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Wäre. Ich pflegte das immer selbst zu tun, ehe ich hinaufgiW, denn, wie ich erwähnt habe, war Baron Alfred nicht immer Wverlässig. Ich ging in die Küche, ins Anrichtezimmer, in die Speisekammer, ins Billard- nnd Empfangszimmer unb endlich in den Speisesalon. Als ich hier in die Nähe des Fensters kam, das mit schweren Vorhängen behängt ist, spürte ich, daß mir der Wüuld. injs Gesicht blies; ich vergewisserte mich, daß es vsfen stand. Ich schlug die Vorhänge beiseite und fand mich einem breitschulterigen, älteren Mann gegenüber, der gerade hereingestie- gen war. Es ist ein großes französisches Fenster, das in Wirklichkeit seine Tür bildet, die nach dem Glatrten führt. Ich hatte ein! Licht in der Hand', und in feinem Scheine sah ich hinter dem Ersten Kerl noch zwei andere stehen, im Begriff, ebenfalls ein- zUtreten. Ich lief zurück, aber der Bursche hatte mich gleich eingeholt. Er erwischte mich erst an den Händen und dann am Halse. Ich wollte schreien, aber er versetzte mir einen furcht­baren Faustschlag .auf das Auge und warf mich zu Boden. Ich muß ein paar Minuten bewußtlos gewesen sein, denn als ich wieder zu mir kam, merkte ich, daß sie die Klingelschnur ab­gerissen und mich damit oin den eichenen Stuhl, der am Kopf des Eßtisches steht, festgebunden hatten, und zwar derart, daß ich mich nicht rühren konnte; und ein Tuch, das mir über dest Mund geschnürt war, verhinderte mich', auch' nur einen Ton heraus- dubringen. In diesem Augenblick trat mein unglücklicher Gatte Ms Zimmer. Er hatte offenbar ein verdächtiges Geräusch ge­hört und war auf etwas Schlimnies gefaßt. Er hatte nur Hemd stnd Hose an Midi .in der Hand feinen ^gewöhnlichen schweres Schwarzdornstock. Er stürzte auf den einen Einbrecher los, aber ein anderer es war der ältere bückte sich, ergriff den Ofen­haken und versetzte' ihm im Vorbeilaufen einen entsetzlichen Schlag. Er fiel lautlos um und zuckte mit keinem Glied mehr. Ich wurde wieder ohnmächtig, aber auch diesesmal konnte ich nur ganz kurze Zeit bewußtlos gewesen fein. Als ich die Augen aufschlug, sah ich, daß sie vom Serviertisch das Silberzeug weggenommen und auch eine Flasche Wein, die dort gestanden hatte, aufgemacht hatten. Jeder von ihnen hielt ein Glas in der Hand. Ich habe Ihnen doch schon gesagt, daß einer älter wär und einem Bart hatte, während die beiden anderen junge, bartlose Burschen waren. Es konnte ein Vater mit feinen zwei Söhnen sein. Sie flüsterten miteinander. Dann kamen sie au mich heran und über­zeugten sich, daß ich noch festgebunden war. Endlich verließen sie das Zimmer wieder und machten das Fenster hinter sich zu. Es verging eine volle Viertelstunde, ehe ich den Mund frei be­kam. Als ,jch dann schrie, kam meine Zofe herbeigeeilt. Bald warm auch die anderen Dienstboten alarmiert, und wir schickten zur Ortspolizei,, die sich sofort mit der Londoner in Verbindung setzte. Das ist in der Tat alles, was ich Ihnen mitteilen kann, meine Herren, und' ich hoffe, daß ick} diese peinliche Geschichte Nicht noch einmal erzählen muß."

Wollen Sie sonst noch eine Frage stellen, Herr Holmes?" sagte Hopkins.

Ich will die Geduld und die Zeit der gnädiaen Frau nicht länger in Anspruch nehmen," antwortete mein Freund.Ehe ich ins. Speisezimmer gehe, möchte ich! nur Noch gerne hören, was Sie über den Fall wissen." Er sah die Dienerin an'.

