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Charade.

(Nachdruck verboten.)

Du bist das Erste. Das Zweit' und Dritte

Ist gegen alle gute Sitte.

Ich bitte dich, das Ganze zu brechen Und etwas zu sprechen.

(AuflSsung in nächster Nummer.)

Redaktion! Curt Plato. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen UnivcrMtS.Buch. und Eleindruckerei (Pietsch Erben) in Gicsten.

Vermischter«

Zu bescheiden! Eine bekannte Schriftstellerin unterhielt sich einmal mit einem alten Junggesellen, dessen Vorzüge nur noch in seiner Einbildung existierten,

Es wird jetzt Zeit", sagte er selbstgefällig,daß ich mir einen eigenen Hausstand gründe. Aber ich bin so an­spruchsvoll. Ich verlange Jugend, Gesundheit, Reichtum natürlich, Schönheit, Anmut

Ja", sagte seine schöne Zuhörerin mitleidig,Sie armer Mann, das könnten Sie alles brauchen."

Gemsrnntttziges.

Die Echtheit des Rotweins läßt sich auf einfache Weise und zuverlässig mit Kreide erproben. Ein vier­eckiges Stück Kreide, wie sie als Tafelkreide verkauft wird, befeuchtet man an irgend einer Stelle wiederholt mit einigen Tropfen des zu prüfendeu Meines. Man erhalt da sehr schöne, charakteristische Färbungen, und meistens genügt schon ein einziger Tropfen der Flüssigkeit, um die Fälschung der Färbung, wenn eine solche vorhanden ist, nachzuweisen.

Ist der Wein mit Heidelbeersaft gefärbt, so wird er auf der Kreide blau, ins Violette spielend.

Kermesbeerensaft bleibt unverändert.

Malvenfarbstoff färbt sich auf der Kreide blau oder grün, oft nimmt er beide Farben nebeneinander an.

Fuchsinlösung bleibt unverändert.

Echter Rotwein färbt sich braun oder schiefergrau.

das einzige Uebel. Da must sich das arme, jeder Störung noch so sehr ausgesetzte Kinderauge dicht an das Buch, schmiegen, um x und r zu unterscheiden, oder einnun" odernimm" auseinander zu klauben, oder im Schöne schreibheft die hübsche zackige Linie zu ziehen, die dann durch I-Punkte und dergleichen verziert ein Wortnimmer" oderinnen" ergeben soll. Woher haben wir denn in Deutschland diese Legionen von Kurzsichtigen und Brillen­trägern? Je weniger wir von solcher Kleinarbeit, dem jugendlichen Auge zumuten, je einfacher, größer und faß­licher die Formen sind, welche es in sich aufnehmen soll, desto mehr Aussicht ist vorhanden, es tvotz allen Schul­unterrichts gesund uno normal zu erhalten.

Der Ausländer wundert sich und spottet über dies brillenbewehrte Volk der Deutschen. Das sollte, uns Ver­anlassung sein, nachzudenken, ob nicht eine nationale Un­tugend wie diese ihren Grund in einer nationalen Ge­wöhnung hat, die an sich so löblich sein könnte, wie sie wollte, die aber ihrer Folgen wegen ausgemerzt werden müßte. Eine solche Gewöhnung ist unser eigensinniges Fest­halten au derdeutschen Schrift". Ich behaupte nicht, daß mit ihrem Aufgeben sofort die Kurzsichtigkeit ver­schwinden würde. Aber ein Moment, das sie befördert, würde verschwinden. Und Zeit für unsere Jugend würde gewonnen, in der sie den Körper üben oder nützlichere Fertigkeiten sich aneignen könnte. Und weil wir hoffen dürfen, durch Preisgabe einer unberechtigten Eigentümlichkeit, eben der Deutschen Schrift", die Heranwachsende Jugend zu starken für den Kampf des Lebens, muß jeder, der in der Frei­heit, Stärke und Tatkraft auf geistigem wie körperlichem Gebiet die beste, ja einzige Gewähr für die Erhaltung tvahren, nicht chauvinistisch beschränkten, Rationalgefuhles sieht, die Abschaffung der irrig und mißbräuchlichdeutsch' genannten Schrift für eine Notwendigkeit gedeihilcher Ent­wicklung des deutschen Volkes halten. An das Wort , Deutsche" oderLateinische" Schrift wird sich feilt Ver­ständiger klammern. Denn es kommt aus die Sache au, und nicht auf schiefe und verkehrte Bezeichnungen, die im Grund dock) nur den nationalen Dünkel kitzeln, und darum schaden. Paul Wolters.

