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Hangt NiWsten aus!

Man schreibt uns:

Der Fortschritt der Waldkultur auch in Hessen hat einen Rückschritt in der Vogelwelt zur Folge. Deshalb sollen wir, und speziell wir Landwirte, der Wohnungsnot unserer Vögel steuern und die jetzigen Tage, wenn noch nicht geschehen, dazu benutzen, Nistkästen zu fertigen, am besten aus einein hohlen Baumstainmstück oder Ast, und diese an einen: stillen Ort aufhängen. Was aber ein Vogelnest, beispielsweise ein Starennest, wert ist, zeigt folgende einfache Berechnung: An­genommen, in einem Starennest befinden sich 5 Junge. Jedem werden täglich ca. 60 Raupen, Schnecken oder Engerlinge zugetragen. An einem Tage verzehren also die Kleinen 250 und so lauge sie im Neste hocken (nmb 30 Tage) 30x250 Schädlinge 7500 Stuck. Fräße eine Raupe pro Tag nur 1 Blüte, so würden von dem ohne Starnest am Leben bleibenden Baumschädlingen während der Fütterzeit der Jungen 30x7500 oder 225 000 Blüten verzehrt. Gesetzt, von 10 Blüten gäbe cs nur eine Frucht, Apfel, Birne ic., so blieben also durch ein Starnest 22 500 Früchte erhalten. Wieviel Körbe voll sind das wohl? Darum, Landwirt, Obst-- züchter, sorge dafür, daß, wenn die Stare und andere Höhlenbrüter zurück sind, sie die nötigen Wohnstätten an deinem Hause, deiner Scheune ober noch besser, an einem Baume vorsinden! -p.

Zirms von den Giftpflanzen.

(Originalbeitrag derGieß. Fam.-Blätter".)

Menn die Natur durch den Reichtnn: und die Pracht ihrer Bltiten und Früchte uns am meisten erfreut, dann bringen die Zeitungen nicht selten Nachrichten von Vergiftungen durch den Genuß, von Wurzeln, Stengeln, Blättern, Blüten oder Früchten mancher Pflanzen. Am nreisten find Müder durch ihre Un­erfahrenheit und Naschhaftigkeit der Gefahr ausgesetzt, giftige Beeren oder Samen, auch die Wurzeln mancher Pflanzen zu genießen und sich dadurch nachteilige Folgen für die Gesundheit, oft selbst einen schnelle:: Dod zuzuziehen. Aber auch Erwachsene haben häufig schon durch Unkenntnis und diwch Verwechslung giftiger Pflanzen, besonders der Giftpilze mit eßbaren, unschädlichen, den Tod ganzer Familien herbeigeführt: selbst durch die Stengel und Blätter mancher Giftpflanzen, die hin und wieder zwischen den K'üchengewächsen des Gartens wachs«:, wurde gar oft schon dre Gesundheit der Menschen beeinträchtigt. Es erscheint darum nötig, von Zeit zu Zeit immer wieder einmal auf die gefährlichsten Grftgetvächse hinzuweisen und durch Belehrung über ihre Merk­male und Eigenschaften vor ihnen zu warnen. Andererseits sind dk meisten dieser Gewächse überaus wichtige Arzneipflanzen, dre uns rm allgemeinen inehr nützlich als verderblich sind, weil sie, vom geschickten Arzte in kleinen Gab«: angewandt, uns in vielen Krankheiten Hilfe und Heilung zu bringen vermögen. In den Apotheken werden bald der ausgepreßte Saft, bald die pulve- r:s:«rte Wurzel oder die Samenkörner zum arzneilichen Gebrauche verwendet. Es verdienen also die Giftpflanzen in doppelter Hin­sicht unsere Aufmerksamkeit.

Wir finden sie am häufigsten da, !vv sie der Unkundige an: weittgsten vermutet. Die Hundspetersilie und überhaupt die Schier- nngsart«: :m Garten sind leicht mit der gebräuchlichen Petersilie zr: verwechseln; der Fingerhut, der Avon, die Tollkirsche und der Drxus rm Walde, die Herbstzeitlose und der Hahnfuß auf der W-ese, der Goldregen in den gärtnerischen Anlagen locken durch ihre Bluten und Früchte den Unkmldigen an: andere machen i. - dagegen durch einen unangenehinen Geruch kenntlich, wie das Bilsenkraut, der schwarze Nachtschatten und der Stechapfel. Man unterscheidet gewöhnlich betäubende, oder narkotische Gift- gewachfe, wie z. B. die Tollkirsche, den Stechapfel und das Bilsen­kraut, welche rhre schädliche und tödliche Wirkung auf das Nerven­system des Menscher: durch Blutüberfüllung der wichtigsten Organe ausnben, rndem sie betäuben, Brausen in den Ohren, Mattigkeit ur den Gliedern, Zittern, Mampfe, Lähmungen imb zuletzt den «Z Überfuhren, und daneben scharfe Giftgewächse, welche durch :hr. atzende Scharfe den Magen und die Gedärme angreif«:, OffiS.' H Eingeweiden, heftiges Abführen und

hr f1 Zuckungen und den Tod Hervorrufen;

Kiesen scharfen Giftpflanzen gehören der giftige Hahnstrß, der Eiserrhut, bet Seidelbast, der Fsiegenschwamm und die Herbstzeit- h' r r "bcr auch Giftpflanzen, welche die Schärfe mit den betarrbenden Wrrrungen vereinigen, deren Genuß Ekel, Er­brechen, Durchfall, Schwindel, Verdunkelung der Augen S$cr==

Zuckungen, Ohmnacht und zu- letzt Schlagfluß hcrberstrhrt;zu dreien Giftpflanzen gehören der Wasserswierlrng, der Blutschierling und der Fingerhut.

