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dieses ins Auge, Wirtz inan es keine Herabwürdigung des Geistes nennen, wenn man den „Geist der Kochkunst" entdeckt haben ivtll. Er darf sich neben dem „Geiste der Gesetze", dem „Geiste des römischen Rechtes" sehen lassen. Tiefer dürfte ohnehin für die wenigsten der „Geist, den sie begreifen", sein.
Ter Feinschmecker hat einen denkenden Magen, er empfindet, er dichtet sogar. Ter Vegetarier wende sich schaudernd ab, der Teinverenzler verhülle weinend sein Haupt — aber jener wird trotzdem Hammelkotelettes ä la Soubise ein Essen von weltgeschichtlichem Ernste nennen. Er heißt den Roquefort vornehm sarkastisch, den Emmentaler gemütstief und den Camembert hingebend Pikant. Er entfaltet das Banner des Geistes im körperlichsten Reiche.
vermischter.
* Au f der Düsseldorfer Garte ndan-Aus- st e l l u n g werden für die Blumenschmuckkunst folgende Ausstellungen stattfinden: Frühjahrs-Bindeknnst- Ausstellung vom 12.—15. Mai, Sonder-Ausstellung Rosen Dom 25.-28. Ium, Sonder-Ausstellung „Braut- schmnck" vom 30. Juni bis 1. August, Internationale Bindekun st-Ausstellung vom 17.—20. September, Sonder-Ausstellung „Chrysanthemum" vom 20.—23. Oktober. In Düsseldorf sollen alle Blumenspenden, welche dem Charakter und der Stimmung nach zusammen gehören, vereinigt werden. Hierdurch kommt der Beschauer zu einem erhöhten Genuß und es können auf diese Weise recht stimmungsvolle Bilder geschaffen werden. Für die Internationale Bindekunst-Ausstellung haben sich in 50 deutschen Städten und in den meisten europäischen Ländern Ausschüsse gebildet, welche die gemeinschaftliche Beschickung vorbereiteu. So wird z. B. die Stadt Berlin ein Hochzeitshaus im Blumenschmuck zeigen. Ter Speisesaal enthält die Hochzeitstafel und eine Anzahl kleinerer Tafeln, während ein an den Speisesaal anstoßender Salon die Hochzeits-Blumenspenden aufuehmen soll. Ueberans originell rst die Aufgabe, die sich Hamburg gestellt hat. Tas Heim einer Künstlerin soll die Blumenspenden zeigen, die der Tiva beim Benefiz überreicht wurden. Die vereinigten Blumenhändler der Stadt Köln haben es sich zur Aufgabe gestellt, einen großen Pavillon von 50 Meter Länge und 30 Meter Breite als Empfangs- und Festraum für einen Besuch des Kaiserpaares auszuschmücken. Dieser Pavillon wird außer einem prunkvollen Blumen- und Pflanzenschmuck eine kostbare Festtafel, sowie hervorragende Blumenspeuden enthalten, die zur Ueberreichung an das Kaiserpaar geeignet sind. Ten künstlerischen Blumenschmuck eines Ballsaales mit Festtafel und originellen Gruppierungen von Kotillon-Arrangements hat eine andere Stadt übernommen. Kiel, die Stadt der Regatten, wird mit Bezugnahme auf die „Kieler Woche" mit einer größeren Anzahl Boote ankommen, die zur Blumen-Regatta geschmückt sind, während der Wagen-Blumenkorso, der Fahrrad-Blumenkorso, der Kinder-Blumenkorso und „last not least" der Automobil-Blumenkorso von vier anderen Städten zur Schau gestellt werden. Trauschmuck ist die Aufgabe einer anderen Stadt. Ein Programm mit 64 sehr interessanten Aufgaben wird denjenigen Gelegenheit geben, sich an der Ausstellung zu beteiligen, welche sich- den Kollektiv- Ausstellungen nicht anschließen wollen. Als eine dieser Aufgaben nennen wir die Blumenspende für die Kaiserin, als Huldigung der Kunst- unb Gartenbau-Ausstellung gedacht. Für diese Aufgabe sind allein 2100 Mark Geldpreise, sowie goldene und siwerne Medaillen ausgesetzt. Ter erste Preis beträgt 1000 Mark. Tie Kaiserin hat sich bereit erklärt, die mit dem ersten Preise ausgezeichnete Blumenspende entgegenzunehmen. Für Preise für die Abteilung Bindekunst sind im Ganzen ca. 28 000 Mark zur Verfügung gestellt worden.
Kesundheitspflege.
