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aus seiner Brusttasche und spracht indem er beide Stücke dem Coroner überreichte, weiter:

Dies sind die von dem jungen Manne verkauften Juwelen Ich habe mir diese auf kurze Zeit von dem Pfandleiher,'greliehen und auch eine Kopie des in meinen Händen befindlichen Verzeichnisses mitgebracht. Ein Ver­gleich wird Ihnen zeigen, daß beide Stücke mit der in dem Verzeichnis enthaltenen Beschreibung genau überein- pimmen."

Ter Coroner verglich hierauf aufmerksam und sagte oami:Sie, haben recht; es unterliegt keinem Zweifel, die Stücke sind die in Ihren: Verzeichnis beschriebenen, und, wie ich sehe, haben Sie ihren Wert mit siebentausend Dollars bezeichnet."

Za, das ist eine mäßige Schätzung; wären die Preise der anderen Gegenstände ebensalls vermerkt, so würden Sie finden, daß mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten diese Schmuckstücke den geringsten Wert in der ganzen Samm­lung besitzen. Weiteres habe ich in der Sache nicht ctn- zuführen."

Sv danke ich Ihnen, Herr Higgens, und bitte Frau La Grange."

Diese schritt in ihrer gewohnten stolzen Haltung vor, und der Coroner sagte:

Sie haben die soeben erfolgte Aussage gehört; was haben Sie darauf zu erwidern?"

Nur einfach das", _ entgegnete sie mit hochmütiger Miene,daß Sie die Geschichte dieser Juwelen auch von mir hätten hören können, und Herr Higgens sowie Herr Whitney alsdann der Mühe überhobeu gewesen wären, vor aller Welt die Geldverlegenheit zu veröffentlichen, in die ich infolge der eingetretenen Umstünde und meiner falschen Stellung hier geraten bin. Ich würde gar keine Veranlassung gehabt haben, ein Hehl daraus zu machen, daß der Schmuck der alten Mainwaring-Sammlung an­gehört, hatte, bis mein Mann ihn mir schenkte."

Es scheint wenig glaubwürdig, daß ein Mann, der seine Frau so behandelt, wie Sie behaupten, behandelt! worden zu sein, ihr Geschenke von solchem Wert macht."

Für ihn hatte das Geschenk eben nur wenig Wert. Sie haben ja eben vernommen, daß beide Schmuckstücke zu den geringsten der Sammlung gehörten. Außerdem gab es aber auch Zeiten, wo ich fast alles von ihm ver­langen konnte ja fast alles, nur nicht die öffentliche Anerkennung der Legitimität unserer Ehe und unseres

Durch den Verkauf der Juwelen wollten Sie sich wohl instand setzen, Herrn Hobson zu befriedigen?"

Allerdings."

Und dessen Forderung beruhte auf dem Vertrage, den Sre wenige Stunden vor dem Tode Herrn Mainwarinas mit ihm abschlossen?"

Sie warf unmutig den Kopf auf.Meinetwegen ja. Und da Sie wahrscheinlich auch fragen wollen, welche« Art dieser Vertrag war, will ich Ihnen das gleich sagen. Ich wußte, daß mein Sohii und ich ebenso um unser Recht betrogen werden sollten, wie Hugh Mainwaring schou andere betrogen hatte, und ich nahm Herrn Hobson zu meinem Anwalt, da er Zeuge meiner Verheiratung gewesen war und auch in anderen Angelegenheiten meinem Manne gedient hatte. Ms ich nun gestern morgen den Tod meines Mannes erfuhr, schickte ich natürlich gleich Herrn Hobson den Auftrag, die Vertretung meiner Rechte in die Hand zu nehmen. Er forderte eine sofortige bedeutende Vor­schußzahlung, und daraus ergab sich, was Herr Higgens erzählt hat."

In welcher Weise sollte Ihr Anwalt Ihre Rechte wahrnehmen?"

Das überließ ich gänzlich seinem Gutdünken."

Bei seinem zweiten Besuche am Abend hatte er einen Schreiber bei sich. Wollen Sie dessen Persönlichkeit näher beschreiben."

Tas vermag ich leider nicht. Ter Mann war nur mitgekommen, um bei den stattfindenden Abmachungen als Zeiige zu dienen. Er hielt sich in einem dunklen Teil des Zimmers und wurde von mir nicht beachtet."

Ter Vertrag wurde also lediglich mündlich geschlossen?" Allerdings."

Der Coroner kam nun noch einmal auf die Aussagen der Zeugin zurück, die sie am Tage vorher gemacht hatte, und insbesondere auf .bf« von ihr angegebenen Streit

zwischen Mainwaring und seinem Sekretär. Sie hielt ihr« Aussage darüber in vollem Umfange aufrecht, weshalb der Sekretär nochmals aufgerufen wurde.