«Ich habe die Kerle gesehen, ehe sie ins Haus gekommen sind. Als ich gn meinem Schlafkammerfenster saß, bemerkte ich im Mondschein drei Männer drüben am Portierhäuschen; ich dachte mir aber nichts weiter dabei. Neber eine Stunde danach hörte ich meine Herrin jammern; als ich daraufhin hinunter lief, sand ich das arme Wesen, genau wie sie's geschildert hat, und ihn am Boden liegen; Blut und Hirn war umhergespritzt. Es war genug, um eine Frau von Sinnen zu bringen, festgebunden und ihr eigenes Kleid von seinem Blut besudelt! Mer sie war als Mädchen schon sehr mutig, das Fräulein Mary Fraser aus Adelaide, und ist es auch als Baronin Brackenstall von Abbey Grange geblieben. Sie haben sie nun lang genug ausgefragt, meinx Herren, sie will nun hei ihrer alten Theresa die nötige Ruhr' haben."

Mit mütterlicher Zärtlichkeit legte die schwerfällige Dienerin ihren Arm um ihre Herrin und führte sie zum Zimmer hin!aus.

.Sie ist ihr Lebenlang bei ihr gewesen," bemerkte Hopkins. Sie Hat sie als Amme genährt und ist dvstn mit ihr nach England gegangen, als sie vor nun achtzehn Monaten Australien zum erstenmal verließen. Sie heißt Theresa Wright, und solche Dienstböten gibt's heutzutage nicht mehr. Hierher, Herr- Holmes, wenn ich Bitten darf!"

Das lebhafte Interesse war aus Holmes' ausdrucksvollem Gesicht gewichen, und ich merkte, daß mit dem Geheimnis auch der ganze Reiz an dem Fall für ihn verschwunden war. Was blieb noch zu.tun ? Die Kunden sestzunehmen; aber was sollte er sich mit so gewöhnlichen Verbrechern befassen? Als gewiegter, erfahrener Spezialist, der sich zu einem gewöhnlichen Fall geholt sah,, mußte er den Unwillen zeigen, den ich- in meines Freundes Gesicht lesen konnte. Aber die Szene im Speisezimmer war merk­würdig genug, um| seine Aufmerksamkeit zu feffeln und das schwin­dende Interesse zurückzurufen.

Es war ein sehr großes, hohes ZimMer. Die Decke war von Eichenholz, das prächtige Schnitzereien zeigte, und ebenso die Täfelung. Ast den Wänden befanden sich zahlreiche Hirschgeweihe Wd Rehgehörne und verschfeZeM alte Waffen. Ast der der Nr

gegenüberliegenden Wand war das französische Festster, von dem! wcr gehört hatten Durch drei kleinere Fenster zur Rechten schien d-ce Wmtersonne. Zur Linken besand sich ein großer Kamin Da- steb-en stand ein schwerer eichener Armsessel, um den noch der rote Baumwollstrick geschlungen war. Beim Freimachen der Dame! war das Seil nur heruntergezogen, die Knoten, mittels deren festgebunden war, aber nicht gelöst worden, so daß man noch genau sehen konnte, in welcher Weise sie geschlungen waren. Doch diesen Einzelheiten widmeten wir erst später größere Aufmerffam- knt' vorläufig ward unser ganzes Denken von dem schrecklichen Anblick des Leichnams eingenommen, der auf dem Teppich lag.

Es war. die Leiche eines großen, gutgebauten Mannes int Akter von vierzig Jahren. Er lag auf dem Rücken, das Gesicht nach oben gewandt, ünd die weißen Zähne blinkten durch dest kurzen, schwarzen Bart. Die zusammengekrampften Hände lagen über -em Kopf, und ein schwerer Schwarzdornstock quer darüber. Sein dunkeles, hübsches Männergesicht war krampfhaft verzogen;

biache kamen darauf zum Ausdruck und gaben ihm ein teuflisches, wildes Aussehen. Er hatte offenbar im Bett gelegen'/ als er den Lärm gehört hatte, denn er war nur mit einem. Nacht­hemd Und einer Hose bekleidet, aus der die nackten Füße heraus- stuckten. Der Kopf trug eine schreckliche Wunde, und überall im Zimmer konnte man die Spuren der Furchtbarkeit des Schlages! erkennen, der ihn niedergeschmettert hatte. Neben ihin lag der eiserne Haken, der sich von der Wucht des Schlages gekrümmt hatte. Holmes untersuchte beide, das Werkzeug und die entsetz­liche Verletzung, die es bewirkt hatte.

