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Mn erschwert, zweitens wirken die Säuren direkt Listig auf die Zellen und Pflanzen, drittens verhindern sie die zerfetzende Tätig­keit der Bakterien und schlieWich bleibt ein großer Teil der Stoffe, die die Pflanze unbedingt zum Leben braucht, in so komplizierten Verbindungen im Boden gebunden, daß sie für die Pflanze un- zugänglich sind. Man kann die Rvhhuniusbildung im Wald kehr leicht erkennen; hier bilden die Blatter dicht verfilzte Massen, die sich mit dem Stock in flachen Fladen abheben lassen. Bei Normaler Zersetzung hingegen zerfallen die Blätter krümelig.

An den Stellen, wo Rohhnmusbildung austritt, ändert sich sofort der Charakter des Buchenwaldes. Die Bäume stehen nicht «lehr so dicht, die Neste werden unregelmäßiger und auch die Belaubung ist nicht mehr so dicht. Die Folge davon ist, daß an manchen Stellen mehr Licht aus den Boden gelaugt, und Mit einem Schlage ändert sich die Kräutervegetation des Waldbvdens. Aber wir finden keine saftstrotzenden Gewächse, sondern Pflanzen mit ausgesprochen xerophieler Struktur, d. h. Pflanzen, die mit Einrichtungen ausgestattet sind, die die Transpiration herabsetzen, da ja, wie schon gesagt, durch die Huminsäure die Wasserausnahme! aus! dem Boden sehr erschwert ist.

In normalem Buchenwald finden wir hingegen recht wenig Gewächse. Ich will mit dem Unterholz beginnen. Die meisten Laubhölzer bedürfen, wie >vir ja schon wissen, mehr Licht zum Leben als die Buche, sie kommen also für das Halbdunkel de» Buchenwaldes 'nicht in Betracht. Am besten gedeiht nodj, der eigene Nachwuchs der Buche, da er ja relativ tvcnig Licht bedarf, um zu vegetieren. Wir finden häufig, daß das Unterholz allein aus jungen Buchenbäumchen besteht. Hier und da treffen wir noch einige andere Holzgewächse, so den Seidelbast (Daphne Nezereum) mit seinen roten Blüten und Beeren (giftig!), ferner Holunder lSambucus nigra), die Haselnuß (Corylus avellana), die wilde Johannisbeere (Ribcs) und schließlich noch den einzigen Vertreter der Liane in unseren heimischen Wäldern, das Geißblatt (Loniccra caprisolium), mit großen weißen Blüten, die stark duften.

Das find so ungefähr die Holzgewächse, die im Buchenwald das Unterholz bilden. An Krautern finden wir schon etwas mehr. Da ist zunächst der Waldmeister zu nennen (Asperula odörata), den wohl jeder aus materialistischen Gründen kennt, und den der Kundige nur unter Buchen sucht, da er eine typische Begleitpflanze der Buche darstellt. . In großen Mengen finden wir auch bald den Sauerklee (Oxalis acetosella), mit zarten weißen Blütchen und hell gelblichgrüucn, kleeartigen Blättern. Er überzieht oft in großen Mengen den Boden im Buchenwald. Ferner steht dort häufig die Feigwurz (Rannneulns ficaria), deren goldene Stern­chen uns aus tiefdunkelem Laub entgegen lachen. Aehnlich sieht das Münzkraut aus (Lysimachia nummularia), nur ist die Pflanze kleiner, der Stängel kriecht über den Boden und trägt zwei Reihen kleiner runder Blättchen. Verschiedene Veilchenarten, Schlüssel­blumen und Maiglöckchen (Convallaria maialis), stehen zerstreut zwischen den oben geschilderten Gewächsen. Schon seltener ist der Aronstab (Aruin maculatum), mit großen pfeilförnügen Blättern und Blüten, die einer unserer Zimmerpflanzen gleichen, der sog. Calla. Hier und da sehen wir auch die Haselwurz (Asarum eNropaeum), die kleine .unscheinbare Blüten unter dunklen, nieten» förmigen Blättern trägt. Auch die Einbeere (Paris' quadrifolia, giftig!) trifft man gelegentlich, eine Wanze, die leicht zu er­kennen ist an ihren vier großeir im Geviert stehenden Blättern. Die Orchideen haben ebenfalls einige Vertreter geschickt, das Wald­vöglein (Cephalanthera rubra) mit wenigen roten Blütchen und Watanthera bisolia, die Waldhyazinthe, die nur zwei grundständige Blätter tragt. Ein etwas häufigerer Gast ist die gelbe Taubnessel (Lamrum gateobdolon) und das Birnkraut (Pirola), welches kleine unscheinbare Blütchen trägt, die in ihrer Form etwas an Mai­glöckchen erinnern.

