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dem

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dem

Wenn ich nicht bei ihm bin, so umkreisen ihn meine Gedanken wie ein Flug schimmernder Vögel.

Meine Liebe kam zu ihm wie die Taube, die mit Oelzweig über den sinkenden Wassern schwebte.

Sollte ich wirklich bald sterben müssen, so möchte ich meine Hände in die seinen legen und darin so lange lassen, bis die Leichenfrau sie herausnehmen muß. Wte gut meine armen, kalten Hände in den seinen aufgehoben

Hand in Hand möchte ich mrt ihm fortgehen, Hand m Hand mit ihm wandern: mit ihm wandern durch die Unendlichkeit. *

(Fortsetzung folgt.)

freute waren wir wieder einmal wie die Kinder. Wir liefen von unserem Hause fort zu der Jelsenwand an dem fürchterlichen Abgrund unter dem Kreuz, wo im Frühling der Ginsterzauber lohte, und schrieben an eine Klippe unsere Namen. Gin riesengroßes V: Viviane, und ein C: Cola.

Jetzt stehen auch unsere Namen unter dem Zeichen des Kreuzes unter dem Zeichen der himmlischen Liebe.

Wie glückselig töricht man sein kann!

Kaken Sie Kinder?

Eine Kleinstadt-Humoreske von O. Metterhausen

Meine kleine Frau war ganz unglücklich.

Sieben Jahre hatten wir vergnügt tn Hamburg gelebt, und nun plötzlich., wie ein Blitz aus heiterem Hunmel, kam die Versetzung nach Halt, Diskretion ist Ehrensache sagen wir: nach Dingsda. ___ ,r ,

Wenn es nicht bei der leidigen Kahlheit der Oberfläche meines Gedankenbehälters als Prahlsucht ausgelegt werden könnte, so würde ich sagen: mir sträubten sich die Haare, als ich die Versetzungsordre in den Händen hielt. UTtD meine Stimmung wurde nicht besser, als mein Freund John Schmidt, der in seiner Eigenschait als Repeonkel das deutsche Vaterlandvon der Maas bis an dre Memel, von der Etsch bis an den Belt" wie seine Westentasche kennt mir aus meine Frage entsetzt antwortete:Menschenskind, Dings­da? Das is'n Flecken . . . Brrr! Da gibts nur ein Mittel. Opalpasta. Wie viel Zentner darf ich fürDich notieren?

Was halfs? Ich mußte wohl oder übel da» Unver­meidliche mit Würde tragen. .

Laß gut sein, Herzchen", tröstete ich meine Frau,es hätte ja noch schlimmer kommen können. Dmgsda ist immer noch besser, als Posemuckel oder ein ähnliches gottver- Se^euä ich^las ihr aus Neumanns Ortslexikon die Natur­geschichte unserer künftigen Heimat vor: ,,DiNg^>a, 4563 Einwohner, Post, Eisenbahn, Telegraph, Amtsgericht, Gym­nasium, fürstliche Sommerresideuz horst Du, Schatz? Residenz! - blühende Schuhwarenindustrie."

Einige Tage später fuhr ich, vorläufig allein, dem Hans Sachsschen Dorado zu, um mir eine Wohnung zu mieten. Meine Frau hatte mir noch einige Dutzend Ratschlage nnt- i gegeben:Achte auch gut darauf, Männchen, daß dre Wohnung recht warm ist und daß dre Oefen ordentlich im­stande sind und daß der Herd gut zieht und daß dre Spiegelwände nicht zu schmal sind und dre Stuben nicht zu klein und die Decken nicht zu niedrig. . - Um Gottes willen keine Kellerküche! Wer ja einen abgeschlossenen Flur! Nicht höher als eine Treppe, am liebsten Mdgeschoß ! mit Vorgarten und, wenn möglich, auch Hintergarten oder I doch einem Spielplatz für die Kinder. Und vergiß auch | nicht zu fragen, wer die Treppen rein zu machen und I wer die Straße zu fegen hat. Undmache auch gleich ab, I wie es mit der Benutzung der Waschküche gehalten werden I soll . . . Hast Du nun auch alles behalten, oder soll ich's I Dir lieber aufschreiben?" ,

Ich hatte genug zu tun, um all diese Ratschlage aus dem Haufen zu halten, und war vergnügt, als ich mittags, i ohne daß mir mehr als etwa ein halbes Dutzend von ihnen laufen gegangen wäre, in Dingsda eintraf.

