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fohl stürzt, was Macht und Kunst erschufen,

Wie für die Ewigkeit bestimmt;

Doch alle Trümmer werden Stufen,

Darauf die Menschheit weiter klimmt. Geibel.

(Nachdruck verboten.)

Die Seekönigm.

s '' r Seeroman von Clark Rüssel.

(Fortsetzung.)

Ich blieb in der Kajütskapp stehen. Menschliche Stimmen konnte ich nicht hören, und in dem schwachen Schein der Kompaßlampe waren die Gestalten der beiden Männer am Ruder kaum zu erkennen. Einer derselben war mein Mann. Jetzt fing auch die See an, höher zu gehen. Es bildeten sich gewaltige Wogen, auf denen die Bark heftig stampfte. Noch eine halbe Stunde hindurch lenzten wir weiter, und jagten ebenso toll über das Wasser, wie der Sturm selbst, während uns fliegender Schaum umhüllte, der Donner des Orkans uns betäubte, und wir zuweilen durch die feurigen Blitze plötzlich geblendet wurden.

Mein Mann schrie vom Ruder aus etwas, das') nicht verstehen konnte. Der Wind trug den Schall nach vorne, und gleich darauf bemerkte id): die Gestalt eines Mannes, der sich taumelnd, zuweilen auf allen Vieren an der Reeling entlang arbeitete, um nach achtern zu kommen, wo er Richards Platz am Ruder einnahm.

Mein Mann trat jetzt schnell einige Schritte vor, und rief den Leuten zu, daß er das Schiss sofort beidrehen wolle.

Wenn das überhaupt geschehen sollte, so war es weise, es jetzt zu thun, ehe sich die See zu einer solchen Berges­höhe erhoben haben würde, wie man es bei diesem Orkan erwarten mußte.

Klar beim Stagsegelnehrholcr! Sind alle Mann dort? Dann los das Fall!"

Im Augenblick, wo die Schot aufgefiert wurde, zer- peitschte das Segel in Fetzen. Kleine Stücke wirbelten in der Lust herum wie die fliegenden Schaumflocken und lange, peitschenähnliche Streifen knatterten, wenn sie gegen das Stag schlugen, als ob ganze Musketensalven von der Bark abgefeuert würden.

Laßt das Stagseget fliegen! An die Achterbrassen! Die Leute am Ruder! Langsam aufluven!"

Sobald das Schiff seinen Bug dem Orkan zugewendet hotte, legte es sich so stark auf die Seite, daß das Deck s«st senkrecht über dem Wasser- zu stehen schien. Diesmal

blieben die Leeschanzkleidungen zwar über Wasser, aber die ganze Wucht des Sturmes traf uns jetzt von vorne. Seine Wut schien sich zu verdoppeln, als ob sie dadurch, daß sich das Schiff urplötzlich umdrehte, und sich ihm nun stellte, wie ein gehetzter Hirsch bis zur entsetzlichsten Raserei gereizt wäre.

Mit vieler Mühe gelang es mir, unsere Kammer zu erreichen, mich- der nassen Kleider zu entledigen, und wieder trockene anzuziehen. Noch- halb betäubt, und instinktmäßig mich; festhaltend, saß ich; in meiner Koje, als Richard jetzt eintrat.

Nun, liebe Jeß, hast Du schon Deinen Thee ge­habt?" fragte er.

Nein",' sagte ich,und habe auch noch nicht daran gedacht. Dies ist ja ein furchtbarer Sturm, Richard! Wie entsetzlich die Bark schlingert! Manchmal fürchte ich wahr­haftig, daß es mit uns bald aus ist."

Aus mit uns?" rief er.Hat der Sturm Deine« ganzen Mut fortgeweht? Was! würde Dein Vater sagen, wenn er das hörte? Es ist ja ein sehr schwerer Sturm, aber glaubst Du etwa, daß dieAurora" ihm nicht gewachsen ist?"

Nun, als sie sich vor dem ersten Anprall überlegte, glaubte ich bestimmt, daß wir alle verloren wären. Ich wäre beinahe heruntergelaufen, und hätte Heron heraus­gelassen. Es kam mir so grausam vor, ihm nicht wenigstens soviel Gelegenheit als irgend möglich zu geben, sein Leben zu retten."

Es freut mich, daß Du es nicht thatesllh sagte er schnell.

Hast Du ihn denn wirklich eingeschfossen?" fragte ich leise.

Ja, wirklich. Er ist in seiner Kammer, und den Schlüssel dazu trage ich bei mir."

chAber wie soll er dann seine Mahlzeiten einnehmen, Darüber beunruhige Du Dich nicht, Jessie! Ueberlaß den Mann nur mir. Es thut mir sehr leid, daß Du die Geschichte zwischen Herrn Heron und mir mit ansehen mußtest. Gott weiß, ich würde sie gern vermieden haben, aber bei diesem offenbaren groben Ungehorsam konnte ich nicht anders. Er verweigerte mir seine Hilfe der Mann­schaft gegenüber und bestärkte die Leute noch in ihrem meute­rischen Betragen und das angesichts eines ausbrechenden Sturmes, von dem er ebenso gut wußte, wie ich, daß er ein sehr schwerer sein würde."

Während dieses Gespräches war Richard beschäftigt, trockene Kleider und Oelzeug anzulegen. Dann küßte er mich und begab sich wieder an Deck. Obgleich er aber ver­sprochen hatte, zum Abendbrot wieder herunter zu kommen, meldete mir jedoch der Steward bald darauf, der Kapitän könne das Deck noch nicht verlassen, und ich solle nicht ihn warten.