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einem Korbe voll der verschiedensten Sachen bei ih-m erschienen, die es ihm zum Kauf angeboten; unter anderem zwei Kandelaber, einen silbernen Serviettenring, ein Trinkhorn aus ciseliertem Kupfer und ein Dutzend alte Bücher, und er hatte für alles zusammen vierzig Frank gezahlt.
,Haben Sie keinen Empfangsschein über diese Summe?" fragte Ernst.
„Nein mein Herr. Das Fräulein kam im Namen ihrer kranken Mutter, und ich sah. daß ich es mit unglücklichen aber ehrlichen Leuten zu thun hatte. Daß sie in der Rue St. Antoine wohnen, hat sie mir so beiläufig gesagt, aber chren Namen habe ich nicht behalten. Mir ist so, als wäre es Durand oder Duval oder so ähnlich gewesen. Ja wirklich, es könnte Duval sein oder am Ende auch Martin. . ."
Mehr war durchaus nicht in Erfahrung zu bringen.
Andere an Ernsts Stelle waren dadurch entmutigt Worden, ihn aber reizte die Schwierigkeit, und noch zur selben Stunde begann er seine Suche.
Täglich besuchte er eine Anzahl von Häusern in der unendlich langen Rue St. Antoine und hielt eingehende Nachforschungen bei Portiers, Bäckern, Fleischern und sonstigen Lebensmittellieferanten.
Aber wieviel Schwierigkeiten ergaben sich hierbei. Wie oft ward er von Pontius zu Pilatus gesandt, um schließlich, wenn er sich bereits am Ziel wähnte, einen Irrtum zu erkennen.
Wohl ward ihm bei diesen Wanderungen manche Not, manche Armut offenbar, doch nicht die gesuchte. Doch auch an dem vom Zufall ihm enthüllten Elend vermochte er nicht kalt und unempfindlich vorüberzugehen; vielmehr pflegte er von seinen Gängen stets mit leerem Portemonnaie heimzukehren.
Schon seit drei Wochen befand Ernst sich auf der Suche und konnte nicht umhin, gewahr zu werden, daß er dabei unsinnige Summen verausgabt und seine bisherige Liebhaberei — die Lektüre — unterdessen vollkommen vernach- nachlässigt hatte.
Dennoch vermißte er sie nicht; im Gegenteil, er hatte sich noch nie so glücklich gefühlt. Eine neue Liebhaberei, die des Wohlthuns, erfüllte fein ganzes Sein und gewährte ihm eine ungleich höhere Freude und Befriedigung chls die alte Leidenschaft.
Rue St. Antoine Nr. 207, ganz oben im Mansardenstock. Ernst klopfte, nachdem er sich vergebens nach einem Glockenzuge umgesehen.
Ein junges Mädchen, eine schlanke Brünette mit edel- geformten Zügen und großen, sanften , schwermutsvoll lickenden dunklen Augen öffnete ihm.
Ohne recht zu wissen warum, hätte Ernst in diesem Moment sein halbes Vermögen darum gegeben, die Gesuchte vor sich zu haben.
Nach einigen erllärenden Worten begann er seine gewöhnlichen Fragen, und bald verklärte ein Lächeln des Triumphes sein Gesicht.
Welches Glück! Es blieb kein Zweifel, sie war es.
Estelle de Fonterive lebte allein mit ihrer leidenden Mutier, welche durch einen betrügerischen Advokaten um ihr ganzes sehr beträchtliches Vermögen gebracht worden war,' sodaß Estelle, um die Apothekerrechnung bezahlen können, zu Anfang des Winters genötigt gewesen war, verschiedene Gegenstände, darunter auch den bewußten Me- morrenband, den sie in einer alten Truhe gefunden hatte, zu verkaufen.
Man kann sich die Freude der beiden Frauen beim Empfang der dreitausend Frank und ihre Dankbarkeit gegen Ernst vorstellen, als sie erfuhren, wie schwer es gehalten, den Eigentümer des Geldes ausfindig zu machen. Und als er vor seinem Scheiden um die Erlaubnis bat, wiederkommen zu dürfen, ward seiner Bitte gern Gewährung.
„Wie? Was?" rief Jacob in starrem Staunen. „Du verlobt? ... Na, da schlägt's dreizehn! . . . Wer in aller Welt ist Estelle de Fonterive, und wie bist Du zu ihrer Bekanntschaft gelaugt?"
„Durch gütige Vermittelung veK Chevalier de Griß- notel. Ja, ja, mach' nur kein so ungläubiges Gesicht, es ist, wie ich Dir sage. Nur meiner vielgeschmähten Lesewut verdanke ich das holdeste Glück meines Lebens —• meine Braut.
