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der Capi tnf euren sey".

für 1 Pfund Toback zum < .

6 Pfg., für 1 MatzBrandwein' gßein" 72 Psg., für 1 Pfund Butter 39 Pfg.

17 Pfg., 1 L. .. .

12 Pfg., 1 Pfund Kalbfleis

Strtetf, MS beim Heranstahen fce» Soubiseschen Arm« , zu tun, und waszum besten der Universität, der Cavitn- lation (in dem Uebergabevertrag) allenfalls zu inserrren sey". Man ließ eine Vorstellung nach Darmstadt ergehen, tn der der Landessürst gebeten wurde, dafür Sorge zu tragen, daßdie iura der Universität nicht geträntt", datz bie Herren Professoren mit Einquartierung verschont, datz die Studenten an ihren Studien nicht gehindert, würden, und datz die sämtlichen Gebäude der Universität verschont bleiben sollten. Ter Landes- fürst antwortet, datz der Kommandänt von Gießen bei lieber gäbe her Festung eineIhme des Endes zugefertigte Capitulation erhal teil -habe, durch deren Inhalt Wir Euere Personen sowohl jai§ Euere offieia vor allen insulten und Be­einträchtigungen sattsam sicher gestellt zu seyn verhoffen". Em französisches Mömotre ,enthielt die Be­dingungen des Vertrages, unter denen die Festung Gießen cum geräumt werden sollte. Nach Artitel 3 sollen in Gießen von den hessischen Truppen noch 150 Mann, in 2 Kompagnien eingeteilt, Unter dem Kommando des Brigadiers v. Drechsel Zurückbleiben, Um die Arsenale (Zeughaus), das Universitätsgebäude, die Kanzler, das Gefängnis,iwnune Stockhüs", das Haus des Kommandanten zu bewachen, (v. Drechsel wohnte in einem Gartenhaus, dem heutigenSteins ©arten"J Der französische Kommandant L-es Salles soll ein Teil des Schlosses,nonrms le Gouvernement (Regierungsgebäude) bewohnen. Irr die Verwaltung der Stadt Und der Kirche hat sich das französische Kommando nicht ein- zumischen. Für bie Wohnung eines Obersten sollen monatlich ver­gütet werden: 20 livres = 20 Mark, für die eines Oberstleuch Uants 15 Mk., eines Majors 10 Mt., eines Kapitäns 8 Mk., eines Leutnants 5 Mt., eines Fähnrichs 4 Mt., eines Sergeanten und Soldaten 1 Livre 10 Sols = 1,50 Mt.

Eine Verordnung vom 22. Nov. 1758 setzte folgende Preise für Lebensmittel fest: für 1 Pfund Weißbrot 3 Kr. 2 Pfg. = 11 Pfg., für 1 Pfund Schwarzbrot 5 Pfg.. für 1 Pfund Ochsen- - ------ ' Pfund Kuhsleifch 14 Pfg., 1 Pfund Lwmmel-

x. x Pfuich Kalbfleisch 15 Pfg., 1 Pfund Schweine­fleisch 15 W, 1 Pfund Salz 8 Pfg. Ferner sollte bezahlt werden für 1 PfundToback" von der gemeinen Sorte 18 Pfg., ......." Schnuppen 96 Pfg., für 1 Matz Brer 1 i" 84 Pfg., 1 Matzgemeinen

Am 18. November 1758 erschien folgende Polizeiordnung: , Zur Sicherheit der Stadt und Erhaltung guter Ordnung gehen die ganze Nacht überall französische Patrouilles und werden die­jenigen, so Unordnungen anfangen, sie mögen seyn, wer sie wollen, studiosi, Soldaten oder andere Personen arretirt und auf die hessische Wacht gebracht.""

Am 21. November 1758 fragt der Rektor bei dem Senat an, wer von den Herren Professoren einevacante Stube"" hätte, wöge dieselbe den französischen Offizieren nichtals Einquar­tierung"", sondernLehnweise"" überlassen. Der Kanzler Pfaff erklärte, er könne, da er ein Haus leer stehen habe, einem Obersten eine Wohnung ohne Möbel, sowie Stallung für 6 Pferde her­geben. In der Versammlung des akademischen Senats wurde, weiter geäußert, man solle sich von den Franzosen ausbehalten, .daß die Herren studiosi nicht auf ihrem Zimmer Molestirtwürde n"", und daßal l e n d e nj en i g e n P er -- Ionen, die sind ent en an ihrem Tische speisten, die Küche nicht eingenommen würde, damit es nicht zum ruin der Universität gereiche".

