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böse fein, meine Gnädigste, i bitt’ schön", dann lächelten sie ihn an rind verziehen ihm alle Enttänschnngen. Sie trösteten sich daniit, daß die Fran wohl noch geboren werden mußte, die diesen liebenswürdigen Taugenichts ins süße Ehejoch zu spannen vermochte, und solch ein Gedanke ist bekanntlich für die Frauen ein sehr großer Trost.
Suse wußte von seinem Renommee nicht das geringste, somt wäre in ihrem hübschen Köpfchen vielleicht der Trotz erwacht, seinem anerkannten Zauber zu widerstehen, so aber verstrickte sie sich ahnungslos in die Gefahr, gleich am ersten Abend in die zarten Fäden, welche ihr heißes Herzchen zu dem hübschen, flotten Offizier hinüberspann. Und als er mitten im Gespräch, als erinnere er sich plötzlich ihrer Gegenwart, zu ihr herübersah und mit einem: „Auf eine Reihe schöner, glücklicher Tage hier bei uns", sein Glas gegen sie erhob, war sie wie gelähmt vor Wonne und wieder dachte Trautendors, als er in das reizende, befangen errötende Kindergesicht blickte:
„Donnerwetter, sie ist wirklich süß."
Und auf einmal wars ihm, als flüstere ihm eine noch nie gehörte innere Stimme zu:
„Sei auf Deiner Hut."
Er war stiller als sonst nach solchen Abenden, da er mit den Kameraden nach Hause schlenderte und sie gewohnheitsgemäß an Personen und Dingen ihre schonungslose Kritik übten.
Suse Meridies kam entschieden am besten dabei weg.
Mädel! "wiederholte der lange, rotblonde Bittner immer wieder, bis Trautendorf ihn schließlich förmlich gereizt anfuhr: „Na, da heirat' Dir sie doch. Du kannst wrr ja den Luxus gestatten, als glücklicher Besitzer emes „Erbonkels", worauf der junge Offizier ruhig er- wirrte: „Bielleicht tu ich's auch, vorausgesetzt, daß sie mich mag. Und warum sollte sie mich nicht mögen?"
nimmt Dich mit Handkuß, sei versichert!" spöttelte "wrautendorf und wollte sich selber nicht eingestehn, daß s'^^danks itiit eine solche Möglichkeit ihn ärgerte. Viel- Ieicht hatte er auch geleugnet, Freude darüber zu empfinden, verraten, baß zur selben Stunde das o-uu ..£*■ .llnt selig verträumten Augen und lächelnden
in ihrem Herzen erbaute, aus dem er fortan Alleinherrscher fern sollte.
8.
kümmerte sich in der folgenden Zeit fast gar nicht andere Pflichten ließen ihn das kleine vergeßen. Die Kommaudeuse beabsichtigte als Abschluß bey Karnevals einen Ball zu geben. Sie war eine imrge, lebenslustige Frau, die zweite Gattin des Obersten, uiid sie wollte ihr Fest nicht im Rahnren des Alltäglichen ecern, sondern plante lebende Bilder und allerlei klein« Neberrafchungen flir ihre Gäste.
ivar Trautendorf als Arrangeur unentbehrlich. Er befaß neben anderen Vorzügen auch ein hübsches Zeichen-.
,en* künstlerisch geschultes Auge für alles Schöne, Originelle — ftundeulang saß er im lauschigen h^nden Frau, entwarf Kostümbilder, machte feine Vorschläge für die Wahl der lebenden Bilder und zeichnete zwischendurch in keckem lieber mut Kari- von Personen und Begebenheiten aus der Gesell- Mch^von denen die mildesten für eine Hobelbank ansl- gewahlt wurden, die er selbst an dem Ballabend als Bänkel- fanger mit erklärenden Versen begleiten sollte. Oft behielt dw Milge Frau ihn zum Abendbrot da, um ihrem Manne a les, was sie nut Nachmittag mit Trautendorf ersonnen, Ph, Gegenwart zu erzählen, und selbst der Oberst, lick, in S mtoaST?ebatlti^n' vUlßte dann schließ- stMineu? Begeisterung feiner Gattin lachend mit ein- sollt?"snisw^n^^^ball, der Ende der Woche stattfinden - v Proben zu den lebenden Bildern, die aus g “ der Mitwirkenden möglichst einfache
mukt/ GA .Erstellung bringen sollten, beginnen. Man sich in auch nach den Personen richten, die man aar s,U bie W der Zuschauer nicht
gar zu sehr zu vermindern.
Suse MerMes stand auch auf der List«. Sie würde
nach Frau von Breuers Ansicht ein entzückendes Dorn- röschen abgeben.
