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durch den internationalen Gebrauch festgelegt: von 5 Pfennigen in (grün, 10 Pfennigen in

in rot, 20 Pfennigen

in blau ufto. Wir bitten aber, den Farbenton auf jedem Entwurf

erhöhen. , .

2. Das Format der Briefmarken dürfte am bestei: dem der jetzigen deutschen Reichsmarken gleichen. .Da diese aus technischen Gründen mittels Linicn-Küpferstichs hergcstellt werden, so bitten wir, die Entwürfe einzurcichen entweder als lineare Zetchnungen oder als ausgeführte Linienkupferstiche, womöglich in fünffacher linearer Vergrößerung und unter Beigabe einer Photographie in Originalgröße der Marken. Der Entlrmrf kann entweder eine Umarbeitung der eingeführten Marke oder eine neue Erfindung sein. Die Druckfarben der verschiedenen Werte sind im allgemeinen ........ Marken im Werte

Die Gräfin Lindstrom' kicherte leise auf. Dägmäv streifte sie mit einem verwunderten Blick, ehe sie liebenswürdig ent­gegnete: ,

Hoheit werden selbst wissen, daß ein solcher Besuch uns nie stören, wohl aber stets beglücken würde!"

Tie matten Augen des Kammerherrn leuchteten befriedigt auf, als er die Antwort seiner Braut vernahm. Ilh, er hatte sich nicht in ihrer Gewandtheit getäuscht!

Wir dürfen also ernstlich auf den Vorzug rechnen, Eure Hoheit während der Rehpürsche bei uns zu sehen?" bat Dag­mar jetzt. _

Da Sie dann schon über ein Vierteljahr verheiratet sein werden, Baroneß, ja. Tie Flitterwochen hätte ich allerdings wirk­lich nicht zu stören gewagt!" I

Er lachte und sah Vcltlingen an. Ter verbeugte sich ge­schmeichelt. : i

Ta traten die 'Diener mit den Erfrischungen herein, und die Unterhaltung wurde allgemein. Doch wahrend Dagmar ge­duldig die Artigkeiten des Majors von Fink über sich ergehen ließ, sah sie immer wieder zu der Gräfin Lindstrüm hin, die sich Mit blitzenden Augen auf das Lebhafteste mit Uchdorf unterhielt.

(Fortsetzung folgt.)

Sportwahttsirm und Mordsport.

.Unter dieser Spitzmarke schreibt W. v. Heidenberg in der Allgemeinen Rundschau": .

Die Turniere waren ein ritterliches Vergnügen und die Pferde­rennen sind es auch heute noch. Was nns aber die Technik der Neuzeit an Sportwesen gebracht hat,'muß jedem Menschen von Gefühl und Geschmack den Ekel zum Halse treiben. Die widerwärtigsten Augenblicke meines Lebens verbrachte ich bei einem 72 Stunden-Renncn. Ich war allerdings nur eine Stunde dabei, hatte aber genug davon, übergenug! Ich sah sie da strampeln und zappeln, die katzenbuckligen Radfexe, Schaum auf den blau­geschwollenen Lippen, den Idiotismus in den stieren Augen. Und ringsherum auf den Tribünen eine johlende, gröhlende Menge, die auf die halbverrückten Tretmenschen wettet und die in ein Wutgeheul ausbricht, wenn ihr Favorit an einer scharfen Kurve aus dem Sattel fliegt und mit dem Schädel auf die Zementbahn knatscht. Und unmittelbar hinter mir eine Schar junger Damen, die in Momenten der Entscheidnng paroxistisch gestikuliert, vor Aufregung kreischt, und sich die Schenkel schlägt, daß es knallt. Den Anblick hielt ich nicht aus, ich ging davon und schämte mich dieser Menschheit, die, wie einst im Weltsumpf Rom, ihr höchstes Vergnügen in bestialischer Roheit findet. Eine ganze Anzahl der Radfahrer wurden nach diesem Rennen todkrank aus der Bahn getragen und mehrere wanderten ins Irrenhaus.

