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ürirt heißes Rot. Ja!, der war ihr wirklich ergeben! Seit Lein Frühjahr war feilt Tag vergangen, an deut sie nicht Miteinander gewesen. Er hatte sich ihr ganz Zur Ber- fügung gestellt; er trug ihr das Dich, wenn sie zusammen wanderten, er reichte ihr die Hand, wcmi's besonders steil war oder ein Bach den Weg versperrte, er hob sie bmtn saft mit feinem starken Arm. Er war wie ein Kavalier wo er nur die guten Manieren her hatte?! Nelda verglich ihn int stillen mit sämtlichen jungen Herren aus Koblenz; nein, keiner hatte solch eine frische Männlichkeit! Und seine hübschen An gen, tcck und doch treuherzig, so blau wie der Himmel da Mischen den Bäumen! Und seine kräftige Ge­stalt! Gar nichts Bäurisches, schlank und ebenmäßig ge­wachsen wie die Tanne dort am Mhang. Ob er gescheit war? Daran hatte sie eigentlich itoch gar nicht gedacht, darauf kant's hier doch auch nicht an. Sie hörte ihm gern M, wenn er anr Abend mit dem Onkel auf der Bank vor .der Tur redete; sie saß dann auch dabei, es war ihr recht, wenn's spät wurde. Es gab nichts Beruhigenderes auf der Welt, als mit halbgeschlossencn Augen oben am Himmel das mildglitzernde Gewimmel der Sterne zu verfolgen und dabei die harmlosen Geschichten von Leid und Freud der Dörfler, vom Gedeihen der Feldfrucht, von der Witterung und so weiter, am Ohr vorübergleiten lassen. Auch ein bißchen Klatsch aus der Nachbarschaft lief mitunter, aber er trar nicht verletzend. Es tvar ihr eine Wohltat, dies sorglose Männerlachen zu höret!; der Onkel lachte auch gern mit.

Der war überhaupt jetzt ganz verändert, ordentlich ver­jüngt. In Meerfeld grünten lustige Wiesen um's Maar herum, das armselige Vieh weidete sich darauf dick und fett; im nächsten Sommer würden sich schon Halme dort wiegen. Die Regierung hatte noch einmal einen geschickten Wasserbaumeister gesandt, der hatte dem Maar einen Ab­fluß geschafft und so jeder weiteren Neberschwemmung vor- gebcugt; auch Unterstützung für die Notleidendett tvar ein» getroffen. Dallmer hatte zur Feder gegriffen und in der verbreitetsten Zeitung des Rheinlandes für das arme Dorf in der armen Eifel gebeten. Es geschah in einer kleinen Er­zählung, die Worte waren unendlich schlicht und einfach, aber ein warmes Herz hatte sie diktiert; darum gingen sie zu Herzen. Die Seute lasen dieGeschichte vonr armen Dorf", manch einer bekam Tränen in die Augen. Es trafen viele Gaben ein.

Jetzt waren die baufälligen Hütten ausgebessert; dem war ein Schwein angeschafft, dem eine Ziege, mitHott" üudHahrn" jagten die flachssträhnigen Kinder hinter den Merfüßlern über den grünen Anger.

Auf deut winzigen Kirchhof am kahlen Berghang spielte der laue Wind mit den langen Halinen auf dem Grab von Leisager und seinem Schatz; kleine, blaue Heidefelder jagten sich darüber. Bei den beiden war's geblieben, niemand Mehr gestorben; es waren wohl noch etliche krank gewor­den, aber der Bürgermeister ließ sie zusammen in ein Haus legen, kein anderer durfte sich dort unnütz aufhalten. Er selbst und Nelda kamen alle Tage und schauten zum rechten. Wenn jetzt der Bürgermeister in Meerfeld über die Gasse ging, grüßten die Leute schon von weitem; die Manderscheider aber sagten:Kücktelhei, onsen Borgemaster jao, jao, dat es aiten!" Und dabei zogen sie die Mäuler breit und nickten wohlgefällig.

Einmal war Nelda auf dem Meerselder Kirchhof ge­wesen ; lange hatte sie an den beiden Mädern gestanden, die dicht nebeneinander lagen, jedes mit einem weißgestrichenen Holzkreuzchen besteckt, nicht viel besser, als es die Kinder zum Spielen schnitzen. Kein Schmuck, keine einzige Blume! Reldas Finger zitterten, als sie die Stiele von wilden Skabiosen und Glockenblumen zum Kranz ineinanderflocht. Es !var schwer, hier oben Mumett zu finden, der Hang lag allen Winden preisgegeben. Nun war der dürftige Kranz fertig, sie kniete nieder und hing ihn um das Kreuz auf des Mädchens Grab.Dtt bist glücklich," sagte sie leise und legte die Hand auf den sonnverbrannten Erd­hügel. Langsam stieg sie dann den schattenlosen Weg nie­der, sie schleppte die Füße, daß kleines Geröll mitprasselte; sie war so müde, eine ungeheure Traurigkeit machte das. Dio Armseligen lagen da oben Vereint, schauten nieder in's Täl, ließen den Wind über sich gehen und fragten nichts nach dem, was die Menschen sagen. Und sie selbst? Allein ungeliebt! War denn keiner, der sie lieben konnte?!

