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zug verlesen wollte, wodurch es am 30. und 31. Oktober 1813 bet Hanau -zur Schlacht ton, in der General b. Wrede beim Sturm auf die Kinzigbrücke schwer verwundet wurde. General v. Wrede wurde später in den Fürstenstand erhoben. Ein Zweig der 'Familie t>. Wrede war in Klein-Linde n*) ansässig. " Am Ende des Dorfes steht das Gasthaus „Zur Burg", das der einstige Herrensitz der hessischen v. Wrede war. Der letzte dieser Herren v. Wrede zog um 1800 nach Westfalen in die Gegend von Karlshafen an der Weser; der Klein-Lindener Stammsitz verfiel, die Ländereien wurden von der Gemeinde angekauft.
Schon 167 8, den 28. März, begegnen wir in den; Krof- dorfer Kirchenbuch bei der Taufe eines Soldatenkindes in Kinzenbach einem hessischen Obristen de Wrede. Es heißt dort: „Herrn Johan F-riedrich Bremern, Corporal unter des Hr. Obristen de Wrede Leib Compagnie, ietzo in Kintzenbach im Winterquartier liegenden, ein Töchterchen getauft". 1779 finden wir in Krofdorf bei der Taufe einer Tochter des „Großbritannischen Hauptmann Georg Schneider uub dessen Frau Ehetiebsten Carolina Louise, einer gebohrenen Fräulein v. Lesch" als Patin neben Fräulein v. Wrede von Merlau, dermahlen wohnhaft zu Löhnberg, „des Herrn Major v. Wrede unter den Russen Frau Ge- mahlin".
(Schluß folgt.)
Skizze.
Weiße Nebel walle» In dem Tal am Fluß, Gelbe Blätter laben Bon der Sonne Kuß.
Sommer ist geschwunden, Meiner Liebe Glück;
Trübe, bange Stunden Bleiben mir zurück.
Scheidens tiefes Sehne» Birgt sich doch in dir, — Tort em freudig Wähnen, Heiße Tränen hier.
Dort ein Jrühlingsahnen Junger Herrlichkeit, Hier ein stilles Malmen An entschwundene Zeit.
Ein Spätherbstnachmittag lag über Wald und Feld, als ich diese Berse uicherschrieb. Es war die Zeit des großen Sterbens in der Natur. Leise rieselte, gleich Tränen, das gelbe Laub der Mmne zur Erde und durch die halbentlaubten Aeste ging ein Unheimliches Aechzen und Stöhnen: sie klagten um verlöre;« Svmmerpracht. Und drunten im Tal am Fluß wallten die Nebel ans und ballten sich zusammen und stiegen herauf und stiegen über die Stadt und zu mir und hüllten alles in eine weiße, dunstige Masse.
Wo vorhin das trunkene Auge noch Licht und Schatten int wechselnden Spiele erblickt und sich an tausendfachen Gestaltungen ergötzte, wo es der Menschen geschäftiges Treiben mit all seiner Lust »nd all ferner Qual wahrgenommen, da wogte und wallte jetzt ein gewaltiges Nebelmeer.
Und leise regten sich in meiner Seele die Gedanken. Erst Verworren, dann immer klarer und deutlicher und hafteten schließlich an dem chaotischen Bilde vor mir. Sollte das der Zweck sein: ein Chaos am Anfang, ein Chaos am Ende? Und dazwischen ein Uusvollen farbenprächtiger, glühender Bilder, dazwischen ein Schassen schönheitstrotzender, liebebedürftiger Gestalten, dazwischen eine stetige Wiederkehr all der Lust und des Schmerzes, all der Qual und der Pein? Kein Ende?
Zwecklos alles ? Sinnlos die Liebe, sinnlos der Haß? Ver- geblich die Arbeit, umsonst das Streben? Alles ein ewig sich wi-eÄerholendes Spiel der kleinsten Teile, der Atome? Keine Gerechtigkeit, keine Barmherzigkeit, keine Freiheit? Alles Spiel des Zufalls?
Und mächtig regt« sich in meinem Innern eine Stimrne und rief: genieße, genieße! Wozu doch, nimmt es nicht auch ein Ende mit Schrecken?
Entsetzlicher Gedanke! Es überlief Mich ein kalter Schauer, — es fröstelte mich. Und eine namenlose Angst erfaßte mich und schnürte mir die Brust zu. Halb willenlos, fast instinktiv lenkte ich meine Schritte zur Höhe: ich fühlte, daß nur von dort Befreiung kommen konnte. Höher steigend, merkte ich bald, daß der Nebel dünner und immer dünner ward. Schon sah ich in fahlen; Lichte den Gipfel. Mit ein paar eiligen Schritten hatte ich ihn erreicht. Und nun ich oben war, bot sich dem erstaunten Auge ein entzückendes Schauspiel: ans dem dunklen, zerrissenen Gewölk — meine Seele jauchzte ihr entgegen — trat in sieghafter Schöne und wunderbarer Pracht die Sonne hervor uird tauchte den Horizont, die fernen Höhen rmd die Zinnen der Burgen in slammdnchchk Purpur. Auch die Nebelntassest im Tale verdrängte sie allmählich, Und bald trat auch die Stadt übergossen vom Abendsomrenscheist, wieder sichtbar hervor. Und während meine Seele das wundervolle Bild entsag rmd dem Abendläuten lauschte, klangen von dem nahen
*) Siche Näheres „Gieß. FaMilieiM." 1906, Nr. 127.
