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Bäume unserer Tage. Soll her geschmMkte Kinderbaum erfreulich wirken, dann ist es erforderlich, nicht alles Mögliche daran- Mhängen, sondern das Vielerlei der Möglichkeiten zu sichten, um eine Einheit zu gewinnen. Das ist notwendig und auch möglich, weil der neuzeitliche Zeichenunterricht dem Verständnis der Kinder hier vorgearbeitet hat. , , „ , . , ..
Es wird sich immer um drei Haupt,achen handeln, Um die Lichttörper, den übrigen Schmuck und den Weihnachtstisch, auf dem der Baurn steht. Lichthalter (Suiten) bringt der Weichhnachts- marlt in größter Auswahl. Schön ist solche Ware freilich selten. Wer diese gepreßten Blechtüllen einfach mit einem roten, grünen oder blauen Farblacke einheitlich überstreicht, so daß sie als farbiger Fleck wirken, oder mit weißem, so daß sie mit der Kerze em Ganzes bilden, trägt schon wesentlich zu erfreulicher Wirkung bei. Wer ein übriges tun will, macht selber Tüllen von Holz, von Draht oder von beidem, die in gleicher Weise gefärbt oder auch in volkskundlicher Art bemalt werden können. Maßgebend für das So-oder-so wird die Erwägung sein: Sollen Kerze und Tülle einen als Ganzes wirkenden Lichtkörper bilden, oder sollen die Tüllen vor der Kerze bescheiden zurücktreten? Beide Möglichkeiten lassen gute Lösungen zu.
Für den übrigen Schmuck bot eine Weihnachten 1910 von Prof Sehffert (Verein Sächsische Volkskunde) in Dresden veranstaltete Schau von Weihnachtsbäumen, die Schulkinder selbst geschmückt hatten, vielfache Anregung;, alle diese Arbeiten, ließen erkennen, wie man bei Beschränkung in der Wahl der Mittel zu guten Wirkungen kommen kann. Solche Einheiten sind beispielsweise Sterne, aus buntem, fächerförmig gefalteten Papier geschnitten. Mit ihnen geschmückt, sieht der Baum aus, als wären die Sterntaler vom Himmel gefallen und in den Zweigen hängen geblieben. Eine andere Einheit: Feingliedrige Papierketten von kindlich-kräftiger (zum Beispiel blau und gelb) oder anderer zum Grün des Baumes abgestimmter Farbenwirkung: weiter goldige Nüsse, die man als Schwerpuntt unter dem Lichtkörper anbringt Und die von einem durch einen Drahtring gesteiften Papierkränzchen Umgeben werden. Einen soliden natürlichen Schmuck bilden auch kettenartige Nußgehänge. Man versieht hierzu die Nüsse mit seinen Messingdraht-Stielchen und knüpft sie in gleichen Llb- ständen an Goldschnürchen; entweder welsche oder Haselnüsse oder beid' Sorten miteinander abwechselnd. 'Diese braunen Nußreihungen heben sich wirkungsvoll vom Tannengrün ab; im dünneren Fichtengezweig wirken sie vergoldet besser. Alle diese vorgeschlagenen Arbeiten erfordern Geduld imd Liebe zur Sache. Kleine- Schwierigkeiten erhöhen den Reiz und die Festfreude, und wer sich einmal in der angedeuteten Richtung eingehender mit Christbaumschmuck beschäftigt hat, wird merken, wie ihn die Arbeit Wick auf neue Gedanken bringt.
Da nun der Christbaum seinen Festplatz in der Weihnachtsstube haben soll, ergibt sichs von selber, daß auch der Tisch, auf dem er steht, entsprechend geschmückt wird. Biblische Stoffe liegen am nächsten: Geburtsgeschichte und Zug der Hirten oder der Weisen. Aber auch andere Darstellungen bereiten den Kindern Lust. Da entsteht das Gewimmel der Christmarktbuden, pnd der "Baurn wächst gleichsam aus ihnen heraus. Oder man läßt den Baurn erzählen, was er im Märchenwalde gesehen hat: Es entsteht das PfefserÄichenhaus mit der Knusperhexe. Andere Kinder werden lieber Winters Freichen darstellen, errichten einen Schneeberg am Fuße des Baumes, und kleines, aus Ton modelliertes Volk baut den Schneemann, saust rodelnd den Berg herunter oder kämpft eine Schneeballenschlacht. Auf genannter Christ- baumschau war unter einem Baume auch ein winterlich verschneites Kirchdorf zu sehen, das von einem gar köstlichen Zaune umgeben war. Ser Zaun war in blauer Farbe gehalten, die Säulen stellten spaßig stilisierte Wintermänner dar, während auf den Zaunlatten schwarze, frosterstarrte Wintervögel hockten. Wer das Zeug dazu hat, könnte auch darstellen, wie die Blumenkinder Junten im warmen Erdenstübchen bei der Kreidolfschen Blumen- itonte den Winter verbringen.
Der im übrigen weißgedeckte Weihnachtstisch müßte dann zum Abschluß mit einer frischgrünen Ranke eingekränzt werden, uni) die Kinder hätten dabei Wetter zu überlegen, wie sie biefe, etwa mit einem farbigen Baude umwinden und mit hier und da hineingesteckten Gvldnüssen beleben könnten.
Vielleicht erprobens nun recht viele! Ich bezweifle nicht, daß bei solchem Tun der Christbaum wieder mehr und mehr seine alte bevorzugte Stelle einnehmen wird, aus der ihn „elektrische Kerzen" und fabrikmäßig hergestellter Äanmputz etwas verdrängt haben, und aus vollem Herzen wird dann wieder der Jubelruf der Kleinen Äklingen: „Der Christbaum ist der schönste Baum, den inir auf Erden kennen!" Daß er dann bei der Arbeit für seinen Schmuck in der ganzen Adventzeit vorleuchtet, wäre wahr- klch nicht der kleinste Segen dabei! M. Rich. Graef.