Der Mordsport des Automobilismus ist aber noch empörender, weil er das Leben anderer gefährdet. Wenn sich die Stinkwagen- matadorcn bloß ihre eigenen Hälse brächen, schadete es viel­leicht nichts. Sie wirken aber auch insofern gemeingefährlich, als sie durch den Anblick ihrer Sportexzefse das Volk an eine .Roheit gewöhnen, die schließlich in brutalen Verbrechen gegen Leib und Leben explodiert. Sie tragen die Sitten des Amerikanismus in weite Kreise und die Anschauung, daß animalischer Mut der Beweis vou Tapferkeit sei. Nicht eine einzige geistige Kraft wird durch den Automobilsport gehoben. Es handelt sich nur um die durch einen Handdruck bewirkte Lenkung einer toten, willen­losen Maschine und nicht, wie beim Pferde, um die Beherrschung ciite» lebenden Wesens, dessen Bändigung schärfste Beobachtungs­gabe unb große geistige Energie erfordert, wenn man ein wirk­licher Reiter sein will.

Nichts sicht solch ein vom Schnelligkeitswahnsinn Besessener von den ihn umgebenden Schönheiten der Natur, alles ist ihm gleichgültig außer dem Rekord, und die ihm durch die Technik gegebenen unbcgrenztett Möglichkeiten versetzen ihn schließlich in einen Zustand, der ihn jede Rücksicht auf die übrige Menschheit außer acht zu lassen und der Wollust des die Schranken von Raum und Zeit durchbrechenden Nebermenschen alles zu opfern verleitet.

Nur so ist es psychologisch zu erklären, daß auch die letzte Herkomerfahrt über Blut und Leichen ging. Wir wollen die Verletzten und Toten nicht aufzählen, sondern nur ertvähnen, daß nach der Autonwbilstatistik,. die die Regierung kürzlich aus­genommen hat? bei 673 Unfällen Personenverletzungen eintraten, bei.630 Personettverletzungen und zugleich Sachbeschädigungen; 51 Personen wurden getötet und 1519 mehr oder minder schwer letzt. Der Sachschaden belief sich auf ungefähr 317 320 .Mk., doch war in 99 Fällen die Feststellung unmöglich.

Da kann man wirklich von einem Schlachtfelde des Auto sprechen. Unsere medizinische Wissenschaft ist seit Jahren eifrig bemüht, Krankheiten zu bekämpfen und die Sterblichkeit der Menschen zu verringern, im gewerblichen Leben wird mit dankens­wertester Sorgfalt daran gearbeitet, daß die Zahl der Unfälle herabgemindert werde. Man hat eben das Menschenleben höher zu schätzen gelernt als früher. So sollte man wenigstens meinen. Aber daß ein Automobil", sagt dasBerliner Tageblatt",diea

S,ar,^.a6e unsicherer macht als je ein Strauchritter, das wird als Fügung des Schicksals hingenommcn. Da heißt es: Ja, Bauer, das ist etwas anderes! Dieser neueste Sport der oberen Zehntausend hat eben mächtige, sehr mächtige Gönner. Er ist hoffähig. Da wandelt sich denn die schnurrigbärtige Miene des Gendarmen zu vollendeter Liebenswürdigkeit."

Drastischer kann matt unsere Zustände nicht schildern.

Es wird so weit kommen, daß das Volk zur Selbsthilfe greift, wie dies in Belgien geschehen tst. Da wurde die Bru­talität mit Stacheldraht, Nägeln und Flintenschüssen bekämpft, und mancher Automobilist blieb auf der Strecke liegen. Schließ­lich sah sich die Regierung itt diesemLande der Freiheit" zu strengen Abwehrmaßregeln genötigt: hohe Geldstrafen, Kerker­haft, das Verbot, je wieder ein Automobil zu benützen, höchster Schadenersatz und evetttuelle Landesverweisung haben dem Mord- fport in Belgien ein Eitde gemacht. Aber in dem frommen Lande, in dem es sonst Strafmandate für jeden Quark regnet, kömten die Automobilstrauchritter ihr Unwesen weiter treiben.