(hr.)Maul- und Klauenseuche und Kinderste r b l r ch k e i t. Es ist lange bezweifelt ivorden, ob die Maul- und Klauenseuche der Rinder und Schweine auf den Menschen übertragbar sei; es sind aber jetzt so viel Fälle festgestellt, daß die Uebertragbarkeit keinem Zweifel mehr
unterliegt. Beim Menschen entwickelt sich eine richtige Infektionskrankheit, die mit Schüttelfrösten und Fieber beginnt und sich an der Mundschleimhaut festsetzt. Es treten am Mund, der Zunge und den Lippen Blasen auf, die bald in Geschwüre übergehen. Tie Krankheit hat in manchen Fällen sowohl bei Kindern wie Erwachsenen einen tödlichen Ausgang genommen. In den Jahren 1898—1900 sind in Preußen in zehn Regierungsbezirken Uebertrag- ungen der Seuche auf den Menschen beobachtet ivorden, doch ist kein Fall tödlich verlaufen. Neben der allgemeinen Infektion kann auch eine lokale Uebertragung stattfinden, und es wurden auf diese Weise bei Stallbediensteten an deren Händen Blasen beobachtet, die durch direkte Berührung der kranken Stellen der Tiere entstanden waren. Beim Menschen bildet in der Regel die Milch und deren Genuß die Vermittlerin der Krankheit, seltener Butter oder Quarkkäse und es stellt sich demgemäß bei Kindern häufig eine mit Blasen einhergehende Mund- entzündung ein, die sog. Aphthen. Auf eine neue Beziehung zwischen Maul- unb Klauenseuche der Tiere und Erkrankungen der Menschen hat neuerdings Prof. Wyß in Zürich aufmerksam gemacht. Er studierte die Kindersterblichkeit in Zürich und fand, daß das Jahr der größten Kindersterblichkeit dort, nämlich das Jahr 1898, zusammentraf mit der grö ßten Verbreitung der Seuche unter dem Rindvieh. Merkivürdig war dabei, daß die Erkrankungen und Sterbefälle bei Kindern einige Monate später erfolgten, als die Krankheit der Tiere angezeigt wurde. Ties erklärt Prof. Wyß damit, daß die Milchproduktion bei den Tieren aus der Höhe der Erkrankung zurückgeht; da die Kinder diese Milch also nicht genießen, können sie auch nicht daran erkranken oder sterben. Erst nach Monaten tritt die Milchabsonderung wieder ein, die Milch ist aber noch lange Zeit hochgradig verändert und wird daher den Kindern verhängnisvoll. Mo solche noch nicht bestehen, sind daher überall Polizeiverordnungen notwendig, daß nur die Milch von gesunden Tieren verlauft werden darf. Ta nach Maul- unb Klauenseuche oft bauernbe Gesundheitsstörungen bei den Tieren auftreten und die Milch auf lange Zeit geschädigt wird und daher als Kindernahrungsmittel ungeeignet wird, so macht Prof. Wyß den Vorschlag, die Milch derartiger Tiere aus lange Zeit am besten für immer als Kindernahrungsmittel auszuschließen.
Erprobtes Akzept.
— Fußbodenteppiche zu reinigen. Teppiche, die schmutzig und fleckig geworden sind, kann man sehr gut selbst reinigen und dadurch wieder brauchbar machen. Dazu erforderlich ist eine nicht zu harte Bürste und eine Abkochung von Quillayarinde (Panamaspäne). Bon letzterer nimmt man 100 Gramm auf 2Va Liter Wasser. Man taucht die Bürste wiederholt in die lauwarme Lösung ein, bürstet ein Stück des Teppichs, immer nach einer Seite streichend, gut durch und spült dann den Schaum ab. So fährt man fort, bis der ganze Teppich durchgebürstet ist. Dann wieder rasch! noch einmal mit kaltem Wasser übergossen und mit der Bürste überstrichen, bis aller Schaum entfernt ist. Nun hängt man den Teppich, am besten über zwei Stangen, zum Trocknen auf. Durch dieses Verfahren kommen oft ganz verblichen scheinende Farben wieder hervor.
Zahleurätsel.
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Statt der Zahlen sind Buchstaben zu setzen, sodaß die senkrechten Reihen. Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Stadt an der Donau; 2. Gewässer ; 8. Nebenfluß an der Donau; 4. Beherrscher eines großen Reichs; 5. bekannter Badeort; 6. Na ine von Päpsten; 7. Nebenfluß des Neckar; 8. Singstinnne; 9. altgriechische Göttin. Die durch stark umränderte Felder hervorgehobenen Zahlen bezeichnen einen Teil des Jahres.
tAuslösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Telegraphenrätsels in vor. Nr.: Märzenschnee tut den Bäumen weh. (Märchen, Zehn, Asche, Neger, Student, Orden, Blätter, Krume, Wein, Weber, Hase.)
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl"scheu LniversttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.


