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damit nicht viel, anfangen. Tipp — man stieß es an, dann schaukelte das Ding ein Weilchen. Das war alles. In meinem Zorn richtete ich es«absichtlich zu Grunde, und es setzte dafür! Keile; aber ich war doch wie erlöst."
Auch eines köstlichen Streiches aus Goethes Fugend will ich hier noch gedenken. Der kleine Goethe wars allein zu Hause. Er spielte im Geräms vor der Haustür mit tönernen Töpfchen und. Tellerchen. Da weiter nichts dabei herauÄomnlen wollte, ivarf er eins von ihnen auf die Straße und freute sich, daß es so lustig zerbrach. Unter dem ermunternden Beifall und dem Lachen der Brüder von Ochfenstein, die gegenüber zum Fenster heraussahen, schleuderte er sämtliche Schüsselchen, Tiegelchen und Tellerchen gegen das Pflaster. Als sein Vorrat zu Ende war, eilte er in die Küche und plünderte das Topfbrett. Das irdene Geschirr gab ein noch lustigeres Schauspiel. So eilte der kleine Goethe geschäftig hin und her und stürzte alles Geschirr, wie er es der Reihe nach erlangen konnte, ins Verderben, bis endlich jemand kam, zu hindern und zu wehren.
Gewiß müssen unsere Kinder dazu erzogen werden, ihr Spielzeug zu halten und cs nicht leichtfertig »der gar mutwillig zu zerstören, aber sie müssen mit ihm muh nach Herzenslust spielen können, ohne Furcht, daß es gleich in Trümmer geht, wenn sie cs einmal herzhaft anfassen oder fallen lassen.
Zum Schluffe will ich noch darauf Hinweisen, daß die allgemein gebrauchte Redensart „wenn Kinder still werden, so machen sie gewiß etwas Dummes" in vielen Fällen garnicht zutrifft. Wenn lärmende Kinder beim Spiel, beim Kaputmachcn verstummen, so ist das durchaus nicht eine Folge des bösen Gewissens, sondern meist ein Zeichen gespanntester Aufmerksam- keit und tiefsten Interesses.
Wollte man in dem Falle immer strafend dazwischenfahren, so würde man «uf diese Weise oft wertvolle Anlagen des Kindes, die einst gute Früchte hervorbringen könnten, schon im Keim ersticken.
Erziehung zur Kunstgeschichte.
Bor den Mitgliedern des Stadelschen Museums- Vereins in Frankfurt a. M. sprach Professor Dr. H. W ö l f f l i n - Berlin über „Erziehung zur Kunstgeschichte". Der Redner warf zunächst einen Blick auf den Umfang, den das Stildium der Kunstgeschichte, die heute ja schon in beit Mittelschulen gelehrt wird, erreicht habe. Er bezweifelt, daß die Resultate int Verhältnis zu dem Aufwand stehen, den sie erfordern. Viele begnügen sich, Urteile oberflächlich zu übernehmen. Ein Teil geht weiter, erringt sich das Systematische, stitdiert nach Morclli äußere Merkmale der Meister und glaubt genug zu wissen, wen» er sagen kann, wie Raffael ein Ohr, Boticelli eine Hand zeichnete. Damit ist freilich — und Morelli hat das wohl gewußt — ein Künstler noch nicht erfaßt. Es kommt nicht darauf an, irgend eine Aelrßerlichkeit, sondern die ganze Linie eines Künstlers zu kennen; in einem Vergleich zwischen Hobbema und Ruysdael zeigte Professor Wölfflin sehr anschaulich das Gemeinsame und das Besondere in der Linie dieser Künstler. Höhere Begriffe erschließen sich, wenn man, nicht zufrieden damit, Art und Geschmack eines Künstlers zu kennen, sich in den Rassen- und Volksstil vertieft und z. B. Hobbema und Ruysdael Rubens — dem Landschafter — gegeuüberstellt. Die Stille der Holländer ersetzt der Vläme durch das Tentpo, er versiert auf die Masse als Ganzes, sein Boden hat die Wellen des vlämischen Terrains, das Laitb seiner sich förmlich drehenden Bäume ist in Bewegung, sein Horizont ist hoch — die typischen Unterschiede von Himmel und Erde in beiden Ländern zeigen sich in den Bildern ihrer Maler. Auch in der Menschendarstellung drücken sich die Unterschiede im Landes- und Bolkscharakter aus. Das holländische Sittenbild ist geometrisch und rechtwinkelig, das vlämische voll Pathos und Bewegung. Nicht wenig kündet der Architekturstil das Land: Gegenüber dem schlichten Backstcinban, der zarten Giebelsilhouette der Holländer steht die Wucht der Rubensschen Architektur. Wer Bilder so sieht, gewinnt einen Einblick in die Optik eines Volkes und über die tektonischen Formen in das Leben des Volkes selbst. Es genügt nicht, von der Gotik sagen zu können, man erkenne sie an Spitzbogen und Gewölberippen, sondern man muß das durchgehende Leben der Gotik fühle», das sich auch in der Form des Löffels ansprägt, denn in allem lassen sich die großen Strömungen des Formgeftthls erkennen. Ist nun, so führte der Vortragende, (ernt „Franks. Ztg.", weiter aus, diese Erkenntnis das Ziel der Kunstgeschichte? Der Künstler hat diese Ausgangspunkte nicht. Für ihn dreht sich alles um das Verhältnis zum immer gleichbleibcuden Objekt. Er hat nur das eine Bestreben, Zeichen zu finden für die Natur, die ersieht; von dem gewaltigen Eindruck, den er von ihr empfängt, will er sich befreien. Er fühlt in sich eine leidenschaftliche Auf
