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verborgen tut Gestöber, das um seinen Helm tobte. — Und unten, in einer Ecke au seinem Fuß, schauten aus einem großen Schneehaufen einzelne Zweige von beit Dannen- bäumen heraus, die da znm Verkauf mtfgestellk gewesen waren.. .
„Prächtig so!" sagte das Fräulein vergnügt, „recht so, wie's am Heiligabendtag sein soll — der Wald verschneit und die Herzen still, fröhlich und warm, nicht wahr?"
„Ich lernte nichts besseres l" gab er Zurück, „aber a l le i n kann's einem doch zu viel werden: so, mit solch' reizendem Kameraden, — das.glaub' ich!"
Nun lag das freie Land vor ihnen. Aber eben war's nicht. Mühsam arbeiteten die Pferde sich durch die Schanzen; schief zum Umwerfen ging oft der Schlitten; über den weiten, breiten Acker fuhr die wilde Flockenjagd unaufhörlich, lautlos, gespenstisch, alles Leben begrabend dahin. Der Kürassier sah hinter sich. „Nichts mehr zu sehen von dem edlen Nest; wer sich.heule verirrt, dem ist nicht Wohl. Fürchten Sie sich?"
„An der Seite eines Reiteroffiz-iers mich fürchten?" klang es mit freundlichem Ton aus dem dicht vorm Gesicht znsammengehaltenen Baschlik heraus.
„Recht so! Aber nun habe ich Ihnen eine Bitte erfüllt; nun tun Sie es mir auch!"
„Und welche wäre das?"
„Lassen Sie mich Ihr Gesicht sehen! Mr haben hier den Wind im Muken! Bitte!" Er neigte sich gegen sie. ■— Sie schob die Sanrmetflügel zurück und sah ihn heiter an. „Warum?" ""
„Sie sind schön, Julchen, und ich muß mich hier au Ihnen satt sehen ; nachher bekomme ich Sie doch nicht mehr Zn Gesicht;"
„Die alberne Feindschaft soll aufhören!" sagte sie fest, „ich stehe dafür ein! Dann wollen wir Zusammenkommen und gute Freunde und Kameraden sein tote je! Aber sehen Sie, es wird immer ärger; man sieht nicht zehn Schritt weit!"
Der Kürassier schaute besorgt um sich.
„Fritz!" rief er dem Knecht zu, „wie geht's?"
„Ja, Herr Leutnant," sagte dieser mit bedenklichem Don, „hier geht's ja noch; aber wenn wir auf den Landweg abbiegen, dann wird's schlimm werden, in der Schlucht ist's nun ja wohl rein arg. Ich bin bang, die Pferde halten's nicht aus. Sehen Sie nur, wie sie dampfen."
„Ja, Fritz, das hilft nichts; auf der Straße töirnen wir nicht liegen bleiben; toenn die Schlucht vollgeweht ist, müssen wir übers Feld fahren und sie umgehen!"
„Wenn die Mergelgruben und die Wassergraben nur nicht wären!" brummte Fritz und schwang knallend seine Peitsche über seinem schwer arbeitenden Gespann. Es ging schon lange Zeit im Schritt, die Kufen schnitten zu tief ein in dem lockeren, frischgefallenen Schnee, und die Pferde hatten Mühe, die Beine zu heben.
(Fortsetzung folgt.)
Derimfebtes.
* Ein Besuch bei Maxim Gorki in Capri. In seinem stillen Heime in Capri, wo Maxim Gorki zurzeit mit der Vollendung eines neuen größeren. Werkes beschäftigt ist, hat der russische Dichter, von dessen angeblichem Ausschluß aus der revolutionären Partei seines Vaterlandes in den letzten Tagen allerlei Meldungen durch die Blätter gingen, den Mitarbeiter des Sortiere de la Sera Francesco Dell'Erba empfangen. Gorkis Gefährtin, Maria Piescoff, die unter ihrem Bühnennamen An- dreiewna bekannt ist, vermittelte die. ilnterrednng, gegen die Gorki,. der völlig zurückgezogen lebt und Besuch nicht empfängt, sich Anfangs sträubte. Man führt den Gast in ein großes Studierzimmer; eine seltsame melancholische Stimmung liegt über dem Hermetisch verschlossenen Raume. Zn einer Ecke brennt ein Ofen und verbreitet so große Hitze, daß die Fremden anfangs fast Atemnot erleiden. Ein Fenster führt zum Meere und beherrscht den Golf von Neapel. Draußen schlägt der Regen klirrend an die Scheiben, vom Meere ist nichts zu sehen, nur das Echo seines Rauschens schlägt matt in das Gemach. Hinter einem großen Tische, der mit Papieren bedeckt ist, die Gorkis klare runde. Handschrift zeigen, sitzt der Dichter. Er scheint gealtert, er ist blässer als früher und auch magerer; Er scheint traurig, aber beim Sprechen .erhellen sich seine Züge. „Welches Leben ich führe? Seit drei Monaten habe ich mein Hans nicht verlassen. Jur September überfiel mich eine Bronchitis, an der ich heute zwch leide. Die Aerzte dringen auf Vorsicht und Schonung.