Vermischtes.
kf. D i e Schule der Langlebigkeit. In den Vereinigten Staaten gibt es einen Lehrer der Langlebigkeit, der vermittels des glückseiigen Lebens ein hohes Alter erreichen zu können vermeint, und deswegen z. B. rät, weiße, heitere Gewänder zu tragen, langsam zu essen und die Mahlzeiten durch angenehme Ge
spräche zu würzen Zweifellos hat er damit recht; nur sagt er nicht, ivas man tun solle, wenn man schlechter Laune ist. Dieser Mann steht in den Vereinigten Staaten nicht allein da, denn seit kurzem gibt es in Chicago eine Schule der Langlebigkeit, in der man in der Kunst, lange zu leben, förmlichen Unterricht erhalten kann. Die Lehrer der Langlebigkeit sind alle hochbetagte, hundertjährige Greise. Jeder dieser Lehrer wirkt, indem er sein eigene? Leben als Beispiel hinstellt und desien Einzelheiten aufzählt. Dabei kommt es denn vor, daß ein Schüler der Langlebigkeit in einer Vorlesung genau das Gegenteil dessen zu hören bekommt, was er in einer anderen gehört hat. Herr X., der 101jährige Lehrer der Langlebigkeit, ist vielleicht ein leidenschaftlicher Gegner des Tabaks, wie er auch Fleischnahrung verwirft, Herr P dageaen, der nur 99 Jahre zählt, hat zeitlebens geraucht wie ein holländischer Schiffer und mit Vorliebe Fleisch gegessen, während er Gemüse wegwerfend als Gras bezeichnete. Ebenso kommt es natürlich vor, daß der eine Langlebigkeitslehrer gern Bier trinkt und ein wenig schnapst, während ein anderer das für eine Todessünde erklärt. Wie sollen die unglückseligen Schüler sich da nun herausziehen? Wir meinen, die Vorschrift des seligen Mark Twain sei in diesem Falle das beste. Mark Twain litt nämlich einmal gleichzeitig an Sclmup'en und Fieber, und ein Freund sagte ihm, einen Schnupfen müsse man füttern, während ein anderer ihm anempiahl, das Fieber hungern zu lassem Mark Twain tat beides, indem er sich erst wegen des Schnupfens toll und voll aß und daun ins Bett legte, um das Fieber hungern zu lassen. ■ ri .
* Die Regenwürmer -- Iudustrre. In der um* aogend von Nottingham herrscht jetzt reges Leben, denn die Monate Dezember nnd Januar sind die Hochsaison der — Regenwürmersammler. Die Stadt Nottingham liefert den Fischern in allen Gegenden Englands Regenwürmer, innd gegen 200 Personen finden dabei jahraus fahrern ihr Auskommen. Die gesammelten Würmer werden gewöhnlich mit 2 Mark für das Tausend bezahlt, so daß freilich Geduld und Geschicklichkeit dazu gehört, um genug zum Leben zu verdienen. Den Sommer 1911 über hatten die Regenwürmersammler von Nottingham, wie Reynold s Newspaper berichtet, auch schwere Zeiten, aber setzt ist die Not vorüber. Im Dezember und im Januar gelingt es mancheni Sammler bisweilen, an einem Tage bis zu 10 000 Würmer aufzulesen.
Büchertisch.
— Bon Klara Viebig, die unseren Lesern aus den Familienblättern schon lange bestens bekannt ist, ist un Verlag von E. Fleischet u. Co. in Berlin eine schöne Auswahl ans ihr en W e r ken erschienen. Der Verlag hat die beliebtesten fünf Bucher ber angesehenen Dichterin in einem hübschen Karton zusammen- gestellt und in ein einheitliches Gewand gehüllt, so daß die Sammlung in ihrer geschmackvollen Ausstattung eme Zierde jeden Weihnachtstisches fein wird. In die Auswahl sind aufgenommen: Nheinlandstöchter, der spannende Roman, der f. Z. m den Familienblättern so viel Anklang gefunden hat, die Packende Novellensammluiig Kinder der Eifel, in ber Klara Viebig ihre Heimat mit Meisterschaft schildert,,sernerder große Roman D i e W a ch t a m R h e i n, in der bte Geschichte der Stadt Duslel- dorf von 1800—1870 in einem Familienbild wirkungsvoll geschildert ist. 'Ser ebenfalls in den Familienblättern erschienene Roman Das schlafende Heer, m dem der Kampf des Deutschtums mit den Polen in den Ostmarkcu geschildert r|t, fehlt natürlich ebenfalls nicht. Den Schluß bildet der große, wuchtige Roman Einer Mutter Sohn. Der Preis der Sammlung ist verhältnismäßig niedrig.
— Die Amati der Nestelhofss, Roman aus der Gegenwart von Alwin Römer. Verlag von Oskar Meister m Werdau. Ein lebhafter, frisch und fröhlich geschriebener Roman, den man mit Spannung liest.
Liat-Ausgabe.
Mittelhand erhält folgende Karte:
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Sie tonmiert Treff-Buben und sagt nun Grand an; im Skat liegt noch Piqne-Siebeii. Das Spiel geht verloren. — Wie ivaren die Karten verteilt und wie wurde gespielt?
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Rätsels in voriger Nummer: Enzian, Tau, T a u e n z i e n.
Nedottion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«. Gießen-


