230

wirklich nur mädchenhafte Zurück­

haltung sein?

Der voranschreitende Hauptmann ist an der Tür beiseite getreten und zwingt sic dadurch, sich von ihrem Begleiter einen Moment zu trennen. Ihr ist wirklich recht katzen- jämmerlich zumute, wie sie seht in den grau heraufdämmcrn- dcn Morgen blickt.

Das finstere Gesicht des Hauptmanns, die mühsam er­zwungene Freundlichkeit seiner Iran bilden arge Wennuts- tropfen in den Becher ihres jungen Glücks.

Aber ein Blick in die sonnigen Augen des Geliebten verscheucht rasch alles Bittere ans ihren Gedanken, das kleine

Küssen? Sollte das

~ Sic würden es nicht für möglich halten, daß cs ihm diesmal wirklich erlist ist, Selbst dann noch nicht, luemi sie oe» heißen, innigen Blick säheii, mit dem er das Erscheinen der kleuieii Suse begrüßt, die ein wenig hinter dem Haupt­mannsehepaar die breite Treppe herabkommt. Sie trägt ein

Als habe Si st s.fl..

lia<j ihm um. Sie sah sein liebess enttäuschtes Gesicht, und ohne daran zu deuten, daß hier im Korridor viel eher die Gefahr einer Ueberraschung drohte, flog sie auf ihn zu, schmiegte sich au ihn und hob ihr reizendes, erregtes Gesicht zu ihm empor. Jin Nu hatte er alle Zweifel vergesleu. hingerissen von der herzigen Art, mit der sie, gleichsam umVerzeihung bittend, ihm nun freiwillig ihre rosigen Sippen bot, küsste er sie wieder und immer wieder.

Junge Augenblicke darauf erschien Suse Meridies wieder int Ballsaal und wurde vou der Jugend mit Neckereien und auch ein wenig Mißtrauen begrüßt.

Wo haben gnädiges Fräulein nur gesteckt? Wir wollten gerade einen Orden stiften für den, der das flüchtige Doru-- roschen auffängt und zur Stelle bringt."

Sie lachte den brünetten Artilleristen so strahlend an, daß es ihm glutheiß ward au der Stelle des Waffenrocks gegen die das Herz ungestüm schlug.

Wenn Sic wüßten, was mir passiert ist!"

Nun?"

Fritz ^.rautendorf steht au der breiten Kasiuotrcpve unten und wartet auf die Geliebte. Vermummte Damengestalten gleiten an ihm vorüber, unter duftigen SpitzenhüNcn bliht manch sehnsüchtiges Frauenauge zu demschonen Trautcn- dorf _ hinüber und jede hört mit einer leichten Enttäuschung sein frisches, schalkshaftes:Guten Morgen, meine Damen." ,U0ltct natürlich auf die Meridies!" denken die fwste nd Davoneilenden und trösten sich mit dein Zusah: Ernst macht er ja doch nicht."

kinterdeß- sagt Trautendorf, ein bißchen verstimmt:

Na, schießen Sic los, meine Damen."

lind das köstliche Geheiiunis Suses ivird ihm verraten. I er aniustert sich pflichtschnldigst darüber, innerlich aber be. rauscht es ihn geradezu. Weich bezaubernde Kühnheit!

Aer prickelnde Reiz derselben läßt sein Herz erbeben. I fceme sehnsüchtigen Gedanken eilen dem geliebten Mädchen I n,enn 'hm nur erst vor aller Welt gehörte! Er entdeckt Anlage zur Eifersucht in sich, als er sie jeden Mo- ment un Arm eines anderen durch den Saal fliegen sieht. Suir halb noch ist er bei dem fröhlichen Feste, und was er niemals sonst tut, er zieht ein paarmal die Uhr. Dann I fommt noch der endlose Kotiklon mit seinen vielen hübschen Ueberraschungen cs gibt reizende Anspielungen an die t

Reguuenter ein lustiges Gefechtsschießen der Damen, wobei mfe seine Gedanken erraten, wandte sie sich I die vielfarbigen Pfeile zu erobern suchen und das

lnn um. Sic frtfii fpiit Ttpfipa1nn-nnfA+pa I o^wehr, auv dem das jeiveilige Geschoß stainmte finden muffen - eine große Kanone, von jungen Offizieren herein- gezogen, nut Hunderten von Sträußchen bekleidet, die nach ustigem Kampfe mit den Infanteristen, den Herren zt,r Ver­teilung an die Damen freigcgcben werden eine andere Ä ?l,e ben H?"'" ""t farbigen Schlcifchen verzierte Parfümfläschchen, den Damen die dazu passenden farbigen Glasvaien bringt zum Schluß eine tolle Confetti-Schlacht, btc nttc Elster des Uebernmts und der Lebensfreude noch zum verstärkten Alisdriick zivingt und endlich ist mich dieser Ball zu Ende.