Redaktion: K. Neurath. -- Rotationsdruck und Verlag der Brii
Darin» breünt auch stets der Ost»." Als der Besucher daA Gespräch auf den. angeblichen Ausschluß auö der revolutionäres Partei lenkt, gleitet ein leises Lächeln über Gorkis Züge. „Nie- maud ist nach Capri gekommeit und auch brieflich habe ich keine Nachricht erhalten." Ec nennt die Nachricht eilte Zeitungs- Phantasie. Die Schute, von der in den Meldungen die Redä War, wurde im Einverständnis mit der revolutionären ZentvaL- partei begründet. Hörer waren Sekretäre der Ärbeit.-rorganiv sationen, die eigens dazu aus Rußland nach Capri kamen. „Ich lehrte Literatur meine Freunde Lumazarski, Bogdanoff und Alexienski Geschickte, Nationalökonomie und Naturwissenschaft." Die Schule wurde aufgelöst, weil die Kosten zu groß waren! und sie zu weit abseits vom Zentrum lag. Sie wird nach Paris verlegt. Die Schüler, ihrer 15, bewohnten als Gäste Gorkis das Parterre seines Hauses ; die meiste» sind bereits nach Paris abgereist. Gorki arbeitet fast den ganzen Tag: er spricht dann Volt dem neue n Wer,ke, das nahezu Abgeschlossen ist. „Ich schreibe an denk dritte.» Teile eines Roma »es, der den Titel führt „Chronik der kleine» Stadt Chunoff". Der erste und der zweite Test, find bereits in den Händen des Verlegers. Der dritte Test, der den Titel führt „Kleiner Roman", ist auch nahezu vollendet." Mit feinem Freunde Prof. Mäher hat Gorki auch ein Bu ch ü der das Erdbeben von Messina und Reggio geschrieben. Die Erträgnisse fließen den Atintm der beiden von vsu Kata- stcophen getroffenen Städten ?<*. Gorki fom'mt dann auf Politik zu sprechen, erkundigt sich na... deut Eindruck des .starenbesückstA in Italien. Wann Rußland küe Regierung hätte, die es haben sollte, dann wäre nach Gorkis Meinung ein Wlndnis zwischen Rußland, Frankreich,. England und Italien die sicherste Gewähr für den europäischen Frieden. Bon Gorkis Lebensgefährtin sprechen! die Nachbarn mit schrrmlvnloser Bewunderung. Den ganzen Tag verwendet sie darauf, die Armen rind die Kranken, in ihren Häusern! aufzusncken. Sie pflegt die Kranken, verteilt Heilmittel, unter- stützt die Mütter bei der Pflege Wer Kleinen und kauft ihnen Hefte und Schulbücher. Im letzten Sommer sandte sie aus ibre Kosten' einen armen rachitischen Jungen ins Bad. Nichts bleibt übrig von dec Legende, die von einem Leben in Luxus erzählt. Alles ist streng« Arbeit und Pflichterfüllung. „Mer," so schließt der italienische Besucher feinen Bericht, „das bleibt nun einmal -richt zu ändern: für die .Fremden ist Capri immer noch die Insel des. Tiberius."
* Im Ehehafen. Sie (als der Mann zu später Stund« angeheitert nach Hanse kommt): „Aber Theobald, vergebens suche ick nach Worten..." — Er: „Liebe Agathe, da kannst du dich aus dich verlassen; du wirst sie finden!"
* A u! „Die bei Ihnen gekauften Streichhölzer müssen feucht sein, sie zünden gar nicht!" — „Dafür sind's ja auch Sicher- • heitszündhölzer!"
* Das ändert hie Sache. Er: „Eben hörte ich im Salon ein verdächtiges Geräusch — ich trete leise ein, und was sehe ich? Der Klavierlehrer küßt —" Sie: „— uns're Lotte,
Rege dich nur nicht gleich auf; es sind junge Leute —" — „Das Dienstmädchen hat er geküßt!" — Sie: „Na so 'ne Gemeinheit! Der Kerl muß auf der Stelle raus!"
* I m Heiratsbureau. Vermittler: „Ich habe Ihnen doch gesagt, daß der Herr schwarze. Haare und blaue Augen hat." — Dame: „Aber die, rote Rase haben Sie mir verschwiegen." _____________
Literatur.
— Das c c f< c Werk über Michael Pacher, den große» deutschen Maler und Bildhauer der zweiten Hälüe deS 15. Jahrhunderts, ift soeben im Verlage deS dewsche» Deukmälec Archivs „VerlagSanstalt Dr. Franz Stoedtner, Berti» erschiene».
.Köuigsp» omeuade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König nuf dem Schachbrett — sterr von einem Feld aus nuf ein benachbartes übergeht
Auslösung in nächster Nuinmer:
sind
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das,
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was
nein
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jedes
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sal
schert
ei
Auflösung de§ Ziiatenrätseis in voriger Nummer: Gebet dem Kaiser,'was des Kaisers ist.
bl'schen Uuiverstiäis-Buch- imb Steindruckerei, R, stgnge, Gießen-


