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bat als Sie."

(Fortsetzung folgt.)

Erstaunt prallte er imt einen Schritt zurück, als er bte Tür seines Zimmers geöffnet und einen Mick auf den Besucher ge­worfen hatte, der da drinnen, den Hut, auf dem ftopfe, nut langen Schritten auf und niederging. S'U'ier gcckeuhask elegant gekleidete Herr mit dem weichen dunklen Schilurrbartchen, den yaintcn Augen und der lang herabwallenden Kunstlermahne, der Lhm, wenn auch nicht gerade zum Verwechseln, so doch immerhin auffallend ähnlich sah, konnte ja unmöglich eut anderer fein als der Urheber all seines Mißgeschicks als Stamslaw Kamarrnsku Er hatte den Mann noch soeben m fernem Herzen zu allen Teufeln gewünscht, jetzt aber sah er rn lhm die vom Hrmmel gesandt« Erlösung aus allem Uebel. , ., .. m-.

Täusche ich mich nicht!" rref er.Habe rch die Ehre, den berühmten Herrn Kamarinskr vor mir zu sehen

Mit einer Gebärde voll unnachahmlicher Maiestat schob der andere die Hand zwischen den zweiten und dritten Knops seines strohgelben Sommerüberziehers mrd sagte, sich zu seiner ganzen Größe aufrichtend, mit stark ausgeprägtem slawischen Accent: «Man nennt mich so, mein Herr. Und Sie find also der Doppel­gänger, der sich anmaßen »vollte, hier unter meinem warnen mtfzutreten?" __ . , ,.

.Aber ich habe niemals auch nur tm Traume daran g-wacht, mein verehrter Herr Kamarinski. Ein Kind von acht Tagen driin ja nicht unmusikalischer sein als ich. Alles beruht nur auf einem abscheulichen Mißverständnis "

,Eh!" machte der Virtuose,solche Flausen kennen wir. Wissen Sie auch, daß ich Sie bei dem Staatsanwalt belangen kann, mein Herr? Ich werde Sie auf Entschädigung verklagen für den Mißbrauch meines Namens."

,Tun Sie es in Gottes Namen nur lassen Sie sich gefälligst erst den Zusammenhang erklären. Ich begreife voll- kommen, daß niemand besseren Anspruch auf diese Erklärung:

Vermifdyte».

Der veränderte Grabstein. Am NeusahrStage hat der älteste lebende Franzole seinen Geburtstag gefeiert: an diesem Tage vollendete der greise Geinenidevrielier von Roche, Baler Gadeune, jein H>5. Lebensjahr. Ter ehrwürdige Getstliche erfreut sich einer ausgezeichneten Gesundheit; er vermag noch bte meinen seiner Amtsvflichten selbst zu erfüllen, aber in einer Unterredung erklärte er traurig, daß (ein hohes Alter ihm nicht wenig Aergerms und Unkosten verursacht habe. Er hatte tue erwartet, alt zu werben; da er ans einer Familie stammt, bte von der Schwmb» sucht heimgesncht ist, war er ehrlich ernannt, als er (einen 75. Ge­burtstag feiern konnte, boch als voriorgltcherSlann hielt er die Reit für gekommen, (einen Grabstein zu bestellen. In bte Blatte ließ er die Injchrist etngraoteren: ,M. Gabemte, gestorben 18b .* Aber die Zeit verstrich, unb als bas Jahr 1^90 kam, war Baker Gabemte noch immer am Leben. Er liefe nun die letzte 8 bet In­schrift in eme 9 umänbern und harrte geduldig des Alleclösers. Aber auch das Jahr ItiOO tarn heran und fanb ihn noch frisch und munter; nun mußten gar bte betben letzten Zahlen umgeänbert werben. Als aber jetzt bas Jahr 1910 do i übet ging und er zum dritten Male bte Grabplatte ändern mußte, verließ ihn bas Ber- trauen zu seinen eigenen Bereclmuugen. Er bat jetzt auf (einem Grabstein nur die beiden Anfangsztssern 1 und 9 eingesetzt und blickt nun wieder vertrauensvoll in bte Zukunft, da eine neue Aenbertmg wohl nicht mehr nötig wird, es fei beim, daß er auch das Jahr 1999 noch überlebt.

