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unmerklicher Steigung Bequem auf den Kirchberg führen, wo eine reizvolle Aussicht sich öffnet und eine Luft die Lungen tveitet, daß man nur ungern diesen Platz verläßt. Neberall hat man auf Weg und Steg eine, ich möchte sagen liebenswürdige Natur nm sich. Weinberge, Wälder mit rauschenden Bächen. Unvermutet erhebt sich dort ein mächtiges Schloß, dort im Tal klappern Mühlen, oder man trifft auf hübsche Anlagen. Kein Wunder, daß viele, die erst als Zugvögel kamen, wiederkehrte-i und sich bmiernb niederließen. Und so entstand diese Villenkolonie mit ihrer reizvollen, abwechslungsreichen Architektur. Und wenn ich einen alten Erbonkel hätte, oder in der Lotterie gewönne, dann würde ich mir das kleine Villachen dort "hinten kaufen mit dem bunten Türmchen und ich legte mich in der Veranda auf einen Schaukelstuhl und schmierte mir ein Butterbrot so fett, daß es kein Mensch essen könnte. Dr. K.
Uetzer die Psychologie des Geschenks
spricht Jos. August Lux in einem Aufsatz der „Neuen Rnnd- jdjan" (Berlin, S. Fischers Verlag). Wir geben ein Stück von dem wieder, was der Verfasser über das Bücherschenken an sagen weiß. Der gute Geschmack drückt sich vor allem in dem Verzicht auf äutzerliche Prätension und in dem Sinn für die Güte aus. Diesen Sinn bedingt das Geschenk, das feiner Natur nach der Pflege des Schönen dient nnb als Symbol oer zarten Aufmerksamkeit unb der liebenden Verehrung das Beste tun möchte mit feinem Verständnis für die leisen Wünsche, die bett Flug hoch über die banalen Alltäglichkeiten nehmen. Darum lieben wir auch die Bücher und schenken sie gern. Neben bett Blumen, diesen unverbindlichsten Spenden verbindlicher Lebensart, stehen die Bücher als d>e gern ergriffenen Gaben, die fast so uukörperhaft erachtet werden wie die Blumen und tute diese nicht zu brädenben Gegenpflichten verbinden. Eie umstehen das Leben unb ziehen die Blicke an wie geheimnisvolle Spiegel, in denen unsere eigenen furchtsamen und zugleich phantastischen Träume sichtbar werdeit, und geben in der Welt ein neues, unerwartetes, erschreckendes oder beglückendes Gesicht. Bon den Büchern darf man mit Recht das Ungewöhnliche erwarten, das Aeußerste in bezug auf die Schönheit des Wortes, «uf die Furchtlosigkeit der Gedanken nnb auf die Kühnheit der Phantasie, die uns ivie eine Meereswoge schaukelnd fort» führen unb an allen lichten unb duukleit Gestaden des Lebens zauberhaft vorübertragetr darf. Das moderne Geschenk tvill den erlesetten Inhalt nicht in schtmdmäßiger Form darbieten. Es will in einem edlen Materialgewand erscheinen und darbt ein erhöhtes Zeichen der Ehrerbietung ober zumindest der Kultur des Schettlers geben. Er sieht nicht nur auf die Schönheit des Papieres nnb des Druckes, sondern, toenn diese Dinge in Ordnung sind, auf die künstlerischen Eigenschaften des Eüt- bandes. Die falschen Bünde, die maschinelle Drahthestuttg, die zersägten Rücken, die Lederimitation, der schreiende, aufgepreßte Deckelzierat und andere Merkmale der gewöhnlichen Marktlvare find verpönt. Der Kunstbuchbinder tritt wieder in bett Border- grund unb Hübet Liebhaber unb Kenner. Ein guter kunft- haudnterklicher Einband kostet zwar ein erhebliches Stück Geld, was nicht zu vermeiden ist, wenn wir einem einzelnen bevorzugten Buch eine hervorragende Ausstattung geben wollen, um damit dauernde Freude zu erwecken. Wie sieht es damit in den modernen Privatbibliotheken aus, selbst in solchen, die nach bett Entwürfen moderner Raumkünstler im Eigenhaus kostbar ausgestattet sind? Ach, bitte lieber nicht genau hinzusehen, wo häufig hinter facettierten Gläsern die zerfetzten Rücken schlecht gebündelter ober broschierter Bücher hervorgucken, verräterisch unb beschämeitb tote ein zerrissenes Hemd unter dem hochmodernen Kulturaustrich. Auch das Geschenk steht im Dienste einer zur Herrschaft drängenden Zeitidee und ist das Unwiderstehlichste, überzeugendste Mittel, Kultur zu verbreiten. Tas Kleinste im richtigen Sinn getan, berechtigt ztt den größten Wirkungen. Ter vornehme Schenker wirb auf die vornehme Toilette des Buches ein erhöhtes Augenmerk richten und damit eine feine Lehre geben. Der vornehme Schenker Miß ganz genau, daß fein Beispiel mit der Kraft des überlegenen Per- gmlicheir wirkt. Denn das ist der geheime Sinn des Schenkens, iß es die Seelen unterwirft unb sie dem Gebenden untertan macht. Es befestigt die geistige Herrschaft nach dem Grad des Geschenkes und feiner inneren Güte. Nach bett augenblicklich geltenden Anschauungen gibt es kein auszeichnenderes Lob, «ls geschmackvoll zn gelten, wahrscheinlich deshalb, weil der gute Geschmack noch zu deut Ungewöhnlichen gehört. Das moderne Geschenk sucht darin bas Aenßerste zu bieten und stellt die höchsten Anforderungen im einzelnen, eine ungewöhnliche Sorgfalt, die nichts ungeprüft läßt. Demi wie das Geschenk Liebe und Anhänglichkeit erzeugen und nähren kann, so kann es auch Haß und Verachtung erwecken. Dieses geschieht in der Regel, wenn der Scheinwert ober die Talinihaftigkeit einer vielversprechenden Gabe erkannt unb die Lüge entschleiert ist. Dagegen wirkt das edle Geschenk unablässig mahnend, bekehrend, revolutionierend, wenn der Beschenkte nicht ganz hoffnungs
los ist. Dann wird ihn selbst die bedeutsam überreichte Streichholzbüchse, wenn sie sehr edel in Form und Ausführung ist, nicht eher ruhen lassen, bis er nicht sein äußeres Wesen, seine Wohnung, sein Haus, mit der tadellosen Streichholzbüchse in Uebereinstimmnng gesetzt hat.