Ueberblicken wir einmal die Vegetation, die wir im Buchen- lvald finden, so wird uns äusfallen, daß die meisten Gewächse sehr dunkle Blätter haben; man denke nur an Maikraut, Mai­blumen, Aronstab, Feigwurz öder die Orchideen. Dies ist eine Anpassung an die schivache Beleuchtung im Buchenwald; jede kleinste Menge Licht, die noch auf den Boden dringt, soll eben ausgenutzt werden, sonst würde die Pflanze zugrunde gehen müssen.

..Ibrner bemerken wir, daß fast alle Blumen im Buchenwald Frulnahrsblumen sind, Gewächse, die früh sprossen, blühen und fruchten, bte also ihren Lebenszweck Vollenden, ehe sich das Blätter- oach über ihnen endgültig schließt und ihnen das Licht abschneidet, oa» ue so notwendig zu ihrer Entwickelung brauchen. Ja, es die dann gänzlich absterben, um im nächsten Binwnniol^ 3U erschemen. Wir sehen, daß auch im

fiamvf ums Dasein gewaltiger tobt, als wir wcenschen es uns träumen lasten.

Der Geruch, ein Wächter unserer Lebens?)

Jmt Gegensätze zu den Organen des Gesichts- und Gehörs- finnes vermitteln uns die Geruchsorgane die Kunde von der itolllichen Befchaffenhett, von der chemischen Natur mancher Kör-

, , /( Wir entnehmen diese interessanten Ausführungen mit Er­laubnis des Berlages dem empfehlenswerten Buche:Unsere Sin- angold. (Wissenschaft und Bildung Bd. 2b.) Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig.

per der Umgebung und eröffnen NNs eine Welt von ganz anderen Eigenschaften als Licht und Farbe, Form und Größe, Schall oder Wärmtz es find. Die eigentümlichen Empfindungen des Geruchssinnes belveisen uns die Nähe von solchen Körpern und Stoffen, als deren charakteristisches Merkmal mir die Verbreitung eines bestimmten Geruches Hennen. Diese Eigenschaft kömmt nun aber nicht wie Gestalt und Größe und Temperatur allen Körpern- zu, es gibt vielmehr auch zahlreiche geruchlose Substanzen, und! so besitzt der Geruchsinn bei weitem nicht die immense Bedeutung für beit Verkehr des Menschen mit der Außenwelt als die be­sprochenen höheren Sinne des Sehens und Hörens. Hub doch spielt auch im Leben des modernen Menschen, dessen Sinne durch die steigende Zivilisation seit den Tagen des Urzustandes sich keineswegs verfeinerten, der Geruchssinn noch- eine in mancher Hinsicht nicht zu unterschätzende Rolle und übt einen besonderes Einfluß auf das körperliche und seelische Wohlbefinden.