Es darf aber nicht mehr so weiter gehen, sonst müßte nächstens die Browningpistole den Sicherheitsdienst übernehmen, der der deutschen Polizei obliegt. Die öffentlichen Wege sind für den allgemeinen Verkehr da, für Fußgänger ebensogut !vie für allerlei Fuhrwerk. Kraftwagen, die die Sicherheit, auf welche die Be­völkerung wohlbegründcten Anspruch hat, gefährden, gehören des­halb eben nicht aus die Landstraße. Mögen sich doch die reichen Automobilbcsitzer samt il-ren mächtigen Gönnern besondere Renn- straßen bauen! Tie Behörden haben übrigens das Recht nicht, die öffentlichett Straßen bei Automobilrenncn zu sperren! Die Straßen sind nicht für Sportaffen da, sondern für das Volk, das auf ihnen seinem Tagwerk nachgeht.

Hoffentlich aber begreifen die hohen Herren, die es angeht, daß sich diese Frage mit kühl-vornehmer Gelassenheit nicht erledigen läßt. Die Automobilstatistik wie die Unfälle bei der tzerkomer- fahrt bieten eine völlig genügende Grundlage zu einem gesetz­geberischen Vergehen gegen den Mißbrauch der heute den Autom- bilen gewährten Verkehrsfreiheit.

Preisausschreihen

für reichsdeukfche Münze« und Briefmarke«.

DerDürerbund" macht intKunstwort" das folgende Preis­ausschreiben bekannt:

Es gibt keinen Gcgeitstand öffentlicher Kunst, der auch nur annähernd in gleichem Mäße milliardenfach hergestelltes All- gemcingtit wäre, wie die Briefmarken und die Münzen. Sie kom­men täglich, fast darf man sagen: in jede Hand. Und während die Münze ihren Umlauf im wesentlichen immerhin mtf das Reich beschränkt, wandert die Briefmarke außerdem noch zu Millionen in alle Welt. Die Augen des ganzen eigenen Volkes üben ihren Geschmack, ohne sich dessen bewußt zu werben, tagtäglich an Münzen und Marken, für- das Ausland aber bildet den ersten und nächst- liegenden Anhalt zur Beurteilung der künstlerischen Kultur eines fremden Landes seine Briefmarke. Wie viele Länder haben trotzdem schönere Briefmarken als unser Vaterland! Und wie viel schöner sind z. B. die französischen Münzen als die unscrtt! Aber trotzdent ist noch nie der Versuch gemacht worden, unsere Künstler zu dem Wettbewerb attfzurufen: zeigt, wie unsere Münzen und Markett sein könnten!

Der Dürerbund macht jetzt diesett Versuch. Da er nicht zu den gesetzgebenden Mächten gehört, kamt sich's natürlich nur darum handeln, Entwürfe zu gewinnen, die Vorschläge bedeuten. Sollen diese Vorschläge recht viele Möglichkeit zeigen, so müssen die Künstler so viel Freiheit haben, tote sich mit der Aufgabe nur vereiniget: läßt. Sollen die Entwürfe wirklich branchbar fein, so müssen anderseits die gesetzlichen Bestimmungert und die prak­tischen Herstellungsbedingungen der Marken und Münzen int Auge behalten werden, die nicht ohne große Schwierigkeiten zu ändern sind. .Aus diesett Erwägungen heraus haben wir nns auf die folgenden Bestimmungen geeinigt: ,

1. Der Dürerbund stellt für Preise dreitausend und fünf­hundert Mark zur Verfügung. Itt tote viel und tote hohe einzelne Preise diese Summe geteilt werden soll, das zu entscheiden steht je nach den Eingängen den Preisrichtertt zu. Die Summe von 3500 Mark muß verteilt »erben, das Zurückbehaltett eines Teils davon ist unter keinen Umständen zulässig. Im Gegenteil: der Dürerbuttd behält sich vor, bei besonders günstigem Ausfall des Wettbewerbes auf Antrag der Preisrichter jette Summe ttoch zu