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-.Seien Sie froh, daß Sie sich so rasch in eine neue Karriere hineinarbeiten konnten!"

Ach, lieber Freund, es ging langsam genug. Jmmer- hin: mein bißchen Talent hat mich davor bewahrt, im freien Amerika als Barkeeper zu enden. Jetzt sitze ich ja 10 leidlich warm. Aber davor lag eine gesunde Hungerkur. Und nun ad rem, Herr Kamerad. Ich wähle diese sür mich ungewöhnlich gewordene Anrede, weil Ihre Anfrage vorhin auf mein Osfizierspatent klopfte."

So war es. Ich habe ein kleines Renkonire mit Spannuth gehabt"

Ach herrjeh! Mit Jacques?"

Ja. Keine Sache von großem Wesen. Aber es kam dabei wohl auch etwas von altem Groll zum Vor­schein." c .

Ich verstehe. Die Spaunuths gehören zu den hemr- lichen Unversöhnlichen. Ich habe ihnen nie getraut."

Sei's, wie es fei, Er sprach das erste beleidigende Wort."

Vielleicht nur im Eifer der Debatte. Vielleicht re- voziert er."

Das wird sich finden. Wir wollen korrekt vorgehen. Suchen Sie ihn bitte morgen früh auf und befragen Sie ihn nach der Revozierung. Im Weigerungsfälle stellen Sie die Forderung und depeschieren Sie mir, damit ich mich mit dem Ehrenrat auseinandersetzen kann. Wie die Sache liegt, sind irgendwelche Schwierigkeiten ja nicht vorauszu­setzen Sie können sich inzwischen mit dem Sekundanten Spaunuths also immer über den Modus des Zweikampfs einigen."

Distanz natürlich zwanzig Schritt."

Fritz lachte.Warum nicht dreißig? Und hinter Panzertürmen? Ich garantiere Ihnen einen gefahrlosen Ausgang, aber wir wollen auch keine alberne Komödie spielen."

Ueber die Komödie werden wir nicht fortkommen ich habe meine eigenen Ansichten über das Duell, und wenn Sie mich einfach gefragt hätten, was tun? würde sch wahrscheinlich geantwortet haben: Lassen Sie den dummen Bengel"

Lieber Feßler," fiel Fritz ein,Sie brauchen gar nicht weiter zu sprechen den Rat, den Sie mir geben wollen, hätte ich vielleicht beherzigen können, wenn ich nicht Uni­form trüge. Im Bürgerrock sitzt uns auch die Hand lockerer H sie juckte mir vorhin gewaltig aber schließlich haben wir uns doch alle der Konvention zu fügen, was nicht immer nur Nachteile hat."

Sind Sie ein guter Schütze?"

O ja. Ein so guter, daß ich mich verpflichte, meins "Kugel dicht am rechten Ohr Spaunuths vorübersausen zu lassen. Vielleicht, daß ihm das eine Warnung ist, die Minen, die er zwischen unsere Fabriken gelegt hat, nicht fein entladen."

Es sollte mich freuen, wenn das Duell wenigstens Siefe Wirkung hätte. Denn, Unter uns gesagt, Herr jriedel: Jacques Spannuth macht sich gern zum" Träger oit allerhand Klatschereien und seine neueste Freundin jlft ihm bei diesem Geschäft."

Wer ist seineneueste Freundin"?"

Nun klatsche ich auch. Die Diane vom Klostereck.

' Haben Sie ihr je etwas zuleide getan?"

Ich habe mich nie um sie gekümmert. Wer ich habe mit Weinern alten Freunde Helldorf für immer gebrochen, als er den Wahnsinn beging, sie zu heiraten."

Vielleicht ist es das, was ihrem heimlichen Haß Nah­rung gibt. Graf Eldringen erzählte mir einmal, sie habe sich gelegentlich wenig liebenswürdig über Sie geäußert."

Was mir manches erklärt, mich sonst aber recht kühl läßt."

Es würde mir ähnlich ergehen. Nichtsdestoweniger: hüten Sie sich vor ihr. Kennen Sie die Geschichte ihres letzten Geliebten? Es kann auch der vorletzte gewesen fein. Es war ein Mann mit sehr vornehmem Namen. Als er sich um ihretwillen ruiniert hatte, schossen Verwandte und Freunde zusammen, ihm eine Farm in Afrika zu kaufen. Er hat fie, mitzukommen, er könne nicht von ihr lassen. Statt jeder Antwort schickte sie ihm ein Dutzend Antipyrin- pulverzur Nervenberuhigung". Er nahm alle zwölf Und wachte nicht mehr auf."

Fritz zuckte leicht mit den Achseln.Die Tragödie eines Narren."

Dem widerspreche ich nicht. Wer ich möchte Sie dennoch warnen: hinter der weißen Stirn dieses Geschöpfes schlummern bösartige Instinkte."