In hervorragendem Maße dient uns der Geruchssinn dazu, int Verein mit dem Geschmackssinne die Nahrungsmittel zu unter­scheiden und auf ihre Zuträglichkeit zu prüfen, schon bevor wir sie in uns aufnehMen. Tenn Speisen mit unangenehmem Geh­rliche find niemals gesund, wie schon ein alter Satz es lehrt, und ein schlechter Geruch warnt uns davor und verhindert uns ge­radezu durch die unangenehme Empfindung, etwas Schädliches, wie in Fäulnis übergehende Speisen, zu genießen. IN ähnlicher Weise tritt der Geruch als Wächter unseres Lebens ein, wenn- die Luft, die uns umgibt und die wir einatmen, um dem Blute und allen Organen unseres Körpers neuen Sauerstoff zuzuführen, mit schädliches Gasen vermischt ist, von deren Gegenwart uns die anderen Sinne nichts verraten. Freilich dürfen wir uns nicht allzusehr auf die Zuverlässigkeit dieses Warners verlassen, denn! wie es giftige Stoffe gibt, die kein besonders auffälliger pbetl abschreckender Geschmack auszeichnet, so gibt es auch giftige Gase, die selbst für die feinste Nase keinen Geruch besitzen. Als Beispiel sei hier das Kohlenoxydgas genannt, das sich in schlecht regulierten! Oesen bei ungenügender Sauerstofszufuhö bilden kann und schon Manches Opfer gefordert hat. Man muß aber nur bedenken, daß diese geruchlosen schädlichen Stoffe und Gase wohl alle erst von der fortschreitenden Kultur erzeugt wurden, daß also hier künstliche Bedingungen vorliegcn, auf welche die Natur des Menp schen nicht eingerichtet ist. Weit vollkommener genügt der Gei- ruchssinn daher auch bei den Tieren den genannten Funktionen, Und es gibt unter ihnen verschiedene Klassen, in welchen die Geruchsorgane unter allen Sinnesorganen die wichtigste Roll« spielen für die Erhaltung des' Individuums und der Art. Ihr Geruchssinn ist unendlich viel feiner entwickelt als beim Menschen und dient ihnen nicht nur zur Erkennung und Unterscheidung der Nahrung und zur Entdeckung der Verunreinigungen der umgebew- den Atmungslust, sondern auch noch zur Unterscheidung der Wt- genossen von fremden und- feindlichen Tieren, von solchen, die als Beute willkommen oder als Feinde gefürchtet sind, und end- lich, auch zur Witterung des anderen Geschlechts, das oft auf weite Entfernung gespürt wird. So scheint für viele Tiere durch die vor­zügliche Entwicklung des Geruchssinnes eine ganz andersartige Sinneswelt zu bestehtn, von der wir uns mrti eine schwache Vor­stellung zu bilden vermögen, luenn wir auch sehen, wie dep Jagdhund mit gesenkter Nase von geheimnisvollen Veränderungen der Atmosphäre geleitet, der Fährte des Wildes' folgt, das taM zuvor im Dickicht verschwand, ober wie er im Gewühle der Großstadt, das selbst fite unsere schwachen Rasen schon ein wüstes Chaos von Gerüchen darstellt, die Spuren seines Herrn Nicht verliert.

Es ist oft gefragt worden, ob die im Wasser lebenden Tiere auch ein Geruchsvermögen oder nur einen Geschmack besitzen!, oder ob sie derartiger Empfindüngs'qualitäten überhaupt ent­behren. Ohne uns über die seelischen Begleiterscheinungen mit Sicherheit zu entscheiden, die allerdings fiftl die Niedereir Tiere in dem bei dem Menschen sonst angewandten Sinne, verneint werden können, haben wir doch überreiche Beweise dafür, daß die int! Wasser lebenden niederen und höheren Tiere imstande sind, die Anwesenheit gelöster Substanzen in ihrer Umgebung in gleicher Weise wahrzunehmen wie.wir die gasförmig verteilten Stosse be­merken. Ich brauche nur! an die im ersten Kapitel erwähnten, durch einseitige chemische Reize bewirkten Bewegungen der einzelligen; Protisten, der Infusorien, Bakterien und ferner auch der weißen Blutkörperchen des Menschen zu erinnern, die als positive oder negative Chemotaxis bezeichnet werden, um die Fähigkeit, chemische Reize aufzunehmen, als in den ursprünglichen Eigenschaften der lebenden Substanz begründet zu erweisen, eine Fähigkeit, die sich aber im Lause der Entwicklung 'höherer Formen auf besonders Sinnesorgane beschränkt hat. Es scheint fast, als wenn die chemischen Reize bei den im Wasser lebenden Tieren eine besonderK große Rolle für die Auffindung der Nahrung iutb die Witterung der Artgenossen und bet! Feinde spielten, und in den Tiefen des Meeres kann es auch nicht wohl anders sein, denn außer Yen Schallreizen, die im Wasser kaum wirksam sind, verschwinde» mit dem letzten dort hinab dringenden Strahle der -Sonne der größte Teil der optischen und bei der gleichmäßigen Temperatur auch die thermischen Reize; und so ist cs denn auch 'überraschend zu beobachten, wie im Aquarium Seesterne oder andere nicht mit eigentlichen Sehorganen ausgestattete Tiere aus meterweiter Cnt- fernung eine Nahrungsbeute wittern und äufsuchen. Ob wir eS