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sprechend tnt Winde flattern, geben eine dazu passende Andeutung elastischer Wellenbewegung. An manchen Häusern, wo der Ge­schenksegen besonders reich ansfiel, oder wo mehrere Knaben in jugendlichem Älter ihre Karpfen sehen lassen wollen, prangen eine ganze Zahl dieser hohlen Fischbilder in der weichen Frühlings- Iu$t Ein stehender Witz, den sich die Führer der dann gerade im Lande herumreisenden Weltenbummlcr erlauben, ist die harmlose Lüge, daß jedes Haus so viele Karpfen aufstecke, als es Knaben beherberge.Beim Zeus, die Japaner können eine große Armee aufbringen", schloß ein statistisch interessierter australischer Pro­fessor daraus, der diese Angabe ernst nahm.

Warum gerade der Karpfen dazu dient, das Vorhandensein männlicher Jugend zu symbolisieren, erklärt sich ans den mcnin- haften Charaktereigenschaften, die diesem Fisch von den Japanern zugcschrieben voerden. Der schmackhafte Schlammbewohner soll nach dem Volksglauben besonders geschickt sein, eine kleine Strom- schnelle durch muskelkräftigen Sprung stromaufwärts zu überwin- dcn Tas kann nun freilich eine Forelle ebenso gut oder noch bm r. Aber an Zähigkeit im stummen Ertragen von Schmerzen ist der Karpfen allerdings allen anderen Fischen noch überlegen. Bi an kann ihn, wenn man die Haut nur am Rücken durchschneidet und dann mit dem Messer darunter führt, ohne die Verbindung von Kopf und Schwanz völlig zu unterbrechen, in viele Stücke zerteilen, ohne daß er das Leben verliert. Zu meinem Entsetzen habe ich mich bei vielen japanische,r Diners, bei denen roher Karpfen serviert wurde, davoil überzeugen müssen, wenn der zer­schnittene Fisch aus meiner Platte zappelte und atmete, bis ich die Haut durchschiiitt. An dieser Widerstandskraft im Ertragen von Schmerzen soll der junge Japaner sich ein Beispiel nehmen: das ist die ;ybee, die der Karpfenvcrwendnng am 5. Mai zu Grunde liegt.

Denn auf den Krieg und seine Erfordernisse sind alle Fest- gebranche an diesem Ehrentage der Knaben gestimmt. Von den Blumen, die das Frühjahr in Japan so reichlich spendet, wird die Schwertlilie bevorzugt, bereu japaischer NameSchobu", wenn Die beiben S ilben als getrennte Wörter aufgefaßt werden, Sieg und Krieg bedeuten kann. Auf der Straße tun sich die Knaben zil dreien oder vieren zusammen und schlagen mit ellenlangen Seilen, die ans beit Blättern der Artemisia japonica geflochten sind, auf den Erdboden, daß es knallt und Staub answirbelt. Ein hölzernes Schwert an der Seite gilt de,t Kleinen als schönster Festesschmuck, und auf dem Laude begegnet man lärmenden Freu- denprozeisionen voll Knaben, die ein Rieseitschwert aus Holz znm Tempel geleite», das die Inschrift trägt:Oyama Sekizo", um anzudeuten, daß es ein Votivbild sei, das sie dem Gott auf dem heiligen Berge westlich von Tokio weihen möchten: voran schreitet ein Führer, der auf einer großen Muschel kriegerische Töne in die Luft schmettert.

Im Innern des Hauses sind Gestelle mit Miniaturrüstungen hergerichtet ober, in vornehmen Häusern, Modelle von alten Bitrgen in schönem Lack ausgestellt. Auch kleine Nachbildungen- der Em­bleme der Feuerwehr gibt es zu diesem Feste überall zu kaufen: denn Rettnngsarbeiten bei Feuersbrünsten galten auch im alten Japan als Ehrendienst des kriegstüchtigen Mannes. Holzfiguren von Rettern stehen vor den verkleinert dargestellteii Gerätschaften Besonders b.e sagenumwobene Kaiserin Jingo, die vor 1700 Jahren Korea eroberte, der grimmige Kriegsheld Kato Kihomasa, der auf feinem Schimmel schnurstracks geradeaus blickt, ohne auf die Pfeile zu achten, die Feinde ans dem Hinterhalt in seinen Schild schießen, sind beliebte historische Reminiscenzeu zur Feier dieses Tages. Ans der alten Sage sind es Figuren des Kintoki, der schon als Heines Kind mit Riesenkräften ausgestattet war und vor Blut- fulle kupferrot glänzte, meist auf dem Bären reitend, den er in leinen Treust zwang, oder die Axt schwingend, mit der er feine Taten vollführte. Ferner Standbilder des chinesischen Helden Kwangu, der sich mit der Linken in seinen mächtigen Bart faßt und 'Mt der Rechten die Hellebarde vorstreckt. Abbilder vonLanzen Bogen, Pfeilen, Kriegsfahnen, sowie Feldherrnstäbe und Offiziers­facher en mintature umrahmen die Ausstellung am Ehrenplatz des Staatszimmers, während an der Wand Hängebilder den Riesen Schokt darstellen, wie er die Teufelchen bändigt oder straft oder nach seiner Flöte tanzen läßt. In seinen hohen Schaftstiefeln, mit ftm wrlden Bart- und Haupthaar und seiner schirmlosen hohen Mutze sieht dieser grobe Heilige eigentlich recht russisch ans: das werden ihm aber die wohlerzogenen japanischen Knaben dieses Jahr Nicht übel neunten.