Pah eilte Dirne fürchtet mau nicht!"

Ihre Ziitgerchett wachsen sich leichter zu Harphenklauen aus, als die einer ehrbaren Frau. Aber vielleicht täusche ich mich in diesem Falle. Jedenfalls werde ich Ihren! Auftrag bestens erledigen und morgen früh Spannuth aüs- suchen..." !

Währenddessen schritten Herr Kesselholz und seine Toch­ter munter voran.

Vater, was will Friedel halb-süß?" hatte Dora ge­fragt.

Willst du einen Nasenstüber, Frechdachs?" Mb de« Prokurist zurück.Als Tochter eines Angestellten der Firm« K. St. Friedel soll dir der Sohn des Hauses heilig fein. Statt dessen nennst du ihn bei seinem Spitznamen! Schickt sich das?"

Es schickt sich vieles nicht, was lustig ist. Aber es wäre auch lustig, wollte ich in Fritz Friedel einen Heiligen sehen. Den Heiligenschein trägt ,er immer in der Tasche- nicht wahr?"

Du wirst dir noch einmal das Schnäbelchen ver­brennen, Nachtigall. Dann ist es mit dem Pfeifen und Schmettern aus."

Ich ängstige mich nicht. Was will der schöne Mann von dir? frag ich noch mal. Wenn Vater und Mütter wüßten, daß er mit dem Prokuristen der Firma und dessen weiblicher Nachfolge kneipen geht, du sähest morgen finstere Gesichter im Kontor."

Larifari der Kommerzienrat ist gar nicht so schlimm. Aber freilich die Frau. Ja wenn die Frau nicht wäre! Manchmal, bei der Bilanz, da könnt ich schäumen Ivie unser Extra-Cuvöe. .Hunderttausend Mark pro Anno ließen sich leicht zurücklegen selbst bei anständigstem Verbrauch; ich will dafür das gleiche rechnen. Statt dessen war ich neulich wahrhaftig in Verlegenheit, als ich den neuen Mercedes be­zahlen sollte. Papperlappapp, ich schwatze. Dora, höre nicht ans deinen altwerdenden Vater."

Schwatzest du zu mir, so ist es nicht mehr als ein Selbstgespräch. Auf der Bühne sind sie zwar aus der Mode gekommen, aber sie tun zuweilen immer noch wohl. Und nun frag ich zum dritten Male: was will der Leutnant; von dir?"

Ich weiß es nicht. Woher soll ich das wissen? Plau­dern will er mit mir. Früher hatte ich einen gewissen Re­spekt davor. Als er sich noch seinen Rennstall hielt, mit dem Helldorf zusammen damals. Wenn er da zu mir kam und sagte: Kesselholz, haben Sie ein Viertelstündchen Zeit, ich möchte mal gemütlich mit Ihnen plaudern da wußte ich schon, was die Uhr geschlagen hatte. Halb gings gewöhnlich auf Vaters Konto und halb auf meins. Aber er hat mich nie im Stiche gelassen; er hat alles zurückgezahlt."

Dora blies unter ihren Schleier, daß er sich blähte, Und nun ist er vernünftig geworden?" fragte fie.

Scheint so. Gut, daß er den Helldorf los ist; der hat ihn zu mancher Dummheit verführt. Denn, weißt du, er selbst, der Fritz daß er unvernünftig war, kann man eigentlich nicht sagen. Gott, er hat sich auch erst ein bißchen die Hörner abstoßeu müssen, aber so an den großen Lumpereien, da war gewöhnlich der Helldorf schuld' und die Frau Mütter. Wahrhaftig ich bin selbst einmal Zeuge gewesen, wie sie ihn gefragt hat:War das deine Geliebte, die kleine Blonde, mit der du neulich in Iffezheim warst? Sie geht schlecht angezogen; schick sie zur Dissan­drer und laß ihr eine neue Robe machen." Tora, ist das Erziehung?!"

Dora lachte hell auf.Wie du das sagst, Vater! Die ganze moralische Entrüstung ehrbarer Bourgeoisie lag in deinem Ton. Aber ich widerspreche dir trotzdem: Gewiß ist das.Erziehung die zum Weltmann. Und das soll Friedel halb-süß doch nun einmal werden. Gingen die Pläne seiner Fran Mütter dahin, ihn zürn soliden Nachfolger einer soliden Firma heranzudressieren, so würde sie wahr­scheinlich gesagt haben:Pfui, 'Fritz, ich sah dich neulich aus der Rennbahn mit einer Tarne am Arm, pfui und es war nicht einmal eine Tarne, sondern ein Mädchen, pfui und nicht einmal ein Mädchen, sondern pfui pfui!"- Siehst du, daun hätte es anders geklungen."

Kesselhcllz schüttelte den Kopf.So manchmal, wenn man dich sprechen hört ich wM nicht, da kommK W