1904

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Areitag den 2. Septemöer. , Th

irrhötiüi

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Gin angenehmes Kröe.

Humoristischer Roman.

Von Victor von Reisner.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Der Major wandte sich wieder zu seiner Frau.

Da ich die ganze Nacht mit ihnen zubrachte", sagte «r, >,fo will auch ich ein Bad nehmen sie werden mir ja meine ängstliche Vorsicht hoffentlich nicht übel nehmen."

Kopfschüttelnd ging Frau von Höchstfeld voran, traf die gewünschten Anordnungen und ließ sich dann von Erich über alles ausklären.

Als der Major seinen äußeren Menschen gereinigt hatte, ließ er anspannen und fuhr nach der Stadt, um dort die vorbereitenden Schritte für seine innere Reinigung, für seine Rehabilitierung zu treffen.

Der Oberst, an den er sich dieserhalb wandte, war nicht wenig überrascht, zu hören, daß sich Siepenaz eines solchen ganz unqualifizierbaren Benehmens schuldig ge­macht haben sollte.

Jch^ danke Ihnen für Ihr Vertrauen und stehe Ihnen natürlich mit Vergnügen zur Verfügung", sagte der Oberst nach kurzem Ueberlegen,möchte Sie aber bitten, mir bei den Verhandlungen freie Hand zu lassen." Herr von Höchst- feld sah. ihn mißtrauisch, an.

Bei der mir angetanen Beschimpfung kann es sich nur um' die schärfsten Bedingungen handeln", entgegnete er,zehn Schritte Distanz mit Avauzieren."

Das wäre Mord !"

Dem Major schwoll die Zor,nesader ganz bedenklich an.Glauben Sie vielleicht, daß ich zeitlebens mit be­sudelter Ehre Herumlaufen will?!" fragte er scharf.

Davon kann nicht die Rede sein", erwiderte der Oberst ruhig,jedenfalls dürfen Sie sich darauf verlassen, daß ich Ihre Angelegenheit genau nach, den Regeln der Standes- ehre zum Anstvag bringen werde", und nachdem nun der Major ohne weiteren Vorbehalt eingewilligt hatte, fragte er ihn, ob er schon einen zweiten Zieugen habe.

Noch nicht", entgegnete Höchstfeld,ich. dachte an Major von Vranac."

Um ihm einen Weg zu ersparen, ließ der Oberst diesen rufen, und bald daraus ritten die beiden Herren gegen Stepenvza, während Herr von Höchstfeld nach Hause fuhr.

Als er dort ankam, sah er auf dem Hose ein fremdes Fuhrwerk stehen.

Wer ist hier?" erkundigte er sich! bei der Dienerschaft, und als man ihm mitteilte, daß es der Pfarrer sei, da erstarrte er im ersten Moment fast über diese schier un­glaubliche Dreistigkeit, dann aber erfaßte ihn eine namenlose Wut, und kaum! seiner Sinne mächtig, stürzte er nach dem Empfangszimmex.

Dort saß indes tatsächlich der Pfarrer.

Als er am Morgen von des Majors Mißgeschick et* fahren hatte, da sagte er sich!, daß dies der geeignetste Zeitpunkt sei, ihn über die Vergangenheit und über sein ungerechtfertigtes Mißtrauen aufzuklären.

Wer am eigenen Leibe Unbill erlitten hat", kalkulierte er,der ist am ehesten imstande zu begreifen, wie sehr auch ein anderer unter falschem Verdacht leidet."

Frau von Höchstfeld und Erich versicherten ihm zwar wiederholt, daß der Vater in der schrecklichsten Laune sei und dies umsomehr, als er au ein Mißverständnis nicht glauben wolle. Der Pfarrer aber lächelte dazu nur und war fest überzeugt, daß er ihm binnen fünf Minuten di« Haltlosigkeit dieses Märchens begreiflich machen würde.

Ich bitte Sie, meine liebe, gnädige Frau", wiederholte er eben,es ist ganz undenkbar, daß sich ein vernünftiger Mensch auf die Dauer der Wahrheit verschließen Eönnte t Noch dazu in einem Falle wie diesem, wo er sich bei ruhiger Ueberlegung selbst sagen muß, daß eine Absichtlichkeit voll­kommen ..." da ging die Tür auf und auf der Schwelle erschien der Major.

Dem Pfarrer wurde beim Anblick des ihn unverwandt Anstarrenden doch etwas unbehaglich zu Mute, fein reines Gewissen gab ihm indes die Kraft, ihm ruhig ins Auge zu sehen, und auf ihn zugehend, sagte er mit ausrichtiger Herzlichkeit:

,>Jch bin hergekommen, um mit Ihnen ein ehrliches Wort zu reden."

Der Major maß ihn mit nicht mißzuverstehender Ver­achtung, dann sich zu seiner Frau und zu Erich wendend, fragte er mit scharfem, verletzenden Tadel:

Wie durftet Ihr es wagen, diesen Menschen AN empfangen?!"

Herr von Höchstfeld, ich,. . ."

Sie haben in meinem Hause nichts mehr zu suchen"^ herrschte ihn der Major int höchsten Zorn au,und wenn Ihnen das noch nicht deutlich genug sein sollte, so . . ."

Erwin Vater!" schrieen Frau von Höchstfeld und Erich, gleichzeitig auf.

Lassen Sie nur", gebot der Pfarrer Mit ruhiger Würde, mein priesterliches Gewand wird mich wohl vor weiteren Insulten schützen."

Diesem Gewand haben Sie auch nur einzig und allein zu danken, daß ich dem Träger nicht eine empfindliche Lektion auf den Weg Mitgebe", schrie der Major außer sich

Der Psarter wandte sich! aschfahl, aber erhobenen Hauptes zur Tüx, wo er noch einmal stehen blieb.

Sie ahnen nicht, tvas Sie heute taten", warf er ihm voller Bitterkeit vor,Sie haben denjenigen von sich ge­wiesen, der durch ein Mitglied Ihrer Familie den surcht- barsten Schmerz seines Lebens erfahren hat, und der trotz­dem hierher kam. Ihnen die Freundeshand zu bieten. So, nun gehe ich. Wenn Sie Ihr Unrecht «ingesehen haben,! dann wissen Sie, wo ich zu finden bin von selbst komm«