Gasthaus auf der Höhe aus jungen BurschenkehlM d« herrlichHtz SÄNtnscheu Verse in die Luft hinaus:
Seid umschlungen Millionen, Diesen Kuß der ganzen Welt. Brüder! tiberm Sternenzelt Muß ein lieber Vater ivo&iteit!
Unwillkürlich richteten sich meine Blicke nach vberi — ich empfand das Walten der Gottheit. Ludwig Uhl.
Vermischtes.
* höfliche und unhöfliche Erwidern nae«" nennt die „Pall Mall Gazette" eine Reihe von Anekdvtest aus Alt-England, die durch die Rücksichtslosigkeit des! Scherzes, der sich in diesen Ueberlieferungen spiegelt, interessierten : Zur Zeit Karls II. von England war der verkrüppelte Earl von Shaftesbnry seiner Schlagfertigkeit lvegen berühmt nnb gefürchtet. Der König sagte einst zu ihm: „Ich glaube, daß Ihr der schlimmste Hund in meinem ganzen Reiche seid!", woraus der Angeredete ruhig erwiderte: „Unter den Untertanen, gewiß!". Ebenfalls zu den Witzbolden seiner Zeit gehörte der bedeutende irische Rechtsgelehrte Curran. 33ei einer Gerichtsverhandlung lächelte er einst so lange, bis er den Richter dadurch zu der Frage veranlaßte: „Sehen Sie denn ettvas besonders Lächerliches an meiner Perücke?" „Nur Ihren Kopf, mein Lord", versetzte Mr. Curran. Einst ritt er mit Norbory, der, und nicht ohne Grund, als der „Hänge-Richter" bekannt war, an einem Galgen vorüber. Norbnry ze-gte aus diesen und fragte: „Wenn dort hinge, Iver dahttr gehört — wo »vürdeu Sie bann sein?" Ohne eine Miene zu verziehen, erwiderte der Advokat: „Ich würde dann allein reiten." Nicht weniger Gereiztheit verrät die Antwort, die der gleiche Advokat demselben Richter gelegentlich einer Gerichtsverhandlung zuteil iverden ließ, Norbury bückte sich während einer langen Rede Cur raus zu feinem Huirde nieder, dem ein Platz neben dem Sitz seines Herrn eingeräumt worden war, nm den Vierfüßler zu streicheln. Der Redner hielt, als er dies bemerkte, in feinem Bortrag, inne. „Aber, bitte sprechen Sie doch weiter, Mr. Curran", sagte der Richter, „wir hören ja zu!" Ich wollte nur warten", versetzte der Rechtsanwalt scharf, „bis die Konferenz der beiden Lords beendet ist." — Ein Pastor fühlte sich dadurch gekränkt, daß einige seiner Gemeindemitglieder während der Predigt ihres Seelenhirten an einem heißen Sonntage eingeschlafen waren, und begann eine gehörige Strafpredigt. „Wenn selbst", rief er den Schuldigen zu, „diese arme Seele, der närrische Willie, wie Ihr ihn nennt (damit wies er aus den Dorfidioten) sich wachhalten konnte, so werdet ihr doch erst recht nicht einzufchlafen braucheri!" Der Irre fühlte, daß, man von ihm sprach, verstand aber beit ©tun nicht und glaubte, sich gegen einen Vorwurf verteidigen zu müssen — laut rief er daher dem Geistlichen zu: „Ich kann nicht dafür, wenn ich nicht Idiot wäre, hätte ich ja mich geschlafen!"
* Enfant terrible. „Bitte, nehmen Sie Platz, verehrt« Frau Baummeier, meine Fran wird sich sehr freuens —■ Karl, hast du denn Mutter gesagt, daß Fran BauMmeier da ift?" — „Ja, Papa." — „Nun, kommt sie denn bald; was sagte sie?" — „Mama sagte: Ist denn das alte Klatschmaul schon wieder da?"
Einen Kousonanlcu Flinkes Tier.
Französischen Badeort. Einen Opernkomvomsien. Kostbares Gewebe.
Mythologischen Namen. Einen Bokal.
senkrechte und wagerechts
Mittelreihe ergeben das Gleiche. Auslösung in nächster Nummer-.
1.
S, 3.
4.
5.
6.
7.
Die
Diamanträtsel,
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben abbdeeeeh i i ii i 1 1 1 n n oisann derart einzutragen, daß die r echten Reihen folgendes bedeuten:
. uug des magischen Dreiecks in voriger Nummerr UBIER BERN IRA. E N R
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, M. Lange, Gießen.