* Warum ist das Taschentuch viereckig? Ein eigenartiges Jubiläum konnte in diesen Tagen gefeiert werden, der 125. Jahrestag der viereckigen Form des Taschentuches. Unsere Urgroßväter und unsere Ahnen trugen ernst Taschen­tücher, in deren Form Phantasie und Laune sich noch ausleben konnten, man trug rechteckige Taschentücher, runde, ovale, drei­eckige, just wie der Besitzer es verlangte. Die Zeiten sind dahin, vergebens wird man in der zivilisierten Well nach einem Taschen- tnche suchen, das eine andere Form hat, als die eines Quadrates. Wie ist diese Gleichförmigkeit entstanden, dieses Gesetz, das überall wirksam ist, wo Taschentücher im Gebrauch sind? Es war in einem! Salon des reizenden Trianonschlosses, der Kreis der Königin Marie Antoinette hatte sich zum Geplauder vereinigt. Da, im Laufe des Gespräches, machte die Königin die Bemerkung, es wäre geschmackvoller und schöner, wenn man den Taschentüchern eine quadratische Form gäbe. Ludwig XVI., so erzählt der Ganlors, pflichtete bei, und wenige Tage später, am 2. Januar 1785, erschien ein königlicher Erlaß, der bestimmte:Die Länge al leb Taschentücher, die künftig im Königreiche hergestellt werden, wird mit der Breite übereinstimmen." Als dann die Revolution kam und alles zerstörte, was an die Monarchie erinnern konnte, vergaß man das Taschentuch, fein Terrorist stand auf, der den Vorschlag machte, ihm eine neueRepublikanische" Form zu geben. So überdauerte das viereckige Taschentuch den Umsturz, unb die Schreckenstage und lebt noch heute fort als ein Einfall der unglücklichen Königin Marie Antoinette, dem sich die ganze zivilisierte Welt gefügt hat.