forderung, jene Landschaft, diesen Kopf zu bezwingen, tvie der Bergsteiger nicht ruht, bis er den Gipfel unter sich hat. Der Künstler steht vor seinem Modell mit geschärften Sinnen, er weiß, daß er mit der Natur nicht konkurrieren kann, sein Be- mühen ist vielmehr darauf gerichtet, zu zeigen, wie das zusammen- gezogene Detail am restlosesten das Modell ausdrücke. Auf die Kraft des zusammenziehenden Sehens, des zeicheilfindenden Könnens kommt es bei ihm an. Welche Freude hat der Beschauer an einem Porträt von Franz Hals! Er spürt, wie hell und groß bei Hals der Intellekt war, wie stark er „herausziehen" konnte, das Bild macht ihn lustig und stärkt ihn. Das Fragment, das ihm sonst entgegentritt, ist hier ersetzt durch etwas Restloses und Geschlossenes, er hat den ganzen Menschen vor sich und weiß, mit wem er es zu tun hat. Bei größeren Komplexen verstärkt sich die freudespendende Kraft des Bildes so, daß sich der Beschauer vervielfacht vorkommt, wie es etwa einem Quartettspieler ergehen mag, der den Klang der anderen Stimmen mitgenießt und alle als Ganzes empfindet. Von solcher Intensität ist der Genuß z. V. vor Rubens, oder vor einer gotischen Fassade, die wie Rubens ein Gesamtsehcn verlangt, das freilich nicht jedem gegeben ist. Kunstwerke, die diese Note des Zusaimnenschlusses und der geprägten Form tragen, Werke, die ganz auf sich ruhen, sind unabhängig von Zeit und Land, unabhängig von der Gewandung und dem Zeitstil. Zu ihnen, die über das hiuaus- gehen, was sich immer ändert, über Stile und Strömungen, die aushören, zu ihnen, die alle Seiten und Menschen binden, ist zu erziehen.
Vermischtes.
* Edisons Zigarren. Edison, so erzählt der „Cri de Paris", ist sehr zerstreut. Die Geschichten, die von seiner Geistesabwesenheit erzählt werden, sind in den Bereinigten Staaten nicht minder verbreitet, als die Anekdoten, die von Newton, Ampöre oder Mommsen erzählen. Eine der jüngsten dieser Geschichten beschäftigt sich mit Edisons Zigarren. Edison ist eilt unverbesserlicher Raucher; er hat immer eine Zigarre im Munde, und zwar eine recht teure. Indessen achtet er nicht viel aus die Qualität des Tabaks, von dem er die dichten Rauchwolken ausstößt und die „echten Havannas", die ihm sein Zigarrenhändler ins HauS schickt, finden an ihm keinen aufmerksamen Beurteiler. Eines Tages läßt er sich wieder ein Dutzend Kisten mit Zigarren kommen und stellt sie in seinem Bureau aus, um sie beständig zur Hand zu haben. Eine Woche später sind alle Kisten leer. „Es ist doch unmöglich", so denkt er bei sich, „daß ich in so kurzer Zeit zwölf Kisten zu hundert Zigarren aus- geraucht habe. Aber es kommen ja soviel Leute in mein Bureau; denen will ich es einmal zeigen, daß sie nicht immer ans meine Kosten rauchen dürfen." Als erfinderischer Geist hat er auch gleich einen guten Einfall und schreibt cm seinen Zigarrenhändler, er möge ihm sechs Kisten mit Scherzzigarren schicken, die aus Tabak, Lumpen nnd Haaren gefertigt sind, aber wie richtige Zigarren aussxhen. Die Bestellung wird pünktlich ausgeführt. Einen Monat später besucht der Kaufmann Edison. „Nun, wie sind Sie zufrieden?" „Womit?" „Mit Ihren Zigarren." „Mit welchen Zigarren?" „Mit der besonderen Art, die Sie bei mir bestellt haben: Tabak, Lumpen, Haare." „Die haben Sie mir geschickt?" „Natürlich, und ich sehe, die Kisten sind schon wieder leer." „Die Kisten sind schon wieder, leer?" Edison steht einen Augenblick in Nachsinnen versunken, dann bricht er in Lachen aus. „Also die Zigarren rauche ich jetzt. Sie schmecken vorzüglich." Er hatte ganz seinen Trick vergessen und nicht einmal bemerkt, was sür eine furchtbare „Mischung" er rauchte. Seine Besucher aber waren llüger als er, und fuhren unterdessen fort, die Kisten mit den guten Zigarren zu leeren. — Wenn das Geschichtchen nicht wahr sein sollte, so ist's doch nicht übel erfunden.
Magisches Zahlenquadrat.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehenden Quadrats sollen die ziffern
7 15 34 33
viermal derart eingetragen werden, daß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechten und Diagonalreihen stets 79 beträgt.
^Auflösung in nächster Nummer.?
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Falke, Falte, zu Fallet
Redaktion: Ernst Heß« — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersttäts-Buch» und Steindruckerel, R. Lange, Gieße«.