!,,Er muß ein kräftiger Kerl sein, dieser ältere Randall," bemerkte er.

Jawohl," sagte Hopkins.Ich kenne einige Streiche von ihm, er ist ein roher Bursche."

Es >vird Ihnen keine Schwierigkeit machen, ihn zu be­kommen."

Nicht die geringste. Wir hatten ihn schon auf dem Korn, und es faten beinahe, als ob er nach Amerika entkommen wäre. Nun, wo wir wissen, daß die Bande noch hier ist, sehe ich' nicht ein, wie sie uns entschlüpfen sollte. Wir haben bereits an alle Häfen telegraphiert, Und vor dem Abend wird auch noch eine Beloh­nung ausgesetzt werden. Was mich wundert, ist, daß sie so verrückt sein konnten, eine solche Tat zu begehen, wo sie doch wußten't daß die Dame, sie beschreiben konnte, und daß wir sie aus dieser Beschreibung sofort erkennen würden."

Das ist wahr. Man hätte erwarten sollen, daß sie Fran Brackenstall ebenfalls mundtot machen würden."

Sie haben vielleicht nicht gewußt, daß sie sich von ihrest Ohnmacht erholt hatte," warf ich ein.

Das klingt nicht unwahrscheinlich. Wenn sie sie sür be­sinnungslos hielten, brauchten sie ihr nicht das Leben zu nehmen'. Was ist eigentlich mit diesem armen Kerl hier am Boden, Hop­kins? Ich glaube merkwürdige Geschichten von ihm gehört zu haben."

Er war ein ganz guter Kerl, wann er nüchtern war, aber ein vollkommenes Vieh, wann er betrunken war oder viel­mehr, wann er halb betrunken war, denn er wurde fast nie- ganz betrunken. Tann schien der Teufel in ihm zu stecken, und er war zu allem fähig. Soviel ich gehört habe,> wäre er trotz seines Reichtums und Standes ein paarmal best- nahe mit dem Strafgesetz in Konflikt gekommen. Es war einmal ein furchtbarer Skandal, daß er einen Hund mit Petroleum be­gossen und ins Feuer geworfen habe und, was das Schlimmste war, den Hund feiner Fran die Sache wurde damals noch mit vieler Mühe unterdrückt. Dann wieder einmal warf er einest Armleuchter nach der Dienerin, der Theresa Wright, was großes' Aufsehen erregte. Im großen und ganzen, und unter uns gesagt/ die Familie wird froh fein, daß er tot ist. Was untersuchest Sie denn da?"

Holmes lag auf den Kniest und betrachtete sehr eingehend die Knoten ast dem roten Strick, womit die Frau festgebstnböst gewesen Mr. Dann prüfte er noch sorgfältig das abgerissene! Ende und auch die entsprechende Steile am Klingebzug.

Als der Dieb dieses Stück heruntergerissen hat, muß es ist der Küche doch laut geläutet haben," bemerkte er bann.

«Das konnte kein Mensch hören, die Küche befindet sich ganz hinten im Hause."

Woher wußte der Einbrecher, daß es niemand hören würde? Wie konnte er ist so unsinniger Weise an einem Klingelzug zerrest?"

Gewiß, Herr Holmes, gewiß. Sie stellen dieselbe Frage, die ich mir auch schon immer und immer wieder vorgelegt habe. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der Kerl das Hans und die Gepflogenheiten in demselben gekannt hat. Er muß entschieden gelvußt haben, daß die ganze Dienerschaft um diese! verhältnismäßig frühe Stunde schon zu Bett war, und somit niemand das Klingeln in der Küche hören kannte. Er muß alsq mit einem der Bediensteten in naher Beziehung gestanden haben. Das ist ganz sicher. Wer alle acht sind zuverlässige Leute."

Unter sonst gleichest Umständen," sagte Holmes,sollte man es der Dienerin zutrauest, der der Herr einen Leuchter an dest Kopf geworfen hat. Ties würde aber wiederum gleichzeitig einest BexM M M Herrin vorstellen, WZ Zieser MiM fie 8M lcW