Samstag den 12. April.
Nr. 54.
1902
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MM at dich eilt bitt'rcs Leid getroffen,
®° fd)rlte uicht ein doppelt Müh'n;
Am schönsten Pflegen Trost unb Hoffen
Im Schweiß der Arbeit aufzublüh'n.
Jnl. Hammer.
(Nachdruck verboten.)
Die Möve.
Roman in zwei Bänden von Ziacharias Nielsen. Autorisierte Uebersetzung aus dem Dänischen von Mathilde Mann.
(Fortsetzung.)
Er näherte sich der Mühle mehr und mehr — diesem wohlbekannten, alten, viereckigen Mehlkasten auf sieben morschen Eichenpfühlen.
Ob er dort oben war?
Die Mühle lag ungefähr fünfzig Fuß . vom Wege mitten in einem wogenden Haferfeld. Oben in der Thür, die Achsel gegen den Rahmen gelehnt, stand ein junger Manu mit einem Bart, der einer Pferdemähne glich, und sah über das Land hinaus. Ob das Thomas fein konnte? Nein, er schien nicht grüßen zu wollen — ja, jetzt richtete er sich auf und führte die Finger an die Mütze.
„Hab' ich doch mein Lebtag nicht so etwas erlebt! — Hans Böje!" ‘ '
„Guten Tag, Thomas!" grüßte der Fremde und stieg die kleine, schmale Treppe hinan.
„Wer was in aller Welt--- guten Tag, alter Bursche!
Und willkommen! Willkommen!" Der Müller preßte ferne dünne, naßkalte Hand, als wolle er sie zu Mus und Grus zerdrücken.
Wie stark und stämmig war doch Thomas Rabe geworden! Das große Gesicht — rötlich, über und über voller Sommersprossen, aber von schönen Formen — zierte ein dichter dunkelroter Vollbart; es strotzte vor Gesundheit. Ein mehlbestäubter Garibaldinerhut bedeckte seinen Kopf und wiegte sich auf einer Springfederschicht aus roten Locken; ein Paar großer Ohren guckten aus einem wilden Haarwuchs an den Schläfen hervor; ferner trug er eine kurze Jagd- jvppe, in deren Säumen Roggenmehl und in deren Knopflöchern Kleie haftete.
„Und ich glaubte", fuhr er fort, „daß Du höchstens des Sonntags nachmittags einmal tn den Park hinaus kämst, um Dich dort auf den Rücken, zu legen und die Staubfäden mit dem Federmesser aufzuschneiden!"
„Wie Du siehst, bin ich ein wenig weiter ins Land
Hineingedrungen!" > i
„Du legst die Kand auf den Rücken = bist Du müde?" 1
„Ja, ein wenig." .
„Weißt Du, was ich glaube, Alter? Du mußt ein tüchtig solides Futter haben, dann fällst Du 'mal sehen, —j Du bleibst doch ein paar Tage hier bei uns?"
„Ja, ich dachte —"
„Das ist recht!" Er schlug ihm mit einem Sackband über den Arm, das ein paar feine weiße Streifen auf dem Rockärmel hinterließ. „Glaub mir, es ist gar nicht so übel, hier bei uns Sommerfrische zu halten. Komm hierher und schau über den Strand hinaus! Sieh dort den Dampfer und die Fischerboote! Das da mit dem braunen Segel ist ein Zollkutter. Und dann der Wald da hinten, wie? Aber das Beste habe ich doch dort unten! Biege Dich ein wenig über die Lucke vor! — Das kleine Haus! dort mit dem Schieferdach — dort, rechts von den Pappeln!"
„Ja, ich sehe es, was ist's denn damit?"
„Dort wohnt meine Braut!" rief er aus, zog dis Augenbrauen in die Höhe und versetzte dem Freunde einen Puff mit dem Ellbogen. „Zum Teufel auch! Weißt Du denn das nicht? Und in ein paar Monaten werden wir Hochzeit halten."
„Ach so, ja! Ist es nicht —?" Aufrichtig gesagt, war er nicht" ganz sicher, daß von Fräulein Helene Rabe die Rede war; endlich kam er auf den glücklichen Gedanken, seine Ungewißheit durch die Frage zu bemänteln, weshalb sie eigentlich nicht längst verheiratet seien.
Thomas zuckte die Achseln. Es war im Grunde auch eine recht dumme Geschichte gewesen. Wer was sollte er dabei machen? Er konnte Helene ja der Mutter nicht wegnehmen, und dann — ja das Ganze war ein rechter Unsinn gewesen, aber jetzt endlich waren die Aussichten lichter geworden. ,,, c a .....
„Ach, Alter! Du hast keinen Begriff davon, was für ein süßes, herziges Mädchen sie ist. Ich bin beinahe bange — bist Du eigentlich verlobt?"
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"Nicht so ein Kein wenig? Du Menschenkind, sechsundzwanzig Jahre alt und noch nicht von Amors Pfeil getroffen?" ,
Er zog ihn wieder an die Thür. „Komm einmal her. Das da draußen ist mein Feld, ganz bis an den Deich hin."
„Ja, ich entsinne mich dessen sehr wohl."
„Du kannst mir glauben, ich lasse mir's sauer werden. Das ganze Stück dort beim Bach hab' ich im vergangenen Jahre drainiert, jetzt kommt die Strecke daneben an diel Reihe. Die Bäckerei dort unten hab' ich ganz umo^^stt und einen zeitgom«b?» Ofen geseill gehe ich mit dem Gedanken um, einen HEiNder zu bauen."
„Du meinst, eine neue Mühle?"
c>a e§ ist ein wahrer Skandal mit so einem alten, morschen Kasten heutzutage. Man muß, weiß Gott, mit der Zeit fortschreiten. M“« zwanzigtausend Kronen


