-- 164

erkennt er, daß er sich auf dem Leuchtkreise dieses letzteren befindet. Da aber durch den Schnittpunkt Meier Kreise stets die Lage eines Punktes genau bestimmt wird, kann er mit mathematischer Genauigkeit den augenblicklichen Ort seines Schisses auf der Karte ablefen und den Kurs soweit abändern, daß er drohenden Untiefen rc. ausweicht.

Zur Zeit, als England fast ein Monopol für die gesamte Seeschiffahrt besaß, waren auch die Segelhandbücher fast ausschließlich englischen Ursprunges, obwohl der Anstoß zur Ausarbeitung dieser auf Tausenden von Logbüchern den Tagebüchern, die die Schiffskapitäne auf jeder Seereise führen müssen aufgebauten Sammelwerke von einem Amerikaner, 'den: Marineleutnant Manry, ausgegangen ist. Seit dem mächtigen Aufblühen der deutschen Segelschiffahrt Verfügt unsere Marine aber auch über derartige Werke deutschen Fleißes, bie denen des Auslandes übrigens in vielen Beziehungen überlegen sind. Die der nautischen Ab­teilung des Reichsmarineamtes unterstehende, von Georg Neumayer vortrefflich, geleitete Hamburger Seewarte hat nämlich die deutschen und englischen Gewässer so wie die drei großen Meerffomplexe des atlantischen, indischen und stillen Ozeans in wahrhaft mustergiltiger Weise bearbeitet, sodaß diesen Werken trotz ihrer Neuheit schon heute in fremden Marinen vielfach der Vorzug vor den englischen Büchern gegeben wird.

Wie ermittelt nun aber der Schiffsführer die Lage seines Fahrzeuges und den einzuschlagenden Kurs, wenn er sich weit draußen auf dem Weltmeer befindet und kein Leuchtfeuer oder sonstiges Seezeichen ihn zurecht weist? Hier treten der Kompaß, das Log, der Schiffschronometer Und astronomische Instrumente in ihre Rechte. Gerade hier beweist die Astronomie an einem schlagenden Beispiel, daß sie nicht nur in weltverlorenem Idealismus in den ent­legensten Himmelsraumen umherschweift, sondern auch eine hervorragend praktische Wissenschaft ist, ohne die die heutige überseeische Schiffahrt gar nicht möglich wäre.

Mit den gewöhnlichen, als Urkettenanhängsel verwen- beten Kompassen haben die der Seeschiffe freilich nur sehr geringe Ähnlichkeit. Die Scheibe, auf der die in 32 Teile (Striche) ein geteilte Windrose angebracht ist, steht in fester Verbindung mit der mächtigen Magnetnadel, sodaß sie mit dieser mitschwingt und man jede Himmelsrichtung ablesen kann, ohne daß man das Instrument erst mühselig so zu richten braucht, daß die Achse der Magnetnadel über der Nordsüdlinie der Windrose steht; daneben ist auch die Korrek­tion angebracht, die wegen des Einflusses der zahlreichen Eisenteile jedes Schiffes auf die Magnetnadel in Berechnung gezogen werden muß und erfahMngsmäßig in jedem Einzel­falle bestimmt wird; außerdem trägt die Scheibe eine genaue Gradeinteilung, und endlich ist der ganze Apparat nach dem kardanischen System in einem Metallkessel der­artig aufgehängt, daß er nach allen Seiten frei schwingt und durch die Schwankungen des Schiffes nicht beeinflußt wird.

Ermöglichen diese Kompasse eine staunenerrtzgende Genauigkeit der Steuerung, so gießt das Log ein Mittel in die Hand, die Fortbewegung des Schisses annähernd sicher festzustelleu. lieber eine glatt sich drehende Haspel ist eine lange und dünne Seine aufgewickelt, die nach jedes­mal 7,20 Meter Entfernung einen Knoten oder sonst ein Merkzeichen hat. Am freien Ende befindet sich ein an einer Kante mit Blei beschwertes dreieckiges Brettchen, das Log- scheit, das ins Wasser geworfen, sich, senkrecht aufstellt und, während das Schiff weiter fährt, ziemlich genau an derselben Stelle verharrt, wobei die Leine von der Haspel abläuft. Will man nun die Geschwindigkeit messen, so wird das Log am Stern des Schisses in das Wasser geworfen; Sand­uhren, die gewöhnlich auf 14 oder 28 Sekunden geaicht sind, geben die Dauer der Messung an. Sodann wird das Log wieder eingezogen und die Zahl der Knoten festgestellt, woraus einfach die Geschwindigkeit des Schiffes besttmmt werden tarnt. Auf diese Weise kann der Schiffer, von einem ihm bekannten Punkte seiner Fahrt ausgehend, leicht fest­stellen, wo er sich einige Zeit später bestimmt befindet. Immerhin find aber die wechselnde Geschwindigkeit des Schiffes, Meeresströmungen und geringfügige Schwank­ungen der Steuerung Fehlerquellen, die das Ergebnis nach längerer Zeit unsicher machen, und eine astronomische Orts­bestimmung mit Chronometer und Sextant bedingen.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und

