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Wir werden in die Welt ausgesetzt, wie verkappte Falken, und was wir außer uns sehen, ist höchst ungewiß. Die Merk- zeichen unseres Bewußtseins tauchen langsam und spärlich auf. Vielleicht reicht Platas berühmtes Gleichnis von der Höhle, an deren Wanden sich unerklärliche Schatten zeigen, nicht mehr hin, aber wenn man ein neues, genaueres Bild an seine Stelle setzen wollte, so wäre dieses nicht tröstlicher. Man denke sich diese Höhle vergrößert und nie dränge ein Lichtstrahl hinein. Mit Ausnahme von Licht und Feuer hätte man sie sorgsMig nnt allem versehen, was unsere Zivilisation bietet, und die Menschen wären von klein auf darin gefangen. Sie würden sich nicht nach dem Lichte sehnen, das sie nie gesehen haben; sie wären nicht blind und ihre Augen nicht tot, aber da sie nichts. zu sehen hätten, würden sie wahrscheinlich zum sensibelsten Tastorgan werden. _

Um uns in ihren Gebärden wiederzuerkennen, stellen wrr uns diese Unglücklichen inmitten von allen den unbekannten Gegenständen vor, die sie umgeben. Wie viele wunderliche Irr­tümer, unglaubliche Mißgriffe und unerwartete Erklärungen gave es da! Aber wie rührend und oft genial wäre es anzusehen, wie sie aus den Dingen, die nicht für die Nacht geschaffen sind, ihren Vorteil zögen! . . . Wie oft würden sie das Rechte ge­troffen haben, und wie groß wäre ihr Staunen, wenn sie plötzlich bei hellem Tageslicht erkennen, welcher Art die Apparate und Werkzeuge sind und wozu sie wirklich dienen, die sie in der Un­gewißheit ihrer Finsternis so gut wie möglich benützt hatten 1

Und doch scheint ihre Lage, mit der unseren verglichen, leicht und einfach. Das Mysterium, in dem sie herumtasten, ist be­grenzt. Ihnen fehlt nur ein Sinn, während es unmöglich ist, zu sagen. Wie viele uns fehlen. Ihre Irrtümer haben nur eine Ursache, und die unseren zahllose.

Und da wir in solch einer Höhle leben, ist es da Nicht von Belang, wenn man feststellen kann, daß die Macht, die uns hineingesetzt hat, oft und in wichtigen Punkten ebenso verfährt, wie wir selbst? Es ist ein Lichtblick in unsere Höhle, der uns zeigt, daß wir uns nicht ü6er den Gebrauch aller in ihr befindlichen Gegenstände getäuscht haben.

Diese Feststellung scheint mir zu den beruhigendsten zu ge­hören, die man machen kann. Wir haben lange Zeit soviel törichten Stolz darein gesetzt, uns für wunderbare, einzige und seltsam zufällige Wesen zu halten, die wahrscheinlich aus einer anderen Welt gefallen srnd, ohne sichere Bande, die uns mit dem übrigen Leben verknüpften, und jedenfalls mit' einer un­gewohnten, unvergleichlichen und ungeheuerlichen Fähigkeit be­gabt. Es ist bei weitem vorzuziehen, daß wir keineswegs so wunderbar sind, denn wir haben gelernt, daß die Wunder in der normalen Naturentwicklung rasch verschwinden. Es ist viel trö,t- licher, festzustellen, daß wir den gleichen Weg gehen, wie d-e Weltseele, ja, daß wir die gleichen Gedanken, Hoffnungen, Prü­fungen und fast den gleichen Charakter hätten, wenn wir nicht unseren besonderen Traum von Gerechtigkeit und Mitleid besäßen. Nichts ist beruhigender, als die Gewißheit, daß wir zur Ver­besserung unseres Loses, zur Nutzbarmachung unserer Kräfte, wie der Gesetze und Gelegenheiten der Materie genau die gleichen Mittel anwenden wie sie, um ihre ununterworsenen, unbewußten, ungeordneten Teile zu besiegen, zu erleuchten und zu ordnen, daß es keine anderen gibt, daß wir in der Wahrheit find und auf unserem rechten Platze, daß wir zu Haufe sind in dieser Welt, die aus unbekannten Stoffen geknetet ist, deren Denken für uns jedoch nicht undurchdringlich und gegen uns nicht feindlich ist, sondern dem unseren analog und entsprechend.

