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Mr immer U wird d
jter I" sagte Traute t vor dem Gärtner-
zUsammenyatten und Verttäuen zju einander Huben, r—. Wollen Sie?"
„Ich Will, ich, Will gern!" Traute lächelte plötzlich, und ein Schimmer von Fröhlichleit und Trost erhellte ihr ganzes Gesicht.
Auch der Mann ian ihrer Seite lächelte und sah plötzlich um zehn Jahre jünger aus. Die ernsten, hurten Linien waren wie weggewischt aus seinen Zügen.
„Ich werde Sie morgen in die Fabrik führen Und Sie durch den Forst fahren, oder wollen wir lieber einen Spaziergang in den Wald machen?"
„Ach ja, einen Spaziergang!"
„Gut. Wir können vormittags gehen und nachmittags fahren. Der Wald ist sehr groß."
Er erzählte ihr noch von dem Betrieb der Fabrik und dem Nutzen des Holzes. Sie plauderten beide unbefangen von Äußerlichen Dingen, und waren es sich kaum bewußt, wie gern sie so nebeneinander standen in der schwülen, dunklen Sommernacht.
Vierundzwauzigstes Kapitel.
Paul Lehmigke hatte eine unruhige Nacht, was bei ihm eine Seltenheit war, denn nach angestrengter Tagesarbeit schlief er -gewöhnlich wie ein Toter. Ein Froh- gesühl in Erwartung des kommenden Tages ließ ihn nicht recht Mr Ruhe kommen. Er dachte immer darüber nach, wohin er mit Traute gehen und fahren, und was er ihr alles zeigen wollte.
Und unter seiner Anleitung sollte sie sich in ihren Neuen Beruf einarbeiten. Es war ganz gewiß notwendig, daß er acht bis vierzehn Tage dazu in Kienberg bliebe, es mußte sein — natürlich nur aus Geschäftsinteresse. Und sie hatte ihn ja darum gebeten. Er konnte den bittenden Blick nicht vergessen, mit dem sie Schutz bei ihm suchte vor dem Heimweh und Alleinsein in der Fremde.
Lehmigke war stets ein Frühaufsteher, aber heute war er der erste draußen auf dem ganzen Gehöft. Nach einer Stunde wußte er Aenau von allen seinen Leuten, wer pünktlich und wer unpünktlich zur Arbeit kam.
Er hatte bereits die ganze Fabrik inspiziert, als es 6 Uhr aus der großen Hofuhr schlug, und er, heimgehend. Traute auf der Brücke am Wehr erblickte. Sie lehnte Über das Geländer und sah in das Wasser, das tosend über das Wehr schäumte.
„Das ist hübsch, daß Sie kein Langschläfer sind", begrüßte er sie mit herzlichem Händeschütteln.
Wie frisch sie heute aussah, der warme Morgen hatte ihre Wangen rosig angemalt.
„Der Wasserfall hat's mir angethan", lachte Traute, >,die ganze Nacht hörte ich sein Rauschen bis in den Schlaf hinein, und ich hielt es vor Neugierde nicht mehr aus, ich mutzte heute gleich herlaufen, ihn zu begrüßen."
,Kämmen Sie, wir wollen einmal durch den Garten gehen, wir frühstücken nachher aus der Veranda zusammen."
„Gern. Der Morgen i,st so herrlich"
Der Garten gefiel Traute sehr. Es war kein Park, Und es war kein Blumengarten, sondern ein Gemisch von Seibern. Alles grünte und blühte in üppiger Triebkraft Md Verwilderung durcheinander, aber die Unordnung war malerisch.
Um das Haus herum Spuren einstiger Kultur, Kieswege, Beete mit ganzen Wäldern wuchernder Blumen, in bunter, verschwenderischer Pracht, dazwischen ein kleiner, ausgetrockneter Springbrunnen mit einem nackten Knaben aus Sandstein, der eine Muschel trug, und hier und da edle Sträucher. Weiterhin Rasenflächen mit kniehohem Gras, prächtige alte Bäume, deren Majestät die mitten in sie hineingeschobenen, höchst plebejischen Kohl-, Salat- und Gurkenanpflanzungen keinen Abbruch lhun konnten. Das Schönste war, mitten im Gesträuch versteckt, eine alte, verfallene Wassermühle an einem klaren Bach, der quer durch den Garten lief, dem Flusse zu.
,, //Ich habe noch nicht Zeit gehabt, hier Ordnung zu schaffen", sagte Lehmigke, als er die weißgestrichene Garten- Mr für Traute öffnete. „Wenn ich herkam, nahm die Fabrik mich ganz in Anspruch und einem Gärtner allein mochte ich es nicht Überla fett. Aber es soll jetzt geschehen, damit der Garten für Sie nutztbar wird."
