72

Nr. 906.

Modrll

Mrdctl Nr. 906.

trachten em. Tenn die, in fast jeder größeren Stadt statt- sindenden Alpenvereinsfeste haben den Bauernkoitumen wieder zu Ansehen und Würden verhalfen.. Unter den Trachten der Vergangenheit ist die des altdeutschen Bnrger- mädchcns eine der schönsten, und für junge Mädchen ganz besonders kleidsam und hübsch und vorteilhaft auszusehen ist erklärlicherweise mit der Hauptwunfch eines jeden jungen Mädchens. Unser Modell Nr. 908 veranschaulicht em der­artiges Gretchenkostüm, das besonders einer zarten Blondine gut stehen wird. Es besteht aus hellblauem Kaschmir und ist mit'schwarzem Sammet garniert. Tie glatt ,anliegende Taille ist viereckig über einem weihen Chemisett cmsge- schnitten und mit einem schwarzen Sammetstreifen um­randet. Ebenso sind die Puffärmel mit schwarzen Sammet­streifen zusanlmengehalten und enden in einer tief auf dre Hand fallenden schwarzen Sammetmanschette. Ter werte Rock ist durch einen weiten Gürtel, welcher auf der linken Hüfte aufsitzt, gerafft. Er hält ein zierliches besticktes Täschchen. Ebenso ist das kleine Häubchen aus schwarzem Sammet mit seidenem Aufschlag gefällig bestickt. Zum Schluß wollen wir rroch eines der allgemeinsten, Masken­kostüme beschreiben; wir meinen nämlich den Tomino. Man wird Unrecht tun, wollte man den vielgebrauchten deshalb in seiner Ausstattung vernachlässigen, weil er an und für sich anspruchslos sein will, eingedenk des Zweckes zu ver­bergen und zu verhüllen. Mer oft tritt er doch auch aus dieser Reserve heraus, besonders wenn er, wie so ost, seitens

Praktische Frauen lieben die Garderobe für sich und ihre kleinen Lieblinge selbst zu verfertigen, denn das Schneidern im Haus bietet wesentliche Ersparnisse und macht viel Freude, wenn das, was der Hände Fleiß erzeugte, auch chik und kleidsam ist. Um wirklich günstige Erfolge zu erzielen, nmß man sich der rechten Hilfsmittel bedienen, und als solches darf an erster StelleTie perfekte Schnee derin" aus dem Verlag Europäische Modenzeitung, Tresden, empfohlen werden, nicht nur weil sie die praktischste und UttM fassendste, sondern auch weil sie die billigste Anleitung sue Tamenschneiderei ist. Sie erscheint soeben in 15 Li.fe- rungen ä 50 Pfg. Prospekte sind durch alle Buchhandlungen sowie durch den Verlag erhältlich,

form an Abwechslung nicht fehlen wird. Unsere kleine Skizze Modell Nr. 906 zeigt z. B. ein Blumenkostüm, eine Marguerite darstellend, in diesem Geschmack. Auf ein halb- anliegendes Unterkleid fällt ein ganz loses oder plissiertes Ueberkleid aus ganz dünnem Stoff, welches mit Ranken von Margueriten verziert ist. Ten Kopfschmuck bildet je eine große Blüte zu beiden Seiten des Gesichts. Auf gleiche Weise können natürlich die verschiedensten Blumen verkörpert werden. Mer auch andere, und zwar die verschiedensten Ideen lassen sich bequem auf dieselben Grundformen in der reizvollsten Weise entwickeln, und wechselt dann nur die Farbe des Herstellungsmaterials und die Garnitur. So würde z. B. hochroter Chiffon in reizvollster Weise dazu dienen/ eine Koralle zu verkörpern. Der untere Kleidvand wird mit Korallenzweigen aus rotem Sammet benäht. Ko­rallenbüschel zu beiden Seiten des Gesichtes und Korallen­ketten zum Verschnüren der Taille bilden den übrigen höchst kleidsamen Schmuck. Ein Firmament darzustellen, ist eben­falls nicht schwer, wenn man schwarzen Chiffon und silberne und goldene Sterne, Sonnen und Monde zum Benähen des Stoffes verwendet. Und so könnte man noch eine große An­zahl origineller Ideen anführen. Wir nennen nur kurz einige Namen und überlassen es den geehrten Leserinnen, ihre eigene Phantasie in Bezug aus Ausführung walten zu lassen. Herzdame, Schneeball, Libelle, Pfauenfeder, Wein­stock und vieles andere mehr. Schließlich wollen wir noch ein ganz originelles Kostüm, in diesem losen Kleidschnitt

älterer Tarnen den bequemen Ersatz des Maskenkostüms überhaupt bildet. Auch ein Tvmino möchte chrk und kleidsam sein Modell Nr. 909 veranschaulicht einen solchen in ele­ganter Ausführung. Terselbe ist hauptsächlich dazu bestimmt, eine darunter befindliche Toilette zu verbergen, und ist daher sehr weit Gehalten. Hinten ist er serpentinförmig geschnitten und vorn ist er an eine Passe eingeretht gesetzt. Er schließt mit einem breiten Kragen ab. Außerdem ist dem kmlsloch eine weite Kapuze angesetzt, welche auch den Kopf vollständig einhüllt. Gute Schnitte für allerlei Masken­kostüme erhält man von der Internationalen Schntttmanu- saktur, Tresden.

aus geführt, erwähnen, denn es dürfte gewiß bei vielen Bei­fall finden. Es stellt eine Bandhändlerin dar und besteht zum größten Teil aus bunten Bändern, welche von der ver­kürzten Taille an ganz dicht auf ein plissiertes Unterkleid fallen. Bei jeder Bewegung nun entwickeln diese flatternden. Bänder ein lustiges Spiel, das sehr gut zu dem originellen Kopfputz aus grotesken Bandschleifen in dem hoch aufge­steckten Haar paßt. Ein Hausierkasten mit allerhand bunten Bandvollen dient als nähere Erklärung zu diesem durch­aus nicht banalen Kostüm.

Toch so g.ut tote alle bliese losen Kleider bereits eine große Anzahl Freunde haben, so haben sie auch ihre Gegner, welche nicht aus den festen Halt, den das Storfett gibh verzichten wollen. Für diese gibt es ohne Zweifel noch eine ungleich große Anzahl von Berkleidungen, und jedes Jahr vergrößert sich diese Auswahl, denn das schon da-, gewesene ist nicht immer das schlechteste, wenn es nur mit dem Wesen der Trägerin übereinstimmt. So werden z. B. alle Trachtenkostiime nie unmodern werden, seien es nun Trachten der Vergangenheit oder Volkstrachten, dte noch jetzt getragen werden. Bedingung ist nur, daß diese Kostüme so viel wie möglich echt sind, denn sonst wirken sie imkünstlerisch. Besonders bei den ländlichen Trachten, den sogenannten Bauernkostümen, macht man oft die größten Anstrengungen und scheut keine Kosten, um sich echte Kostüme zu verschaffen. Eine bevorzugte Stelle nehmen dabet die in Oberbayern, Tirol und der Schweiz getragenen Volks­

U'ieocil Nr. 909.

Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Perlag der Brübl'schen UniversitätS-Buch. und Cteindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.