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zurückgekommeu. Ich fürchte, daß ihr ein Unfall zuge­stoßen ist." Sie hatte die Worte nur an ihn gerichtet, und auch er hatte das Gefühl, als wäre er allein mit ihr in einem plötzlich leer gewordenen Raum.

Er antwortete ihr nicht gleich, sondern sah sie nur an, doch verstand sie die Sprache seiner Augen. Bor ihr stehend, er hatte sich sogleich erhoben fügte er nun auch eine Frage in Worten hinzu.

Haben Sie keine Ahnung, wohin sie gegangen ist?" Nein, ich weiß nichts. Es ist mir, als hätte sie sich draußen vor der Haustür nach rechts gewendet, aber ich kann nichts bestimmtes behaupten."

Ich werde sie suchen."

Er hatte seine Hand ausgestreckt, und die Generalin legte die ihre hinein. Hätten seine Augen ihr nicht schon genug gesagt, so hätte dieser Händedruck ihr die Versicher­ung gegeben, daß er Edith liebte, und daß er das äußerste wagen würde um ihretwillen.

Ich sollte Sie zurückhalten und sollte Sie bitten, sich um Ihrer Gesundheit willen zu schonen. Aber ich kann es nicht. Wenn einer sie finden wird, so sind Sie es, das sagt mir mein Herz."

An mir liegt nichts. Ich bringe sie Ihnen zurück. Auf Wiedersehen."

Er ging mit festen, eiligen Schritten hinaus; alles an ihm schien gespannt, er sah größer aus als sonst. Die Generalin blieb und sah ihn: nach mit feucht gewordenen Augen. Und indem sie zerstreut auf die Fragen und An­erbietungen der übrigen horchte, ein paar von den an­deren Herren machten sich gleichfalls zum Suchen bereit, meinte sie noch immer sein bestimmtes, männlichesAn mir liegt nichts" zu hören. Und zugleich tönte das pathetisch­unechteWas liegt an mir?" der Sängerin wieder hinein; es war eine Dissonanz, aber eine tröstliche, aus der ein reiner Wohlklang der Liebe sieghaft hervordrang.

Rauchmann hatte sich mit Mantel und Hut versehen und wandte sich vor dem Hause sogleich nach rechts. Nicht die unbestimmte Aussage der Generalin war es allein, was ihn dorthin trieb; mehr ein dunkles, starkes Gefühl, baß er Edith in der Bezzuglio-Schlucht finden würde, wenn sie überhaupt zu finden war.

So begann er bald den Aufstieg, ließ Fasano di sotto hinter sich und trat aus der geschützten Region der Häuser auf die lorbeerumschatteten Bergwege hinaus. Der von Südost kommende Sturm prallte gerade gegen die Berges­lehne, fand auch in den sonst so ruhigen Schluchten keinen Frieden und zauste in wilder Zerstörungssucht an den Bäumen, Pflanzen und Blüten. Er traf Nauchmann, ihn vorwärts treibend, halb von rückwärts und schien ihn zur Seite drängen zu wollen, weit fort von seinem Ziel. Aber er folgte der Idee, die ihn trieb, trotzte dem Sturm und gewann, erhitzt, schwer atmend, die Höhe des Weges an der Bezzuglio-Schlucht entlang.

Eine halbe Ahnung hatte ihm gesagt, daß er Edith in der Nähe der an bedeutsamen Erinnerungen reichen Bank finden würde, und ein erstes Gefühl ungerechter Enttäusch­ung befiel ihn, als er die leere Bank und den weiten freien Weg vor sich erblickte, auf dem keine menschliche Ge­stalt zu sehen war. Während er für ein paar Sekunden Halt machte und Atem schöpfte, kam ein Glockenton, vom Sturm zerrissen, aus der Tiefe herauf. Tort unten schlug es drei Uhr, und er mußte jener Stunde schmerzlich ge­denken, als er voller Sehnsucht, Angst und Hoffnung hier an demselben Platz auf den Klang der Glocke gewartet hatte. Plötzlich lebte auch Ediths Stimme wieder in seiner Seele auf; echogleich tönten ihm die Worte:Das Leben ist ja so wunderschön!" Tas Herz tat ihm weh bei dieser Erinnerung, die ihn mit neuen Kräften vorwärts trieb; Edith hatte das Leben so sehr geliebt, und nun?