Arn 30. November 1758 teilt der Rektor dem' Senat mit, daß ihn der französische Kommissar Montfort besucht habe. Dieser habe anfangs mit großer Höflichkeit und Oietatflatteusen Aus­drücken" zunächst von dem Quartier des Prinzen v. Soubise ge- fprochen (Soubise kam erst um diese Zeit mit dem Hauptheer bei Gießen an, während feine Avantgarde sckum m unserer Stadt Winterquartiere bezogen hatte). Montfort habe dann im Laufe des Gespräckies von dem Hospital für die Kranken gesprochen, dersogenannte Löwe" (Neuenweg) sei wicht geeignet, Äenfö wenig die 3. Etage des Zeughauses, da sie zu hoch. Der Rektor habe dann den Gleiberg vorgeschlagen, worauf der, französische Kommissar erklärte, er tömie seine Kranken nichteinem offenen Ort exponieren". Montfort habe dann dasauditorium t h e o l o g i e u in"" als geeignet für ein Lazarett vorgeschlagen. Der Rektor wies den Kommissar ab, weil sein Begehrengegen den Buchstaben der Capitulation und die Intention des Landes-

Am 25. Dezember überreichte der Intendant Foullon der Universitätsbehörde ein Mömoire, in dem er auseinandersetzte, es fei bedenklich, bei einer Einwohnerzahl von 3000 etwa 70 Kranke in die einzelnen Häuser « legen, die Studenten, wurden üus Furcht vor Ansteckniig die Stadt verlassen; die Unwersitich Müsse ihr Gebäude als Lazarett überlassen. Dagegen über­reichte der Rektor ein Mömoire lunb legte dar, das Kolleig sei ein Gebäude*), das die Bibliothek, Registratur, Dokumente Und Papiere von hohem Wert berge und dürfe nicht mn Ort jein, ivo jedermann aus- und eingehen könne, sthon mit Ruck-

*) Das alte Universitätsgebäude, das amBraud"" an Stelle des jetzt nach vorhandenen alten Bibliotheksgebästdes stand, rvar rin grotzre, vierstöckiger Ban,

sicht auf die Gefahr eines leicht entstehenden Brandes. Da das Kolleggebäude auch der Bersanimlungsort der Professoren, sowie eine Anstalt, in der auch öffentliche Akte abgehalten würden, so dürfe in einem solchen Gebäude kein Lazarett errichtet werden) weil damit eine große Ansteckungsgefahr verbunden sei. Darauf antwortete der Kommandant Des Salles, es gäbe in ganz Gießen nicht einen Platz, wo man 78 Kranke legen könne, und es stehe bevor, demnächst 300 in der Stadt unterzubringen. Würde man die ganze Stadt belegen, so wäre die Infektion für die Studenten^ die in ihrem jugendlichen Alter nicht widerstandsfähig seiem noch viel größerde iaiffer les malades repandns! da ns tonte la Ville, y mettroit l'Jnf ection"".

Am 6. Dezember 1758 erschien eine Polizeiordnung, die an- ordnete, daß seitens der Stadt einebürgerliche Nachtwache"" vonj acht Mann errichtet wurde mit Rücksicht auf die stets drohende Gefahr des Ausbruches eines Brandes, zumSl, die französische Patrouille nur bis 9 Uhr abends gehe. Ein jedes Haus soll,, es mag frei fein oder nicht, wenn die Reihe an es kommt) 3 alb (27 Pfg.) zahlen, welches diesen Winter zwei- höchstens dreimal geschehen könnte"". , _ , .

lieber das unbillige Benehmen des sranzosifchen Intendanten! de Foullon war nach Darmstadt berichtet worden. Der Landes- fürft ersucht denVesten und Mannschaften, Brigadier und lieben Getreuen Georg Christoph v. Drechsel"" um Abstellung der Gießener Mißstände. Es wäre ihm (dem Landgrafen) jener Vor­gang höchst mißfällig, daß man etliche hundert Bauern aus denk Kasselfchen zur Schanzarbeit besohlen, welche man alte Nacht in das Rathaus zu Gießen einsperre. "Dadurch drohe dem Platz«! Feuersgefahr. Auch sei es unzulässigwegen Bewahrung der Wetzlarer Brücken"" (Ausstellung von Beobachtungsposten), datz solches durch das dortige hessische Kommando besorgt werde,in­dem Unßere in Wetzlar habende Guarnison eines Schecks zur! Ausüb- und Erhaltung Unseres dasigen Schutz--Rechts, an­deren Tbefls zur Sicherheit des Kays. CammergerichtH bestimmt"".

