den dreißiger Jahren eine Novelle „König Kaudaules^ geschrieben. Diese kannte Friedrich Hebbel, und er verwendete, wie ein deutscher Forscher vor etwa 10 Jahren nach gewiesen hat, eine Reihe bedeutsamer Züge aus der Erzählung für sein 'Drama „Gyges und sein Ring", wobei er steilich aus künstlerischen Rücksichten wie infolge seiner ganzen Stellung dem antiken Stoffe gegenüber gerade an einigen der stärksten Stellen der Tragödie über den französischen Erzähler hinausschritt^
Vermischtes.
• Die Baukosten eines Wohnhauses. Allen, die es sich leisten können, dein Zug der Zeit nach einem Eigenhaus zu folgen, stellt Geheimrat Dr. Hermann Muthesius in Heil 1 des neuen Jahrgangs der „Arena, Oktav-Ausgabe von „lieber Land und Meer" (Herausgeber Dr. Rudolf Presber, Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart) eine interessante Kostenrechnung aus. Haus A, 7 Zimmer und Küche: 1. Grunderwerbskosten 11 000 Mk.p 2. Reine Baukosten für das nackte, jedoch wohuiertige Haus 31500 Mk.; 3. Herrichtung der Hingebung des Hauses (Garteuanlagen, Um- mehrung, Terrasse, Eingangstor, Gartenlaube, Tennisplatz 12 00 Mark; 4. Gebühren (Grundslückserwerb, Baupolizei, Gas- und Wasseranschluß, Architektenhonorar) 3ck>0 Mk. Zusammen 47 450 Mk. Haus B, 9 Zimmer, Halle und Küche: 1. Grunderwerbskosten 29 000 Mk.; 2. Reine Baukosten für das nackte, jedoch wohusertige Haus 60100 Mk.; 3. Besserer Ausbau, verzierte Decken,,Wandver- kleidung, reichere Bäderaiisstattung, gute Beleuchtungskörper und so weiter) 24 700 Alk.; 4. Neue Möblierung 7500 Alk.; d. Herrichtung der Umgebung des Hauses (Garteuanlagen, Umwehrung, Terrasse, Eingangslor, Gartenlaube, Tennisplatz) 16 500 Alk.; 6. Gebühren (Grundstückserwerb, Baupolizei, Gas- und Wasteranschluß, Archi- tektenhonorar) 13 500 Mk. Zusammen 151 300 Alk. Es ergibt sich, daß die Gesamtkosten des Aiiwesens B iveit über dreimal so viel betragen, wie die Gesamtkosten des Amvesens A. Tas Beispiel zeigt also, wie sehr die Nebenumstände die Kosten eines Anwesens in die Höhe schnellen lassen, obgleich die reine» Baukosten für das nackte, wohnfertige Haus sich in ungefähr dem gleichen Verhältnis bewegen. ,,
* Etwas von den Orden. Das Wort Orden bezeichnet in feiner Herkunst vom lateinischen ordo zunächst Ordnung, geordnete Reihenfolge. Noch Ltilher sagt 2. Mose 28, 10: „Auf jeglichen (Stein sollst du) sechs Namen (der Kinder Israel eingraben) nach den Orden ihres Alters". Bezeichnenderweise hat man später für den in diesem Sinne unverständlich gewordenen Aus- druck das Wort „Ordnung" eingesetzt. Da diese Ordnung nach bestimmten Regeln erioigte, da sie diese Regeln sozusagen verkörperte, wurde „Orden" selbst zur „Regel", Näheliegend mußte es nun sein, wenn Gesellschaften, Körperschakten, die'nach gleichen Diegeln lebten, sich zur Betätigung gleicher Regeln zusammenschlofsen, ebenialls Orden zu nennen. So entstände:: die Orden des Mittelalters, unter denen die Mönchsorden und die geistlichen Ritterorden besonders hervorragen. Nach dem Muster dieser letzten wurden später durch Fürsten auch iveltliche Ritterorden ins Leben gerufen, so durch den ersten König Preußens der Orden vom Wappentiere des Zollernhauses, von: (schwarzen) Adler. Natürlich mußte das Aiitglied eines solchen Ordens auch ein äußeres Abzeichen tragen: n:an wählte als solches das Kreuz der alten Ordensritter, nannte das, was eigentlich Ordensabzeichen war, nun auch Orden, und der heutige Wortbegriff für derartige äußere Auszeichnungen war geschaffem
* Münchener Kindl. Lehrer: „Du, Seppl, wieviel find zwei Halbe?" — Seppl: „A Moaß, Herr Lehrer!"
* Hochtour. Kindermann: „Tja — und noch eins Serenissimus werden nächstens mal 'n —> äh — Gletscher überqueren —> lassen Sie da etwas — äh — Asche streuen — verstanden?"
Skat-Ausgabe.
Mittelhand spielt Pigiie-Solo mit folgenden Kartenr
ßä
Vorhand hat 25, Hinterhand 42 Augen. Das Spiel geht verloren, obgleich im Skat noch ein Trumpf liegt. Wie waren die Karten verteilt und wie wurde gespielt?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Stummer8 Eines Andern Pein empfinden, Heißet nicht barmherzig sein;
Recht barmherzig sein will heißen: Wenden eines Anderen Pein.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gieße«.