Unter ivelchem Breitengrad er sich befindet, erfährt der Schiffer sehr einfach durch Messung der Höhe irgend eines Sternes über dem Horizont. Der Polarstern steht am Nordpol etwas über einem Grad vom Nordpol und sinkt mit jedem Grad, beit ein Beobachter südlicher vom Pol steht, auch nm einen Grad gegen den Horizont herab. Ergießt daher die Messung, daß der Polarstern nur 45 Grad mit der genannten Einschränkung, sich über den Horizont erhebt, so ist das ein Beweis dafür, daß das Schiff unter bent45.' Breitengrad fährt. Mit einer kleinen Einschränkung kann auch jeder andere Stern und auch die Sonne zur Breitengrad- besttmmung benutzt werden; die Sonne speziell aber ist es, aus deren Stande der Schiffer die geographische Länge ab lieft. Um die Mittagszeit beobachtet der damit betraute Offizier mit Hilfe »des Sextanten sehr genau, um welche Stunde, Minute und Sekunde die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Sein Chronometer zeigt dabei die Zeit der Sternwarte Greenwich, deren Meridian als Norm jetzt all­gemein angenommen ist. Zeigt seine Uhr nun-beispielsweise im Augenblick des höchsten Sonnenstandes bereits 1 Uhr und 40 Minuten Nachmittag, so beweist das, daß er sich genau hundert Zeitminuten westlich von Greenwich befindet. Da aber eine Stunde Zeitdifferenz, auf die Umdrehung der Erde bezogen, 15 Längengraden, oder 4 Zeitminuten jedesmal einem Längengrade enffprechen, so segelt sein Schiff in diesem Augenblick unter dem 25. Längengrad westlich von Greenwich.

Unsichtiges Wetter vereitelt natürlich, diese an sich sehr genaue Ortsbestimmung. Dann heißt es, die Geschwindigkeit zu mäßigen und mit halber Kraft weiterKufahren, oder in der Nähe gefährlicher Küsten auch einmal gänzlich still zu liegen.

Grundzüge der Verfassung des deutschen Reichs.

Sechs Vorträge, gehalten von Professor Dr. E. Loening. Geh. 1 Mk., geschmackvoll geb. 1.25 Mk. (Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wisseuschaftlich-gemeinverständ- licher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 34. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.

DieErundzüge der Verfassung des deutschen Reichs" geben Vorträge wieder, die der Verfasser im Januar dieses Jahres in Hamburg im Auftrage der Ober-Schulbehörde vor einem größeren Kreise gebildeter Laien gehalten hat. In gemeinverständlicher Sprache beabsichtigen sie in das Verfassungsrecht des deutschen Reiches einzuführen und den Zusammenhang aufzuweisen, in dem die einzelnen Bestimm­ungen der Verfassungsurkunde untereinander stehen. Nicht einen Kommentar zur Berfassungsurkunde wollen sie geben, sondern sie wollen den Inhalt der Verfassungsrechtes nur insoweit barlegen, als dessen Kenntnis für einen jeden Deutschen erforderlich, ist, der berufen ist, durch Ausübung des Wahlrechts an der Bildung des Reichstages mitzn- wirken. Durch geschichtliche Rückblicke und Vergleiche sucht der Verfasser den richtigen Standpunkt für das Verständnis des geltenden Rechtes zu gewinnen. Die Vorträge, sollen der Er kenntnis des Rechtes, nichsipoli- tischen Parteibe st rebunig en dienen. Der Ver­fasser Hai sich aber nicht gescheut, da, wo er es für erforder­lich erachtete, seine politische Ueberzeugung zum Ausdruck zu bringen.

P y r a m i d e.

(Nachdruck verboten.)

G Vokal.

® G Färbwurzel.

® Getränk.

@ @ ® @ Fluß in Asien.

® 9 @ 9 ® Deutscher Dichter.

® ® @ @ @ ® Luftige Aufenthaltsorte.

® © ® ® ® © © Wegweiser des Lebens.

Von der Spitze beginnend ist jede weitere Reihe durch Hinzufügung eines Buchstabens zur vorhergehenden Reihe unter beliebiger Stellung der übrigen Buchstaben zu bilden.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Verlag d-r Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.