„Sie können ja den Prinzen dazu machen, Trautendorf!" hatte die hübsche Kommandeuse lächelnd gesagt und er darauf erividert:
„Ich habe keine tendre für die schlafenden Dornrös- chen, mir sind die schon geweckten lieber."
Tas spitzbübische Gesicht dabei stand ihm so gut, daß sie laut aufgelacht hatte.
Nein, sie war wirklich nichts für ihn, sie war beim doch von zu kleinstädtischen Ansichten angehaucht, dachte er, ohne zu ahnen, mit welchem Behagen Suse in dem Strom dieser leichten, heiteren Geselligkeit schwamm, in der nur eilte Devise zu herrschen schien: das Leben zu genießen, «ie war völlig heimisch geworden in dem Kreise, denn durch ihn wehte die Luft, die ihr zum Entfalten nötig gewesen war. Sie paßte mit ihrer leichtlebigen, oberflächlichen Natur nur zu gift unter diese Menschen, die anscheinend niemals tiefere Herzenstöne fanden, die ihre Liebenswürdigkeit, ihr Lächeln gleichmäßig verschwendeten, die eüte_ einzige große Familie zu bilden schienen, in der nach außen völlige Eintracht herrschte, und in der Ab- neiguugen, Streitigkeiten usw. im Geheimen zum Austrag kamen, um das gute Einvernehmen im Regiment besonders dem Zivil gegenüber über alle Zweifel zu erheben.
Die Offiziere hatten alle den jungen Mädchen gegenüber den chevaleresken Ton, der sich noch aus alten Tagen in den militärischen Teil der Männerwelt hinübergerettet hat, sie huldigten eben überall der weiblichen Schönheit und 'Anmut und wußten dabei geschickt die Grenze zu ziehen, über die hinaus sie z. B. bei einem, wie man schnell erfahren, ganz armen Mädchen, wie Suse Meridies es war, nicht gehen durften. Wer Suse war schon berauscht von diesem ritterlichen Entgegenkommen, sie verlangte nicht nach mehr. Außerdem hatte sie an dem langen, rotblonden Bittner einen wirklichen ernstlichen Verehrer, dessen phlegmatische Art dieser Coiirmacherei jedoch das auffallende nahm.
Frau Meta war bis jetzt recht befriedigt von dem Verlauf der Tinge. Suse schien vernünftig genug, sich trotz seiner Häßlichkeit Bittner nicht abgeneigt zu zeigen und sie wäre über eine rasche Verlobung aufrichtig erfreut gewesen, da sie zu bemerken glaubte, daß die Anwesenheit der jungen Cousine ihrem Manne bereits lästig zu werden anfing. So kalt, um nicht zu sagen unfreundlich, war er noch nie zu ihr gewesen. Auch Suse schien jetzt zuweilen für ihn nicht vorhanden zu sein, wofür diese sich durch trotzig« Schweigsamkeit rächte. Tann sah er immer wieder prüfend und doch fast widerwillig zu ihr herüber. Hatte sie sich einmal sebr gut amüsiert und war daher außer Stande, ihrer Freude Zügel anzulegen, so wurde fein Gesicht immer finsterer, je lebhafter und enthusiasmierter sie erzählte schließlich brachte er's fertig, brüsk aufzustehen und das Zimmer zu verlassen, nnd als sie einmal berichtete, daß Bittner sie auf der Straße ein Stück begleitet habe, fuhr er auf:
"Tas ist eine Unverschämtheit von dem Kerl! Was diese jungen Füchse sich jetzt herausnehmen, weil der Oberst sich um solche Sachen nicht kümmert, das ist einfach haarsträubend."
Suse sah ihn groß an und Frau Meta meinte kühl und etwas befremdet:
„Seit wann kümmerst Du Dich darum?"
„Seit ich für den Ruf eines jungen Mädchens verantwortlich bin!" gab er gereizt zurück.
Ihr Gesichtsausdruck wurde noch kälter.
„Dafür lasse, bitte, mich sorgen."
Suse saß dabei wie aus Kohlen nnd wütete innerlich gegen den Tyrannen. Und von Bittner ließ sie sich nun gerade den Hof machen.
Endlich bemerkte es auch Trautendorf. Es war wenige jtnge vor dem Regimentsballe, man saß beim Souper int Haufe eines steinreichen Fabrikbesitzers, dessen einzige bildschöne Tochter Trautendorf zu Tisch führte, ein Arrangement, das, wie er wußte, ihrem eigensten Wunsche entsprang als sein Blick, der die von Silber und Kristall blitzende, mit Blumen überschüttete Tafel überflog, Plötze lich wie gebannt an einer Stelle haften blieb.
(Fortsetzung folgt.)


