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siel ihm ein, baß er sich auf der Straße befand, daß düs unfehlbar einen Straßenauflauf geben müßte, und daß die ganze Tragikomödie sich unmittelbar vor seiner Hausthür ab spielen würde.
Ta wurde au seinen Käfig getippt. Mit einer wunder- süßen Zärtlichkeit in der Stimme, die er sonst noch nie an ihr gehört hatte, fragte ihn Nelly, ob er noch da sei.
„Seien Sie nur nicht böse, Herr Müller", flüsterte sie, „ich kann absolut nichts dafür. Ter Schrank war wegen einer Schuld von lappigen 100 Mark gesiegelt, und ich ahnte ja nicht, daß der Gerichtsvollzieher ihn gerade heute abholen würde."
„Mein Gott, — ich bin gepfändet, gesiegelt, ich soll verauktioniert werden . . . das ist ja Wahnsinn! Lassen Sie mich hinaus, Sie Unglücksselige, und der Himmel soll mir's gedenken, wenn ich meinen Fuß je noch einmal in Ihr Haus setze!"
„Ganz recht; aber ich kann Sie doch nicht herauslassen! Welches Aufsehen! Was sollen die Leute davon denken? Nein, es geht nicht, schon meinetwegen nicht, und auch Ihretwegen. Nein, es ist jetzt nichts zu machen!"
„Aber was soll denn nun geschehen?" stöhnte Dickchen.
„Vielleicht lassen wir den Schrank wieder unauffällig in ' meine Wohnung schaffen ..."
„Ja doch, ja doch' Aber nur schnell, daß ich ans diesem Affenkästen komme!"
„Und der Gerichtsvollzieher? Der ist doch wohl die Hauptperson dabei. . ." ,
„In drei Teufels Namen, so bezahlen Sie ihm doch den Quark, damit ich aus der elendigen Hundehütte komme."
„Herr Müller, Sie werden beleidigend. Wovon soll ich denn zahlen?"
Dickchen stöhnte, Dickchen fluchte, Dickchen ivar sogar nahe am Weinen; aber es half nichts. Er nahm einen blauen Schein aus 'seiner Brieftasche und schob ihn durch den Thürspalt.
„Hier, greisen Sie zu! Haben Sie den Hundertmarkschein? Ja? Gut. So bezahlen Sie Ihre Schuld und lassen Sie den vermaledeiten Schrank wieder in Ihre Wohnung bringen. Und dann sind Sie wohl so freundlich und geben mir die Freiheit wieder. Aber das sage ich Ihnen — einmal und nicht wieder!"
„Ach, Herr Müller, Sie sind gar zu liebenswürdig! Ich weiß gar nicht, ob ich annehmen darf."
„Schlange!" zischte Dickchen im Schrank. „Machen Sie nur schnell!"
Nelly nahm den Schein, flog davon, zahlte und ließ den Schrank wieder in ihre Wohnung schaffen. Kaum war Dickchen frei, schoß er davon, wie ein Fuchs, der seinen schönen Wedel im Fangeisen gelassen hatte. Seit der Zeit war's mit seinem Renommieren vorbei: Er hatte genug von seinen Eroberungen.
Gemeinnütziges.