"Kommen Sw, Herr Bittner!" Suse läuft auf den I Und sorglos lächelnd stritt er neben Suse. Unter dem 1 mk9b"r'rTUSdem der nächste Danz mit ihr gehört, zu I Helm leuchteten seine dunklen Augen im Liebesfeuer zu ihr man "ß^eTL inid* f°rt' nieber- Sonderbar verängstigt, wie ein junges Vögelchen,

nnusahret bfJ. vernachlässigte Be- I Gesicht

eh ba» «ngebetete MSdchm 'Nun, mein gnädiges Fräulein, Katzenjammer?" fragt

vergnüM Eckplätzchen, wo sie seclen- er neckend, an ihrer Seite der Tür zu schreitend.

inneren Glückscliakeit lachend nnd^Uind J |Ein bischen!" gibt sie zurück,alles Schöne geht doch

verdreht. " U19 den Kopf I so erschreckend schnell vorüber. Wie hab ich mich gefreut

auf dieses Fest gestern dachte ich in meiner Ungcdiild, es würde wohl nie Abend werden, und nun ist schon der Morgeii da, der nüchterne, kalte Morgen."

Fröstelnd hüllt sie sich fester in ihren Kragen.

Bitte sehr, Fräulein Suse!"

Neugierige Augen, horchende Ohren überall, llud da

sagte der Ueberiuut in seiner heimlichen Glückseligkeit:

stch bin ui der Garderobe eingeschlafen und da ist der kchte Prinz gekommen", mit einem Schelmenblick nach dem -Artilleristen,und hat mich wachgeküßt." 'Allgemeines Gelächter.

Warum haben Sie meinen Rivalen nicht mitgebracht?

Aus der Stelle Hutt' ich ihn vor meine Klinge gefordert."

lustjK im ß,aal ^bts ja gar keine Säbel, Sie Mord-,--------------------....

e | langes, dunkelblaues Cape, in dem ihr stcrlickes Tinüickil-,7

5 ÄSSÄ* «KWH «ul

Sl« legte U)t »[idjld,,« m er*9Sto, 3 ? !"'£° b Der «chch-m, der beim Anbiick

Pfui, Sie falscher Prinz, daß Sie' mir ihn totschießen I ®CW Seht, gibt ihr etwas ent»

nicht wahr? Tann bräche mir das Herzt" ! } b ruckend Mädchenhaftes.

^ou brechenden Herzen?" sagt da dicht Der junge Offizier, dem das verliebte Blut in den Adern Uk Trautendorfch der Arm in pocht, legt die Hand an den blinkenden Helm.

ffrnMpnh Bittner herangeschlendert ist und IGestatten Gnädigste, daß ich mich auf dem Nachhausi-

Ä U"d gluckkch. -aussieht,verderben Sie uns weg anschließe?" J 3 T )] '

V ä ÄIS'ÄMÄ Än * *« hmw

genug zu leiden." 7 *'UI Ul °^ieyul |Bitte! Mein Mann wirb wohl nichts dagegen haben."

Suses blaue Augen sprühen kampflustige Blitze. ®ctLnnntc Zuckt empor. Es scheint, als zwinge er Wer sagt Ihnen beim, Herr Trautendorf, daß mein I e,.n®..TV,Se Entgegnung nieder, ehe er mit. gemachter Io- Kerz^nm eines Leutnants willen brechen würde?" oialität sagt:

Me jungen Mädchen kichern. ' IAber bitte sehr, mein bester Trautendorf, kommen Sie

Lus tuts nur für den Prinzen. Wer grämt sich auch j nur mit, wir freuen uns sehr."

d,r 5ßTin L Sein Aussehen straft ihn Lügen. Wie versteint sind

Sif bm r , Y .. fe,nc Züge, es bleibt unklar, ob in Zorn oder Schmerz. Da

das Verlangen, die übermütige Sus?zuverraten'und^Ä hats wieder mal was gegeben zwischen den Beiden, denkt Trautendorf versteht so nett mit diu?geMMichii dmZen 7" S?8 ^luge für solche Dinge

Augen zu betteln. / J , 11111 I besitzt, aber was kümmert mich das?