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Mander Arnoldt, goltschmits sohn.
Junge Geseln,
als Rentmeister schultt-
Her Rentmeister ihnnen uf erlegt, ordnung zu vertragen, uf welches 10 Hatzen, die behde geschworn an
sich mit miß vermög der Tönges Gerhartt an 2 fl. 7 fl. gestrafft worden und Widder auszwerfcn müssen.
sich da- Zeugen
Knasten,
und Forster, Statt,
Rinder-- Hirtten, die Ab-
83eter Krasttt, Bürgermeister und Bergkman. Kans Kist, des Raths und Bergkman, Konrad Spilman, des Raths,
Hanß Hiltenpraudt der Jung, Weter Dilman, Balbirer, Kaust Jritzinger, muln Knast, Cuntz Leuck, Andreas Brodt, ] Thomas Roppenleber, } Junge Walthast Geb har tt, J Enners Leuck, Gerichts Knecht
Missen. Nach solchem gangk sint wir, wie auch die feiger dvider sridtlich zu Haust gangen, und ist den so dastei gewesen, die wehte also zu prauchen bist an wahnnen Uferlegt und bevolhen worden." —
Wir haben hieraus ersehen und gehört, wie man tnals durch das Mitnehmen zahlreicher junger Leute
hasten die geschworn den Stein welche straff halsten vertrinkest: ..... ... ....
theist, Landtknecht und ander Diener mehr. Die Most wein
8 Alstus goltten."
Michael Kalb, Kuhehirt in der Henrich Bau sch er, Khuehirt hinter der Burgk.
lich bedacht. Unter dem 1. Juni 1601 berichtet das Meststuch: „Uf den Pfingstmontag hasten wir geschworn, was wir hie- stevohr perdient und zu sominen gehaltten haben, mit unser« weibern, in Henrich Gebhart unsers mitgeseln behausung, mitt halber Traurig'keitt bertzertt, weill wir unter dem gelach des wolgestorn unsers gnädigen Hern Graf Henrichs wohl seliges gMchtnuß todt bericht worden, so uf den pfingstag zuvohr nach Mittag umb 2 auer Christlich von dieser weldt abgescheitten, dero fehl Gott gnedig geruhen wolle." —-
Wenn ich diesen durch seine Kürze wie seine AusdrucksweisH gleich vorzüglichen Bericht unter dem Strich unseres Kreisblatts erzählender Weise ausnutzen wollte, so dürfte ich, ohne der geschichtlichen Wahrheit irgendwie zu nahe zu treten, etwa also schreiben:
Es war am Pfingstmontag des Jahres 1601, als sich nach bent Abendläuten der ehrbare Ratsherr Andreas Bindhammer und die ehrsamen Bürger Samuel Reifschneider und Haus Roppen- slieber juckt ihren tugendsamen Frauen im Hause , ihres Mitgesellen, des Gemeinen Henrich Gebhards, zusammenfanden. Was sie, die vier Feldgeschworenen und Bergmänner der Stadt Büdingen, im Laufe des letzten Jahres von ihrem gut zusammen- gehaltenen Verdienst erübrigt hatten, gedachten sie jeßt in aller Behaglichkeit bei einem fröhlichen Mahle mit ihren Frauen zu verzehren. Gebhards gastfreie Hausfrau hatte ihr bestes Leintuch auf den von vier gedrehten Säulen getragenen schweren eichenen Tisch gebreitet. Das Garn dazu, das im forderest Flachsgrund gewachsen war, hatte sie selbst gesponnen und Georg Dahl, der Leineweber, hatte manch kunstvolles Zierrat und einest frommen Spruch hineingewoben. Der frisch gescheuerte.Fußboden war mit Sand aus dem hinteren weißen Graben gestreut.