Vermrscdte».
* ® ß § hinterlassene Vermögen des Königs Oskar II. von Schweden. König Oskar II. von Schweden, den man unlängst zur ewigen Ruhe beiseite, ivar keiner der reichsten Monarchen Europas. Seine Zivilliste betrug 1421000 Kronen, zu denen noch ein außerordentlicher Zuschuß vou 160000 Kronen kam. (Eine schwedische Krone entspricht tm deutschen Gelde ungefähr dem Betrage von einer Mark und zwölf Pfennigen.) Der König ntachte es sich stets zum sisruudsatze, dieses Einkommen nicht zu. überschreiten, und in beit ersten Jahren seiner Regierung hat man oft über die Sparsamkeit gesprochen, die er an den Tag legte. Wer allmählich erkannte man, daß diese Sparsamkeit die eines klugen nnb gewissenhaften Haus- Halters war, und mit Geiz nichts gemein hatte. Trotz seiner verhältnismäßig bescheidenen Einnahmen verstand Oskar II. es, vielen Hilfsbedürftigen Wohltaten zu ertoeifen. Im schwedischen Volke erzählt man sich Wunderdinge von den Schätzen, die Karl XIV., der frühere Marschall Bernadotte, des jetzt verstorbenen Königs Großvater, hinterlassen habe, und die in irgend einem verborgenen unb vermauerten Winkel des Stockholmer Schlosses aufgespeichert seien. Die Wahrheit ist, daß Karl XIV. bei seinem Tode feinem Günstling Magnus Brähe in der Tat einige Schmuckstücke anvertraute, die im Schlosse von Stockholm atlsbewahrt werden, jedoch keinen auffälligen Wert dar- stellen. Der erste Bernadotte a.lf dem schwedischen Throne hatte eine leichte Hand im Ausgeben und ließ sich gern, unb nicht immer mit Glück, auf allerhand Spekulationen ein. Er war nicht reich, als er starb, doch befindet sich toi Gewahrsam einer Stockholmer Bank aus seinem Nachlasse immerhin ein Vermögen, das dem Könige Oskar II. jährlich 300 000 Kr. einbrachte. Oskar L, der Sohn Karls XIV. und Baler Oskars II., hinterließ 1859 als persönliches Vermögen nur zwei Millionen, die unter seine vier Söhne verteilt werden mußten. Die Königin Josephine, die Mutter Oskars II., eine Prinzessin von Leuchtenberg, hinterließ 1876 bedeutend mehr, nämlich ungefähr 10 Millionen, bestimmte aber einen großen Teil von ihnen für katholifche Stiftungen, die fie errichtet hatte. Bon der Herzogin von Galliera endlich, die als eine Tochter des Marquis de Brignoles-Sale mit den Bernadotte weitläufig verwandt war, erhielt König Oskar II., als sie 1888 starb, eine Barsumme von 600 000 Fr. und Schmuck in der Höhe vo 300000 Fr. Alles in allem schätzt man die Hinterlassi'u- fchaft des Königs Oskar II. aus zehn Millionen Kronen. Das ist ein sehr hübsches Vermögen für einen Privatmann, für einen König aber bedeutet es nicht besonders viel.
* Die zukünftige Fnrstin von Bulgarien al'- Schwester Eleonore. Die Verlobung des Fürsten Ferdto nand von Bulgarien mit bet Prinzessin Eleonore von Reich j. y. erweckt in Lübben, wo sie seit Begründung des Diakonisfeii- hauses für die Niederlausit; als Diakonissin tätig war, freudige Anteilnahme. Die Prinzessin wies jede Titulatur zurück unb wollte nur „Schwester Eleonore" sein. Ueberall, wo sich nur Gelegenheit bot, helfend eiuzugreifen, hat sie es freudig und mit aufopfernder Liede getan, bis vor einer Woche plötzlich ihre Abreife nach Schloß Serrahn in Mecklenburg erfolgte, wo am Freitag vor acht Tagen die Verlobung mit beni Fürsten Ferdinand von Bulgarien vollzogen wurde.
* Für die Puppe in den Tod. In der Nähe des Pcagel-Passes, 5000 Fuß hoch, zwischeii den Kantonen Schwyz und Glarus hat sich in einem Dörfchen eine Kiuder- tragüdie zngetragen. Ein kleines Mädchen von zehn Jahren batte feine Puppe verloren, die in einen Abgrund fiel, unb das Kind kletterte hinab, um sie sich zu holen. Der Abhang ist fast senkrecht, und es ist ein wahres Wunder, daß das Kind den gefährlichen Abstieg vollfonunen sicher zu Ende führte. Zurück konnte es aber nicht mehr kommen. 'Dian sand die Kleine, die Puppe im Arm, erfroren auf, nachdem man 24 Stunden vergeblich nach ihr gesucht hatte.


