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die Hunde und die Hühner, nnd die Mahlsteine sag teil: „Wir
wurden von Euch dien sehr geplagt, alle Tage abends und morgens — jetzt werdet Ihr unsere Kraft spüren, wir werden Euer Fleisch mahlen und Mehl aus Euer» Körpern machen." So sagten die Mahlsteine, die Hunde aber sagten: „Ihr gabt uns kein Essen, sondern wir standen immer da und schauten Euch an, nnd Ihr vertriebt uns und verjagtet uns, und immer war ein Stecken bereit, uns 51t schlagen.--Jetzt werdet Ihr die
Sahne verspüren, die tu unserem Maule sind: wir werden uch verzehren", sagten die Hunde, und die Röstiteller und Töpfe sprachen folgendermaßen: „Schmerz und Pein habt Ihr uns verursacht, unser Mund und unser Gesicht war berußt, immer kochten wir über dem Feuer, Ihr habt uns gebrannt und wir fühlten den Schmerz; jetzt werdet Ihr es erproben und wir werden Euch Premren", sagten die Töpfe und brannten sie ins Gesicht.--- Und die Menschen liefen voll Bestürzung
eilend umher; sie wollten auf die Häuser steigen, aber die Hauser sielen ein und begruben sie; sie wollten auf die Bäume klettern, aber die Bäume schüttelten sie ab; sie wollten sich in die Höhlen flüchten, aber diese schlossen sich zu, und so wurden alle getötet."
Wenn wir den Schatz der Sintflutberichte überblicken, so erkennen wir, daß vermutlich in den meisten Fällen die Ueber- lieferung an tatsächliche Naturereignisse angeknüpft hat. Aber wenn auch solche Erinnerungen, von allerlei mystischem Beiwerk nrnwobeu, im Herzen der einzelnen Völker eingegraben stehen, so habeir sie doch andererseits in keinem einzigen Falle 511 naturwissenschaftlichen Forschungen über das Wesen und die Ursachen der Katastrophen geführt; vielmehr nahmen einige von den Naturvölkern die Tatsachen oh-ire weiteres Grübeln einfach als etwas Gegebenes hin, während andere darin ent Strafgericht Gottes erblicken! Der Gedanke, daß gesetzmäßige Vorgänge der Natur zu solchen Ereignissen führen könnten nnd unter gewissen Voraussetzungen sogar notwendig, dazu führen müßten, war aber viel zu abstrakt, als daß diese immer konkret denkenden Natnrkinder ihn hätten fassen können. Denken wir daran, daß in der eben erwähnten Sage der Quichs-Jndianer Tiere und Geräte sprechend austreten, daß die Indianer noch jetzt vielfach Tiere und Pflanzen, manchmal sogar Wasser und Berge in ihren täglichen Unterhaltungen sprechend einführen, so verstehen wir, daß sie auch vielfach die Materie sich als belebt vorstellen, nnd demgemäß in Naturereignissen persönliche Handlungen feindlich gefinnter Wesen erblicken.
vermochte».
* Wie die Herrscher reiten. Tie meisten gekrönten Häupter sind vorzügliche Reiter, und dies ist nicht besonders überraschend; denn jahrelange Uebnng hat sie dazu ausgebildet. Mit der Vorstellung, die wir uns von vielen machen, ist dann auch der stolze Sitz auf Rossesrücken unbedingt verbunden; König Eduard von England freflich sind wir gewohnt, uns zu Fuß vorzustellen und der König ist auch wirklich kein guter Reiter mehr. Früher aber war er, wie ein englisches Blatt sich ausdrück! ein „halber (Kentaur", und bei einem Herrenreiten zu Carragh Camp führte er sein Roß „Rupee" ass erster durchs Ziel. Doch bas sind vierzig Jahre her und heute reitet Eduard nur noch in einem kleinen Galopp manchmal auf seinen Besitzungen in Norfolk herum oder besteigt bei offiziellen Gelegenheiten ein Pferd. Kaiser Wilhelm macht bekanntlich fast täglich seinen Spazierritt, öfters von seiner Gemahlin begleitet, die auch eine ganz vorzügliche Reiterin ist. Der beste Reiter am deutschen Kaiserhof ist der Kronprinz, ein glänzender Sportsman der tollkühne Reiterkunststücke ausführt. Ter Zar ist kein Meister in der Reitkunst; nur selten reitet er spazieren; doch bei den großen Truppenschaustell- uugen, die in Petersburg auf dem gewaltigen Terrain an der Newa stattfinden, erscheint er in farbenprächtiger, goldstrotzender Uniform zu Pferde, inmitten seines Gefolges und seines Generalstabes. Tann leuchtet die ganze Kavalkade von blitzenden Sternen und funkelndem Prunk, und zwischen ihnen reitet der Zar langsam dahin. Auch die Zarin ist eine anmutige Reiterin. Obwohl König Viktor Emanuel vielleicht der leidenschaftlichste Pferdeliebhaber unter allen Fürsten der Welt ist, so hat er doch die übertriebene Sorge König Humberts für seine Ställe in etwas verringert. Während früher viermal täglich 'den Pferden frische Streu gegeben werden mußte, geschieht dies jetzt nur zweimal. Tie alten ausgedienten Rosse hat er aus den Ställen entfernen lassen und vielfach ihre Stelle nicht bunft neue junge Pferde ersetzt. Trotzdem hält er noch '24 Reitpferde zu seinem persönlichen Gebrauch und viermal soviel Wagenpferde. Er ist ein ausgezeichneter und unermüdlicher Reiter. Viele Stunden kann er im Sattel sitzen, ohne die geringste Unbequemlichkeit zu empfinden, noch irgendwelche Erfrischung zu sich zu nehmen. So stellt er denn auch an seine Kavallerie die höchsten Anforderungen und hat durch sein. Vorbild die ganze Haltung und Disziplin seiner Reiterei verbessert. Unerwartet inspiziert et häufig die Kasernen und findet er Unordnung oder Nachlässigkeit, To hält er steif und starr wie eine drohende Statue auf seinem Roß, aber sein Gesicht ist blaß vor Aerger und Empörung. Kaiser Franz Josef ist noch immer auch im Sattel auf seinem Posten. Das hat er bei den letzten Manövern