E i n f l u ß der Mutter i n der Erziehung. „Ein Kind", hat jemand gesagt, „ist ein kleiner Buchstabe. Von der Mutter hängt es hauptsächlich ab, in was für einen „großen Buchstaben" sich dieser „kleine" verwandeln wird." Die ersten Lebensjahre des Kindes sind schon bestimmend für seinen Charakter. Was die Entwickelung zum Guten fördert oder hindert, das ist das Entscheidende in der Erziehung. Kinder sind empfängliche kleine Wesen. Nichts können die Erwachsenen sagen oder thun, was nicht bewußt oder unbewußt sie erregt. Die sittliche Erziehung des Kindes wird beeinflußt durch Stimme, Miene, Worte und Handlungen derer, mit welchen es zusammen ist. Worte und Ermahnungen zum Guten ioerben bald vergessen — sie sind keine unumschränkte Macht für das Kind. Die Einwirkung auf sein Herz ist die Hauptsache. Die liegt ganz in der Mutter Händen. Sie muß den Samen der Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, des Gehorsams und der Beharrlichkeit in die weichen Herzensfurchen säen; sie muß die erste Lüge ihres Kindes unerbittlich strafen; sie muß mit gerechtem Sinn alle ihre Kinder beurteilen, und muß ernstlich über sich selbst wachen, daß sie nicht eines unter ihnen bevorzuge. Durch diese unselige Neigung ist schon großes Herzeleid über
manche sonst glückliche Familie gekommen. An so manchen Exempeln könnte man es nachweisen, wie Mütter ihre Sieb» lingskinder im Hang zur Lüge und Verstellung begünstigten, in der Meinung, ihnen wohlzuthun, und si« o selbst vielmehr die Ursache werden von Feindschaft zwischen Geschwistern. Unbegrenzt ist der Einfluß einet Mutter vom zarten bis zum kräftigen Alter besonders ihrer Söhne. Und je nachdem sie ihre Aufgabe vollbracht hat, werden ihre Kinder entweder Lichter in der großen Menschheitsfamilie, ivelche Freude und Segen ausstrahlen, ober sie verbreiten Dunkel und Finsternis umher, zum Verderben aller derer, die mit ihnen in Berührung kommen, und sich von ihrem bösen Beispiel verführen lassen. Bon der Mutter des edlen Präsidenten George Washington wirb gesagt, daß. sie ohne Mühe ihre Kinder zum Guten erzog, weil sie ihr aufs Wort gehorchen mußten,, und darum im Gehorsam erzogen wurden. Sie war nie heftig aufbrausendsondern gleichmäßig und fest in Worten und Thaten. Sie war freundlich, flößte aber zugleich Ehrfurcht ein. Von ihr hatte der große Sohn das menschenfreundliche und zugleich Ehrfurcht gebietende Wesen, wodurch er so ganz zum Vater seines Landes wurde. E- I-
(Prakt. Wegweiser, Würzburg.)
Kellerlüftung. Im „Praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenbau" (1901 Nr. 42) wird dieser Gegenstand eingehend besprochen. Kurz zusnmmengefaßt werden die zu beobachtenden Regeln in folgenden Worten: „<•> ist zn lüften sowohl im Sommer wie im Winter hauptsächlich bei Hellem klarem Wetter. Die Lüftung soll eine vollständige Lufterneuerung herbeiführen und dabei doch möglichst kurze Zeit dauern. Die beste Tageszeit hiezu ist im Sommer bei großer Wärme der frühe Morgen, im Winter bei strenger Kälte der frühe Nachmittag. Im Frühjahr und Herbst, ober wenn wir es sonst nicht, nut Temperaturextremen zu thun haben, barf bie Lüftung je nach dem Zustande des Kellers und nach der Außentemperatur eilte dauerndere sein; es ist da in erster Linie darauf zu achten, daß sie bei möglichst trockenev Außenluft erfolgt. Bei sehr Hoher oder sehr niedriger Temperatur ist außer zur Zeit der Lüftung der Keller möglichst dicht zu verschließen (Läden, Strohmatten, Dop- pelthüren). Diese Art der Kellerlüftung mag manchem umständlich erscheinen. Dies ist jedoch durchaus nicht der Fall, er mag es nur erst einmal damit probieren. Wer etwas auf seinen Keller hält, wird die kleine Mühe nicht scheuen."
Hache Suppe: 6 Personen. Zubereitungszeit eine Stunde. Uebrig gebliebene Bratenreste, gleichviel welcher Art, wiegt man mit einer Zwiebel, etwas frischer Petersilre und Zitronenschale fein zusammen und röstet dieses Hache in einem Stückchen Butter oder gutem Bratenfett leicht an. Inzwischen hat man zwei Würfel Maggi's gerostete Mehlsuppe mit V2 Liter kaltes Wasser zu dünnem Brei glatt gerührt und in IV2 Liter kochendes Wasser gegossen. Dazu fügt man das Hache samt der Bratbutter und läßt bie Suppe nach dem Wiederaufkochen bei kleinem Feuer eine Viertelstunde sieden, dann legiert man sie mit 1 Ei, verfeinert sie mit einem Theelöffel Maggi-Würze und richtet an. _____________
Pyramide.
(Nachdruck verboten.)
Konsonant.
Fluß in Asim. Chemischer Stoff. Gewässer.
Gewänder. ______ Sunda-Jnsel.
Von der Spitze ausgebend ist jede weitere Reihe durch Hinzufügung eines Buchstabens unter beliebiger Stellung der übrigen Buchstaben zn bilden.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Magischen Quadrats in vor. Nr.:
WIEN ILSE E S A U NEUN
Redaktion: I. V.v R. Dittm anu. — Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'schen llniversitätS-Bncki- und Steindrnckrrei (Pietsch Erben) inGießm.