Da schon in Friedenszeiten der kriegerische Beruf des Mannes an diesem rapamlchen Knabenfeste so ausschließlich glorifiziert wird, so erhalt die Maifeier tn diesem Jahre noch eine ganz besonders einleuchtende Beziehung zu den Ereignissen, die man bespricht und erwartet, wer Kampf gegen die Russen wird auch in den Knabeu- spie.en große Begeisterung erzeugen; das Jnfanteriegewehr und die Kanone werden als moderne Zutat auf den Gestellen des Festauf- baus glänzen; die Blechtrompete wird ihre Mißtöne in die Lüfte Idjmettern, tote vor zehn Jahren während des japanisch-chinesischen r»ftegCre nrtxer1$ lwgt eben in bewegten Zeiten des Lebens tiefer Ernst dem kindischen Spiel.

Oesundyettspffege.

m ~ Es ist für den Laien oft recht schwierig, ans der großest Anzahl ihm angebotener, mehr ober minder guter Gesnndheits- bucher das rechte herauszngreifen vielfach läßt er sich durch eine geschickte Ailpreisung zum Kauf eines Werkes verleiten, das durchaus nicht zu den hervorragenden seiner Art gehört : ja vielleicht nicht einmal den Namen eines wissenschaftlich befähigten Herausgebers auftoeifen kann. Da aber gerade in bezug auf die Gesundheit durch minderwertige Bücher viel Schaden an- geiwchtet werden kann, versäumen wir nicht, unsere Leser auf ein zuverlässiges und bewährtes Werk aufmerksam zu machen, das sich in tausenden von Familien als treuer und nützlicher Ratgeber ein geführt hat und jetzt in neuer, vollständig neu be­arbeiteter Auflage erscheint: Dr. Bocks Buch vorn gesnndech und kranken Menschen. Siebzehnte, gänzlich umgenrbeitete,: neu ausgestattete Auflage. Herausgegeben von Medizinalrat Dr.> Sämerei'. (Union Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart, Berlin, Leipzig.)Bocks Buch" gehört zu dem besten, was auf diesem Gebiete dem deutschen Hause geboten werden kann, der beispiellos billige Preis von 6 Mark für 20 Lieferungen ermöglicht die Anschaffung den allerweitesten Kreisen. Möge das schöne Werk noch in recht vielen Familien Eingang finden und Äufklärung und Nutzen in gesundheitlicher Beziehung bringen.

Literarisches.

Die Fraue n des Orients in der Geschichte, in bet Dichtung unb int Leben. Bon A. Frhr. v. Schweiger-Lerchenfeld. Mit 338 Textabbildungen, 11 farbigen unb 15 schwarzen Vollbil­dern. In 25 Lieferungen (50 Bogen Quart ä 16 Seiten) ä 1 Mk.> Soeben vollständig geworden. In eleg. Leinenbande 30 Mark. A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig. Die uns zuletzt zuge­gangenen fünf Lieferungen (21 bis 25; dieses, von uns wiederholt als eine außergewöhnliche Leistung auf ethnographisch-kultur­geschichtlichem Gebiete hervorgehobenen Werkes, bilden dessen Schluß. _ Ein reichhaltiges Kapitel überFrauenleben und Liebe in der indischen Dichtung" durch Inhalt und Form eine gleich anziehende Darbietung sowie eine vortreffliche Schilderung der Türkin (Osmanin), ihre Rolle im Staatsleben früherer Zeit, ihre Emanzipationsbestrebungen in der Gegenwart und bezüglich der Stellung, die sie in der nationalen Dichtung entnimmt, bilden den Abschluß. Das Register weist annähernd 500 weibliche Eigennamen auf, die im Werke vorkommen: weibliche Gestalten der Sage, der Geschichte und der Dichtung. Der Fülle des Inhaltes, dessen text­liche Fassung hohes Lob verdient, tritt eine äußerst splendide Illu­strierung ebenbürtig zur Seite; schwarze und farbige Bilder, dar­unter reichlich hundert nach orientalischen Miniaturen. Das rüh­menswerte Werk wird für lange Zeit als standard Work auf dem Gebiete, dem es gewidmet ist, Geltung behalten.

Lösung.

Das ist der große Lebensbaunt.

Du brichst die Früchte unb weißt es kaum = Dich zwingt ein alt' Gebot.

Die Sonne steigt unb sinkt zu Tal.

Der Baum wird welk, der Baum wird kahl Die Menschen heißen's Tod.

*

Wanderung.

Ich ging zu früher Morgenstnnd

Den Bach entlang im Wiesengrund, Ein kleines, blondes.Mädchen sprang, Im Gras herum und spielt und sang: Die Sonne, die Sonne ist mein!

Ich stand und lauscht' und nahm das Wort

Auf meine Wanderung mit fort. Und lacht in mich hinein und schwang Den Hut und jubelte und sang: Die Sonne, die Sonne ist mein!

Alexander v. Bernus.

(Aus der SammlungAus Rauch und Raum".jf

Gleichung.

Nachdruck verboten.

a (b c) + 7« d + e (f g) + (h i) = r a Kleidungsstück: b Gebäude; e Verhältniswort; d geographische Bezeichnung; e eitler Mensch; f Behälter; g Rückstand; h Tisch­gerät ; i altbiblischer Name.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Zifferblatträtsels in vor. Nr.: i ii in iv v vi vii viii ix x xi xn BENZ INK A BEL A

Benzin, Enz, Zink, Inka, Kabel, Abel, Bel, Bela, Labe.

Nedaktiou: Anoiist Götz. RotalionSdruck und Verlag der Trühl'schen Universttäls-Vnch- und Cteindrnäeiei. R. Lange. Gießen.