wieder bewiesen. Um vier Uhr ftüh bereits aus, saß er von fünf Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags auf dem Pferde und beobachtete mit Kennerblick die militärischen Operationen. Keine Ermattung war ihm anzumerken und seine Erfrischung nahm er auS der Feldflasche und dem Fouragekorb wie der jüngste Leutnant, König Alfons von Spanien reitet jeden Tag; manefrmat nimmt er sechs oder sieben verschiedene Tiere aus seinem Mar stall, der die schönsten Pferde der Welt birgt. Er sitzt im Sattel wie mit Ieinem Rosse verwachsen, seine schlanke Figur biegt sich und schmiegt ich dem Pferde an, und kein Graben ist zu breit, leine Barriere zu wch, als daß er nicht Unübersetzen würde. König Leopold vonBelgien und der achtzigjährige KönigvonDänemark waren beide gute Reiter^ dagegen verabscheuen die Könige von Griechenland und Schwed en das Reiten überhaupt. König Carlos von Portugal hat am Reiten keine Freude mehr, seit er so furchtbar dick geworden ist, und Prinz Fer dinand Von Bulgarien kann sich keine Stunde lang auf'einem Pferde halten. (Fr. dtsch Pr.)
* Energische Frauen. Ein Teil der weiblichen Einwohnerschaft von Cincinnatti stellte sich kürzlich eine merkwürdige Aufgabe, die sie mit ebenso vielem Mut wie guter Laune löste. Eines schönen Morgens erschienen ungefähr hundert von ihnen in sauberen Waschkleidern nnd Strohhüten aus dem Kopfe, mit Besen und Schaufeln bewaffnet und machten sich kurzerhand daran, die Hauptstraße der Stadt zu fegen. Tie in Massen versammelten Zuschauer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ihren Witz an den Arbeitenden auszulassen, die sich aber gar nicht darum kümmerten. Mittags setzten sich die Frauen auf die Bordschwelle und verzehrten das ihnen von ihren Kindern gebrachte Essen. Bei Sonnenuntergang wiesen die Hauptverkehrsstraßen zum ersten Male seit ungefähr sechs Monaten wieder ein reines Pflaster auf. Ihren Zweck haben die grauen damit jedenfalls erreicht, denn die Stadtväter gelobten feierlich, künftig für die Säuberung der Straßen Sorge tragen zu wollen. — So steht geschrieben in einer amerikanischen Zeitung. .
* Amerikanische Frisuren. Die Amerikanerin frisiert sich mit ganz besonderem Schick und zwar ohne weitere Hilfsmittel anzuwenden, als Kamm, Bürste und ihre beiden Hände. Tie Brennschere ist auf dem Toilettentisch verpönt. Wenn das Haar von Natur kraus ist, so versucht sie sogar, es mit Hilfe von Wasser und Bürste es möglichst zu glätten, um die langen Wellen herauszubekommen, die für hübsche Gesichter die kleidsamste Umrahmung des Kopfes bilden. Ten Knoten dreht sich die Amerikanerin so geschickt, daß das Haar von allein „steht" und Unterlagen oder andere hierzulande übliche Hilfsmittel unnötig sind.
* B er ft reut. „Herr Professor, ein armer Mann ist da, dem ein Bein fehlt!" — „Na — i ch hab's doch nicht!"
* Der Astronom als Bräutigam. „Sieh' den Stern da oben, Oskar — das ist unser Glücksstern!" — „Tn irrst, Geliebte! Tas ist Alpha im Kleinen Hund!"
We»e Mcher.
Marshall, Dr. W., Die Tiere der Erde. Lieferung 39 bis 44. Mit vielen Abbildungen. Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt. ä Lieferung 60 Ps.
Rasi, Luigi, Tie Druse. Mit 43 Illustrationen. (231 S.) Berlin, S. Fischer. 3 Mk.
Pröpver, L. von, Häusliche Konditorei, 325 erprobte Rezepte. (102 S.) Franksurt a. O., Trowitzsch u. Sohn. geb. 2 Mark.
Otto, Tr. E., Das deutsche Handwerk in seiner kulturgeschichtlichen Entwicklung. Mit 27 Abbild. (154 S.) Leipzig, G. B. Teubner, geb. 1.20 Mk.
Un 0 ld, Tr. I., Aufgaben und Ziele des Menschenleben. (152 ©4, Ebda. geb. 1.20 Mk.
Seidel, A., Deutsch-Französisch, praktischer Sprachführer. (124 S.) Stuttgart, Mitth'sche Verlagshandlimg. 1.20 Mk.
— Deutsch-Englisch, praktischer Sprachführer. (116 S.) Ebda. 1.20 Mark.
Bilderrätsel.
< Nachdruck verboten).
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Auflösung tu nächster Nummer.
Redaktion: 21 u a u ft Goetz. — Rotationsdruck und Vcrlaa der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