Obschon der Landesfürst am 7. Dezember 1758 erklärt hatte, das Universitälsgebäude soll nicht als Lazarett benutzt werden, sondern es solle beider Destination des Wirts tzaußes zum Löwen"" sein Bewenden haben, und obschon der Tyeolog>eprosessori Benner an den Rektor schreibt:So lange mein Kopf stehet) werde ich in Güte nicht zugeben, daß ein Lazarett aus dem audi­torium theologicum gemacht werde"", wurde am 12. Dezember das Auditorium dennoch besetzt. Den 15. Dezember wurde auch beml Universitätsgärtner durch den französisclum Feldmedrcmn uitd Commissarium Montfort angezeigt, daß er seine Wohnung raumen müsse, um den Direktor des Lazaretts daselbst logieren zu können.. Den 16. Dezember fand sich wieder Montfort bei dem Rektor etn! und verlangte den Schlüssel zumauditorio iuridico'",sie müßten! noch 2 Auditoria, das iuridienm und philofophicum haben . Er drohte mit Gewalt. Am 18. Dezember wurde von den Franzosen erklärt, daß man die Apothekein den E a r c e r bringe und! einige Chirurgiens oben bet) die Pedellen logieren wurde"".

Am 4. Januar 1759 teilte der Marsclwll Des Salles ben Universität mit, daß er den Major Bourgeois angewiesen habe, sich mit 4 Garde-Grenadieren in das Kolleggebäude zu begeben,: um die Türen der noch näher zu bezeichneten Räume zu össnen, che faire ouvrir les Portes des dits Logemens, gut luy feront! mdiquös". Am 8. Januar ergingex speciali connnifftone Sere­nissimi"", gezeichnet v. Schwartzenau und v. Rteoesel, an die Universität die Anfrage, darüber zu bencksten, daß einige Studiosi! auf ihren Stuben gewaltsam angegangen, andere aber auf andere Art daraus vertrieben worden, wann und welchen es wtder- fahren". Dabei wurde den Professoren anempfohlen:Wir zweifeln nicht, daß Ihr mit Fleih die Haltung der Collegien sortfetzen und dadurch, so viel an Euch ist, die studiosos b e yzubehalt e n trachten werde t."

Am 9. Januar 1759 erschien der Major Bourgeois mit feinen; Grenadieren und mit einigen Maurern im Kolleggebäude. Als die Pedellen die Schlüssel nicht hergeben wollten, antwortete er j Der Rector und gesamte Prosessores stünden unter dem General, welcher sie allesamt könne i n A r r e st n e h m e n l a s s e n." Durch den Burger und Sch-offen Übrig ließ er gewaltfamerweise die Pedellwohnung öffnen und bereit Effekten durch die Grenadiere auf den Gang werfen und durch die anwesenden Maurer diean die Registratur anstoßende Küche zu einem laboratorio vor die Apotheke Her­richten"". So mußte man der Gewalt weichenund mithin den, ganzen Kostbaren Collegbau preitzgeben"". Der Senat hoffte, durch Vermittlung des Landesfürsten bei dein Oberkommandantar, dem snrituell v. Soubise, zu erreichen,daß es bet dem bisherigen! occupirten Theile des Collegii fein Bewenden habe' Der Kom­mandeur von Schiffenberg habe auch bei Soub.se bewirkt, daß el , rJft| nahe, gegen Dero fstl. Lande gänzlich verschont ble.be

Als am 20. Januar der Medicus Marchand ein weiteres Zimmer verlangte, wandte sich die Universität wieder nach Darm­stadt und klagte,es stehe zu befürchten, daß das ganze Collegium in em Lazaret verwandelt werden dörfste, mithin alle actus accademict snspendirt werden müßten, und folglich der völ­lige Ruin löbl. Universität erfolgen würde, » Rm