1904.

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Sarees und Schärpen und Messingkochtöpfe. Seit der neue Koch gekommen, schwindet Thorold Sahibs Leben.. Jeder kennt den neuen Koch, er ist ein Diener der Rani Sun- daram, und sie hat den Beseht gegeben. Ihre Befehle werde« ausgeführt, denn" sein leiser Ton ging mir durch Marl und Beindenn nicht tun, heißt: Tod."

Giebt es denn aber kein Heilmittel?" fragte ich in qual­voller Seeleuangst.

Doch, wenn nicht zu spät. Kluge Männer es wissen und auch die Zauberwallahs."

Wer könnte es ihm verschaffen?" fragte ich atemlos.

Wer hätte den Mut, zu tun etwas gegen den Befehl der Rani? Jedermann zu sehr sich fürchten. Es ist nur ein Mann in der Stadt, der versteht viel von Gift, und das ist Ibrahim der Perser. Er kann gute Arznei geben.

Sie haben recht", sagte er überrascht.Wissen Sie, wo er wohnt?"

Ja, er hat ein Haus gemietet in Pettah-Bazar."

Dann müssen Sie mich sogleich zu ihm führen! Bringe« Sie mir eine Saree. Jich will mir das Gesicht schwärzen, und Sie führen mich dann hinaus als Ihre Frau oder Tochter. Durch die Dienerschaftsabteilung verlassen wir den Palast, mieten eine Jutka und fahren im Galopp nach, dein Bazar. Keine Sekunde ist zu verlieren. Munasawmy, hören Sie wohl, was ich Ihnen sage: wenn Sre nur helfen, werde ich es Ihnen vergelten, verstehen Sie mich?"

Und wenn ich verliere mein Leben?"

Sie werden Ihr Leben nicht verlieren, nicht, solange ich selbst lebe. Gehen Sie jetzt rasch, o gehen Sre, so rasch Sie können!" rief ich, indem ich ihm ern Zerchen machte, mich zu verlassen.

Eine Tatkraft und Entschlossenheit hatte frch meiner bemächtigt, die meine Adern mit neuer Lebenskraft füllte. Unerst schraubte ich die Lampe in meinem Schlafzimmer niedriger, dann färbte ich mir Gesicht, Hände und Arme mit Tusche, vertauschte meine Schuhe mit weichen Pan­toffeln und drehte mein Haar in einen möglichst kleinen Knoten zusammen. Kaum hatte ich die Vorbereitungen vollendet, so kehrte Munasawmy auch schon nut eutent mit meinem Abendessen besetzten Präseutierbrett zurück, das er mit lautem Klappern niedersetzte. Fast zu gleicher Zeit schleuderte er mit geschicktem Griff ein dunkles Saree über die spanische Wand herüber. Ich hatte einmal zum Scherz gelernt, wie man sich in solch ein reizendes indisches Ge­wand hüllt, was eine wahre Kunst ist. Für eine ungeübte Hand hätten diese fünfundzwanzig Meter schmalen Stoffes ohne Haken und Bänder eine unüberwindliche Schwierigkeit darqeboten, so aber war ich in wenigen Minuten bereit. Ich erkannte mich in meiner Verkleidung felbft Nicht mehr, und als ich hinter der spanischen Wand hervorkam, fuhr Munasawmy fast erschrocken zusammen. ,

Es ist gut", sagte er,ziehen Sie den Schleier ubers Gesicht, und ein wenig hinken muß Missy beim Gehen; meine Tochter hat einen kurzen Fuß. Missy gar Nichts

(Nachdruck verboten.)

Im AakaK der Aajah.

Roman von B. M. Croker.

Genehmigte Uebertragung von A. Vischer.

(Fortsetzung.)

Als ich am selben Tage, gegen sieben Uhr abends, mein Wohnzimmer betrat, gewahrte ich Munasawmy, der, mit dem langen, schmalen Ausgabenbuch in der Hand, mich erwartete, um mir die Tagesabrechnung zu übergeben. Es war allerdings eine etwas ungewöhnliche Stunde dafür, doch würde die Sache ja in wenigen Minuten abgetan sein. Ich setzte mich, tauchte die Feder ein, rückte mit müder Bewegilng mein Ausgabenbuch zurecht und bedeutete ihm, zu beginnen. ,

Die Rechnung war heute früh nicht fertig, Miß Sahib, weshalb ich sie jetzt erst bringe."

Mit einem Nicken forderte ich ihn auf, fortzufahren.

Sechs Eier, ein Anna", begann er, und flüsternd fügte er hinzu:Die alte Spionin Stadt gegangen." Tann fuhr er fort, laut:Eine Kokosnuß, zwei Anna", und flüsternd: Punkah-Kulie eingeschlafen. Ein Seefisch eine Rupie. . . Hab' viele wichtige Neuigkeiten für die Miß Sahib. Gin Hühnchen, vier Anna . . . Thorold Sahib bald sterben. Ein Büschel Gemüse..."

Was?" stieß ich keuchend hervor, indem ich das Buch zuschlug.

Gift!"

Weiter!" stammelte ich mit, leiser Stimme.Sagen Sie mir rasch alles, was Sie wissen."

Die alte Teufelin läßt es ihm beibringen", murmelte er.Alles wegen Jasra-Perlcn. Sie will, daß em anderer Mann kommt für den Staat und die Steuern, der nicht so klug ist. . . Sagen Sie:Ja, ja", Miß Sahib! Sagen Sie es laut, es könnte jemand oben sein und horchen."

c, ja, ja!" schrie ich.Aber sagen Sie mir alles über Thorold Sahib", fuhr ich, ihn am Kleid packend, fort. Ich war nahe daran, den Verstand zu verlieren. Die Schlaf­losigkeit, meine Verlassenheit, meine Angst und Sehnsucht das alles wirkte mit der entsetzlichen Neuigkeit zusammen.

Habe ihn sehen durch die Stadt fahren vor sechs Tagen. Sah ganz weiß aus. Habe meinen Freund, seinen Chokra, gefragt, und der mir gesagt, daß sein Herr sehr krank sein. Doktor gar nicht weiß, was ihm fetjlt Welkt hin wie eine Blume ohne Wasser. Keine Rettung; in zwe: Tagen wird er sterben. Die Kulie schläft. Wenn man hört, hört, was ich hier sage, dann auch ich sterben, aber Miß Sahib war gut einmal, und ich nicht vergessen."

Wisfen Sie gewiß, daß es Gift ist?" ,,,

Ja, ganz gewiß. Vor einer Woche hat sein Koch ihm gekündigt, nnd ein anderer Mann ist an seinen Platz ge­kommen. Der alte Koch, früher ein sehr armer Mann, Nun ist er reich, hat viel Geld im Bazar ausgegeben : für seidene