Wenn die Natur allwissend wäre, wenn sie sich nie irrte, wenn sie überall und in allen ihren Unternehmungen von An-^ fang an vollkommen, unsehlbar und sicher wäre, wenn sie in allen Dingen eine unermeßlich höhere Vernunft entfaltete, als die unsere ist, so müßten wir sie fürchten und den Mut verlieren. Wir müßten uns für das Opfer und die Beute einer fremden Macht halten, die wir nie hoffen dürften, zu erkennen und zu ermessen. Es ist bei weitem vorzuziehen, wenn man sich überzeugen kann, daß diese Kraft wenigstens in intellek­tueller Hinsicht der unseren eng verwandt ist. Unser Geist schöpft aus den gleichen Quellen wie der ihre. Wir gehören derselben Welt an und sind fast gleich und gleich. Wir verkehren nicht mehr mit nnerreichbaren Göttern, sondern mit einem zwar verhüllten, aber brüderlichen Willen, den es zu belauschen und zu leiten gilt.

Pracht, an der Schönheit der weiten, tut Sonnenglauze funkelnden Schneeflächen, Täler und Berge, und seinen Körper zu verjüngen in der erfrischenden, klaren Winterluft. Nun erst der Winter­sport ! In feiner Ausübung ist wohl die wirksamste Waffe im Kampfe gegen die moderne Krankheit, die Nervosität, zu erblicken und nichts ist besser geeignet, Körper und Geist mit neuer Lebens­kraft zu erfüllen! Die Erkenntnis von seiner großen kulturellen, und wirtschaftlichen Bedeutung hat zwar in den letzten Jahren recht weit um sich gegriffen, aber lange noch nicht so, wie es der Wintersport verdient. Da halten wir es nun für unsere Pflicht, aus eine Zeitschrift hinzuweisen, die seit Jahren in Wort und Bild 'ür die Schönheit des Winters und die Bedeutung des Wintersports wirksam eingetreten ist. Wir meinen die Deutsche Alpen­zeit u n g. Diese hervorragende Zeitschrift bringt in der Winter­zeit in fedein Hefte interessante, belehrende Aufsätze über alle Arten des Wintersports, vor allem über den Skilauf, den Eis­lauf, das Schlitteln etc., dann Beschreibungen interessanter Winter­touren, sonniger Schncesahrten über Berg und Tal und vieles mehr, «illes das in einem geradezu glänzenden, illustrativen Ge­wände. Jedem Naturfreunde, jedem Wintcrfportler und allen denen, die es werden möchten, empfehlen wir, sich dieses ausge­zeichnete Blatt zu eigen zu machen. Gegen Einsendung von 50 Psg. als Porto-Ersatz stellt der Verlag (München, Fmkenstr. 2) jedem Interessenten einen Probeband mit ea. 120 Textbildern und 1.2 Kunstblättern zur Verfügung.