Er trat völlig ruhig und in fester Haltung vor.

Ter Coroner fragte:Welcher Art waren die Be­ziehungen zwischen Ihnen und Herrn Mainwaring bis zu dessen Tode?" 9

Ganz so, wie sie gewöhnlich zwischen Prinzipal und Angestellten bestehen. Ich habe mich streng an dieses Ver­hältnis gehalten und niemals die mir gesetzten Schranken überschritten, obgleich Herr Mainwaring mir mehr Rück­sichten schenkte als anderen, und ich dies hätte ausnützen können."

Es hat also niemals zwischen Herrn Mainwaring und Ihnen irgend eine Uneinigkeit oder eine erregte Szene stattgefunden?"

Niemals."

War Ihre letzte Unterredung mit ihm auch freund­licher Art?"

In jeder Weise."

Wie vereinigt sich nun das aber mit der Aussage von Frau La Grange, die behauptet, in der Todesnacht einen heftigen Wortwechsel zwischen Ihnen Und Herrn Mainwaring gehört zu haben?"

Darauf kann ich nur erklären, daß ich diese Behaup­tung auf das entschiedenste als unwahr bezeichne."

Das heißt also, Sie wollen die Aussage der Zeugin als durchaus aus der Luft gegriffen bezeichnen?"

Das gerade nicht. Es tarnt ja ein so zorniges Ge­spräch, wie die Zengin angibt, stattgefunden haben, aber ich bestreite, daß sie meine Stimme gehört hat, und daß ich zu jener Zeit oder zu irgend einer anderen, die sich übe« ungefähr zwanzig Minuten nach zwölf erstreckt, in de« Bibliothek gewesen bin."

War das die Zeit, zu welcher Sie sich auf Ihr Zimme« begaben?"

Ziemlich genau, da mein Gespräch mit Herrn Main­waring nicht länger als zehn Minuten gedauert hat."

Um welche Zeit legten Sie sich zu Bett?"

Ich war in jener Nacht noch sehr lange auf. Meinl Kopf war mit persönlichen Angelegenheiten so beschäftigt, daß ich keine Müdigkeit verspürte. Ich steckte mir eine Zigarre an und vertiefte mich derart in meine Gedanken, daß ich nicht merkte, wie die Zeit verging. Erst ein Ge­räusch auf dem Hose, wie von leisen Fußtritten her- rührend, entriß mich meinem Sinnen. Ich sah nach ber­ühr und war erstaunt, daß sie säst drei zeigte. Da warf ich mich, wie ich war, auf das Sopha, schlief ein und er­wachte erst durch den am Morgen mich aufschreckendeu Lärm vor meuter Tür."

Es folgten nun noch einige Fragen, deren Beantwort­ung vollständig mit ftüheren übereinstimmte, und die Ver­nehmung ging nunmehr auf die Verwandten des Hauses über.

Tas Zeugnis Ralph Mainwarings und feines Sohnes bot nichts Erwähnenswertes, und Herr Thornton machte nur Angaben über fein zufälliges Zusammentreffen mit Hobson und über dessen Ruf. Es blieb jetzt nur noch der weibliche Teil der Verwandtschaft übrig und der Co­roner sagte:

Obgleich kaum zu erwarten steht, daß die Damen im­stande sein werden, irgend eine Auskunft zu erteilen, die mehr Licht in die Sache bringt, muß ich doch der Form genügen und auch sie vernehmen."

Die Tanten folgten nun schnell hintereinander. Kein« wußte etwas, nur Fräulein Carleton, die die Reihe be­schloß, machte eine Ausnahme. Sie erzählte:

Es Ivar beinahe elf Uhr, als ich in Gesellschaft meine« Cousine Thornton mein Zimmer betrat. Wir waren beide noch nicht müde und wollten miteinander noch etwas plaudern. Meitte Cousine verließ mich erst, als wir hörten, daß Herr Skott, der mein Zimmernachbar ist, seine Stub« betrat. Da blickten wir auf die Uhr und sahen, daß es schon etwas über 1/41 Uhr war."

Haben Sie bemerkt, gnädiges Fräulein, ob Herr Skotk in der nächsten halben Stunde sein Zimmer wieder verließ?"

Ich weiß genau, daß er sein Zimmer, solange ich auf war, nicht mehr verlassen hat; ich legte mich erst iuenige Minuten vor ein Uhr zu Bett. Bis dahin und auch später, solange ich noch wach war, hörte ich ihn nnunterbrochcnj in seinem Zimmer auf und ab gehen."