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Maschen Schrittes eilte nun der Vikar, unbeirrt vom Spuk der Nachtebene, der den Bauer ännftigt,, auf Pociecha zu.

Das blonde Mädchen hatte wirklich die Läden im Schlaf- zimmer der Herrin vorgelegt, aber diese schien nicht daran denken, sich zur Ruhe zu begeben, sehr Wem Verdruß von Stasia, die unruhig hin und her trippelte. Heute war Anastasia, ihrer Heiligen Tag, und Pan Szulc, der Inspek­tor, wollte heil mit ihr feiern. Wie lauge das heut wieder dauerte! Zornig biß Stasra die Unterlippe daß der Teufel sie alle miteinander holte, die einem im Wege waren! Aber! berm armen Menschen heißt's eben immer:Duck dich!"

Die Nepomuceua wartet schon seit einer Stunde," wagte sre endlich leise zu sagen.

Laß sie warten!" Frau Jadwiga, die im Sessel vor ihrem Bett mit den blauen Seidengardinen saß, hob gähnend die Arme und legte sie hinter den Kops.Ich langweila Mich, erzähle mir was!"

Gnädige Pani sollten schlafen gehen ich weiß nichts!"

Ich kann nicht schlafen. Wo ist, der gnädige Herr?"

Er sitzt im Bureau. Er wird noch dem Schreiber diktieren."

Frau von Garczynska zuckte unmutig die Schultern: Ach, immer diese Rechnereien! Ich komme hier unk. Wenn wir nur erst in Posen ivären, besser noch in Warschau, chn besten in Paris! Was würdest du sagen, Stasia, wenn ich dich mit nach Paris nähme? Oder sonst wohin, wenn der Herr verkauft hat!"

Wird der gnädige Herr verkaufen?" fragte neugierig- hastig das Mädchen.

Das gebe die heilige Mutter!"

Die Augen des jungen Mädchens funkelten: ah, das war doch noch eine Aussicht, dafür ließ man sich's schon noch eine Weile gefallen! Unterwürfig schlich sich Stasi« zur Herrin heran und küßte ihr die Hand:Ich danke der gnädigen Pani tausendmal! Gott wolle es ihr segnen millionernnal, ihr, und an dem gnädigen Herrn, und an dem gnädigen jungen Herrn, daß sie will an mich denken, wenn es ihr gut geht! Wird der gnädige Herr bald ver­kaufen, wenn Pani die Frage gestatten?"

Ich weiß nicht. Ach!" Ungeduldig seiifzend sprang Jadwiga auf und ging hastig hin und her.Sie finden noch immer den geforderten Preis zu hoch. Ja" sie lachte laut aufdas mochten sie wohl, selber ab- schätzen! O nein! Wir gehen nicht ab vom Preis! Wenn ihnen daran liegt, nun, dann sollen sie wenigstens genug zahlen, diese. !" Sie verschluckte das letzte Wort.

Die Zofe lachte leise.Gnädige Pani lieben die Schwabby*) sehr?!"

//Wieso?" Die Garczynska sah ihre Zofe einen Augen- bnck hochfahrend an, dann aber lachte sie, wie diese lachte. Du bist ein Racker!" Doch ihr lächelndes Gesicht wurde plötzlich ernsthaft, zornig zog sie die Brauen zusammen, j //Habe ich etwa besondere Ursache, sie zu lieben, he? Und du? Kam nicht deine Mutter zu mir und hat die Hände gerungen:Meine Tochter lernt deutsch, in der Schule, wird sie auch nicht verlernen ihre Muttersprache?" Ach, unsere Manner sind feige, kein Wort deutsch dürften sie leiden! Aber sie lassen sich ducken!"

. //Ja, Pani haben keine Angst," schmeichelte Stasia.Was wrr gelernt haben, verdanken wir allein unserer gnädigen Herrin!" Sie küßte, da sie die Hand nicht wieder erhaschen I konnte, den weiten Aermel am Negligö der Dame. , Neu­lich sprach erst die Michalina zu mir, als sie kam auf ernen Sonntag, ihre Familie zu besuchen:Tas Gmck, was ich gemacht, verdankd ich allein Pani von Chwaliborczyce'" Pani erinnern die Michalina, die mit den schwarzen Zöpfen die Enkelin vom Schäfer Dudek und der Nepomucena? Sie saß neben mir im Unterricht, den gnädige Pani uns gaben Es geht ihr sehr gut, freilich bei deutscher Herrschaft, aber" sie zuckte die runden Schulternwas tun? Man muß mit den Wölfen heulen!"

