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kmüneneS Werk Hmnboldts, die Verteilung der PflÄttzengestaltrn Mts dem Erdboden, hinweg und er antwortet ihm mit den Versen:

An Trauer tag en

Gelangte zu mir Dein herrliche Heft!

Cs schien zn sagen:

Ermanne Dich zn fröhlichem Geschäft!

Die Welt in allen Zonen grünt und blüht

Nach ewigen beweglichen Gesetzen;

Das wußtest Du ja sonst zu schätzen,

Erheit're so durch mich Dein schwer bedrängt Gemüt."

1826 erscheint Humboldt im Dezember zu einem flüchtigen! Besuch bei Goethe und sie tauschen ihre Erfahrungen und geistigen Schätze mt§. Wie Goethe in Alexander von Humboldt ein seltenes und geniales, geistiges Phänomen verehrte, das hat er damals am schönsten zu Eckermann ausgesprochen:Was ist das für ein Mann! Ich kenne ihn so lange und doch bin ich von neuem1 über ihn in Erstaunen. Man kann sagen, er hat an Kenntnissen und lebendigem Wissen nicht seinesgleichen. Und eine Vielseitigkeit, wie sie mir gleichfalls noch nicht vorgekommeir ist! Wohin man rührt, er ist überall zu Hause und überschüttet uns mit geistiges Schätzen. Er gleicht einem Brunnen mit vielen Röhren, wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und so es uns immer erguicklich und unerschöpflich entgegenströmt. Er wird einige Tage hier bleiben, und ich sichle schon, es wird mir sein, als hätte ich Jahre verlebt. C. W.

Vernaschtes.

* Ueber die'Charakterdeutung aus der Hand­schrift äußert sich der bekannte Kriminalanthropologe Geh. Medizinalrat Dr. Näcke tHubevtusburg) im neuesten Heft von Gvoß' Archiv (Verlag F. C. W. Vogel, Leipzig) in bemerkenswerter Weise. Er schreibt: Es war sicher eine große Entdeckung Preyers, daß jeder Mensch stets seinen eigenen Duktus der Schristführung besitzt, und zwar nicht nur in den Fingern, sondern auch in den Hand-, Arm-, Schultermuskeln, -Gelenken usw. Damit ist aber für die Deutung, für die Charakterologie wenig gewonnien. Zu- gestanden mag sein, daß sich .Affekte aller Art in der Schrift kundgeben können. Hier aber treffen wir schon auf die Schwierig­keit, daß Affekt in der Definition sehr objektiv ist, folglich immer bloß die stärksten Grade indiskutabel bleiben. Viel schlimme« steht es mit den Eigenschaften, dem Charakter des Menschen. Was ist Charakter, was eine bestimmte Eigenschaft? Jede Definition schwankt und ist nur ein grobes Gerüst, Skelett, nur ein getvisser Orientierungspunkt, dessen Ausfüllung und 'Ausdehnung je nach dem Alter, Geschlecht, Beruf, Bildungs- und Fntelligenzgrade usw. des Beftagten in weiten Grenzen hin und her schwankt. Nur über die krassen Grade herrscht wohl Uebereinstimmung. An­genommen nun, es gelänge, absolut sichere Kriterien für die einzelnen Eigenschaften festzustellen, so kommt eine weitere fast unüberwindliche Schwierigkeit dazu. Wer kennt den sogenannten Charakter seines Nebenmenschen gut genug, um ihn mit Sicher­heit zeichnen zu können? Der Mann kennt nie seine Frau aus und umgekehrt, die Mutter nie ganz ihre Kinder und umgekehrt, wieviel weniger geschieht dies in außerfamiliären Verhältnissen? Und bei derartigen Umständen will man mit.positiver Sicherheit dem oder jenem diese oder jene Eigenschaft' als spezifisch an­rechnen? Ist es nicht vielmehr meist oder sehr ost nur ein! Andichten? Mehr wie eine gewisse Annäherung an die Wahr­heit kann man nicht erreichen Trotz dieses schwankenden Bodens soll nun jede Eigenschaft ihr eigenes Zeichen in der Schrift haben? Dies anzunehmen, dazu gehört beinahe ein Köhlerglaube. Wie sollte auch irgend eine Eigenschaft, selbst wenn sie ganz fest definiert und sicher bei einer Person zu konstatieren ist, durch ein Zeichen eindeutig ausgedrückt werden können? Die viel­deutigen Wurzeln der meisten sogenannten Eigenschaften sind' eine weitere, kauni zu überwindende Schwierigkeit für die Graphologie als Charakterdeutung. Ein Zeichen füv eine bestimmte Eigen­schaft zu finden, ginge daher kaum an, es müßten eben mehrere! ,Zeichen da sein. Dieselbe Eigenschaft kann ober endlich auch zu verschiedenen Zeiten aus verschiedenen Motiven bei einer und derselben Person auftreten. Und wer will die Abotive sicher auffinden, wenn der ernste, sich genau prüfende Psychologe meist nicht mit Sicherheit entscheiden kann, welches Döotiv oder vielmehr welche, da es gewöhnlich komplizierte sind- ihn zu einer bestimmten Tat bewogen. Dagegen ist wohl zstzugeben, daß gewisse Willensgrade: starker, schwacher Wille in der Schrift sich ausdrucken können, ebenso, wie Liederlichkeit, Unregel­mäßigkeit der Schrift usw. manche Rückschlüsse bei nötiger Vor­sicht erlauben. In das eigentliche Getriebe aber des Innern wird man wohl nie dringen, und das wäre doch die Hauptsache! Ich halte also, so überschlägt Näcke, die Graphologie als Charakterdeutung für eine psychologische Unmöglich­keit und bedauere nur die Zeit, Mühe und den Scharssiirn, die darauf verwendet wurden. Ja, wenn die Sache doch wahr wäre, Würbe ich sie geradezu für ein soziales Unglück halten, da die notwendige Aufrechterhaltung der Maske int gegenseitigen Ver­kehr dadurch schwer geschädigt, ja unmöglich werden würde und den Mann wider die Frau, die Kinder wider die Eltern usw.

