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in den Herzen der Menschen. Verstehst du nun alles', wie ich's meine?"

O, ist verstehe alles!" entgegnete der König voll Freude.Ich will verfahren nach deiner Vorschrift!"Tu' dies," versetzte das Mädchen,und du wirst glücklich machen und glücklich werden!"

Erkläre mir noch etwas!" bat der König.Ich kenne deine Sprache nicht, ich habe sie noch nie gehört, und doch verstehe ich jedes Wort, das du sagst. Wie ist dies zu erklären?"

Meine Mutter hat mir die Gabe verliehen," ctni>. wartete die Tochter der Fee lächelnd,jeden zu verstehen und von jedem verstanden zu werden. Es ist wie die Musik, die jeder versteht, er mag eine Sprache reden, welche er will. Auch ich kenne deine Sprache nicht und doch verstehe ich jeden Klang deiner Worte."

O, wie heißest du, du herrliches Wesen?" fragte der König.Poesie ist mein Name," antwortete das Mädchen. Hierauf erhob sie sich, winkte dem König freundlich zu und war plötzlich verschwunden. Zugleich verschwanden auch die Blumen und die Springbrunnen und die goldenen Sessel, und der König stand allein auf einem rasenbedeckten freien Platze, den der Mond mit seinen milden Strahlen beleuchtete, der Weg aber, über den der König gekommen war, blieb offen. Von einem unsäglichen Gefühle des Glückes durchdrungen, wanderte dieser heimwärts, auf Mittel und Wege sinnend, wie er seine Fehler wieder gut und sein und seines Volkes Leben schön machen könne.

Es dauerte nicht lange, so war sein Land eine Stätte des Glückes, und der glücklichste von allen war der König selber.

Nevmrschtes.

* Die Sprache der Augenbrauen. Die Physiog- nomiker, die aus Schädelformen und Gesichtszügen ein Bild des Charakters entwerfen, machen sich, wenn man einer englischen Zeitschrift glauben will, zu viel Mühe. Es bedarf nur einer genauen Beobachtung der Augenbrauen, um über die Grundzüge eines Charakters entscheidende Anhaltspunkte zu gewinnen. Hochgewölbte Augenbrauen z. B. sind ein Zeichen außerordentlicher Sensibilität, wenn- gleich sie keineswegs, was im allgemeinen geglaubt wird, auf große Intelligenz schließen lassen. Ein kärglicher Haar­wuchs der Augenbrauen ist ein Zeichen von Mangel an Lebenskraft; dicke, buschige Augenbrauen dagegen zeugen von einer kräftigen Konstitution und von körperlicher Wider­standsfähigkeit. Bei einer Frau gewähren sie keinen schönen Anblick, aber auch hier sind sie ein Zeugnis körperlicher und geistiger Kraft; laufen sie dabei zugleich an der Nase zusammen, so können sie als' ein Zeichen eines aufrichtigen Charakters gelten. Lange, herabhängende Augenbrauen, die auf der Stirn weit voneinander entfernt sind, sind ein Zeichen von Lebensfreude und freundlicher Gemütsart. Zeigen die Brauen eine hellere Haarfarbe als das Haupt­haar, so mag man ans eine schwache Lebenskraft und auf eine große Empfindsamkeit schließen. Schwach gezeichnete Brauen, die hoch über dem Nasenansatz liegen, bezeichnen Indolenz und Schwäche. Die tiefschwarzen Brauen, die dem Gesichtsansdruck so scharfes und energisches Leben ver­leihen, sind, falls wirklich echt, die Anzeichen eines leiden­schaftlichen Temperaments. Bei stark entwickelter Intelli­genz wird man nur selten hellgefärbte Augenbrauen finden, wenngleich auch die Farbe der Brauen nicht so charakteristisch ist wie die Form. Rote Augenbrauen lassen auf großen Ehrgeiz und Heftigkeit schließen. Die Braunen stehen, wie schon die Farbe andeutet, in der Mitte zwischen Schwarz und Rot.

* Der Gedankenleser. Hauptmann (zum Freiwilligen, den er längere Zett gröblichst beschimpft hat):Sie, ich weiß, was Sie sich jetzt denken, melden Sie sich morgen zum Rapport, Sie bekommen bret Tage Kasernenarrest!"Lust. Woche."

Literarisches.