ältere Schri t bearbeiteten und Herausgaben, wurde diese letztere, die heute sogenannte lateinische Schrift neu belebt und drang iegreich gegen die gotische Schrift vor. Eine geraume Zeit sind beide Schriftarten noch neben einander allenthalben int Gebrauch; die gotische Schrift war keines­wegs auf Deutschland beschränkt, sie war ebenso in allen Ländern Westeuropas üblich. Aber während sie überall mehr und mehr aufgegeben wurde und jetzt nur noch hier und da, wie in England oder Holland, als Zierschrift oder im kirchlichen Gebrauch und wo man sonst einen altertümelnden Eindruck machen will, angewendet wird, hat Deutschland sie (wenn auch nicht ausschließlich) mit einem unglücklichen Eigensinn festgehalten und nur unwesentlich! durch ^die späteren Stilwandlungen beeinflussen lassen.

Also nicht deutsche oder lateinische Schrift steht in Frage, sondern nur lateinische, d. h. aus dem römischen Alphabet abgeleitete Schrift, entweder in älterer oder in gotifcher Stilisierung. Welche sollen wir wählen?

Mein Geschmack schlägt sich auf die Seite der ruhigeren, der älteren Formen. Aber über den Geschmack ist angeblich nicht zu streiten, und in einer so eminent praktischen Frage sollen praktische Gesichtspunkte maßgebend sein.

Zuerst die internationale Verkehrserleichterung. So lange wir Deutsche als politische Murmeltiere von der großen Welt nichts ivissen wollten, konnten wir uns den Luxus einer sonst allgemein außer Gebrauch gekommenen Stilisierung der Schrift erlauben. Jetzt ist Deutsch eine der Weltsprachen, und es ist Zeit, daß es sich dieses Berufes auch äußerlich bewußt zeigt. Wir haben ja wahrlich nicht den Wunsch, alle Welt zu germanisieren, aber je weiter der Bereich sich dehnt, in dem das deutsche Wort, gesprochen oder geschrieben, ohne Mühe verstanden wird, desto weiter dehnt sich auch der Bereich unseres Kültureinflusses. Diesem Einfluß zu Liebe sollen wir natürlich nichts von unserer Eigenart opfern, aber unsere Schristzeichen statt gotisch lieber romanisch zu stilisieren, das kann doch keine Einbuße an nationalem Gehalt und Geist bedeuten. Und wie vielen Ausländern ist es nicht schwer, ja oft unmöglich, unsere sogenannte deutsche Schrift (zumal die geschriebene!) zu lesen.

Aber auch für uns selbst ist diese sogenannte deutsche Schrift eilte Hinderung. Nicht mit Unrecht wird überall, wo bei Anschlägen, Straßennamen, Plakaten und dergl. leichte Lesbarkeit verlangt wird, die lateinische Schrift (ich benutze diesen Ausdruck jetzt, ohne noch zu befürchten, miß­verstanden zu werden) verwendet. Und mit Recht. Wie un­übersichtlich sind Buchstabengruppen wieimmer" oder minnen" odernimm". Oder wie schön macht sich in großen Buchstaben eine DAMPFWAESCHEREJ gegen die ver­pönte, aber lesbare DAMPF WASCHEREI. Man mache doch einmal den Versuch und zeichne ohne Vorlage, nur aus dem Gedächtnis, etwa ein großes deutsches W oder M oder auch nur A und B. Die unverschnörkelte Form des lateinischen Alphabets ist jedem klar bewußt, auch dem Kind leicht zu merken, die des deutschen nicht. Nur die lange Gewöhnung, welche uns ja beim Lesen nicht mehr einzelne Buchstaben, sondern gleich ganze Worte erkennen, oft (bei schlechter Handschrift zumal!) erraten läßt, täuscht uns über diese Tatsache weg. Darum sind dem, der nicht gewöhnt ist, Deutsch in lateinischer Schrift zu lesen, die Wortbilder fremd und demgemäß die ganze Schriftart unbequem. Bis­marck lehnte ja deshalb für sich die lateinische Schrift ab; er habe nicht Zeit, sich daran zu gewöhnen. Aber selbst wenn dies ein Opfer bedeutete, wir müssen es bringen um unserer Jugend willen.

Ein deutscher Junge muß jekt, um lesen und schreiben zu können, acht Alphabete lernen! Deutsche Schrift, kleine und große Buchstaben, sowohl Druckschrift als Handschrift, in Summa vier, und ebenso viele für die lateinische Schrift. Ein englischer oder französischer Junge hat nur die Hälfte, nur vier Alphabete, zu bewältigen. Welch ungeheurer Unter­schied! Und gerade das deutsche Alphabet mit seinen ver­schnörkelten W und M, seinen unklaren Formen wienimm" undimmer" und dergleichen, seinen x und r, wo nur ein kleines Strichlein uns ein X zwar nicht für ein U, aber doch für ein R hinzaubert, bereitet den kleinen ABC-Schützen unnötige und große Pein. Das ist unnütz vergeudete Zeit, ht der besseres gelernt werden könnte. Und das ist nicht