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zogen brach diesem

Gesicht sah der Türhüter ihnen Göttchen, die kommt nicht mehr

Nebenraum seinen Blicken.

Eifrig saßen,

Ich werde Sie begleiten, mein Fräulein. Sie können nicht allein der Möglichkeit eines erneuten Unwohlseins aus­gesetzt bleiben."

Sie wagte keine Antwort. Mühselig erhob sie sich. Er reichte ihr den Muff, nachdem er vorher ihre zitternden Hände unterstützt hatte, den Paletot wieder zu schließen. Dann zog

straße Nr. 27.

Das war das Letzte/ was sie hörte. Die Pferde an, und während es in rascher Fahrt vorwärts ging, Adele in ein nervöses Weinen aus und gelangte in Zustande bei ihrer aufs höchste erschreckten Tante an.

gleich mitgenommen."

Als ginge sie neben ihrem Schicksal her, so durchschritt Adele Brandt, von dem Unbekannten geleitet, die weiten, einsamen Säle. Sorgsam stützte er sie, und dennoch empfand sie, wie eine starke Hand sie festhielt. Unentrinnbar.

Erst im Wagen kam sie zu sich. Sie halte deutlich ge­hört, wie er dem Kutscher ihre Wohnung angab und befahl, ihm Bescheid zu bringen, ob das Fräulein gut angekommen sei. Dann nannte er seine Adresse: Wittelsbach, Waisen-

Tee befohlen." , .. r

Wollen wir Guido in seinen Appartements aufsnchen oder ihn im Lesesalon erwarten?" fragte der eine, .der die j Uniform eines Offiziers der Garde-Dragoner trug, seinen Begleiter.

Ich glaube, es ist besser, wir lassen uns nur melden und erwarten ihn unten. Wer iveiß, ob Luise schon so weit ist, Besuche zu empfangen. Es ist eigentlich noch früh am Morgen."

Für euch Zivilisten", lachte der Offizier,zehn Uhr beinahe, aber du hast recht, für Diplomaten und Weiber eine frühe Stunde. Also hier ..." Er entnahm seinen, Porte­feuille eine Karte, der andere folgte seinem Beispiel, und während sie beide dem Lesesalon zuschritten, las der Kellner: .Graf Alfons v. Giersdorf, Premierleutnant im 2. Garde- Dragoner-Regiment".Karl Viktor Graf von Giersdorf, Regierungs-Assessor."

Dann stieg er die Treppe nach dem ersten stock empor und übergab die Karten dem Diener des Grafen.

Die beiden Brüder hatten inzwischen das Lesezimmer betreten. Nur ein einziger Herr war darin, eifrig mit einer Zeitung beschäftigt. Er schien die Eintretenden kann, zn be­achten Nicht einmal ein Blick war zn ihnen hinübergcflogen. Und da diese sich nicht beobachtet sahen, setzten sie ungeniert ihr begonnenes Gespräch fort.

Ich hätte nicht gedacht, daß Luise nut Herkommen würde, um Della zu hören ..." ,

Warum denn nicht? In Bernstadt langweilt sie sich vhnedieS, und warum sollte sie ihren Mann allein fahren lasten.'

Bor dem Palast-Hotel in Berlin hielt ein Wagen, eilte der Portier herbei, um den Herren, die darin beim Aussteigen behilflich zu sein. Aber ehe er noch dazu kam, ivar der eine bereits herausgesprungen und in das Portal getreten, während der jüngere den Kutscher ablohnte.

Ist Graf Giersdorf schon zu sprechen?" wendete er sich dann, ebenfalls das Vestibüle betretend, an den dienstbeflissen die Herren grüßenden maitre dhötel.

Der Herr Graf haben vor einer halben Stunde den

das Bild zu streifen, legte ließ sich von ihm führen.

Mit einem dummen nach.I du mein liebes wieder."

Sie verschivanden im Und er schon gar nicht. Der hat sich seine Madonna

er den zurückgezogenen Schleier herab.

In diesem Augenblick brachte der Diener das Wasser. Absichtlich hatte er etwas gezögert. Eine leichte Handbe­wegung bedeutete ihm, daß es überflüssig sei. tlnd nun bot der Fremde dem jungen Mädchen das Geleit und, als müsse es so sein und ohne mit den Blicken anch nur einmal noch ' " ' sie ihren Arm in den seinen und

Na, ich glaube, sie hat das Interesse, das wir nun mal alle für die Kleine haben, nie recht begriffen und gebilligt."