Die vierte Lieferung des Deutschen Wörterbuch« von Werg and (im ganzen 12 Lieferungen zu je 1.60 Mk) dessen 5. Auflage durch die völlige Neubearbeitung erhebliche Verbesserungen aufzuwersen hat, ist soeben erschienen. 768 Spalten größten Lexikonformats binnen 9 Monaten zu liefern, ist eine rühmliche Leistung sowohl des unermüdlichen Herausgebers, Bros' H. Hirt in Leipzig, wie auch des' Verlegers, Alfred Töpelmann M Gießen, der die Benutzung des Wörterbuchs durch die smnvolle Ausstattung wesentlich leichter und angenehmer gemacht hat. Die Neue Lieferung bringt den Wortschatz vonFrau" brsGrille" und ist reich an Artikeln, die den Wert eines die Sprachgeschichte wie Etymologie gleich ausführlich behandelnden deutschen Wörterbuchs für jeden gebildeten Volksgenossen dartun.- Wir greifen aus der Fülle aufs Geratewohl einige Stichwörter heraus WerFronde" (Abl.Frondeur",frondieren") belehrt uns derWeigand", daß die Wörter nach Bismarcks Rücktritt wieder neubelebt worden sind, nachdem sie alle im 18. Jahrhundert aus dem französischen frondeName einer Oppositionspartei während der Minderjährigkeit Lndwigs XIV., die die Politik Mazarins stark bekämpfte" ins Deutsche übergegangen, dann aber allmählich zurückgetreten waren.Gaze", benannt nach der Stadt Gaza in Palästina, woher das durchsichtige Gewebe bezogen wurde; G e f r e i t e r"; vom Schildwachestehe» befreiter Soldat (1596 bet Fronsperger,, Kriegsb. so sol ein jeder ander dasselbig Fendlin ge­hörig auff die Wacht ziehen und deß niemandt gefreyet seyn); »Grieb §": Kerngehäuse des Kernobstes ; Kehlkopf. In der über­tragenen Bedeutung 1596 bei Hulsius Grobs, nach dem Volks­glauben, daß dem vor Gott erschreckenden Adam im Paradiese beim Essen des Apfels (1. Mos. 3, 6) der Griebs desselben in der Kehle stecken. geblieben sei; die Ved. Kehlkopf auch in der RA. jem. am Griebs kriegen", ihn an der Kehle packen.

Das Septemberheft (Heft I des XXIII. Jahrgangs) von Vel h a gen & Klasings Monatsheften (Herausgeber Hanns von Zobeltitz und Paul Oskar Höcker) ist erschienen, ge­schmückt mit Kunstbeilagen Und Einschaltbildern, zum Teil mehr­farbigen Reproduktionen nach Gemälden und Oelstudien von Karl Marr, Wilhelm Trübner, dem Hessen Otto H. Engel und anderen. Der neue Jahrgang veröffentlicht Romane und Novellen vom Freih. v. Ompteda, Clara Viebig, Paul Heysej Hermann Hesse u. a. Im Septemberheft spricht Dr. Walter Hoof über denFrauenhut", L. Deubner überAlte und neue Garten­kunst". An literarischen Beiträgen enthält das Septembcrheft eine Studie von Karl Hans Strobl über Fräulein von Göch- hausen, die Retterin des Urfaust, eine Theaterplauderei von Paul Oskar Söder über dasZugstück", Lebenserinnerungen von Ernst ZahnWie ich Schriftsteller wurde", und eine SkizzeAus dem Leben einer großen Tageszeitung" von W. Fred-Wien. Ter Künstleraufsatz aus der Feder von Fritz von Ostini behandelt Karl Marr. Professor Dr. Max LeNz ist mit einer geistreichen Parallele vertreten, die er zwischen Otto von Bismarck und deM Freiherru von Stein zieht. Plaudereien aus alter und Neuer Zeit sind Professor Dr. HehcksStudenten und Alte Herren" und die satirische Skizze von Karl Eugen Schmidt Wenn der Herr Präsident zur Hofjagd fährt". Ein literarischer Bericht von Dr. Karl Busse und eine illustrierte Rundschau be­schließen das Heft.

Goldene Worte.

Schlägt die Zeit dir manche Wunde,

Manche Freude bringt ihr Lauf;

Aber eine sel'ge Stunde

Wiegt ein Jahr voit Schmerzen auf. Geibel. *

Nur die Lumpe sind bescheiden, Brave freuen sich der Tat. _____________ Goethe.

Bilderrätsel.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Verwandlungs-Rätsels in voriger Nummer:

1. Wick, 2. Ahse, 3. Sago, 4. Newa, 5. Gent, 6. Riga, 7. Aden, 8. Unke, 9. Leda, 10. West, 11. Atom, 12. Amen, 13. Ehre.

Ich sage iv e» i g, denke desto ine h r!

Redaktion: V. Wittlo. - Rotationsdruck und Verlaa bet Briihl'Iche» UnivrrfltätS-Buch- und SteindruckeretHanHieße^