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5?un würde sie wieder mit den rindern Mädchen auf den Oer gehen und -am Fest den Krakowiak tanzen und rntmer singen! Hell lachte sie auf Bei dem Gedanken und sah dann hastig, ganz beschämt nieder: et, das war doch mcht fein von ihr, daß sie lachte, heut am Begräbnis der Großmutter! Und die war doch so gut gewesen! Nun war ote nicht mehr da, die dem Jasio den Brei gegeben und ihn auch gewaschen hatte. Der Großvater war zu taubj der hörte nicht, wenn der Kleine weinte, und die Mutter nlllßte zu Hofe gehen; aber sie würde es jetzt hören, denn er war ein niedlicher Knabe Gott erhalte ihn, und die heütge Mutter schenke ihm Gnade! Ms sie gestern an- gerommen war und sich über ihn gebeugt, hatte er mit beiden Händchen in ihre Perlenschnur gegriffen und sich sp, aufgerichtet auf seine Füße. Die Perlenschnur war zer­rissen, aber es tat ihr nicht leid darum so stark war das Bürschchen schon! Der würde einmal tüchtig die Sense schwingen bei der Ernte und hatte er nicht jetzt schon brav Geld eingebracht?!

Michalina fühlte nach jener Stelle ihres Unterrocks, Wo ste, in emeit Leinwandflecken eingenäht, Goldstücke barg. He, sie war jetzt gar keine schlechte Partie! Wollte Gott!, daß ste einen braven Mann kriegte, der sie auch, nicht schlug, und mit dem sie alt und grau wurde bei Somntersonne und Winterschnee!

Sie ließ ihre Blicke schweifen: hier war's noch immer gerade so wie vor anderthalb Jahren, als sie nach Posen gefahren war. Nur dort in der Ansiedlung waren der Hauser mehr geworden. Vorzüglich das eine Haus stach ihr in die Augen: Fenster rechts und links von der Tür, auch im Giebel eine blanke Glasscheibe; die Ställe ebenso wie das Haus und die Scheune mit Ziegeln gedeckt das war einmal ein feiner Hof! Mußten das reiche Schwabby sein, die darin wohnten!

Bewundernd hafteten die Augen Michalinas auf dem Haus der Rheinländer. Sie konnte ihre Neugier nicht zähmen, sie ging rund herum um das Viereck und lugte dann an der Zaunseile in den Hof.

Eine Fran trat jetzt aus der Hintertür und schritt eilig dem Stalle zu. Bescheiden grüßte das Mädchen, ver­legen errötend; die Frau nickte freundlich wieder, aber ihr Gesicht war besorgt.

!Aius dem Stall drang dumpfes Muhen, es hörte sich gar kläglich an.

Michalina schaute, sich auf den Zehen reckend, neugierig über den Zaun weg in den geordneten Hof: wie fein! Da standen Eimer und Mistgabel in einer Ecke, keine Jauche floß, aller Mist war auf einen Haufen zusammen gekehrt, tot der Stallwand war hoch das Reisig geschichtet, hübsch in Bündel gebunden. So ordentlich war's hier wie in einer festtäglich geputzten Stube! In Posen halte sie wohl schöne Zimmer gesehen, auch in Przhborowo war's stattlich gewesen, rtt Chwaliborezyee sollte sogar Sammet an den Wänden hängen und das Sofa von Seide sein, wie die Stasia Freli- kowska erzählte, aber einen so schönen Hof gab's gewiß nicht wo anders!

Michalina staunte noch, als die Frau wieder aus' dem Stall herauskam. Das Muheu wurde immer kläglicher; es klang schier menschlich, wie lautes Stöhnen.

Frau Kettchen war allein zu Haus, die Kinder waren Noch mcht aus der Schule zurück, das Kleinste schlief in der Mege. Die Männer, die mit Löh Scheftel noch nicht handelseinig geworden wegen des Gauls, waren heute mit­sammen nach Miasteozko gegangen. UnB gerade heute mußte es die junge rotbunte Kuh überkommen! Die wollte kalben zum erstenmal. Was anfangen?! Ratlos sah Frau Bräuer in die meilenweite Ferne: Jesus, Maria, Joseph, welch eine Lage! Wann kamen die Männer zurück? Der Weg war weit, und keine, keine Hilfe in der Nähe!

Verzweifelt irrten die Augen der Frau Umher; sie weinte fast. Horch tote jammervoll das Tier klagte! Sollte sie Bei dem' nächsten Nachbar anklopfen? Der würde doch nicht kommen, ihr Peter war nicht Freund mit ihm. Und mit dem zweitnächsten jauch nicht; mit kaum einem hier. Er hatte ja auch recht, 's war ja meist Gesindel: aber nun war man so ganz allein hier, so ganz verlassen! Und allein traute sie sich nicht, Hand anzulegen; sie hatte nicht die Kraft und wenn sie das Tier verletzte, das kostbare Mück?!