Unten am Dorf kant ihr Hommes entgegen.Ich lvußt'.

Sie waren hergegangen, Fräulein Nelda ich weiß immech wohin jSie gehen, da wollt' ich Sie nach Haus begleiten!" Seine Stimme klang gedämpft, heimlich erfreut. Sie streckte ihm die Hand hin und ließ sie ihm; Hand in Hand gingen sie heim, den Weiten Weg. Aber das lvar anch das einzige Mal; seitdeut nie mehr so.

------Seitdem nie mehr so! Nelda zuckte zusammen,

als sie heut an jenes Heimgehen dachte. Sie blieb stehen und sah sich schert ringsum was tvar es denn gewesen? Es ist doch kein Unrecht, wenn man mit jemanden Hand in Hand geht? Aber das Gefühl, das so süß ist; das Gefühl, sich auf einen Starken zu stützen fie wußte genau, sie hatte sich bei jeder Unebenheit des Weges ungeschickter ge­stellt, als nötig war ist das recht? Es ist so natürlich. Sie ließ die Lider über die Augen sinken und dachte nach; das war ein ewiges Kommen und Gehen der Farbe ans ihren gebrannten Wangen. Plötzlich wurde sie duntelrot,

Besä Nelda Nelda Befa!" Eine Männerstimme rief es, das Echo gab's wider. Heinrich Hommes, natür­lich, er lvar es! Noch einmal:Nelda Befa Nelda!" Immer rascher und rascher; die beiden Namen wirbelten untereinander, das Echo wurde ganz wirr, es gab nur noch eilt einziges langgezogenesAh" zurück. Eiu nicht enden- wollendes Lachen folgte. Diese helle übermütige Stimme gehörte Befa. Wo waren die beiden?Haha" tönte es tief und hoch durch den Wald und verschwebte zwischen den Bäumen.

(Fortsetzung folgt.)

Die Gitarre und ihr wiedererwachen.

Seit den letzten 15 Fahren macht sich in musikliebenden Kreisen wieder eine Bewegung zugunsten der alten Znpf- instrumente, Laute und Gitarre, geltend. Diese Bewegung erklärt sich wohl aus dem Bedürfnis nach einem künst­lerischen, sowohl leicht nach Noten als auch improvisatorisch spielbaren, mehrsaitigen Begleitinstrnment, das mit Be­quemlichkeit untgetragen uud gespielt lverdeu kamt. In welchem Grade unsere Gitarre allen diesen Anforderungen genügt, soll hier gezeigt werden.

Zuerst Einiges znr Geschichte der Laute uud der Gitarre. Beide Instrumente sind nahe verwandt und uralt; sie haben sich erst nach und nach entwickelt und im Laufe der Zeit verschiedene Formen und Stimmungen angenommen. Unter Gitarre gemeinhin es gibt jetzt sehr verschiedene Formen versteht man bei uns die einfach bezogene, üsaitige spanische Achtersormgitarre, die aus e a d g h e gestimmt ist und eine Oktave höher votiert wird. Der Körper der alten deutschen Laute hatte Kürbisform, vielleicht doppelt so groß wie der unserer Mandoline. Ihre Besaitung war doppelt und abweichend von der Giitarrestintmung; außer­dem besaß sie vier bis acht freischwebenda Kontrasaiten, die stets leer angeschlagen und je nach der Tonart vorher entsprechend ge­stimmt wurden. Die Besaitung wechselte sehr nach Län­dern und Zeiten, so daß es schwer ist, eine als die typische aufznstellen. Beide Instrumente wurden vornehmlich zur Begleitung von Liedern benutzt, kouuten sehr wohl aber auch Solo gespielt werden, was allerdings vom Spieler einen ziemlichen Grad von Fertigkeit erforderte und Unter­richt vvranssetzte. So spielt man noch heute in Spanien Gitarresolo als Tanzmusik. Wer diese spanischen Tanz- weisen für Gitarre, die meistens einen stürmischen, wilden, dann wieder elegischen Charakter tragen, einmal gehört oder selbst gespielt hat, der wird sich eines tiefen Ein­drucks nicht erwehren können. Die alte deutsche Laute existiert nicht mehr. Sie behauptete mit einer Abart der Theorbe bis in die Jahre 17401750 ihren Rang und ivurde damals uoch int Orchester zusammen mit dem Elavizimbali gespielt.

Verschiedene Gründe verdrängten damals die Laute; z. B. die doppelte Besaitung, die das Stimmen erschwerte, die ihr eigentümliche, sehr unpraktische Notenschrift, vor allem aber die Vervollkommnung des Klaviers. Weilt das Bedürfnis eines mehrsaitigen, leicht transportablen Begleitinstruments mußte bald wieder fühlbar werden. Und wirklich war zwischen der Laute und ihrer Nach­folgerin, der Gitarre, nur eilte kleine Paufe.

Die Gitarre, die jetzt bei uns gespielt wird, ist eigentlich! die spanische und nur aus Spanien wo sie stets beliebt war und auch noch ist nach Italien und Frankreich