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Unterschied zu Berlins Gunsten. Mer (so paradox es klingen mag) die Berlinerin kann in Toilettendingen oft von ihren eleganten Schwestern üt Frankfurt, Hamburg, Breslau usw. lernen Dort fürchtet man sich noch aufzufallen, und hauptsächlich aus dieser Furcht herauA findet man die gehaltene, ruhige timte, dl« dem deutschen Typus adäquat ist. — In Modedingen gibt es nur em Gesek das unabänderliche Gültigkeit hat und itetS behalten ward. Es heißt: Forme dis Mode nach deinem Bilde, unterwirf fie dir! _____________
Ver-sM» Festes.
* Wie wir alt und grau wdrd'en. Die bekannte Tatsache, daß sich vom Augenblick der Geburt bis zum Eintritt des Todes ununterbrochen Veränderungen im Körper vollziehen, hat 6it dem paradoxen Schlagwort Veranlassung gegeben, daß wrr eigentlich „am Leben sterben". Der Augenblick, in dem der Mensch dem Zenity seines Lebens erreicht, wird niemals mit Sicherheit festzustellen sein. Wir sehen nur einige äußerlich besonders auffallende Erscheinungen des „Aelterwerdens" tust» des „Alterns , Die begrifflich wohl voneinander zu unterscheiden sind, das Welken der Haut, die ersten verräterischen Fältchen an den Mundwinkeln Und Augen schöner Frauen, die ersten Vorboten der, nahenden Adernverkalkung, das Matterwcrden des Blicks und die Farbenveränderung der Haare. Professor Pfitzner in Straßburg, der die beiden letztgenannten Symptomkvmplexe mehrjährigen genauen Untersuchungen unterzogen hat, stellt die bemerkenswerte Tatsache fest, daß diese Umwandlungen nicht etwa erst beginnen, wenn dis Höhenpfade des Daseins sich den Niederungen zuzuwenden mrsangen, sondern sich schon weit früher vorbereiten und über Haupt in weit größerem Umfange stattfinden, als man bisher glaubte. Er kommt zu der Feststellung, daß die Umwandlung von blondem Haar in brünettes sich bei 70 vom Hundert aller Mitteleuropäer vollzieht, und erst mit dem vierzigsten Jahre gänzlich abgeschlossen ist, und daß bei den in der frühen Jugend blondenFrauen das Nachdunkeln von blond in braun um mehr als die Hälfts häufiger ist als bei Personen männlichen Geschlechts. Monde Haare besitzen bafür aber gegenüber braunen und schwarzen den Vorzug, weit länger als jene, nämlich vom 40. bis zum 60. Lebensjahre, in der Farbe fast konstant zu bleiben, so daß der blonde Menschenthpus sich länger den Anschein der Jugendlichkeit erhält, während braune und schwarze Haare überhaupt keine Still- ÜMrdsperiode kennen, sondern aus dem Zustande des tiefsten Farbeittons säst mimfitolbar in das Stad-ruM des Ausbleichens über- gchen. Hinsichtlich des Ergrauens besteht zwischen beiden Geschlechtern der auffallende Unterschied, daß Männer, obwohl sie im allgemeinen bedeutend länger geschlechtsreif bleiben als Frauen, durchschnittlich schon vom 46. Lebensjahre an sichtlich zu ergrauen B-egtimen, während dies bei Frauen erst um das 51. Lebensjahr (also 5 Jahre später) der Fall ist. — Was die Farbenveränderung £n der Regenbogenhaut des Auges betrifft, so nimmt Blau bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sehr stark, dann langsamer ab nnb wird erst mit dem 20. Lebensjahre beständig, während Blaugvan schon mit dem zweiten Jahre konstant wird. Me braune Augenfarbo nimmt sogar bis zum 30. Lebensjahre ab. Heber die Farbenveränderungen an schwarzen Augen läßt sich nichts sagen, weil eine absolut schwarze Regenbogenhaut bei Mitteleuropäern; überhaupt nicht vorkommt. — Das häufig beobachtete vorüber- S" ude Ergrauen der Haare mit darauffolgender Rückkehr zu der
eren Haarfarbe ist durchweg eine Folgeerscheinung erschöpfendes organischer Erkrankungen und schwerer nervöser Störungen.
