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hat sich bis jetzt nicht eine einzige Zeile gefrtnben, die als Beleg für einen gemeinschaftlichen Kauf des Salz­bergener Terrains gedeutet werden könnte."

Bis jetzt sagst Tu? Man hat also die Papiere noch nicht einmal vollständig durchforscht?"

Tas zu thuii, wäre eine Arbeit von Monaten oder vielleicht von Jahren. Herr von Restorp hat sie nach einigen tapferen Anläufen verzweifelt aufgegebeu, weil er nach seiner Erklärung darüber den Verstand zu verlieren fürchtete. Inge - aber, die geduldiger und beharrlicher ist als er, hat wenigstens den Briefwechsel und die verstreuten Aufzeichnungen aus dem letzten Lebensjahre ihres Oheims so weit gesichtet, daß sich daraus im großen und ganzen ein Ueberblick gewinnen läßt. Wie wenig dabei für die in Rede stehende Angelegenheit herausgekommen ist, habe ich Dir bereits gesagt."

Und wo befinden sich die Papiere? Bei den Restorps?"

Nein, sie sind sämtlich in meinem Bureau, wohin Inges Vater sie zu meiner Information, wie er sagte, in einer großen Kiste schaffen ließ. Ich habe sie zum guten Teil durchgesehen, von einer Fortsetzung der ganz unfrucht­baren Arbeit aber auf Inges Versicherung hin, daß sie nichts irgend wie Bedeutsames enthielten, Abstand ge­nommen."

Und worauf hast Du Deinen Prozeß gegen jenen Wede- king gegründet? Tenn er ist doch eingeleitet werden, dieser Prozeß?"

Allerdings, wenn auch nicht in dem Umfange, wie mein Schwiegervater es wünschte. Um eine Klage anzustrengen, bereit Objekt sich auf Millionen ober auch nur auf Hundert- tausenbe beziffert, hätte es eines Gerichtskosten-Vorschusses bedurft, wie ihn der verarmte Vater meiner Braut nie­mals hätte aufbringen können. Der von mir erhobene Anspruch geht deshalb nur auf die Zubilligung gewisser Verfügungsrechte, deren Anerkennung allerdings zugleich eine grundsätzliche Anerkennung des Besitzrechtes in sich schlösse. Wir werden den Prozeß selbstverständlich ver­lieren; aber ich bin entschlossen, ihn burd) alle Instanzen zu führen, weil bas ganze Dasein bes armen Herrn von Restorp gewissermaßen auf diesen schönen Wahn gebaut ist, und weil er seine unglückliche Lage kaum empfindet, so lange er mit jener Million wie mit einem sicheren Besitztum rechnet."

Und wenn er auch in der letzten Instanz abgewiesen sein wird was bann?"

Ich mag heute noch nicht daran denken, was dann geschehen wird. Es können Jahre darüber vergehen, ehe es soweit ist, und während dieser Zeit ist er jedenfalls sicher vor der Gefahr, in die Hände eines Advokaten zu fallen, der seinen unerschütterlichen Glauben an einen endlichen Sieg dazu ausbeutet, ihn durch endlose Gebühren-Rech- nungen an den Bettelstab zu bringen."

Tein Freund Harro aber wie denkt er über den Prozeß?"

Er findet ihn thöricht und lächerlich. Die Hoff­nungen des Herrn von Restorp sind in seinen Augen nur schillernde Seifenblasen. Und daß er sich niemals bemüht hat, das zu verbergen, hat die Entfremdung zwischen ihm und dem Oheim zu einer vollständigen gemacht."

Ohne darauf zu achten, waren sie aus den finsteren Laubgängen des Tiergartens wieder in die hell erleuch­tete Straße gelangt. Mit Erstaunen nahm Bernhard wahr, daß die Wangen seiner Schwester heiß gerötet waren, und daß ihre Augen seltsam leuchteten. Noch ein paar Schritte that sie schweigend an seiner Seite, dann sagte sie plötzlich:

Nimm mir's nicht übel, Bernhard, aber die Sache Deines Schwiegervaters ist bei Dir nicht in den besten Händen. Nicht in die Länge ziehen solltest Du als sein Sachverwalter den Prozeß, sondern Tu solltest ihn ge­winnen."

Mehr befremdet, als erzürnt, sah ihr der Getadelte ins Gesicht.

Und willst Du mir vielleicht auch sagen, Hanna, wie ich das anfangen müßte?"

Nein; denn ich bin kein Jurist. Wenn ich es wäre ich würde ihn sicherlich gewinnen!"

Bergieb! Aber bei allem Respekt vor Deinen Geistes-

gäben: daß Du das Unmögliche möglich machen könntest, wage ich denn doch zu bezweifeln."