Mein Gott, die Kleine ist heute eine große Künstlerin, berühmt und gefeiert, und ich denke, daß es den Giersdorfs nur zur Ehre gereicht, daß sie einen freundschaftlichen Anteil"

Na, höre, Viki, du übertreibst; ist ja ganz nett und fabelhaft amüsant, aber zur Ehre gereichen, weißt du, das klingt ja, als ob die Giersdorfs nur mal durch Zufall eine Beziehung zur Kuust bekommen hätten ich bitte dich, alle Giersdorfs hatten so ne Chose! Entweder ließen sie sich was malen, das ganze Schloß ist ja voll von dem Krempel, oder sie unterstützten andere Künste oder ..."

Aber ich bitte dich, Alfons, wie kannst du das nur vergleichen? Adele Brandt gehört zu uns, ist unter uns aufgewachsen, gewissermaßen ein Mitglied unseres engeren Familienkreises, ein Teil unserer Heimat, unserer Jugend."

Weiß ich! Und auch, daß du und Guy für sie immer ein besonderes Faible hattet. Guy so als Familienoberhaupt mit dem feierlichen Protektorton, ganz und gar Majoratsherr, Patron der Gemeinde, Schutzherr aller Talente in Bernstadt, kurz, was so zu den Obliegenheiten eines grand seigneur gehört, ist sehr begreiflich, noblesse oblige! Und bxi ? Na, du warst ja immer ihr Kavalier!' Du und dec Hans Kreis- physikussohu! Paßte auch vorzüglich für zwei schneidige Stu­denten, dem Kantorstöchterlein den Hof zu machen."

Du siehst die Sache wirklich mit ganz merkwürdigen Augen an. Erstens einmal gibts in Bernstadt nicht Talente im Plural, denen Guy seinen Schutz angedeihen lassen könnte. Denn dort um und um und noch viel weiter hinaus wächst so ivas überhaupt nicht. Wozu reicht beispielsweise unser Talent aus? Um ein Gardeleutnant oder ein Regierungs­assessor zu werden, die von ein paar Dutzend Kameraden und Kollegen in Berlin gekannt sind, die in ein paar Salons ne gute Figur machen, wo's was zu heiraten gibt, allenfalls noch hinter den Kulissen einiger kleiner Theater und last not least in den amüsanten Kreisen der Barrisous und Konsorten!

I Della Brandts Namen kennt heute die ganze Welt. Das ist kein Bernstadter Talent, das die Giersdorfs zu lancieren brauchen, das ist ein Genie, dem alle Welt huldigt!"

Viki, deine Moralpauke hat mich erschüttert! Also du meinst wirklich?"

Tn doch nicht so, Alfons, als wärst du nicht immer ohnedies davon überzeugt. Wir erweisen ihr mit unserer Freundschaft etwas, das sie hoffentlich erfreuen wird, aber was sie als eine Herablassung aufzunehmen durchaus keme Veranlassung hat."

Sie hatten etwas lebhafter gesprochen und gar nicht I weiter daran gedacht, daß >ioch ein Dritter sich i>n Zimmer | befand. . _ P1 ,rr

Der Offizier war in eine der breiten Fenstermfchen ge­treten, hatte den Store zurückgeschoben, dessen reiche Stickereien I das einfallende Licht dämpften, und blickte während der Unter» I Haltung hinaus auf den Platz.

Graf Carl Victor stand, mit dem Rücken ans Fenster- breit gelehiit, dem Bruder gegenüber. So kam es, daß sie beide den hinter seiner Zeitung fast verborgenen, seitivarts I sitzenden Mann vergaßen. ,

Und dann, Alfons, ihr Vater mar dem und Guys erster Lehrer. Eure Kindheit hängt mit ihm zusammen, die Mutter hat Schwester Helenes erste Schritte geleitet . . . Wahrhaftig, man wird fast sentimental, wenn nmn an all das zuruct- | denkt . . ."

Ein sentimentaler Regierungsassessor!" lachte der Bruder, na, hör mal, es scheint doch nicht zu stimmen, daß die I Juristen für Zivil das bedeuten, >vas die Kavallerie stir-> I Militär."

Sie brachen beide in ein herzliches Gelächter aus.

Uebrigens, Viki, iveißt du, das hab ich mir immer schon immer gewünscht, dich für was von der Kunst enragiert zu I sehen. Aergerte mich innig, daß du so eine PhiUsterfle geworden - Aktenmensch! Ein Giersdorf! Wozu hat man s | denn und wozu ist man's!"