* Köstliche Salate. „Dem wäre mit sixtinischem Salat S" ilfehtl" So lautet eine Redensart, die in gewissen Fällen in Ren gebraucht wird. Seine Entstehung verdankt dieses Wort
Papste SixtuS V. Als Franziskanermönch war er einst mit einem armen Advokaten bekannt geworden, dessen treffliche Charaktereigenschaften er schätzen gelernt hatte. Als der Franziskaner später den päpstlichen Stuhl bestiegen, erfuhr er zufällig durch seinen Arzt, daß sein Jugendbekannter in großes Elend geraten und ans Kummer und Sorge erkrankt war. ,^fch werde diesen Kranken durch einen vortrefflichen Salat selbst zu heilen Versuchen," sprach bei dieser Nachricht Sixtus V. Der Arzt war gewaltig neugierig, zu erfahren, aus was für Ingredienzien dieser heilkräftige Salat zusammengesetzt sein würde, und versäumte nicht, gleichzeitig mit der päpstlichen Sendung bei dem Patienten dinzutreffen. Als beide dann gemeinschafüich den Deckel des Korbes hoben, sanden sie ihn angefüllt mit —■ Zachinen. Daß dieser „sixtinißche" Salat im Volke unvergessen blieb, beweist die beliebte Redewendung. Ein Seitenstück zu diesem recht wertvollen Salat bildet ein anderes kostbares Salatgericht; es diente allerdings nicht wohltäfigen, sondern galanten Zwecken. Philipp II. war es, der seiner dritten Gemahlin, Anna von Oesterreich, dieses annehmbare Gericht in einer goldenen Schüssel überreichen ließ. Es bestand völlig aus Edelsteinen, Smaragden stellten die Blätter, Perlen und Diamanten das Salz dar, das Oel ward durch gelbe Topase, der Essig (Himbeeressig) durch Rubinen vertreten. Dieser sinnigen Gabe, deren Wert man auf 16 000 Dukaten schätzte, fügte der Monarch die folgenden Vegleitworte bei: „Mein herzgelichtes Weib! Im Anschluß erhältst du hier einen Salat,
der dir hoffentlich gut münden wird. Ich habe ihn selbst ttügfc macht, möge er dir recht wohl bekommen. Du siehst, ich habe zfi allem Talent, auch zur Kochkunst."
— Einen Beitrag zurPsychologie der Ehe liefert Porto-Ri che, der Verfasser des Dramas „Le Vieil Hommes das jüngst in Paris mit schönem Erfolge zur Aufführung gelangte, in den „Ästnales": „Im allgemeinen", schreibt er, „ist der Mann eifersüchtig und neidisch auf die Intelligenz der Frau; er geht von der falschen Ansicht aus, daß die Frau ihm geistig nicht gewaschen fein könne. Wenn der Mann die Frau zu seiner Mitarbeiterin macht, sucht er — wenn ich mich so ausbrücken darf —- diese Mitarbeit zu denaturieren. Er will nicht sagen hören, daß die Frau ihm hilft; er nimmt zu fernem Nutzen die geistigen Gaben seiner Gefährtin in Beschlag und will es nicht zugeben. Diese Unbilligkeit zeigt sich in gesteigertem Maße in der Ehe; da die Mitarbeit der Frau im intimen häuslichen Leben erst recht verborgen bleibt, gelingt hier die Ausbeutung um so besser. Wieviel Männer gibt es, die der Frau gegenüber die Ehrerbietung funb Dankbarkeit an den Tag legen, die Renan für seine 'Henriette hatte? Henriette war allerdings eine Schwester, nicht eine Gattin, und Renan hat erst einer Toten Gerechtigkeit widerfahren lassen. Man kann aber nicht in Abrede stellen, daß in Wirklichkeit Henriette die geistige Lebensgefährtin des Philosophen war, was aus ihrem Briefwechsel deutlich hervorgeht; es läßt auch alles darauf schließen, daß Renan die Huldigung, die er der Toten dargebracht hat, auch der Lebenden nicht versagt haben wird. Im übrigen wird man zugeben müssen, daß in Schriftsteller und Künstlerehen die Frau eine weit schwierigere Stellung hat, als in jedem andern Haushalt. Hier tritt die Ausnutzung der Frau oft ganz eklatant zu Tage. So lange der Künstler und der Schriftsteller unbekannt und arm sind, fühlt sich ihre Mitarbeiterin nicht unterdrückt und verkannt. Der unbekannte Schriftsteller steht seiner Gefährtin auch geistig nahe, er gestattet ihr großmütig, rhm etwas zu sein. Sobald jedoch die Berühmtheit kommt, beginnt auch die Grausamkeit und die geistige Mißhandlung. Die Äerühmt- hett macht den Literaten zum kaltblütigen Lügner; er würde jetzt um nichts in der Welt zugeben, daß der Ruhm nur ein glücklicher Zufall ist; er wird vielmehr dreist und kühn behaupten, daß er das Ergebnis seines ganzen Lebens sei. Bevor das Glück kam, sagte er immer „wir", jetzt sagt 'er mit demselben Brustton der Ueberzeugung nur „ich". Seine Frau hat gar kein Recht, sich den von ihr inspirierten Heldinnen feiner Dramen und Romane ähnlich zu fühlen. Wenn sie jetzt in dem Hause, das einst so armselig war und nur durch sie einen Reiz gewann, allein ist — und sie ist jetzt oft allein —, wird sie sicher ruck Wehmut an die schönen Tage der Not und Armseligkeit zurück- benteil, denn damals bedeutete sie ihrem Manne noch etwas, während sie ihm jetzt nichts mehr ist. Es muß allerdings zugegeben werden, daß auch diese Medaille ihre Kehrseite hat, find daß es neben den ehelichen Mitarbeiterinnen, die das Opfer des Ruhmes ihres Wtannes werden, viele Egerien gibt, die geradezu unerträglich sind rmd dem Mamre das Leben zur Qual machen. Besonders zu fürchten ist die Genossin, die alles besser weiß, die bei jeder Gelegenheit ihren mittelmäßigen Geist gegen den wirklichen Geist des Mannes ausspielt, und die ihren höchsten Triumph feiert, wenn sie den Mann herabsetzen und demütigen kann L L 8 ä" _____________
Rösselsprung.
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Auflösung des Logogriphs in voriger Nunttstevk Engel, Angel.
Redaktton: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Vietze»