Daß Du es für unmöglich hältst, ist eben, was ich Dir zum Vorwurf mache. Statt Deine Sache selbst von vornherein als eine verlorene anzusehen, solltest Tu an ihren Sieg glauben, wie es die Restorps thun, und"

Tu irrst, Hanna! Weder Inge noch ihre Mutter glauben an einen solchen - Sieg."

Weil sie schwache und furchtsame Naturen sind", fuhr sie fast heftig auf,die eilte ein schüchternes Kind, und die andere eine kranke, gebrochene Greisin. Tu aber bist ein Mann, und Tu dürftest Dich wahrlich nicht an Energie von diesem heruntergekommenen Gutsbesitzer beschämen lassen. Der Mann mag ein Narr sein, und ein Egoist vom reinsten Wasser. Mer sein gesunder Egoismus gefällt mir, und in seiner Narrheit steckt mehr Kraft und Ver­stand, als in Eurer allzu bereitwilligen, schwächlichen Entsagung. Die Göttin des Glücks streift an Dir vorüber, Bernhard, und wenn Du jetzt nicht mit beiden Händen zugreifst, sie zu halten, so ---"

So würdest Du mich als einen Dummkopf verachten. War es nicht das, was Tu jagen wolltest, Hanna?"

Unwillig warf sie das schöne Haupt zurück.

Ah, was hilft es, viele Worte zu machen, wenn wir uns doch bei alledem so wenig verstehen! Du hättest statt eines Rechtsanwalts lyrischer Dichter werden sollen, einer von denen, die ihr Glücksideal darin erblicken, mit dem geliebten Wesen auf einer weltentlegenen Insel von Datteln und frischem Quellwasser zu leben."

Er nahm ihre Worte für einen Scherz und lachte fröh­lich aus. Sie aber sprach während des ganzen .übrigen Weges nichts mehr, und so oft er einen Blick aus ihr Gesicht warf, sah er, daß ein eigentümlicher Ausdruck angestrengten Nachbenkens in ihren Zügen war.

Als sie oben in der Wohnung angelangt waren, und als er glaubte, nun wieder von anderen Dingen sprechen zu dürfen, unterbrach sie ihn zu seiner Ueberraschung schon bei den ersten Worten durch die Frage:

Willst Tu mir gestatten, Dietrich von Restorps hinter­lassene Papiere durchzusehen? Wenn es auch eine Arbeit von Monaten sein sollte ich schrecke nicht davor zurück."

Er zögerte ein wenig; aber als sein Blick dem ihrigen begegnete, ließ er seine Bedenken fahren.

Wenn Herr von Restorp nichts dagegen einzuwenden hat, weshalb sollte ich es Dir verwehren! Aber es wird eine sehr wenig vergnügliche Beschäftigung sein, Hanna, und ich meine. Tu könntest Deine Zeit auf angenehmere Weise hinbringen als mit einem so nutzlosen Bemühen."

Lassen wir es auf den Versuch ankommen", er­widerte sie ruhig.Vielleicht hat mich das Schicksal doch noch zur rechten Zeit hergeführt, um Tir zu Deinem Glücke zu verhelfen, wäre es auch ein wenig gegen Deinen Willen." (Fortsetzung folgt.)

Giftiges Thongeschirr.

Von Arnold Rohde.

(Nachdruck verboten.)

Man hat in neuerer Zeit vielfach versucht, die wegen ihres Bleigehaltes giftig wirkenden Glasuren der Thon- geschirre durch! Baryt- ober Kalkalkali-Glasuren zu ersetzen. Aber sie können bie Bleiglasuren nicht verbrängen, da sie weit teurer als diese sind. Auch kann häufig das irdene Geschirr nicht die hohen Temperaturen vertragen, welche zum Einbrennen der durchsichtigen Erdglasuren aus Thon- erde, Baryt und Alkalien erforderlich find; denn, wenn diese die Schmelztemperaturen erreicht haben, so beginnt auch! schon bie darunter liegende Grundmasse derScherben" zu schmelzen. .

Indessen wäre es thöricht, anzunehmen, daß die Blet- glasur der Töpfergeschirre immer schädlich wirken müsse; sie kann im Gegenteil den strengsten hygienischen Anforder­ungen genügen, wenn sie sachgemäß zusammengesetzt und gut eingebrannt wird. Wird bie Glasurmasse richtig und vollkommen gemischt, und das Brennen der Geschirre nut der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt, so wird aus der glasierten Oberfläche ein Bleisilikat entstehen, welches der auflösenden Wirkung verdünnter Säuren und,sonstiger Sub­stanzen widersteht.