Gemeinnützige».
Passifloren. Wer kennt sie nicht, die PasswnS- blumen, mit ihren tief dunkelgrünen Blättern, mit denen die lieblich duftenden roten oder weißen Blüten so angenehm kontrastieren? Wie leicht kann man sich von diesem willig wachsenden, rankenden Gewächs einen grünenden, blühenden, duftenden Rahmen um das Fenster bauen, wie einfach ist die Pflege, wie gern heftet man die wachsenden Ranken immer wieder an das vorher gebaute, zierliche Holzgestell, um recht bald eine dichte, grüne Guirlande zu bekommen. Besonders zwei Sorten: Passiflora coerulea var. Constance Elliot und Passiflora kermesina var. Londoni sind für den Zimmergärtner zu empfehlen. In welcher Weise die Passiflora das ihr zur Bekleidung gebaute Gestell berankt, sowie eine Anleitung zur erfolgreichen Pflege ist aus der neuesten Nummer des „Praktischen Ratgebers im Obst-- und Gartenbau" zu ersehen. Dieselbe ist vom Geschäftsamt der Zeitschrift zu Frankfurt a. O. zu beziehen.
Spengler, Schlosser, Schreiner rc. können ihre mit Farbe, Lack rc. besudelten Hände schnell und gründlich reinigen, wenn sie dieselben trocken mit Fett gut einreiben, und dann mit Seife abwaschen.
„Praktischer Wegweiser", Würzburg.
Litterarlfches.
WaS mutz mau vou der Schöpfungsgeschichte wissen? Diese Frage beantwortet allgemeinverständlich und in fesselnder Darstellung ein Büchlein von Dr. R. Konrad, das soeben im Verlage von Hugo Steinitz, Berlin, erschienen ist. Die ebenso intereffanten, wie schwierigen Kapitel von Schöpfungsbericht und Wissenschaft, dem Aller der Sonne, der Erde und des Menschengeschlechtes, dem Ursprung und der Entstehung unseres Sonnensystems, den Anfängen der Erdgeschichte, dem Ursprung des organischen Lebens aus der Erde, der Urzeugung, von der Abstammung und dem Ursprung des Menschen, seinen ersten Spuren auf der Erde — 'sie alle finden hier nach den Ergebnissen der modernen wissenschaftlichen Forschung eine kurz zusammenfassende, aber hinreichend unterrichtende Besprechung. Es gewährt dem gebildeten Laien einen eigenen Reiz, sich in diese Lektüre zu vertiefen, welche über Zeiträume von Jahrtausenden hinwegführt, und scheinbar phantastische Perspektiven eröffnet, die doch auf den strengen Forschungen der modernen Naturwiffenschaften begründet sind. Es ist, wenn man will, eine Art naturwissenschaftlicher Romantik in diesem Büchlein enthalten, feffelnder als jede Romanlektüre, und doch zugleich sich nicht von dem Boden der Wirklichkeit und der Forschung entfernend. Der Preis des Buches beträgt nur 1 Mark.
Delphischer Epruch.
Nachdruck verboten.
Lieblich glänzt es im Strauß, den ich der Paula verehrte, Sie draus setzt eS mir vor, aber ihr Herz war darin.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Zahlenrätfels in voriger Nummer: Pantomime, Anton, Rote, Lanne, Ottomane, Minna, Inn, Motte, Emma.
8. Preisrätsel für Burenfreuude.*) Kapselrätsel.
Nachdruck verboten.
bei, eel, de, der, ex, fal, gast, krei, kfl, lenz, pin, ecbel, eohnei, sei, sei, ter, wol.
AuS vorstehenden 17 Silben sind 8 Wörter zu bilden von nachstehender Bedeutung: 1. Insekt; 2. Spielzeug; 3. Gefäß; 4. Fluß in Belgien; 5. Titel; 6. Malgerät; 7. Handwerker; 8. Stadt in Pommern. In jedem dieser Wärter ist wieder ein andere» Hauptwort cingekapselt, und die Anfangsbuchstaben dieser eingekapselten Wörter bezeichnen im Zusammenhang einen Teil des Jahres.
*) Lösungen sind mit Aufschrift: „PreiSrätsel-Lösung" versehen innerhalb acht Tagen an die Redaktion der „Stetzene« einzusenden.
Redaktion: E. Burkhardt. — »ret und Verlag der Brühl'scheu UnirerfitütS-Buch» und Eteindruckcrei (Pietsch Erden) in Gießen.