Mode,

Mode von Heute. Halbmonatsschrift für die Interessen der Frauenwelt. Verlag:Mode von heute", G. m. b. H., Frank­furt a. M. Nummer 2 dieses Mode- und Familienblattcs tragt im praktischen wie im belletristischen Teile stimmungsvoll der Saison" Rechnung. Ball- und Gesellschaftstoilette sind m erster Linie berücksichtigt, und man hat auch nicht vergessen, den rnngen Damen, die zum erstenmal die Freuden der winterlichen w» selligkeit durchkosten sollen, Rat in der Kvstüntfrage zu erteilen. Auch dem Prinzen Karneval wird nach Gebühr gehuldigt, und zwar in einer Weise, die sowohl Gnade vor den Augen des närrischen Herrschers als denen seiner Getreuen in den Krrrfen unserer Damenwelt finden wird. Was das Heft anMasken­kostümen" undKarnevalmoden" darunter auch solche für Kinder darbietet, erhebt sich bezüglich Neuheit, Originalität und künstlerischem Wert, außerdem auch bezüglich der bildlichen Darstelliing, weit über die herkömmliche Schablone. Größere reichillustrierte Artikel sind der Baby-Ausstattung, den Hand­arbeiten, der Anfertigung und Ausschmückung von Paramenten und der Herstellung von Tarfo-Arbeiten gewidmet. Der belle­tristische Teil bringt neben der Romansortsetzung eine Skizze von Alberta von Puttkamer,Eine Begegnuiig mit Berthold Auer­bach", die in wenigen flotten Strichen ein Charakterbild des liebenswürdigen Erzählers zeichnet. Paul Lindenberg gibt in der RubrikEreignisse und Erlebnisse aus der Frauenwelt" zu einem Porträt Alberta von Puttkamers eine Würdigung der Dich­terin und interessante auwbiographische Notizen, lieber die Schönheit der Mode" plaudert Balduin Groller. Em etwas peinliches Thema behandelternsthast" unter dem TiteliDie richtige Ballmutter" Hans Arnold. Daß die mit so .köstlichem Humor begabte Schriststellerin Hans Arnold ist eine Frau von Bülow auch bei dieserernsthaften Betrachtung" den Schalk nicht verleugiiet, gibt ihrer Ehrenrettung der »Ball- mutter", die wir alle recht ernst itehmen sollten, erst die prickelnde Würze. InPrinz Karnevals Zaubcrreich" führt anmutig plau­dernd A. Trinius, indem er die Fabrikation von Karnevals­artikeln in dem gothaischen Dorf Manebach schildert. Dort werden als Spezialität alle die bunten Dinge hergestellt, die Prinz Karneval für seine ausgelassenen Völkerfcharen bedarf, dort hängen die grotesken Gesichtsmasken zu Tausenden zum Trocknen auf den Gartenzäunem Aus dem reichen Inhalt des Heftes seien noch die PlaudereienAus dem Kunstgebiet",Aus der Gesellschaft", die Ratschläge für Haus, Küche und Garten, die der Unterhaltung und Pflege unserer Kinder gewidmeten Aussätze besonders erwähnt.

Lsgogriph.

Nachdruck verboten.

Wie man aus Mücken Elefanten zimmert, Tarum hab' ich mich zivar noch nie bekümmert. Doch wird ein ähnlich Wunder hier erreicht: Tu nimmst ein (lern Gewicht, nniagbar leicht, Alan findet's auf des Apothekers Waage, Und fügst ein kleinese dem Worte an, Nun wtrd's zum R o 6 aus einer dentfchen Sage, Das im Theater man bewundern kann. n.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilder-Nätsels in voriger Nummer: Brauselimonade.

Vermiete»,

* Winter Winterpracht Wintersport. Es ist leider wahr, der unbeschreibliche Zauber des Winters, der Natur im Wiuterklcibe, die gewaltigen hygienischen Heilerfolge des Winterklimas finden insbesondere beim Stadtpublrkum immer noch nicht das Verständnis, das ihnen im Interesse unserer überarbeiteten Menschheit und unserer Gesamtkfcktur zu wünschen ist. Nein, lieber hockt der Städter in freien Stunden Hinterm warmen Ofen ober in rauchgeschwängerten Lokalen, anstatt hinauszuwandern und sich zu erquicken an der Poesie der Winter­

Redakuonr Ern st Heb. Rolarwnsdruck und Verlag der Brübl'scben UniDeriiiAts-Siucb- und Siemdruckeret. R. Lange, Gießen-