Erst konnte sie sich gar nicht von den Blumenbeeten trennen, und Paul Lehmigke pflückte ihr ein paar dep schönsten taufrischen Rosen und starkduftenden Nelken., Dann lief sie in die Wiesen hinein und jubelte über die Vergißmeinnicht und das Zittergras, das hier üppig wucherte, endlich krocht sie in alle Lauben, in ein altes! Gartenhaus von Baumborke, das nach Schimmel und, Spinnweben roch, und zuletzt in die Mühle, trotzdem! Lehmigke es nicht erlauben wollte, da die Mühle bau-, fällig war.
„Bleiben Sie nur draußen, mich werden die Bretteh noch! tragen", hatte Traute gerufen, aber er folgte ihr doch.
„Ich werde Ihnen einen Spaß machen", sagte er, und er setzte die Mühle in Bewegung. Das große Rad! war noch gut erhalten und drehte sich prächtig, vom Bach getrieben, und plötzlich fing auch der Springbrunnen au zu plätschern, der durch die Mühle vom Bach gespeist wurde.
Traute jubelte wieder. Und bann stand sie ganz still auf dem schmalen, hölzernen Steg über dem Wasser, um dem Mühlenrad zuzusehen.
„Wie leichtsinnig", sagte Lehmigke, zu ihr tretend, „ein Fehltritt und Sie fallen ins Wasser." Er faßte sie am Arm, um sie zu halten.
„Ick) falle nicht", hatte Traute erwidert, aber er hielt sie doch fest.
Sie lächelte, ließ es geschehen Und sagte nur, tief aufatmend: „Wie schön!"
Sie standen beide in einem dunklen Raum, über ihnen das von Moder geschwärzte Dach und um sie herum die feuchten, schwarzen, mit schlüpfrigem Moos bedeckten Wände. Aber unter ihnen das langsam, verschlafen sich drehende Rad, das, träumerisch im Wasser wühlend, wie überschüttet war mit einem breiten Goldstrom, während feine Speichen von flüssigem Silber tropfen, und kleine, blitzende Glasperlen bis zu ihnen hinaufwarfen, wo diese in der Luft zerstäubten und als funkelnder Regen herabfielen. Und vor sich, durch eine offene Luke konnten sie durch das grüngoldige Laub des Linden- und Buchen-Ge- zweiges in den Garten hiueinfehen und über die blumigen Wiesen hinaus sogar einen Streifen wogenden Kornfeldes! und duftblauen Waldes am Horizont. Traumhaft verschlafen rauschte die alte Mühle, und in dem schattigen Lindengeäst gurrten ein paar wilde Ringeltauben in einem süßen Liebeszwiegespräch, während jeder Lufthauch ganze Wolken von Rosen- und Nelkenduft aus den Beeten herüberwehte.
Sie standen beide eine Weile ganz still nebeneinander- doch plötzlich ging ein Beben wie ein Schwindel durch Trautens Körper, und sie klammerte sich mit beiden Händen an den Arm ihres Begleiters.
Dieser legte sofort den Arm fest um ihre Taille und führte sie von dem Steg herunter. Er sah, daß sie blaß geworden war bis in die Lippen.
„Nun versprechen Sie mir eins, nämlich daß Sie nie allein in die "Mühle, geschweige denn auf den Steg gehen", sagte er sehr ernst, immer noch ihre Hand haltend.
„Muß ich?" lächelte sie. „Es ist so märchenhaft schön! in der alten, verzauberten Mühle! Ich leide sonst nie an Schwindel, aber es geht eben da drinnen nicht mit rechten Dingen zu. Wenn man in das Wasser sieht, fangt das Rad! an zu sprechen und zu singen. Es wird immer größer unbi größer, dreht sich in tausend Regenbogenfarben und will einen fassen und in die Tiefe ziehen."
„Das ist ein richtiger Schwindel und geht höchst natürlich zu. Also — Ihre Hand darauf."
„Ja — aber —"
„Kein aber!"
„Aber Sie müssen mit mir hineingehen, wenn ich Sitz darum bitte."
„Das werde ich mir sehr überlegen", lächelte er, aber Traute sah ihm an, daß er es gern thun würde.
Sie gingen nun dem Hanse zu, und Lehmigke lieh den Frühstückstisch auf der Veranda unter dem Nußbaum decken. Frau Velten und Hulde waren noch nicht aus, sie schliefen ihre Reise ans, aber Paul und Traute waren zu hungrig geworden. Nm auf sie M warten.
Ein klein wenig verlegen wurde Traute, als sie die Wirtin machen sollte. Das t6te-ä.-t6te am Frühstückstisch