Hetzen würde. Wer über die Möglichkeit der eigentlichen Grapho­logie sprechen und schreiben will, hat erst ihre physiv- und psycho­logische Grundlage zu beweisen, was meiner und anderer Ansicht nach unmöglich ist.

Ein Schauspielerleben. Franz Tewele, an dessen 50 jähriges Schauspielerjubiläum wir bereits erinnert haben, verzeichnet in seinen Memoiren tausend Roll« n, die et während eines halben Jahrhunderts in 8718 Vorstellungen gespielt hat. Und jedesmal hat er in seinem Gedeukbuche das bemerkenswerteste Ereignis des Abends in sehr drolliger Art festgehalten. Da findet man:

Hinauswürfe von der Bühne. . 742 mal Heiraten ......... 2519 die Treue anderen gebrochen. . 1186 mir die Treue gebrochen . . . 1445 Kaiser Joses gewesen..... 89

König gewesen....... 1

Prinz gewesen ....... 46

Gras gewesen ....... 259 Baron gewesen....... 483 Bankier gewesen ...... 717

Frauen besaß Teivele auf der Bühne nach seinem Geständnis ntehr als sämtliche Sultane auf der Welt zusammen, und roeitn er die Zahl seiner Kinder zusammenzählen würbe, die man ihm in der Wett der Jlltision schenkte, so müßten einige Legionen heraus- fommeit. In den Tod gegangen ist Teivele nur 39 mal. Diese Katastrophen datieren in seine Lehr- und Wanderjahre zurück, als er den Ton Carlos, den Ferdinand inKabale und Liebe" uub andere Schandtaten verüble. König ist er bloß ein einziges Mal gewesen: anno 1860 in Preßburg. Man spielte im dortigen Theater eine Tragödie der Birch-Pfeiffer, betiteltPurpur und Trauer." Tewele raunte den ungarischen König Bela den Blinden. In einer Szene bemerkte er, daß sich der Schleier der Königin in den Zieraten des Thronsessels vernestelte. Sie hohe Frau machte Anstrengungen, das Gewebe loszulösen, tvas ihr nicht gelang. Galant wie Tewel« immer war, griff er selbst zu. Im selben Moment drang der Bierbaß des Regisseurs aus den Kulissen hervor:Sie Trottel, was tun's beim, Sie scm ja blind!" Und mit die Tragödie uub der Stimmung des Publikums war'- novnHpr.

,* Airf d em Bastle. Tie beleidigte Mutter:Na hähr u Se, Herr Krause, scheen is das niet) gonpe von Sa, nid) e enz'gess Mal mit unf'rer Adele .ze tanzen, am längsten Ham mer nu del Seefe bei Sie gekooft!" .

* Dros chk e nf u t s ch e r « n t er sich.Was ist denn mit deinem! Schimmel, der läßt ja so den Kopp hängen?"Ich weiß nicht, was bemi heute fehlt, aber seitdem die Automobile so überhandnehmen, wird er mir sehr nachdeukeud."

Literarisches.

DieSüddeutschen Monatshefte" bieten in ihrem Maiheft wieder eine Fülle wertvollem Lesestoffs: Hans Pfitzners große AbhandlungZur Grundfrage der Operudichtung", einen grundlegenden Aufsatz des Konservators des Basler Museums Prof. Dr. Paul GanzHans Holbeins Jtalienfahrt", ein neues Kapitel aus den ßefc en gerinne rangen Ludwig Ganghofers, aus denen wiv kürzliche einen Teil abdruckten, die Fortsetzung des neuen Romans der Grazia Teledda, einen Aufsatz von Hofmiller über Gerhart .HaupinmnnsGriselda", einen Dialog von Friedrich Naumann über Steuerfragen, einen Brief von Friedrich Th. Vischer, Zahlreiche andere Beiträge vervollständigen das Heft der tüchtig geleiteten Zeitschrift) die sich ständig wachsender Beliebtheit erfreut.

Silbenrätsel.

art, da, ei, gart, gar, gen, hel, low, rai, pert, rog,, see, feit, la, roci, will

Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt iverden, daß die Anfangs­buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von» unten nach oben aelesen ein Sprichwort ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Stadt m Böhmen.

2. Ein Mineral.

3. Insel in der Ostsee.

4. Schausvieler und Lustspieldichter,

5. Irländische Hafenstadt.

6. Gebirgssee in Oberitalien.

7. Russische Hafenstadt.

Auflösung in nächster Rümmer.

Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummert

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitats-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.