" Humorvolle Tiere. Wir betrachte» die Komik in* Tierreich gern von unserem menschlichen Stanbpuukt auS unb sehe» allerlei ßuntges tn mancherlei Erscheinungen, die von bett Tieren gewiß höchst ernst genommen werben. Aber es gibt auchkomtichs Tiere", bte nicht nur uns so erscheinen, sonbern auch wirklich he* wußten Humor besitzen mögen. Von solchen Komikern des Tier­reiches erzählt allerlei Henry Conpin in berRevue". Als Spaß­macher ftnb vor allem bte Affen bekannt, unb es gibt unter ihnen gar viele Beiwiele von Vorgängen, in denen sie eine beabsichtigte Komik hervorbringen. So berichtet z. B. Rontaues von einem weiblichen Orang-Utang, ber sich die Schüssel, ans ber er sein Essen erhielt, rote eilten Hut auf ben Kopf setzte w,h sich so mit einer Grimasse ben Zuschauern oorführte, bereit H iterfeit seinem Stolze sichtlich schmeichelte Denselben Sinn füi Komik besitzen auch die Paviane unb die Kapuzineraffen. Tragen die Ässen vielfach eme offensichtliche Komik zur Schau, so ist dem Elefanten mehr ein versteckter Humor eigen. Bor allem ver­steht er, sich auf luftige Weise zu rächen, wofür von sehr vielen Beispielen nur eins angeführt fei: so weiß der Kapitän Shipp in (einen Erinnerungen einem Elefanten zu melden, dem er ein mit Cayennepfeffer l st eines Butterbiot gegeben hatte. Erst nach sechs Wochen wagte och ber Kapitän ivteber in den Käsig des Tieres und liebkoste es auf seine gewöhnliche Weise. Der Elefant ließ sich diese Freundlichkeiten ruhig ge allen imo ging auf sie ein, wie wenn er den andern erst sicher machen roollie. Als der Kapitän bann aber immer mehr Mut bekam, benutzte das Tier die günstige Gelegenheit unb überschüttete ihn mit ei ne m t r ä f t i g en Strahl schmutzigen Wassers aus seinem Rüssel. In die Reihe ber humorvollen Tiere läßt sich and) ber Esel ein- reiben, von dem Chervtlle berichtet hat. Tas Tier war ber Lieb­ling eines alten, allem stehenden Ehepaares, bas mit seinem grau­haarigen Freunbe in trautester Harmonie lebte unb ihn rote sein Kuib ' bebanbelte. Die Mutter Fabian führte ihren Esel Mirolu täglich spazieren unb setzte sich mit ihm wohl auch an ben Rand ber Chaussee, wo sie bann beibe ein Rachmnta.isjchläfchen hielten, tnbetn der Esel seinen langobrtgeu Kopf mit dem Ausdruck voll­kommener Glückseligkeit an die Schulter seiner Henin lehnte, ßt ieS Tages aber kam em Taugenichts, riß ben guten Mirolu von feiner fchla'enben Freundin fort, sprang auf seinen Rücken und kitzelte ihn mit dem Meiler an den Flanken, jo daß bas arme Tier schmerzerfüllt guerfelbein sprang. Aber halb nahm sein Galopp eine bestimmte Richtung, von ber er durch alles Ziehen an ben Obren und durch Schläge nicht abzubringen war. Er wußte ganz ge> a i, wo Vater Fabian nachmittags arbeitete; dabin ging schnur­stracks sein Weg. Unb vor ben Füßen fernes Herrn warf er den ahnungslosen Bösewicht recht unsanft auf beit Boben, so daß der Uebeltäter sein volles Maß an Stra'e erhalten konnte.

* Von seinem Standpunkt. Stromer (der einen entlaufenen fetten Mops wiedergebracht hat, enttäuscht):Fünfzig Pfennig bieten Sie mir an. . . ist das eine Belohnung ber den heutigen Fleischpreisen?"

* Unangenehmer Zusatz. Dienstmädchen (nachts 12 Uhr in die Stammkneipe ihres Herrn kommend):Hier schickt Ihnen die gnädige Frau den Hausschlüssel, weil wir zu Bell gehen wollen .... und das andere werde sich morgen früh finden!"

* I m Zweifel. Nach einer zweitägigen gründlichen Bier­reise kehrt ein Studiosus am frühen Näorgen des dritten Tages heim. Als er vor der Tür seiner Wohnung einen alten Papier­kragen erblickt, murmelt er:Sollte mich meine Wirtin also doch vor die Tür gesetzt haben?"

Bachertisch.

Das literarische Echo. Halbmoimtsschrift für Literatursreunde (Herausgeber: Tr. Josef Ettlinger, Verlag: Egon Fleische! u. Co., Berlin W. 9). Das 1. Januarheft tfj soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Hermann Kienzl: Her­mann Bahr. Hermann Bahr: Im Spiegel Willy Rath: Gerhart Hauptmanns Heiland. Thassilo von Scheffer: Neue Lyrik. Wilhelm Bolin: Runebergs Hauptwerk. Echo der Zeitungen und Zeitschriften. Echo des Auslandes. Echo der Bühnen. Kurze Anzeichen. Nachrichten. Echo der Bereute. Ter Büchermarkt.

Magisches öahienquadral.

In die Felber nebeustehenden Quadrats ---------------- sollen die Ziffern

8 13 26 49

---viermal derart eingetragen werden, daß die Summe ber Zahlen in jeder der senkrechten, roagerechten und Tiagonalreihen stets 96 ________________ beträgt.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Wie eng gebunden ist des Weibes Glück.

MM eimTCtenr CS l^-iueyeit vor ,d unb Verlag ber Brühl'schen Universums-Buch, unb Steinbruckerei, R. Lange, Gießen.