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und der Zimmerinhabev selbst ch der Versuch- alles in Uebereinstimmung miteinander zu bringen. Monotonie ist nicht Harmonie. Wählt man z. B. eine geblümte Tapete und nimmmt für die Vorhänge einen Brokat, der „so ähnlich wie möglich ist", einen Teppich, „der geradezu für den Brokat gemacht zu sein scheint" und einen Möbelbezug, „der beinahe ein Stück von der Tapete sein könnte", so wird! man sich, wenn alles fertig ist, verwundert fragen, warum das Zimmer enttäuscht, und warum es niemand bewundert. Wer nicht versteht, durch Kontraste Harmonien zu schaffen, der ist in der Kunst der Zimmerdekoration noch sehr weit zurück, der sollte lieber ganz seine Hand davon lassen.
Aber ich will hier gar keine ästhetischen Regeln geben; ich will vielmehr jeder braven Frau raten, sich etwas mehr auf ihren gesunden Menschenverstand zu verlassen, mehr darauf bedacht zu sein, ihre persönlichen Neigungen zur Geltung zu bringen, als sich zur Sklavin einer Richtung zu machen. Und wenn wir es in einem Hause so recht behaglich finden, so recht heimisch, so hängt das wirklich hauptsächlich von dem Gemüt der Hausfrau ab. Und wenn ich! mich behaglich in ein wohlgepolstertes Sofa zurücklehne, so frage ich wenig danach, ob dasselbe im Sezessionsstil oder sonstwie gehalten ist; ja, ich bin ein solcher Ketzer, dies, allen Aesthetikern zum Trotz zu betonen, und doch hätte ich in meiner Eigenschaft als Architekt das Recht, über Stilfragen ein ernstes Wort mitzufprecheu. Aber ich weiß, daß es weit schwerer ist, ein vehaAichies Heim zu schaffen, als ein stilgerechtes Haus, und darum ziehe ich vor einer gemütvollen Hausfrau mit gesundem Menschenverstand noch viel tiefer meinen Hut als vor dem größten Baukünstler.
Genrernnützrges.
Wie kommt man im Leben vorwärts? 1. Willst Du Erfolg haben, so sei ein Charakter, sei Herr über alle Deine Begierden, übe Selbstverleugnung. 2. Hüte Dich, vor zu langem Schlaf, zu viel Zerstreuung und Vergnügen, vor jeder unnötigen Ausgabe. 3. Siehe zu, daß Du eine gute Gesundheit behältst. 4. Sei im Kleinen und Kleinsten sorgfältig; was überhaupt wert ist, gethan zu werden, ist auch werft gut gethan zu werden, habe eine genaue Kenntnis aller Kleinigkeiten Deines Geschäftes und überwache auch das Geringfügigste. 5. Erledige rasch und genau alle Geschäfte. 6. Suche Deine Erholung in der Abwechslung Deiner Arbeit. 7. Habe Ausdauer; was Dir heute nicht gelingt, gelingt Dir vielleicht übers Jahr, oder in fünf, oder in zehn Jahren. 8. Sei sehr vorsichtig in der Wahl aller Deiner Leute; zeige ihnen Festigkeit und Freundlich-- keit. 9. Verhalte Dich gegen jedermann so, als könnte er Dir noch einmal nützlich werden; thue es aber nicht aus Berechnung, sondern aus uneigennützigem Wohlwollen. 10. Halte Dich nicht mit Nebendingen auf; habe immer Dein Ziel vor Augen, meide unnützes Geschwätz. — Eine Anzahl Geschäftsleute in Amerika kam jüngst aus den Gedanken, ein Rundschreiben an diejenigen ihrer Berufsgenossen zu schicken, deren Arbeit von namhaftem Erfolg gekrönt worden war, mit der Bitte, anzugeben, wie sie es eigentlich angefangen hätten. Eine große Anzahl von Antworten lief ein, und der Hauptinhalt derselben waren obige Ratschläge, lauter Worte echt praktischer Lebensweisheit, die jenen Amerikanern alle Ehre machen und der Beherzigung wert sind für jedermann, sei er Geschäftsmann oder nicht.
Plätteisen von Rost zu reinigen. Man reibt das heiße Plätteisen mit weißem Wachs, dem man etwas Kochsalz beifügte, ab und fährt dann mit dem Eisen mehrere Male über einen wollenen Lappen.
Kesundhettspflege.
Schlaflosigkeit. Häufig wird durch krankhafte nervöse Erregung, Schmerz, geistige Ueberanstrengung, übermäßigen Genuß von starkem Thee u. s. w. Schlaflosigkeit hervorgerufen. Das Nebel ist oft nur schwer zu beseitigen, meist durch Hebung der Ursachen. Die Anwendung narkotischer Mittel sollte nicht geschehen. Dagegen giebt es ein harmloses Heilmittel, das fast regelmäßig Erfolg hat, wenig bekannt ist und von dessen Güte mau sich leicht überzeugen
kann. Man nehme einfach ein feuchtes Handtuch! und lege es in fön Nacken. Gegen Schlaflosigkeit bei nervösen Leuten, die an kalten Füßen leiden und im Kopse Hitze haben, giebt es kein besseres Mittel, als abends vor dem Schlafengehen die Glieder, besonders die Füße, mit einer Bürste oder mit einem ausgewrungenen feuchten Handtuch abzureiben, aber tüchtig. Hierdurch wird das Blut besser in Umlauf gesetzt, und es tritt Müdigkeit ein.