I Da es noch nicht Zeit zum Mittagessen war, so schlen- I bette ich in den Straßen umher, um mich nach aushangen- I den Plakaten:Hier ist eine Wohnung zu vermieten , um-

Wolkendunst geschieden. Wir scheinen alsdann zwischen I Himmel und Erde zu schweben, erblicken nichts, als über I uns, unter uns das leuchtende Gewölk, um irrte die Blumen- I gefilde eine Insel der Seligen tut Ozean der Luft!

Höre nur weiter: t t |

Ganz auf der Höhe, zwischen der Kaiservilla und dem griechischen Theater, auf der Stätte des ehemaligen Forum, I liegt ein kleines Haus, wie es auf der Welt kein ähnliches gibt. Lucian Bonaparte, dem Tusculum gehörte, hat es I erbaut; und die Königin von Sardinien, die dem Napoleo- I niden im Besitz des Berges folgte, soll darin ein Teezimmer eingerichtet haben.

Jetzt ist das Haus Ruine und Eigentum Colas.

Eines abends, als wir miteinander nach Tusculum I hinaufritten, führte er mich hin. Er führte mich: in einer I Weise, daß ich mich plötzlich vor einer Wand des Hau,es I befand; und als ich über etwas, was ich hier sah, hesttg I erschrak, mich geradezu entsetzte, lachte er wie ein über­mütiger Knabe, dem ein Schelmenstreich gelungen war.

In der Wand befinden sich nämlich mehr antike Statuen, Ornamente und Marmortrümmer als Steine. 1 Einige Figuren sind nur zum Teil eingemauert und machen den Eindruck, als schritten sie gespenstisch aus dem Gestern. I Eine wie im Todeskampf geballte Riesenhand greift heraus. Aber da ist vor allem ein furchtbares Antlitz: das blasse I Antlitz einer jungen, lieblichen Frau. Nur das Haupt drängt I sich qualvoll aus dem Mauerwerk. Grausen, Entsetzen und Todesangst haben die Augen weit aufgerissen, die Lippen I geöffnet. Sie stöhnt, ächzt, wimmert, schreit. Sie strebt hinaus und ist doch eingemauert; sie will leben und muß | doch sterben.

Es ist ein gräßliches Antlitz! I

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Und mir war es, als ob diese fürchterlichen Augen mich anstarrten, als ob dieser stöhnende Mund ntich um Hilfe anschrie... , . ,

Cola führte mich zur Tür, hob mich auf und trug mich über die Schwelle. Drinnen hielt er mich an seiner Brust, mit Küssen mich fast erstickend. Dann ließ er mich: sanft nieder. Er griff in eine Schale voll Blumen und I streute sie vor mich hin, als ob ich eine siegreiche Königin wäre. I

Mein Liebster hat das kleine, seltsame Haus für uns eingerichtet. Japanische Matten bekleiden die Wände und bedecken den Boden; anmutige, schöne Geräte stehen umher. Die Fenster verhüllen Vorhänge aus weißer Seide.

An hellen Tagen erblicken wir unter uns das schwer­mütige Molaratal: vom Cavo bis zum Volskergebirge; sehen wir das Meer: vom Circekap bis Ostia. Und immer, immer sehen wir über uns auf dem Gipfel von Tusculum das Kreuz.

Unsere Liebe steht unter dem Zeichen des Kreuzes.

Eine große Leidenschaft!

Ich kann sie nicht nur einflößen, ich kann sie auch selbst fühlen.

Eine große Leidenschaft!

Sie hebt den Gesunkenen aus Abgründen zu Wolken­höhen; sie badet die befleckte Seele in Aether; sie macht den geschändeten Leib madonnenrein.

Eine große Leidenschaft!

Cs ist herrlich, sie zu erleben; aber göttlich müßte es sein, darin unterzugehen. *

Wir Frauen sind erst dann Frauen: sind erst dann das, wofür wir geschaffen wurden, wenn wir lieben.

Lieber Vater im Himmel, laß mich sein und bleiben, wofür Tu mich schufst.

*

Mein Kuß hat ihn geweckt. Er ist stolz und demütig, leidenschaftlich und sanft, trotzig und weich.

Und wie jung er ist! _

Er müßte zwanzigjährige blonde Locken haben zu seinem zwanzigjährigen jauchzenden Herzen.

Wenn er nicht mehr gar so toll selig ist, will er auch wieder arbeiten.

Durch mich! *

Mir sprechen nicht von der Vergangenheit und nicht von der Zukunft. Auch «rat von der Gegenwart

Wozu brauchen wir von ihr zu sprechen? Wir erleben sie ja!