Auf dem ebenen Wege kam er schnell bis an Bezzuglio heran, doch versäumte er nicht, überall umherzuspähen, ob irgendwo eine leise Spur von der Verlorenen zu ent­decken sei. Vergeblich aber war all sein Schauen; der harte, kiesige Weg< duldete keine Fußspur, und ein Lorbeerzweig, der am Boden lag, konnte so gut von einer anderen Hand gebrochen sein als von der ihren.

(Fortsetzung folgt.)

Oesurrdhettspflege.

Gefahren der künstlichen Säuglings- ernährung. Die Ausführungen des berühmten Mar­burger Bakteriologen, des Geheimrat v. Behring, am letzten Tage der Naturforscherversammlung zu Kassel über Die stets nachteiligen Folgen der künstlichen Säuglings­ernährung und den unmittelbaren Zusammenhang der­selben mit der Tuberkulose sind gewiß ein h a r t e r M a h n - ruf für viele Frauen, welche bisher aus Unverstand' oder unberechtigter Eitelkeit die heiligste Pflicht der Mutter vernachlässigt und ihren Kindern den besten und reinsten Lebensquell, die Mutterbrust, vorenthalten haben. Aber selbst wenn diese äußersten Folgerungen, die Behring gezogen hat, nicht zutreffen sollten, so ist es ganz außer Frage, daß Flaschenkinder sowohl sofort als auch in ihrer weiteren Ent­wicklung den größten Gefährdungen ausgesetzt sind. Ohne Uebertreibung läßt sich aus Grund des statistischen Materials behaupten, daß von den an Magendarmkatarrh ge­storbener: Säuglingen im Durchschnitt 90pCt. Flaschenkinder sind und der Magendarmkatarrh | selbst macht von der Säuglingssterblichkeit 6 0 bis 7 0 PCt. aus. Derartige Zahlen haben schon an und für sich eine ganz gewaltige Beweiskraft für die Forderung der Sclbst- stillung und sollten das Verantwortlichkeitsgefühl jeder Mutter wecken. Aber auch die Zukunft der Flaschenkinder ist in gesundheitlicher Beziehung überaus ungünstig, und vor allem wird das weibliche Geschlecht durch die Flaschen­ernährung im ersten Lebensjahre unbedingt beeinträchtigt/ indem der Knabe durch die Eigenart seiner Erziehung und natürlichen Anlage mehr imstande ist, solche Schädigungen zu überwinden. Wenn auch nicht zahlenmäßige Nachweise dafür bisher erbracht worden sind, so scheint doch ein großer Teil der Bleichsucht mit ihrem auf die Entwicklung des Mädchens und die Nachkommenschaft der Frau so nach­teiligen Einfluß ebenso sehr mit der Flaschenernährung int Zusammenhang zu stehen, wie diese auch an und für sich die Fähigkeit des Mädchens herabsetzt, einst als Mutter ihren Kindern die Brust reichen zu können. Diejenigen Organe, welche wir lpenig oder gar nicht brauchen, sind einer von Geschlecht zu,'Geschlecht steigenden Verkümmerung und Ent­artung unterworfen, und so wird die Tochter jener Mutter, welche das Stillen vielleicht aus Bequemlichkeit verweigert hat, schon Nicht mehr so wie ihre Mutter zum Stillungs­geschäft befähigt sein. Daher sollte die junge Mutter nie­mals ihr Kind auf die Flasche verweisen. Sie sollte auf jeden Fall,- ob Königin oder Bettlerin, ihm die von Natur bestimmte Nahrung gewähren, und wenn sie das nicht aus Pflichtgefühl tut, jo mag sie es wenigstens aus Eitelkeit tun, da durch das Stillen jede Frauenbrust an Schönheit und Rundung nur gewinnt und sich selbst der roheste Mensch beim Anblick einer stillenden Mutter einer tieferen heiligen Empfindung nicht erwehren kann.

Füllrätsel.

Nachdruck rerbotm.

©

1. Rechtsverhältnis.

2. indischer Gott.

8. Zeichen,

4, moderner Dichter.

6. Weibl. Vorname.

In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben A A, B C D E E E E. H, ! I I, L, N N N N, 0, P, R. S S, T T berari ei'nzütragen, daß die wagerechten Reihen Wörter von der e:g fügten Bedeutung ergeben, wahrend die beiden Nutzeren, du ch schwarze Felder bezeichneten senkrechten Reihen zwei berann Bäume nennen.

Auflösung m nächster Nummer.

©

C)

Auflösung des Wortspielrätsels in vor.: Nr. Borgen Sorgen.

Redaktion-. August Götz. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univers>tüts-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange, Gießen.