Wenn nach den: Genüsse von Pflanzen die Anzeichen ein-« Erkrankung den Verdacht einer Vergiftung recktfettiaen so man lauwarmes Wasser oder Kamillent« mitEssig'vLmisckk auch Serfenwasser, und suche Erbrechen hervorzurufen- iew-nchttä rst cs aber am ratsamsten, rasch die. Hilfe eines «siztes m Ansvruck zu -rchnreu der durch Anwendung geeignet«" Mittel' weLZ schlimme Folgen um so eher abzuwenden in der Lage sein wird frühzeitig genug nach den ersten Anzeichen der Erkrankung alsbald nach ihm geschickt hat. Zum Glück sind die Fälle doch selten wo gegen «ne Vergiftung durch den Genuß chdlicher Gcstpflanzen alle Hilfsniittel unb selbst die Kunst ^des Amtä keine Rettung mehr bringen. '

Veemrfchtes.

. Tet Reiz des weiblichen Gesichts lieat wen» f«'0;» Amerikaner Thurston Peck glauben will, durchaus nicht immer tit einem gewissen Jdealzustand. Selten ist das faszi­nierende Gesicht so, daß man es beim ersten Anblick schön nennen wurde Es gibt sechst direkt, häUiche Frauen, wie L^e Sand!

kuien großen Reiz ausüben. Vo>: höchster Bedeutung abev knt.f Kenner die Augen Blau/ Augen er-

Ule faszinierend. Sie bezeichnen einen nor­malen, zu einfach«:, graben Charakter, und was auch das Wesen e:ner faszlNlcreuden Frau ausmachen mag das Eiirfache ist sfirwn imn1^ indessen, die an graue grenzen, und

Augen von lebet Farbe können faszinierend sein, nußbraun frei» iwp ttnt wemgften. Schwarzen wird ein Vorziig gegeben. Die be- zaubcrndsten Augen von allen sind aber diejeicigen, die zwischen grau und grün schwebe::. Sie sind unergründlich, sie Wersen immer und immer wieder die Frage auf, was diese Augen wohl' ßaben mögen, und sie zeigen eine Natur an, die selten l'c Wenn sie von ein wenig schiveren Lidern verschleiert sind und unter zwei schön geschwungen«: Augenbrauen liegen, dann sind sie in t>n- Tat vollkoniinen

, , t*t UNgenehmes Thema.So, euer Geographie- febroL ist so rerzend? Ella:Ja, wir behandeln gegenivärtig stallen und da hat er uns schon die letzten drei Stunden von ferner Hochzeitsreise erzählt!"

w. * Sicher wirkendes Mittel.Kehre zurück, liebe Erna, :ch habe div em großes Geheimnis zu offenbaren! Dein Gustav.

Literarisches.

mDeutsch e r H u m o r II. Wer feine Bibliothek um einen Band bereichern will, ut dem die typischen Vertreter des modernen Humors mit ihren charakteristischen Schöpfungen vertreten find, kausc frch den 24. Band der ganz vortrefflichen und geradezik erstaunlich wohlfeilenBücher des Deutschen Hauses". Moderne Autoren zu besitzen ist int allgemeinen ein teurer Spaß. Hier bietet sich Gelegenheit für einen ganz geringen Preis die lustigen Proben von Stette «heim und Trojan, von Otto Ernst, Ludwig T h o m a und B l li m c n t h a l, von P r e s b e r, Freiherrn von Schlicht und Moszkowski, von Roda Roda und Fulda zuzulegen. Auch Julius S t i n d e und der kürzlich verstorbene, unsterbliche Wilhelm Busch find nicht ver­gessen. W. A. Wellner, der den ersten BandHumor" der bekanntenBücher des Deutschen Hauses" illustriert hat, hat auch diesem Band gelungene Bilder beigesteuert.

Art- unb Einsichten.

Wer irgend etwas in: Universum noch fürchtet, und wäre eS in der Hölle, der ist noch ein Sklave. Jean Paul.

Kein Borger sei und mich Verleiher nicht;

Sich und den Freund verliert das Darlehn oit.

* Shakespeare (Hamlet).

Was hülle alle erlernte salomonische Weisheit, wenn der Schul­meister bei Mißwachs oder einem teuren Jahre Gefahr läuft, mit Weib und Kindern zu verhungern? Herder.

Wenn >nan der Jugend reine Wahrheit sagt, Die gelben Schnäbeln keinesivegs behngt, Sie aber hinterdrein nach Jahren Das alles derb an eigner Haut erfahren, Dann dunkeln sie, es kam' ans eig'nem Kops. Goethe

Gleichlautende Wörter mit verschiedenartiger Bedeutung.

Wer mich entbehrt, der kämpft sich schwer durch's Leben, Und dann soll ich, iva.S er nicht kann, ihn: geben.

Gießen. P,

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Mühe wird erfrischt durch Hoffnung.

Redaktion: P. Witiko. Rotationsdruck und Verlag der B r ü h l 'fchen Universitäts-Buch- und Steiadruckerei, R. Langes Gießen.