. /Man muß mit den Wölfen heulen" nachdenklich kvfederholte die Herrin die Worte der Dienerindu bist klug, Stasia! Es kommt auch nichts heraus bei der Offenen Feindschaft. Ich begreife oft unsere Politiker

*) Verächtliche Bezeichnung für bie Deutschen.

nicht. Aber ist es denn nicht auch schändlich, tote man uns unterdrückt? Uns, die tvir mehr Bildung haben, mehr Vaterlandsliebe, mehr Opferfreudigkeit, mehr Mut, mehr mehr!" Die Stimme versagte ihr vor Er- regung.^Sie war ganz blaß geworden, jetzt wurde sie glühend heiß Mit dem Fnß aufstampfend- schrie sie laut:Und lmr haben sie arglos aufgenommen, gastfreundlich in unser ja, in unser Land! Zum Dank dafür wollen sie uns Nun ausrauben, ganz herausdrängen. Aber das gelingt ihnen nicht!" Leidenschaftlich ballte sie die Hände.Mr Frauen werden nicht müde, wir haben unfern Glauben und r-u- Hastig vor den großen Spiegel tretend, sah sie ihr Bild vom! Kopf bis zu den Füßen und lächelte dann wieder.

,Ich begreife nicht, warum Pani sich so erregen," sagte die Zofe ruhig.

Was du verstehst!" Jadwiga kehrte fisch vom Spiegel ab und gähnte laut.Huh, diese Nachbarn, gräßlich! Man verbauert hier. Ich werde krank, langweilig, häßlich! Zum Sterben langweilig, wie die Baronvwa mit den strohgelben Flechten!" Sie lachte hell auf:Als ob sie einen Stock im Rücken hätte, so steif ist sie! lind unsere Przybörowöer Nachbarn Gott sei uns gnädig! Er ist ein großer Bauer, weiter nichts! Haha! Kriecht dabei um einen Ordenj tote alle Deutschen! Hast du gesehen, Stasia, wie betrübt er neulich die Augen auf sein leeres Knopfloch nieder-, schlug?!"

Unser gnädiger Herr hatte alle Orden zum Diner angelegt!" sagte geschmeidig die Zofe.

Ja, ja, das Ivar ganz nett!" Jadwiga ließ sich lachend in ihren Sessel fallen, aber dann gähnte sie wieder und sah mit einem trostlosen Ausdruck ins Leere.Das sind aber doch nur Moniente! Das Leben ist zu eintönig. Ich kann doch, unmöglich, wie die Przyborowoer Frau in hohen Stieseln durch den Mist stapfen und höchst eigen-, händig die Mägde ohrfeigen!"

Haha, das tut sie," ja, das tut sie!" Hell lachend schlug Stasia die Hände zusammen, und Haun schwatzte sie: Gnädige Pani wissen doch? Ter Sohn, .was Husar ist, der junge Rittmeister, der soll Vater sein zu der Michalina ihrem Kind. Mar die Michalina doch Slubennrädel in Przy- borolvo. Und da soll der Alte, der Herr Keszner, sie furcht­bar geschimpft und ihr mit dem Stock gedroht haben aber nur gedroht hat er. Doch die Pani hat sie beims Arme gerriegt und ihr links eine geschlagen und rechts eine. Da ist sie vor Angst gelaufen, so schnell sie konnte, und hat sich nie mehr aufs Dominium getraut. Was sagen gnädige Pani zu der Geschichte?" Stasia stemmte die Arme in die Selten und sah ihre Dame erwartungsvoll an; man merkte ihre Freude, ein wenig skändalieren zu können.

So nun, und was weiter?!" Jadwiga gähnte an­haltend.Mait kann hier keinetn Menschen was übel nehmen, dem nicht und auch dem nicht bei dieser Langweile! Ach! Doleschal wäre noch der einzige, der passabel sein könttte!"

Und hat er sich in die Pani verliebt?" fragte ver­traulich blinzelnd dasMädchen.

Du bist unverschämt!" Die Garczynska zuckte, wie von einer unangenehmen Erinnerung berührt.

Stasia schlug die Augen nieder.Verzeihen gnädige Pant, ich bin nicht unverschämt. Ich bin nur wißbegierig. Möchte gern wissen, ob der große Niemczycer Baron auch so letcht zuschnappt, tote so ein kleiner Schwabb. Da braucht's nur einen Blick nur ein ganz kleines Blickchen!" Sie lachte spitzbübisch und hob! die demütig gesenkten »firnen mit drolligem Ausdruck.

Die Herrin war schon wieder versöhnt.

Eine Neigung, mit der ihr Mann sie oft neckte, zog! Frau von Garczynska zu Stasia. Als Töchter des lang­jährigen herrschaftlichen Försters hatte diese von vornherein eine andere Stellung eingenomnten als ein gewöhnlicher fremder Dienstbote. Schon die zierliche Siebenjährige war aufs Schloß gekomineu; sie hatte der Pani Erdbeeren aus dem Chwaliborczycer Wald gebracht und wenn auch Förster Frelilöwski einstFröhlich" geheißen zu den polnischen Kindern gehört, die den besonderen "Unterricht der gnädigen Herrin genossen,

(Fortsetzung folgt)