. Auf dem Tische blitzte das blank geputzte Zinngeschirr wie Silber und den mächtigen Ziinftkannen, die Remigius Buchammei', der Schwanenwirt, herübergeschickt hatte, entstieg der liebliche Dust eines 1597er Büdinger Herrnsterg, des besten Tropfens, der seit Jahren gewachsen war. Die Hausfrau, begleitet von einer stämmigen Magd, erschien mit dampfenden Schüsseln. Der Haus- herr sprach das Tischgebet und lud zum Sitzen em. Der^ Ratsherr wandte sich zu seiner Nachbarin zur Linken, der samuel Reisschneiderin. Habt Ihr nichts Neues gehört, Frau Gcvast teritt, wie es mit nuferem gnädigen Herrn- dem Graf Henrich auf der Ronneburg steht, dem Vetter unseres gnädigen Herrn, des Grafen Wolfgang Ernst in Birstein? Ihr wißt doch immer am besten Bescheid in allein, was bei unseren gnädigen Herrschaften storgeht. Nicht umsonst ist Euer Eheherr der erste ®iencr unseres ehrenfesten Junkers Hans Konrad Geipel von Schöllkrippen, der bei unfern gnädigen Herrn so wohl gelitten ist.
Da kann ich Euch dienen, Herr Gevatter. öl) ege ft ent,; sprach der Herr Forstmeister Adam Ulrich von Burgkhausen, als er von Selbold nach Birstein hinaufritt, auf der Ronneburg vor. Es stand schlecht mit dem Grafen, mast muß täglich ans seist Ableben gefaßt fein. „
Dann wird es nicht lange wahren und Graf Wolsgang Ernst wird Herr der ganzen Grafschaft, fiel Hans Roppenleber ent. Schade, daß Graf Henrich das schöne Amt Kelsterbach an dest Landgrafen von Hessen für 380 000 fl. verkauft hat.
Hat das Schloß in Kelsterbach wirklich etliche Hundert tfenßet f, fragte die Ratsherrin. ....
Es hat so viel Fenster, als das Jahr Tage hat, erwiderte! ihr Eheherr. Hätte es einige Hundert Fenster weniger, so wurden den Grafen feine Schulden nicht so drücken und an den Verkauf! hätte er so bald wohl nicht gedacht. Denn der Streck zwilchen ahm I und seinem Vetter über die Kirchenlehre allein haben ihn an Hessen I gewiß nicht verkaufen lassen. Die Ronneburger Uiitcrtanen werden sich nun auch bald zum reformierten Glauben bekennen müssen und unsere zwei lutherischen Pfarrherrn Trendeliils und Lom- mentzius werden bald ihr Bündel schnüren dürfen.
Das wollen wir erst abwarten, entgegnete etwas scharf der Hausherr. Noch haben sie sich bis.tjeute unter Graf Henrichs schützender Hand halten können und ein stattliches Hattfleiu ist es, das zu den Lutherischen zählt.
Das Gespräch wurde immer lebhafter. Schon ging die zwecks Füllung der Kanne aus die Neige. Reifschtteider trat au, des Ratsherrn und Roppenleber schlug sich! auf Gebhards Seite, ^te Frauen hatten sich schon längst abgesondert und waren zusammeu- aerückt: sie hörten gespannt dem zu, was die Reifschneiderin votst gestrigen Kirchgang mit nach Hanse gebracht hatte.. Kunz «chwinn sei mit der Dorothea Mack zunl erstenmal autgerufen warbest und fein Schwager Arnold Belten habe sich neben des Kornmeisteuj Julius Krauser Garten in der Kälberbach ein Kappesland gekauft, I Johann Ruppel im Großeudorf habe verbotenerweife. ge-
Wwnft und fei deshalb in Strafe genommen worden und die 'Fräst Präsenzmeister Friedrich Breitenbach habe gestern ein neues ck leid vom besten Brabaiü er Tuch angehabt, das ihr der Erlesmuller von ^""Bei^ieser angeregten allgemeinen Nnterhaltmig hatte niemand bemerkt daß sich die Türe geöffnet hatte und daß Simon Dcklmann,' der Balbierer, eingetreten war, bis die Reifschneidenn, die ihn zuerst gewahrte, ihn mit den Worten anredete: Nun Herr Genchts- ! schöffe dmn das war er nebenbei auch, weshalb seit ihr denn so I hinter dem Atem?