Jesus Christus, erbarme dich!" seufzte sie in höchster

Da traf ihr hilfesuchender Blick die verschämt lächelnde Dirne ton Zaun. Frau Kettchen konnte nicht mehr an sich halten, wetnenü öor Angst schlug sie die Hände zusammen: O Jesus Mana!"

Was war denn? He, warum weinte die reiche Au- steolerfrau?! Michalina wagte es, näher ans Gattertürchen zu kommen.

Frau Kettchen winkte ihr, da trat sie in den Hof. Beide sprachen sie zu gleicher Zeit aufeinander los und verstanden sich nicht; Michalina hatte auch bei der deutschen Herrschaft kein Deutsch gelernt, denn die sprach immer pol­nisch mit ihr. Wer das Brüllen der Kuh verstand sie. Vor der blonden zitternden Frau her eilte sie zur Stalltür. I Sle traten beide miteinander zur Leidenden ein. Ihrs Jöltcte trafen sich; da nickte die stämmige Dirne ermutigend und streifte sich die Aermel auf.

'2liö Peter Bräuer und sein Sohn eine Stunde darauf nach Hause kamen, den gekauften Braunen hinter sich fier» ziehend, fanden sie die Mutter geschäftig in der Küche; sie kochte einen Trank für die Wöchnerin. Was, die Rotbunte hatte gekalbt?!

,Donner und Doria!" Ohne weiter zu hören, stürmten die Männer zum Stall.

Dort hatte Michalina unterdessen das nasse Stroh aus- gemistet und frisches untergebreitet. Mit offenen Mäulern standen Bräuers Kinder, die eben aus der Schule heimgekehrt waren, an der Stalltür und glotzten, was die fremde Magd schaffte. Grade als die Männer auf die Schwelle traten, kniete das Mädchen, ihr Begräbniskleid hochgeschürzt über dem feuerroten Rock, Bei der jungen Mutter und legte ihr den Säugling an. LieBreich stützte Michalina das auf seinen hohen Beinen noch schwache Tierchen Beim Trinken mit ihren Armen. Sie gab dabei der Kuh, die, noch Angst im' feuchten Blick der schwarzbraunen Augen, den Kopf nach ihrem Kälbchen drehte, Schmeichelnamen.

Des Mädchens braune Wangen waren gerötet; zutrau- lich in seiner Freude übers niedliche Kalb, nickte es den fremden Männern zu.

Diese standen erst verdutzt; Peter Bräuer runzelte sogar die Stirn: was wollte die Polackin hier?! Aber dann ver­gaß er das Fragen vor Freude über das kräftige Kalb.!

Als Michalina ein wenig später den Bränerschen Hof verließ, geleitete sie der Sohn bis vor die Haustür. Der Water hatte ihm einen Taler gegeben, man durfte sich doch nicht lumpen lassen, vor dem Volk erst recht nicht!, und nun versuchte Valentin ihr das Geld in ine Hand zu stecken. Aber sie widerstrebte: die Hilfe hatte sie aus freien Stücken und gern geleistet! Einmal der armen Kuh zuliebe und dann auch der Frau zuliebe, die sie so freundlich gegrüßt/ nicht fortgejagt hatte vom Zaun, als sie neugierig dort gestanden. So gern Michalina auch sonst Bezahlung nahm', hier beleidigte es sie fast, daß man ihr welche anbot; der dankbare Händedruck der guten Frau hatte ihr Wohlgefallen, und wenn ihr nun der schöne Bursche vielleicht au»h noch die Hand reichen würde! Den Kopf heftig verneinend schüt- telnd, wies sie das Geld zurück:Nie, nie!"*)

Verlegen stand Valentin: also sie schien kein Geld an- nehmen zu wollen?! Nun, dann würde er ihr später ein­mal eine Perlenschnur mitbringen oder einen Rosenkranz jaus der Bude am Dom; aber es wär doch unangenehm, daß er jetzt nichts für sie hatte man darf sich nicht lumpen lassen, sagte der Vater.

Ihre blanken braunen Augen schauten ihm treuherzig in offen gezeigtem Wohlgefallen, ins Gesicht; ein Erröten nach dem andern jagte über ihre Mangen und machte sie hübsch.

Da wiederholte er lachend, was er gestern gelernt hatte: Demi Buscht!", bückte seine schlanke Gestalt herunter zu ihrer kleinen untersetzten und drückte einen scherzenden Kuß jguf die errhtende Wjange.

lFortsetzung folgt.)

Aus dem Ghmgebket.

Von 8eü religiösen Verhältnissen im OhmgebieL

Wenn die Sitten eines Volkes aus seiner Jugendzeit stammen'/ und wenn andererseits dieselben die religiösen Verhältnisse desj Volkes zur Grundlage haben, so muß das religiöse Empfinden der ChattM e.mi Weraus tiefgründiges gewesen sein.. Den Römern,'

*) Nein, nein.