„Praktischer Wegweiser", WürMrg.
Vermachtes.
EineneueTanuenartmit silberweißer Korkrinde hat der Reisende Purpus in den Hochgebirgen Arizonas in fast 3000 Meter Höhe gefunden. Die Stämme dieser Bäume mit dem prächtig dunklen Nadelwerk zeigen schon bei 1—2 Meter Höhe die eigenartige weiße Rinde, die in der Färbung an die Rinde der Birke erinnert. Herr Purpus schildert mit wahrer Begeisterung die herrliche Farbenwirkung. Es wird jetzt der Versuch gemacht, diese schöne und sicher auch harte Korktanne in deutschen Gärten und Parkanlagen einzuführen. Ein Bericht darüber mit Bild und Beschreibung ist vom praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. Oder kostenfrei zu beziehen.
Literarisches.
„Lebensspiegelungen" in Vers und Prosa von Clara Voigt. E. Piersons Verlag; Dresden, 1900. Mk. 3.—. — Es ist em starkes, fast männlich-ernstes Talent, das uns aus diesen „Lebensspiegelungen" entgegen schaut, ein Talent von ebenso großer Einsicht in seinen scharfen Beobachtungen, wie von tiefem Gemüt in seinen Gefühlsäußerungen. Kein Wunder darum, daß Clara Voigt von deS Lebens Leid mehr zu sagen und zu singen weiß, als von Glück und Liebe. In ihren Prosadichtungen, kurzen, eindringlichen Stücken, sind es meist feindliche Schicksale und des Nächsten Neid und Mißgunst, welche glückliche Bande, die für's Leben geschlungen schienen, grausam zerstören. Daß die Dichterin dabei die Tragik alles Menschenlebens nicht in kalter, nackter Natürlichkeit darstellt, sondern in das künstlerisch vornehme Gewand von Sinnbildern zu kleiden weiß, wie in den beiden ersten Skizzen des Bandes, macht ihrem Feingefühl und Geschmack all- Ehre. Stets hat man dabei den Eindruck, daß die Dichterin Selbsterlebtes in künstlerisch bewegte, leidenschaftliche Worte bringt, die so leicht den Weg zum Herzen des Lesers finden, weil sie von Herzen einer wahren Dichterin kommen.
Katechismus der Baustile von Dr. Ed. Fr.eiherrn v. Sacken.
Vierzehnte Auflage. Mit 103 Abbildungen. In Originalleinenband 2 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig.
Ist die Kenntnis der verschiedenen Baustile schon von allgemeinem Jnteresie, so hat sie für Gewerbsleute, die mit architektonischen Formen oder Ornamenten irgendwie zu thun haben, wie Bauleute, Schreiner Steinmetzen, ganz besondere Wichtigkeit. Das wird sich stets bei einem Auftrag zeigen, irgend etwas in einem ganz bestimmten Stile auszuführen. Stillgefühl haben ist hier eine Sache, die sich auch im täglichen Leben des Gewerbetreibenden „bezahlt" macht. Nicht jeder Interessent ist hier aber in der Lage, sich diese unentbehrliche Kenntnis durch das Studium solcher Werke anzueignen, die schon durch ihren Umfang Ehrfurcht erwecken. Da ist dann ein so vielfach erprobter Führer wie unser Katechismus freudig zu begrüßen, denn er setzt die Eigentümlichkeiten und Gesetze der verschiedenen Baustile und ihre Geschichte kurz und m allgemein verständlicher Weise auseinander, wobei auch auf die Baubestrebungen der Gegenwart ein Helles Streifllicht fällt. Zwei recht brauchbare Beigaben sind das kleine Fachwörterbuch der Kunstausdrücke und das Ortsverzeichnis der wichtigsten Baudenkmale. Nebenbei, Freiherr v. Sackens Katechismus ist eine Ergänzung zu jedem Neisebuche, sollte als« von Touristen in der Brusttasche mitgeführt werden.
Anagramm.
Nachdruck verboten.
Stroh — Haut — Siam — Robbe — Torte — Emil — Made — Murat.
Bon jedem der vorstehenden Wörter ist durch Umstellung ein anderes Hauptwort zu bilden. Die Anfangsbuchstaben der neuen Wörter ergeben im Zusammenhang den Namen eines großen deutschen Gelehrten.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des Quadraträtsels in voriger Nummer: ZEIL EHRE I R L E LEER
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck mtb Verlag der Brübl'schen Uuiderfitätz.Buch. und Steindrnckerei (Pietsch «rdea) in Wej«.