Das ist doch gewiß ein sehr vergnüglicher und feuchtfröhlicher Ausgang. ; Wenn wir mit dem Preis der Maß Wein, also 8 Albus, in 9 Gulden und 10 Batzen dividieren, erhalten wir, was! damals etwa vertrunken worden ist. Ob man in der Herberge ÄuM! Schwanen , oder ist der Krone einkehrte, weiß ich nicht; das über weiß ich trüb dabai werden Sie mir alle zustimmest, daß lunfere Feldgeschworeuest und ihre Helfer vor 300 Jahren vor ihren heutigen Kollegen den Vorzug hatten, nicht durstig nach Hanse gehen zu müssen, wenn sie sich iuarnt gearbeitet hatten.
Nicht immer waren die Männer so eigennützig, ihren Verdienst allein zu vertrinken. Auch die Frauen wurden gelegent-
Andreas Bindthamer, des Raths und Feldgeschwbrn, Adam Bradtwurst, gemeiner,
Henrich Gebhart, gemeiner und FeldgesMvorn,
zum ewigen Gedächtnis sicherte, worauf man offenbar mehr Wert legte, als auf Absteinung und Vermessung. —
Der Vorgang, den ich jetzt mitteile, ist ist seinem Schlüsse kulturgeschichtlich so interessant, daß ich ihn nicht verschweigen möchte.
Unter dem 3. Mai 1602 lesen wir im Meßbuch: „Sint wir in erfarung kommen, daß unserm gnädigen Herrn ein Stein „zwischen den Sewgräben", an eim Äcker ohne vorwissen gesetzt worden sein soll, welcher uff die 20 jhar ungcsetzt gelegen.> Darauf wir hinausgangen, den Stein besichtiget und also befunden. Auch f erlitt er in erfarung bracht, daß Tönges Gerhartt hinder der burgk, welcher ein ackher an unferm gnädigen Hern ligest halt, nngeheiitten Stein, ohne Vorwissen unsrer gnädigen Hern öder dero Diener durch Michael Scheffern zu Niderngrindaw und Hanß Homntcl zu Diebach, behde geschworn setzen lassen, weill den solche behde geschworn nnß in unser ampt und Terminei gefaticii und solchen stein, der ihn mit geptirt, gesetzt, haben wir sie all drei ubr dem Hern "Rentmeister verelagt. Darauf der)
Als nun vorgesetzte Personen jung und alt uff Hopfsers Wissen, genandt, kommen sint, sind die Rinderbiger beneben ihrem Schultheiß Christianus Optichius genant, auch erfchietien, alß Enners Chull, Thomas Weytz, Thomas Bopp, Johan Neun, und Hanß Kaufman. Darauf ist ihnnen angezeigt worden, daß wir darumb hinauß kommen wehren, den weyttgang, befen sich bte ttltten dabevohr verglichen Hecken in beiseiti Ihrer abzughen, die junge Burger, junge Geseln unb Knaben, wie auch die Hirtten solches zeigen, welchem stach die Rinderbiger geftanbten, daß sie Wissenschaft Hecken, daß sich die attten des weyttgangs also verglichen Hecken, daß die Statt unwendig dem wasser mit ihrem Bihe und sie die Rinderbiger droben pleiben sollen, allein ihr tripft sehr gering wehre, begerten mahn solle ihnnen itodj ein stuck inreunten oder die weytt Widder in gemein brauchen, weill sie doch wissen in unser Terrnmeh kaufft unb ligen Hecken, welches ihnen runth abgeschlagen worben, und bei dem altten Vertrag bleiben zu lassen, unß erclert. Darauff auch der nmb- ftanbt aus ber Statt, daß sie, die Rinderbiger, der Vergleichung geftenbig unb wo die Abwahnnung solcher wehde her gehn wärt, fleißig in Achtung zu nehmen, erinnert worden. Auch im angesicht ber Rinderbiger die Abmahnung abgangen. Alß nemblich hebt sie oben am! Büdinger Waldt an und gehet den Ruck herab zwischen Rudolsss Wissen, so nach Rinderbigen zu ligt und« Johan Neun itzo hack und den Metz Buchmners Wissen, so Georg Spilmans Frau hack, biß uff die Bach und Eck uff HopferS Wissen, so Michael Kaufman itzo halt. Von Dannen alß die Wissen an der Bach hinein biß uf die Hern- und Müntzers


